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Soll man MST- unterstützen?
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Nein, MST, das sind nur Schmarotzer 58%  58%  [ 25 ]
Ist mir egal 9%  9%  [ 4 ]
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 Betreff des Beitrags: Re: MST - Unterstützung
BeitragVerfasst: 06 Feb 2008 21:59 
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Beiträge: 2854
chegei hat geschrieben:
dieser anspruch begründet sich auf rein gar nichts!

die menschen der landlosen-bewegung wollen kein stück land um es zu bebauen sonder maximal um es zu verkaufen oder besser gleich eine entschädigung von wem auch immer weil dann brauchen sie sich nicht mit so profanen dingen wie arbeit oder handel herumschlagen.

diese ansprüche sind absolut haltlos!

das sagt alles,ein haufen leute die halt auch ein bisschen vom kuchen abhaben wollen ohne dafür etwas zu tun ausser vielleicht ein bisschen gewalt säen.


So sehe ich das auch. Es ist eine kleine militante Gruppe, die sich hinter einer marxistischen Ideologie versteckt. Und weil das eben nicht mehr so gut funktioniert, wird halt dann und wann ein bisschen randaliert. Es ist dem Staat sein gutes Recht, Gesetze aufzustellen, welche die Nutzung von brachliegenden Flächen einem anderen Zweck zuführt, inkl. der Möglichkeit der Enteignung. Aber da dies weiterhin rechtlich umstritten ist und in vielen Fällen gegen die Verfassung verstösst, sind ja auch soviele Verfahren anhängig und die Prozesse ziehen sich hin. Die MST will dadurch durch ihre kriminellen "Aktionen" dies für sich beeinflussen. Das sie aber mittlerweile fast alle Symphatie verspielt hat, wird es immer schwerer. Und das ist auch gut so.

Welchen Hintergrund braucht ein MST-Anhänger/Mitglied? Kann meine Frau nun auch Land fordern? Oder meine Schwiegermutter? Oder mein Nachbar, der mit ein bisschen mehr als einem Salario Minimo 150 R$ Miete zahlen muss plus Strom/Wasser und dann noch Frau und zwei Kinder ernähren muss. Dafür geht er sechs Tage schaffen und wurde auch nicht in eine Familie reingeboren, die ihn irgendwie unterstützen kann. Die abgetragen Klamotten der Kinder sagen da alles. Jeden Morgen um 5:30 schwingt er die Hufe zur Arbeit und kommt gegen sieben Uhr abends zurück. Und wenn man ihn, der ein Dach über dem Kopf hat und ein vermutlich weiches Bett auf die MST anspricht, fallen ihm noch viel deftigere Worte ein als "kriminelles Gelumpe".



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 Betreff des Beitrags: Re: MST - Unterstützung
BeitragVerfasst: 06 Feb 2008 22:40 
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Beiträge: 165
brasilblog hat geschrieben:


Welchen Hintergrund braucht ein MST-Anhänger/Mitglied? Kann meine Frau nun auch Land fordern? Oder meine Schwiegermutter?



drück deiner schwiegermutter eine machete in die hand und auf gehts zum fröhlichen landbesetzen!!
:lol: :lol: :lol:
erinnert mich so irgendwie an früher in D,nur waren es da häuser,oder???


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 Betreff des Beitrags: Re: MST - Unterstützung
BeitragVerfasst: 07 Feb 2008 18:19 
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Beiträge: 2583
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Es stellt sich die Frage, mit welchem Recht ein Mensch bei Grund und Boden überhaupt behauten darf es sei seins.

Denn am Anfang gehörte es wohl niemandem oder allen, wie man will. Und dann kommt jemand, der das einfach nur behauptet hat, dann der der es sich genommen und womöglich, nein sogar wahrscheinlich sogar jemanden weggenommen hat. Und dann jemand, der davon profitiert und etwas Gold für nen Deal geboten hat und dann einer, der hatte ein Buch dabei und hat Geld dafür genommen hat das man sich da eintragen lassen kann. Tja, wer zu spät kommt....der kann es doch auch mal so versuchen...warum nicht?

