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Vielleicht sollte ich in Ruhe mein Sonntagsbier am Strand trinken gehen, doch die Thematik geht mir nicht aus dem Kopf, als ich den mir vorangestellten Diskussionsbeitrag jetzt las. Ergebnis, wir sind wieder am Anfang unserer Diskussion, Brasilien ist flächendeckend eigentlich unbetretbar. Viel zu gefährlich. Womit doch wieder der Sprachkurs und somit das berufliche Fortkommen unseres Fragestellers sich ebenso in Frage stellt. Wagen oder nicht wagen ist hier doch dann wieder die Ausgangsproblemstellung.
Ich wiederhole nochmals, meine Ausführungen spiegeln nur die Empfindungen und Erfahrungen wider die ich hier im Raum Bahia gemacht habe und können nicht als pauschale Sicherheitsgarantie gelten und unbestreitbar ist die Kriminalität vorhanden. Doch gewinnt man den Eindruck vieler Beitragsschreiber diese Gewaltverbrechen seien nun alle ausschliesslich auf die Touristen fixiert. Doch statistisch gesehen ist das doch sehr, sehr gering. Natürlich ist es für einen Betroffenen das eine Mal zuviel.
Statistiken hin oder her. Da wäre doch auch mal interessant zu erfahren, wie viele der geschilderten Straftaten auf wie viel Prozent der Bevölkerung entfallen und welche Delikte.
Solche Problemstädte wie Rio und Besonders Sao Paulo sind da sicher ein Welt für sich. Da kann ich nicht mitreden. Diese Bandendrogenproblematik hat hier jedenfalls nicht sichtbar in Salvador bleibend Fuss fassen können. Ob das durch die Arbeit der Sicherheitskräfte oder nur durch Zufall bedingt ist, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht weiss da jemand aus dem Kreis der Brasilienfreunde etwas dazu zu sagen.
Ich denke mal zurück. Mein erster Kontakt mit Brasilien war auch beruflicher Art. Und mein empfang wurde mit allen Klischees bedient. Es war so um 1992. Der Abholer nicht am Flughafen, die Adresse unvollständig, die Taxis alles andere als vertauenswürdig. In der Innenstadt um 5 Uhr in der Frühe, ein Halbwüchsiger schiebt gerade seinen Trommelrevolver unters Short, in dem Arm wahrscheinlich gerade geklaute Klamotten.
Die Busse hingen voller Halbwüchsiger, kein Schritt ohne das einen nicht Drogen offeriert worden, das Altstadtviertel rein optisch eine kriminelle Lasterhölle. Des Nachts kein Auto auf einer Strasse geparkt, untere Fensterbereiche vergittert. Polizei Fehlanzeige. Und überall Verfall, Schwarztausch, der Real war noch nicht eingeführt, alles lag am Boden.
Nie im Leben hätte ich mir hier ein Leben auch nur vorstellen wollen.
Vor etwa 6 Jahren weilte ich wieder hier. Und in Stichworten was mir dazu einfällt, das Altstadtviertel saniert, Polizeipräsens ob alltags oder zu jedem Fest, volle Läden, keine Wachposten mehr vor den grossen Shopping Centern, die den Einlass kontrollierten, kein hinter her rennen nach Original ausländischer Währung, parkende Autos auch des Nachts auf den Strassen, verlässliche Taxis, Neubauten haben nur noch selten eine Vergitterung, europäisch geführte Banken usw. usf. Diese Aufzählung könnte ich nun endlos fortsetzen. Das die sozialen Gegensätze nach wie vor für Probleme sorgen ist ja unbestreitbar. Aber offensichtlich gibt es ja in Brasilien aber Gegenden, wo man da doch vieles zum Besseren verändern konnte und es viel Positives zu berichten ist. Kleines Beispiel, in meinem Ort baut man jetzt an einem Abwassersystem, die Müllabfuhr erfolgt täglich, an meinem Strand sind alles Restaurants restauriert, und unglaublich, der km lange Fussweg wird mit kleinteiligen Pflastersteinen wieder in einen Urzustand versetzt. Die 4 Polizisten sind ersetzt worden durch weithin erkenntliche Touristenberater. Nun will ich keineswegs nur schön malen, doch irgendwie passt das nur schlecht mit dem Bild der permanenten Gewalt zusammen. Unbekümmert besteige ich hier auch eine der Fähren zum Festland, egal Nachts oder Tags und bewege mich in Salvador allein oder mit Touristen. Die grosse Autofähre legt auch nicht gerade nach unserem Verständnis in einem anheimelnden Viertel an. Die letzte Fähre geht um Mitternacht, kein grund sie nicht zu benutzen. Wenn ich nur den Hauch einer Bedrohung fühlen würde, schon im Interesse der Touristen würde ich auf Nachtausflüge verzichten.
