Niederlassungserlaubnis in Gefahr???

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Re: Niederlassungserlaubnis in Gefahr???

Beitragvon Brazil53 » Mo 17. Aug 2015, 10:25

Cabof, wenn jemand eine Niederlassungserlaubnis in der Hand hat, dann hat die Behörde schon geprüft ob die Voraussetzungen vorliegen. Dazu gehört auch im Regelfall die Bestätigung des Ehegatten, dass die Ehe bestand hat.

Die Ehefrau sucht sich eine eigene Wohnung und teilt dem Ehepartner mit dass sie sich trennen möchte. Dazu braucht man nicht die Zustimmung der Ausländerbehörde.
Ob die Trennung der Ausländerbehörde gemeldet werden muss, weil die Niederlassungserlaubnis auf Grund der Ehezeit erteilt wurde weiß ich nicht.

Auf jeden Fall lohnt es sich, wenn abzusehen ist, dass der Ehemann Schwierigkeiten machen wird einen Anwalt für Ausländerecht zu befragen.
Wenn der Ehemann angibt, dass er und seine Ehefrau falsche Angaben bei der Ausländerbehörde gemacht und unterzeichnet haben, dann hat es nie einen rechtmäßigen Aufenthaltstitel gegeben.
Wenn die Überprüfung der Behörde dann ergibt, dass man den Angaben des Ehemannes glauben schenkt, könnte die Anweisung ergehen, dass Land zu verlassen.

So einfach, nur auf die Aussage des Ehemannes, wird man die Niederlassungserlaubnis nicht entziehen, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
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Re: Niederlassungserlaubnis in Gefahr???

Beitragvon Ralfou » Mo 17. Aug 2015, 12:51

ikarus72 hat geschrieben:Ich habe gerade mal, nur zur Sicherheit, die Ausländerbehörde bei mir am Ort angerufen und den Fall geschildert. Die Sachbearbeiterin sagte mir, dass man bei einer Trennung kurz nach Erteilung der Niederlassungserlaubnis immer Ermittlungen anstellt und prüft, ob eine Scheinehe vorgelegen hat und dann ggf. die Niederlassungserlaubnis widerruft. Na das hört sich ja nicht so prickelnd an.
Jetzt ist guter Rat teuer


Gut gemacht! Aber wieso ist jetzt guter Rat teuer? Muss sich Deine Freundin denn jetzt Sorgen machen? Sofern keine Scheinehe vorlag, sollte das doch nachweisbar sein. Da sie hier arbeitet, nehme ich an, dass sie gut Deutsch kann und sich bei einer entsprechenden Befragung durch die AB gut präsentieren kann. Informiert Euch halt, mit welchen Fragen oder Sachverhalten die AB versucht, eine Scheinehe nachzuweisen oder auszuschließen. Hier mal eine etwas ältere Frageliste zu dem Thema, als Vorbereitung sicher nicht schlecht:

https://www.lawblog.de/index.php/archives/2005/10/26/fragebogen-fur-scheinehen/

Ist die Ehe so zerrüttet, dass die nicht mehr miteinander reden, oder würde der baldige Ex-Mann den Nachweis einer echten (Ex)-Ehe unterstützen?
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Re: Niederlassungserlaubnis in Gefahr???

Beitragvon Brazil53 » Mo 17. Aug 2015, 13:46

Hallo Ralfou, ich weiß jetzt nicht was dieser Fragebogen mit der aktuellen jetzigen Situation zu tun hat.
Dieser Fragebogen wird benutzt, wenn man Zweifel hat, überhaupt eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen. (Visumsverfahren)

Die Frau hat bereits die Niederlassungserlaubnis!!!

Dazu haben beide Ehepartner haben unterschrieben, dass sie die letzten drei Jahre eine Ehe in häuslicher Gemeinschaft geführt haben!

Sollte jetzt die Ausländerbehörde nachprüfen, ob es eine Scheinehe ist, dann wird man den beiden Nachweisen müssen, dass sie die Niederlassungserlaubnis durch Falschaussagen erschlichen haben.

Mit anderen Worten, der Ehemann müsste das blaue vom Himmel herunterlügen und das eheliche Zusammenwohnen bestreiten.
Der schlimmste Fall wäre, die Ausländerbehörde glaubt dieser "einseitigen" Aussage, dann wäre der Aufenthalt vom Tag der Einreise der Ehefrau ungültig gewesen.

Nur in diesem Fall könnte die Niederlassungserlaubnis auch nichtig sein, weil es die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben hat!

Das alles wird aber nicht der Fall sein, weil der Nachweis einer Scheinehe nicht nachgewiesen werden kann, denn die Ehefrau wird genug Indizien haben, die belegen, dass man in einer häuslichen Gemeinschaft gelebt hat.

Also kann man einer Überprüfung mit Gelassenheit abwarten. (Wenn es keine Dinge gibt, welche uns von Ikarus verschwiegen wurden.)

Ich hoffe ja dass sie die Niederlassungserlaubnis auch tatsächlich schon in der Hand hat.
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Re: Niederlassungserlaubnis in Gefahr???

Beitragvon Ralfou » Mo 17. Aug 2015, 14:32

Mir ist nicht ganz klar, worauf Du hinaus willst, denn Du schreibst ja selbst, dass die AB höchstwahrscheinlich prüfen wird, ob die alten Aussagen Falschaussagen waren. Und da würde ich schon vermuten, dass zum Einen die alten Aussagen überprüft werden, zum Anderen weitere Fragen gestellt werden. Und ich kann mir schon vorstellen, dass diese Fragen aus einem großen Fundus stammen werden, der auch für die Überprüfung einer Scheinehe im Rahmen eines Visumsverfahren herangezogen wird.