Und wer will jetzt meckern, dass jemand kommt und sich Land nehmen will? Der der der davon profitiert, dass sich jemand mal "sein" Land genommen hat? Warum gehören dann die Strände eigentlich noch allen? Ich finde so eine richtige Revolution hätte man in Brasilien erst, wenn man die Strände privatisiert....und zwar alle.



_________________________________
Schöne Grüße,
tinto


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 Betreff des Beitrags: Re: MST - Unterstützung
BeitragVerfasst: 07 Feb 2008 19:02 
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Registriert: 08 Jul 2006 10:05
Beiträge: 1295
ein blick in die geschichtsbücher über die eroberung und kolonialisierung und die weitere entwicklung Brasiliens würde genügen, um zu verstehen wie und warum es zu so einer krassen ungerechtigkeit in der landverteilung und warum es heute zu dieser verfahrenen situation mit total verhärteten fronten gekommen ist.
die zahlen die fx. genannt hat, hat sich ja keiner aus den fingern gesogen.
das land hat ursprünglich einmal den eingeborenen gehört und die haben es sicher ihren eroberern nicht freiwillig geschenkt.

@brasilblog, deinem nachbarn in allen ehren, ginge es nicht besser, wenn es zu einer gerechteren landverteilung käme. wie oft wird einfach nach unten getreten oder die leute werden bewusst falsch informiert und es wird polemisiert, bis sie einfach nachplappern, was sie irgendwann einmal im tivi gehört haben. solche propaganda funktioniert garantiert immer und überall auf der welt, besonders bei leuten, die nicht gelernt haben kritisch zu hinterfragen, was ihnen vorgesetzt wird.

amarelina



não há diferença entre um sábio e um tolo quando ambos estão apaixonados.


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 Betreff des Beitrags: Re: MST - Unterstützung
BeitragVerfasst: 07 Feb 2008 19:27 
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Registriert: 26 Nov 2004 16:30
Beiträge: 2854
Ich denke nicht, dass sich diese Frage stellt. Dies ist gesetzlich geregelt. Und an Gesetze sollte man sich halten und nicht versuchen, sie mit strafrechtlich relevanten Methoden ausser Kraft zu setzen oder zu umgehen - wie es die MST tut. Noch dazu gedeckt von einem Präsidenten, der sie in den meisten Fällen straffrei ausgehen lässt.

Ist wie bei den Indianern: Nehmen regelmässig tagelang Geiseln und sperren Arbeiter ein - um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen (wie schön) oder randalieren im Parlament - und danach passiert mit den Verantwortlichen gar nix. Wenn ich aber z.B. zwei Krankenschwestern und einen Arzt hier bei mir als Geisel nehmen würde um kostenlose Medikamente und schnellere Untersuchungen zu fordern etc., da kann man sicher sein, dass ich die nächsten Jahre im Knast verrotte.

Und das ist auch das, was viele Brasilianer ankotzt und sie deshalb keinen Bock mehr auf diese Minderheiten haben. Weil die meinen, sich über alles hinwegsetzen zu können.

Aber zurück zur MST: Da sie politisch vollständig versagt haben, wo sie doch schon Jahrzehnte existieren, versuchen sie es in den letzten Jahren nur noch mit illegalen Aktionen und Randale.

Ethische Diskussionen zur Landreform und der "Aneignung der Flächen" - teilweise vor Jahrhunderten - sind überflüssig - wir leben im heute. Ich hatte es bereits erwähnt. Vor 50 Jahren hat der Staat hier in meiner Region Land an Siedler vornehmlich aus Rio Grande do Sul verkauft - und heute soll es ihnen wieder weggenommen werden - für das Gesocks.