Allein das Pelourinho ist des Nachts voll von Touristen und ich glaube kaum, alle davon sind Lebensmüde oder lieben die Gefahr. Selbst wenn man wollte, das Gebiet ist so grossflächig, wer als Einheimischer dorthin will kann es auch mit oder ohne böse Absichten. Wenn hier Brasilianer im TV die neuesten Nachrichten aus Sao Paulo oder Rio verfolgen, schütteln die auch nur mit den Köpfen. Für sie ist das auch wie aus einer anderen Welt. Schlimm, schlimm ist der Kommentar und dann geht es eben wieder zur Tagesordnung über. Für sie ist das auch weit weg, weie aus einer anderen Welt.
Und ich bin auch äusserlich ein Typ, der kaum als Brasilianer weggeht. Blond und hellhäutig. Eigentlich die ideale Zielperson, glaubt man den Vorrednern.
Und wie schreibt einer, dem kann ich nur beipflichten, wie kann man ernsthaft behaupten nach der Heimreise zu behaupten nicht ausgeraubt geworden zu sein. Da ist man ja fast nicht <in<. Und noch etwas anderes gibt es zu bemerken, die grossen Hotels schüren diese Angst frei nach dem Motto, geht bloss hier nicht raus, viel zu gefährlich, hier habt ihr alles was ihr braucht und nutzt nur unsere hoteleigenen Ausflugfahrten, der Sicherheit wegen.
Das füllt zwar die Hotelkasse erstmal , doch diese Gäste sind für immer verloren und die weitergehende Mundpropaganda macht keine neue Brasilienfreunde.
Das Leitwort des Brasilienforums gleich aufgegriffen, wo sind denn ein paar Brasilienfreunde, die unserem Fragesteller neben diesen allgemeinen Sicherheitshinweisen nun vielleicht im Zusammenhang mit seinem geplanten Sprachkurs weiterhelfen können. Vielleicht kennt einer die Gegend, wo das in Rio stattfinden soll. Sicherlich sind unter den Brasilienfreunden doch einige Absolventen eines solchen Kurses dabei. In Salvador gibt es solche Sprachschulen auch, da kann man in Gastfamilien wohnen,( ich sehe schon wieder die erhobenen Zeigefinger), ich habe hier aus dem Goetheinstitut da mal etwas Infomaterial mitgenommen, ist aber nicht gerade billig ein solcher solcher Lehrgang.
Zum Abschluss, Ob ich das nun verbal alles so herübergebracht habe, wie ich es meine, vermag ich nicht zu sagen. Doch nur mit abschreckenden Beispielen kann man in meinen Augen keine Brasilienfreunde gewinnen, die positiven Aspekte sollten auch Erwähnung finden.
Provokativ zum Schluss, per Foto ich zeige jetzt ein brasilianisches heranwachsendes Mädchen. Nach dem Pauschalurteil einiger Mitmenschen trägt es in sich bereits den Keim der Verschlagenheit, ein Schuss Dummheit mit Hang zur Korruption, vorbelastet zum Diebstahl und für Raubüberfälle und wird sicher später als gemeinhin >Puta> bezeichnet. Der anderen gefallenen Worte will ich mich hier nicht bedienen. Die Abgebildete ist übrigens meine Tochter. Ich hoffe der spassige Hintersinn dieser Worte wird als solches auch verstanden.
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