Ganz so gelassen wäre ich bei dem anstehenden Prüfungsverfahren übrigens nicht. Ich weiß nicht, ob Du Dir die Fragen mal angeschaut hast, da sind einige dabei, die würde meine Frau wahrscheinlich falsch beantworten, z.B. die Frage nach der Heizungsart und die nach den Nachnamen der Nachbarn, wir wohnen noch nicht so lange in unserer aktuellen Wohnung. Trotz reinen Gewissens kann man da schon mal falsch liegen. Anstatt also mit vagen Vermutungen eventuell wichtige Quellen auszuschließen, würde ich mich eher breit gestreut auf die Überprüfung vorbereiten und aus mehreren Blickwinkeln auf die Angelegenheiten schauen, so auch noch weiter recherchieren, welche Arten von Fragen gestellt werden können bzw. wie man sonst noch nachweisen kann, dass keine Scheinehe vorlag. Schließlich geht es nicht um irgendeine Banalität, sondern um den Aufenthaltstitel. Da würde ich nach vielen Strohhalmen greifen, und mich lieber zu viel als zu wenig vorbereiten.
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Re: Niederlassungserlaubnis in Gefahr???

Beitragvon Brazil53 » Mo 17. Aug 2015, 14:43

Und wenn sie dann diese Liste benutzen, wird man nach 3 Jahren vieles beantworten können.

Nur es gibt keine rechtliche Grundlage dafür, wenn man eine Niederlassungserlaubnis hat. Da muss die Ausländerbehörde ganz andere Geschütze auffahren. Was ist daran so schwer zu verstehen?
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Re: Niederlassungserlaubnis in Gefahr???

Beitragvon Ralfou » Mo 17. Aug 2015, 15:14

Naja, ich frage mich halt, was daran so schwer zu verstehen ist, dass das Sinnvollste ist, sich im Vorfeld gut auf eine Überprüfung vorzubereiten, und zwar aus möglichst vielen Blickwinkeln. Einer von vielen Blickwinkeln ist wie gesagt sich mit dem zitierten Fragenkatalog zu beschäftigen. Kannst Du denn etwas Konkretes dazu beitragen, welche Geschütze die AB auffahren könnte das sein könnten? Das wäre sicherlich hilfreicher als die Diskussion darüber, was man alles angeblich ignorieren kann. Denn die Wahl der Waffen obliegt schon noch der AB. Always expect the unexpected.
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Re: Niederlassungserlaubnis in Gefahr???

Beitragvon Brazil53 » Mo 17. Aug 2015, 15:35

OK, ich gebe mich geschlagen... Ich werde mich schon mal daran machen das Strafgesetzbuch auswendig zu lernen, es kann nie schaden wenn man auf alles vorbereitet ist. :mrgreen:
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Re: Niederlassungserlaubnis in Gefahr???

Beitragvon ikarus72 » Mo 17. Aug 2015, 17:20

In Sachen Einbürgerung hat sie gleich angerufen beim Landratsamt. Ihr wurde erklärt, dass das eine Ermessensentscheidung ist und dass ein Antrag aufgrund ihrer familiären Situation (sie hat selbst Anhang mit 17 Jahren) im Moment keine Aussicht auf Erfolg hat. Sie hats mir genauer erklärt, ist aber hier nebensächlich. Ich sehe es mittlerweile wie Brazil53. Die Niederlassungserlaubnis hat sie für die letzten drei Jahre Ehe bekommen. Sie hat mit dem Mann in einer ehelichen Gemeinschaft gelebt, das hat dieser ja auch mit Unterschrift bestätigt. Ob die Ehe gut oder schlecht war, ist hier nicht gefragt. Wenn diese dann anschließend in die Brüche geht, ist das halt so. Und falls einer auf die Idee kommt, sie hätte eine Scheinehe geführt, dann soll das die Ausländerbehörde halt prüfen. Sie kann fast perfekt Deutsch und kann den Fragestellern dann schon die passenden Antwort geben. Wir machen erst mal wie geplant weiter und sehen dann, was passiert. Euch mal vielen Dank für eure Hilfe
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Re: Niederlassungserlaubnis in Gefahr???

Beitragvon GatoBahia » Mo 17. Aug 2015, 18:32

Das sich die große Liebe nach genau drei Jahren in Luft auf löst, irgendwie komisch :?: Und die Katze hat natürlich auch gleich 'nen neuen der ihr das Fell bürstet. Wer dann so einer Schlampe noch die Papiere verschafft ist selbst dran schuld #-o

Gato :mrgreen:
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Re: Niederlassungserlaubnis in Gefahr???

Beitragvon ikarus72 » Mo 17. Aug 2015, 18:55

Na das ist doch wieder mal ne fundierte Einschätzung...herzlichen Glückwunsch. Dir wurde scheinbar übel mitgespielt, anders kann ich mir deine Aussage nicht erklären. Aber weisst du was, mittlerweile lässt micht das kalt. Ihr Ex ist einfach ein Vollpfosten und hat gedacht, er holt sich ne brasilianische Putzfrau, die er auf die Arbeit schickt und die immer gefügig ist. Er will nur Pascha spielen. Das funktioniert mit auf Dauer mit keiner Frau der Welt. Also dass eine Trennung auf Dauer unausweichlich ist, weiß er schon lange. Aber wie gesagt, ich will dich in deiner Einstellung gar nicht ändern, jeder ist das Produkt seiner Erfahrungen.
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