Hat sich jemand eigentlich schon mal Gedanken gemacht, wo diese Flächen teilweise liegen? Nicht selten 50 Kilometer von der nächsten Steckdose entfernt, nirgendwo Wasser (tiefe Brunnen müssten erst einmal aufwendig geschaffen werden) - null Infrastruktur. Wenn das Land - und selbst im Bundesstaat São Paulo gibt es ja diese Besetzungen - so einfach und mit Gewinn zu bewirtschaften wäre, warum machen es die Fazendas dann nicht? Gibt es keinen Markt für die Flächen? Und die MST suggeriert immer, dass die Fazendeiros das nur machen, um die Armen zu ärgern.

Und wenn es tatsächlich nur Spekulationsobjekte sind? Gut, dann gehen wir getreu dem Motto vor: "Eigentum verpflichtet!" Dann soll der Staat den Besitzer auffordern, es zu bewirtschaften oder es wird enteignet. Für sowas kann man Gesetze machen, bzw. sie existieren bereits. Habe ich nichts dagegen. Die Betroffenen können mit ihren in der Verfassung garantierten Rechten dagegen vorgehen. Auch schön. Alles geht seinen Gang.

Aber die MST hat nicht zwischenzeitlich das Recht, diese Farmen unter Anwendung von Gewalt zu besetzen und zu verwüsten - im Irrglauben, damit eine Entscheidung zu beschleunigen. Bei diesen Rechtsbrüchen hört der Spass auf und hier schützt der Staat seine Bürger (in diesem Fall die Fazendeiros), die nach §1 der Konstitution übrigens die gleichen Rechte haben wir die "armen, betrogenen und benachteiligten Landlosen" nur äusserst ungenügend.

Die MST ist eine radikale Organisation, ein Netzwerk der Gewalt über das ganze Land verteilt und gehört prinzipiell verboten, wenn sie nicht schnellstens zur Rechtsstaatlichkeit zurückfindet und sich von den Aktionen ihrer Anhänger distanziert.



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 Betreff des Beitrags: Re: MST - Unterstützung
BeitragVerfasst: 07 Feb 2008 20:02 
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Registriert: 26 Nov 2004 16:30
Beiträge: 2854
amarelina hat geschrieben:
@brasilblog, deinem nachbarn in allen ehren, ginge es nicht besser, wenn es zu einer gerechteren landverteilung käme. wie oft wird einfach nach unten getreten oder die leute werden bewusst falsch informiert und es wird polemisiert, bis sie einfach nachplappern, was sie irgendwann einmal im tivi gehört haben. solche propaganda funktioniert garantiert immer und überall auf der welt, besonders bei leuten, die nicht gelernt haben kritisch zu hinterfragen, was ihnen vorgesetzt wird.


Amarelina, du hast denn Sinn meines Postings nicht verstanden. Und das die Propaganda funktioniert, sieht man meines Erachtens auch ziemlich deutlich an einigen Nebensätzen in deinen Postings. Aber alles nach und nach.

Die MST sind eine Schande für all die armen Brasilianer, die durch harte, kontinuierliche Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Menschen, die den Willen haben, aus eigener Kraft ihr Leben zu verbessern. Vor solchen Menschen habe ich Respekt. Und nicht vor Nichtsnutzen unter ihren schwarzen Plastikplanen am Strassenrand.

Wo andere in den Städten Alphabetisierungskurse besuchen (wie meine Schwiegermutter bis vor 2 Jahren auch noch), ihre Kinder zur Schule schicken und versuchen klarzukommen, spielen die Herrschaften am Strassenrand Karten im Sonnenuntergang und klagen, wie ungerecht die Welt doch mit ihnen umgeht. Und wenn es zu langweilig wird, dann macht man halt mal wieder Randale. Und wenns dann was auf die Schnauze gibt, wird den Menschenrechtlern in Kamera gejammert und das verwahrloste Kind hochgehalten, was gerade noch im Müll gespielt hat, weil die Eltern es nicht für nötig befinden, es in die Schule zu schicken.

