250.000 Leprakranke gibt es in Brasilien, einem Land, das wirtschaftlich und politisch immer mehr zu einem "global player" wird. Anlässlich des Weltlepratages am Sonntag, 28. Jänner 2007, bitten die Kamillianer um Spendengelder für Leprakranke in ihrem Schwerpunktland 2007.
"Auch wenn es offiziell in dem aufstrebenden lateinamerikanischen Land keine Leprakranken mehr gibt, ist Hilfe dringend nötig", betont Provinzial Pater Leonhard Gregotsch, Leiter des Gesundheitsdienst der Kamillianer. Die Zahl der Erkrankten in Brasilien wächst jährlich um fünf Prozent an und das obwohl es längst wirksame Medikamente gegen die so genannte "Hansen-Krankheit" gibt. Besonders betroffen von der Krankheit sind Kinder, die sich beim Spielen im verschmutzten Wasser des Amazonas infizieren.
Seit 1922 arbeiten Kamillianer in Brasilien. Mitten im unzugänglichen Amazonasdelta, in der Stadt Macapa direkt am Äquator, leitet seit 1972 der Kamillianerpater und Arzt Jose Raul Matte das 142 Betten zählenden Spital des Ordens, sowie die angeschlossene Krankenpflegeschule. Seit 35 Jahren steht er inzwischen im Dienst der Kranken am Amazonas. Auf einem 150.000 Quadratkilometer umfassenden Einsatzgebiet kämpft er gegen die Armut, Krankheit, das Fehlen von Infrastruktur und das Unvermögen der Politik.
Neben der Stadt Macapa zählen zu seinem Einzugsgebiet hunderte von Inseln im Amazonasdelta, die nur per Schiff erreichbar sind. Auf nahezu jeder "seiner" 300 Inseln hat der Kamillianerpater neben einer Seelsorgestation auch einen kleinen Gesundheitsposten eingerichtet, der von ausgebildeten Gesundheitshelferinnen betreut wird.
Um in dem riesigen Gebiet ohne Infrastruktur mit den Menschen in regelmäßigem Kontakt zu bleiben, hat Pater Matte in der Radiostation der Stadt Macapa eine eigene Sendung mit dem Titel "Gesundheit für alle" übernommen. Darin erhalten die Inselbewohner an jedem Sonntagmorgen eine Stunde lang, neben geistlichem Wort, gesundheitliche Tipps.
Bei seinen Reisen durch sein Gebiet begegnet Pater Matte allen Tropenkrankheiten, besonders bedrückend ist für ihn aber die Not der Leprakranken. Aus Angst vor der Familie oder vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, leben sie oft jahrelang im Verborgenen, bevor sie den Weg zum Arzt wagen. Pater Matte stößt immer wieder auf tragische Fälle, die bei rechtzeitiger Erkennung einfach und schnell zu heilen gewesen wären. Insgesamt sind bei ihm zur Zeit 298 Leprakranke in Behandlung.
"Jeder Euro trägt zur Heilung bei"
Die Heilung eines Leprakranken, weltweit sind zwölf Millionen Menschen betroffen, kostet bis zu 150 Euro. "Jeder Euro trägt zur Heilung vieler bei", so Pater Leonhard Gregotsch von den Kamillianer. Dringend benötigt werden Medikamente und Verbandmaterial, aber auch Heilbehelfe wie Prothesen und Schuhwerk.
Spenden werden auf das PSK-Konto mit der Nummer: 2482.200, BLZ: 60000 unter dem Kennwort "Lepra" oder auf das Konto bei der Raiffeisenbank Wien unter der Nummer: 2.317.352, BLZ: 32000 erbeten.
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