Das Unternehmen Oleo e Gas wird beschuldigt, in mehrere Betrugsfälle bei Ausschreibungen und Auftragsvergaben mit der staatlichen brasilianischen Petrobrás verwickelt zu sein. Pikant: Das Unternehmen war der sechstgrößte Geldgeber von Luiz Inácio Lula da Silva bei den Präsidentschaftswahlen 2006.
Nach Angaben der brasilianischen Tageszeitung Folha de Sao Paulo hat Oleo e Gas der Arbeiterpartei ("Partido dos Trabalhadores", PT) von Lula da Silva umgerechnet 826.455 US-Dollar zur Verfügung gestellt. Dies gehe aus den offiziellen Unterlagen der Wahlkampfbehörde Tribunal Superior Electoral hervor.
Lula da SilvaNachdem Bundespolizei und Staatsanwaltschaft nun gegen drei Unternehmen, unter anderem gegen Oleo e Gas, Ermittlungen wegen systematischen Betrugs bei Auftragsvergaben durch Petrobrás aufgenommen haben, geraten Lula da Silva und seine Arbeiterpartei unter Druck.
Während Oleo e Gas die gegen das Unternehmen erhobenen Anschuldigungen von sich weist, steht es zu den Spenden: "Wir haben die Partei von Lula unterstützt, weil sie den lokalen Markt für Petroleum und Gas den nationalen Firmen geöffnet hat", heisst es in einer am Donnerstag verbreiteten Stellungnahme.
Lulas Partei PT versucht derweil, sich so weit wie möglich vom Skandal zu distanzieren. Paulo Ferreira, in der Arbeiterpartei für die Finanzen verantwortlich, bezeichnete die Spenden als "legal und spontan". Sie seien eine "Anerkennung der Industrie an die Regierung für die gemachten Anstrengungen".
Die Zeitung Folha de Sao Paulo schreibt in ihrer Ausgabe vom Freitag, dass Oleo e Gas während des Wahlkampfs auch den Gouverneur von Mato Grosso do Sul, Delcidio Amaral, der ebenfalls der PT angehört, mit 26.455 US-Dollar bedacht haben soll. Amaral war zu diesem Zeitpunkt Direktor für den Gassektor in dem Staatsunternehmen Petrobrás.
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