Apropos Propaganda: Ich erinnere mich noch gut an die Bilder der Polizeikameras bei einer Besetzung in Bahia (Aracruz) ... die Videos mit den "armen getriebenen und geschlagenen Indianern" gingen um die Welt. Die Steinewerfer waren nur in Brasilien zu sehen. Wenn diese Berichte in Deutschland auftauchen, sei es survival, brandeins, etc. dann suche ich immer nach den brasilianischen Quellen .... und siehe da, da schaut alles ganz anders aus. Und zwar in ALLEN Medien, von links bis rechts. Und wenn ich mir die Nachrichten ansehen, von TVBrasil oder NBR über Globo, RedeRecord bis hin zu RedeTV ... ausführlich, informativ und beide Seiten beleuchtend - mit der entsprechenden Gewichtung eben zu einer Seite hin. Aber nie so einseitig, wie man es dann in Europa erfährt. Die Medien in Brasilien werden gerade in Bezug auf Indianer- / Landlosenfrage weniger manipuliert als in Europa. Da sind die Grundbesitzer, die aufgrund von Klimawandel, Rindfleischexportverbot oder schlechten Weltmarktpreisen auch oft genug um die Existenz kämpfen müssen, immer nur die Bösen.

Diese ganze Armutsromantik geht mir nämlich auch langsam auf den Sack. Wenn die nämlich ihren Arsch hoch bekommen und mal zur SINE marschieren würden, bekämen sie auch einen Job. Aber sie wollen eben nicht arbeiten. Aber das kann man sich im fernen Europa nicht vorstellen. Das scheint utopisch. Utopisch für den, der eben keinen blassen Schimmer von Brasilien hat.

Und bevor mir jetzt wieder jemand kommt: Ich spreche nicht von Frauen mit einem dutzend Kindern in der Favela, denen der Mann abgehauen ist. Ich spreche von gesunden, kräftigen Männern, die auf anderen Wegen Möglichkeiten hätten, ihr Leben zu meistern. Ich habe sie gesehen, ich habe sogar schon einmal mit ihnen kurz gesprochen und daher erlaube ich mir auch mein bescheidenes Urteil. Glaubt mir, sie wollen es nicht. Vielleicht sind sie ideologisch verblendet und manipuliert worden, vielleicht träumen sie von einem "besseren Brasilien", wo man es bei gleicher Arbeitsunwilligkeit besser hat. Sie sind wie gesagt eine Schande für jeden anständigen Brasilianer.

P.S.: Mein Nachbar klagt nicht über seine Situation - er ändert sie. Wenn auch in kleinen Schritten, die für einen Aussenstehenden vermutlich wie Stillstand aussehen. Und wenn immer ich kann, werde ich solchen Menschen helfen.



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 Betreff des Beitrags: Re: MST - Unterstützung
BeitragVerfasst: 07 Feb 2008 20:05 
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tinto hat geschrieben:
Warum gehören dann die Strände eigentlich noch allen? Ich finde so eine richtige Revolution hätte man in Brasilien erst, wenn man die Strände privatisiert....und zwar alle.
Gemäß lei 9.760 gehören die Strände bis zu 33 Metern Breite der Marine.
Da gäbe es bei Privatisierung sicher eine Revolution :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: MST - Unterstützung
BeitragVerfasst: 07 Feb 2008 20:18 
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brasilblog hat geschrieben:
Ich denke nicht, dass sich diese Frage stellt. Dies ist gesetzlich geregelt. .


Nene, wir reden hier längst nicht nur über Gesetze.

Gesetze werden grad auch von denen gemacht, denen sie nutzen, obwohl ihr eigener Nutzen und Wohlstand nicht selten auch aus einer sehr ungesetzlichen Zeit stammt. Also, da könnt auch ihr Geschichte nicht umschreiben, ich denke das ist bewiesen. Und um es mal deutlich zusagen, in kaum einem anderen Staat ist so viel Wohlstand auf Sklaverei, Ausbeutung, Raub entstanden und kaum eine Nation setzt sich von den Besitzverhältnissen her so intensiv aus Nachfahren von Plünderern, Eroberern und in ihren Heimatländern zu kurz gekommener oder verachteter Menschen zu sammen, wie es dort in Brasilien der Fall ist.

Es geht um die Moral von der Geschichte Brasiliens. Im übrigen glaube ich auch, dass der Mittelstand, also ihr insbesondere, davon auch wirtschaftlich profitieren würdet, wenn die Leute mal richtig ausgebildet würden und ihnen mal Perspektiven gebten würden, die ihr beschimpft, mißachtet, befürchtet. Dann hättet ihr vielleicht auch mal weniger Kriminalität. Und bräuchtet keine vergitterten, gefängnisähnlichen Häuser, mit Mauern drum, die Mittelklassehütten, die ich ja so armselig finde...weil ich mich selbst darin als Gefangener fühlen würde.



_________________________________
Schöne Grüße,
tinto


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 Betreff des Beitrags: Re: MST - Unterstützung
BeitragVerfasst: 07 Feb 2008 20:37 
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Registriert: 26 Nov 2004 16:30
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tinto hat geschrieben:
brasilblog hat geschrieben:
Ich denke nicht, dass sich diese Frage stellt. Dies ist gesetzlich geregelt. .


Nene, wir reden hier längst nicht nur über Gesetze.

Gesetze werden grad auch von denen gemacht, denen sie nutzen, obwohl ihr eigener Nutzen und Wohlstand nicht selten auch aus einer sehr ungesetzlichen Zeit stammt. Also, da könnt auch ihr Geschichte nicht umschreiben, ich denke das ist bewiesen. Und um es mal deutlich zusagen, in kaum einem anderen Staat ist so viel Wohlstand auf Sklaverei, Ausbeutung, Raub entstanden und kaum eine Nation setzt sich von den Besitzverhältnissen her so intensiv aus Nachfahren von Plünderern, Eroberern und in ihren Heimatländern zu kurz gekommener oder verachteter Menschen zu sammen, wie es dort in Brasilien der Fall ist.

Es geht um die Moral von der Geschichte Brasiliens. Im übrigen glaube ich auch, dass der Mittelstand, also ihr insbesondere, davon auch wirtschaftlich profitieren würdet, wenn die Leute mal richtig ausgebildet würden und ihnen mal Perspektiven gebten würden, die ihr beschimpft, mißachtet, befürchtet. Dann hättet ihr vielleicht auch mal weniger Kriminalität. Und bräuchtet keine vergitterten, gefängnisähnlichen Häuser, mit Mauern drum, die Mittelklassehütten, die ich ja so armselig finde...weil ich mich selbst darin als Gefangener fühlen würde.


Du polemisierst und redest komplett am Thema vorbei. Und vermutlich hast du auch mein Posting nicht aufmerksam genug gelesen. Zumindest ich beschimpfe keine armen oder notleidenen Menschen. Ich beschimpfe und missachte faule Menschen, die durchaus eine Perspektive haben - wenn sie denn wollten.

Wir führen hier auch keine Generaldebatte über die Armut, wir führen hier eine Debatte über die kriminellen Machenschaften der MST und ihre Müllhalden am Strassenrand - und ob die militante Vorgehensweise mit den offiziell rein politischen Zielen der Organisation in Einklang zu bringen sind.



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 Betreff des Beitrags: Re: MST - Unterstützung
BeitragVerfasst: 07 Feb 2008 20:58 
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Beiträge: 322
Genosse Tinto hat recht. Er polemisiert auch nicht, er führt nur generelle Aspekte in die Diskussion ein, die diese befruchten und ihr den notwendigen interlektuellen Hintergrund geben.
Andenfalls bliebe diese Diskussion, die ja von brasilblog gerne in der Fäkal- und Stammtischsprache geführt wird, auf eben diesem Niveau.

Danke, Tinto


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