ohne Krankenversicherung und der Ernstfall

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Re: ohne Krankenversicherung und der Ernstfall

Beitragvon Fudêncio » Mi 7. Okt 2015, 22:09

sefant hat geschrieben:Interessanterweise sind die SUS-krankenhäuser in Sachen Notfallversorgung schon eine "Referenz", aufgrund des täglichen Trainings des Zusammenflickens von Verkehrs-/oder Gewaltopfern.


Das stimmt schon.
Gilt übrigens auch für die Krebsbehandlung, da zahlt kein Plano de Saúde Chemo oder Radiotherapie. Da rennen sogar die Leute mit Plano zu den SUS KH die dafür spezialisiert sind und drängeln sich dort in der Warteliste vor, mit einem Jeitinho oder Beziehungen. So wie es halt eben in BRA üblich ist!

Problemematisch mit SUS und auch vielen Privatkrankenhäusern wird es meist dann, wenn man stationär aufgenommen wird. Denn dann droht die s.g. INFECÇÃO HOSPITALAR weil es eben mit der Hygiene nicht sehr gut bestellt ist, egal welches Krankenhaus, egal ob SUS oder privat.

:oops:
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Re: ohne Krankenversicherung und der Ernstfall

Beitragvon frankieb66 » Mi 7. Okt 2015, 22:39

Fudêncio hat geschrieben:Problemematisch mit SUS und auch vielen Privatkrankenhäusern wird es meist dann, wenn man stationär aufgenommen wird. Denn dann droht die s.g. INFECÇÃO HOSPITALAR weil es eben mit der Hygiene nicht sehr gut bestellt ist, egal welches Krankenhaus, egal ob SUS oder privat.

naja ... private KH sind nicht unbedingt davon ausgenommen ... vor ein paar Wochen wurde ein Bekannter von mir "perforieret" (Schussverletzugen in Kopf, Bauch, Wirbelsaeule) ... und der wurde aus einem privatem KH in eines der SUS zurueckverlegt ... wurde diese Tage Gott sei Dank entlassen, die Frage ob er dauerehaft gelaehmt/behindert bleibt ist leider noch nicht abschliessend geklaert ...
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Re: ohne Krankenversicherung und der Ernstfall

Beitragvon cabof » Do 8. Okt 2015, 07:09

Araruama - habe eine Unterkunft in der Nähe - wäre ich derzeit dort, würde ich mal im KH aufschlagen... interessiert mich nicht weiter, ich sehe das als (aufwendige) Masche (Fake) an, um einer gestrauchelten Kreatur zu Geld zu verhelfen. Ich hatte so einen Fall in jüngster Vergangenheit - DE zurück aus Salvador - null KV drüben oder hüben - es sind Kosten in
5-stelliger Euro Höhe angefallen, a) einen Teil hat das Amt bezahlt - b) auf den Restkosten sind die KH/Heim Betreiber erst einmal sitzengeblieben. Die moderate Eigentumswohnung, wo die Witwe wohnt, stand nie zur Debatte - Verkauf oder Überschreibung - auch bei uns gilt: erst einmal helfen... kein DE verreckt auf der Straße... Ausländer auch nicht. Ich wünsche uns allen - bleibt gesund - hüben wie drüben.
Krankenhausinfektionen... mal googeln - da tut sich nicht viel zwischen BR/DE - Vorbild scheint Holland zu sein.
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Re: ohne Krankenversicherung und der Ernstfall

Beitragvon frankieb66 » Do 8. Okt 2015, 13:19

Ola,
Fudêncio hat geschrieben:Wie lange hat das eigentlich gedauert, vom Antrag bei DPVAT bis das Geld da war ?

so ca. 6 Wochen.

Fudêncio hat geschrieben:
frankieb66 hat geschrieben:.... Omnibusunternehmen versichert saemtliche Ausgaben fuer private aerztliche Untersuchungen und Medikamente zu uebernehen und bietet umfassende finanzielle und psychologische Unterstuetzung an. Kosten bislang 20000 R$ (inkl. 4 Zahnimplantaten). Werde noch ca. 2-3 Monate an den Unfallfolgen leiden ... das wird "teuer" ...


Hast Du hier keine Ansprüche bei DPVAT angemeldet ?

Noch nicht, da der Bericht/Gutachten der Gerichtsmedizin noch nicht fertiggestellt ist.

Fudêncio hat geschrieben:Was hat denn das Busunternehmen konkret bis jetzt bezahlt ?
Hoffe das Du hast was schiftl. vom Busunternehmen, das die die Kosten übernehmen.

Bislang noch nix, da ich nicht wegen jedem Kleinbetrag bei denen aufkreuze ... die wirklich teuren Ausgaben (17 tsd R$) fuer Zahnersatz etc. stehen naemlich erst jetzt an. Busunternehmen hat zumindest versprochen Kosten auf Basis von einem Heil- und Kostenplan zu uebernehmen ... naechste Woche werd ichs genau wissen ob das auch stimmt ;)

Fudêncio hat geschrieben:So oder so wirst Du bei denen sicherlich eine Anwalt brauchen um da Geld zu sehen.

Das glaube ich nicht! Wenn ich das Unternehmen verklage wirds naemlich richtig teuer fuer das Unternehmen, und das wissen die auch ...

Fudêncio hat geschrieben:Gute Besserung !

Obrigado!

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Re: ohne Krankenversicherung und der Ernstfall

Beitragvon Itacare » Do 8. Okt 2015, 15:09

frankieb66 hat geschrieben:.....
Das glaube ich nicht! Wenn ich das Unternehmen verklage wirds naemlich richtig teuer fuer das Unternehmen, und das wissen die auch ...


So schätze ich den Grund für deren Bemühungen auch ein. Glaub n Anwalt würde Dir für diesen Fall sogar noch Provision zahlen. :mrgreen:
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Re: ohne Krankenversicherung und der Ernstfall

Beitragvon frankieb66 » Do 8. Okt 2015, 15:52

sefant hat geschrieben:Interessanterweise sind die SUS-krankenhäuser in Sachen Notfallversorgung schon eine "Referenz", aufgrund des täglichen Trainings des Zusammenflickens von Verkehrs-/oder Gewaltopfern. Problematisch wird es halt nur wenn du selber gerade zu einer ungünstigen Zeit da angeliefert wirst ...

das kann ich uebrigens bestaetigen ... in dem Behandlungsfall nachdem eine Honda-Fit-Fahrerin ihr Auto auf meinem nur mit Havaianas geschuetzten Fuss geparkt hatte gabs just in der Zeit als ich und andere (die Warteschlange war recht kurz) behandelt werden sollte einen Busunfall mit zig Verletzten und saemtliche Aerzte wurden in die Notaufnahme gerufen ... und es war wirklich so dass die Krankenwagen der SAMU im Minutentakt "anlieferten" ... ok, bloed gelaufen fuer mich, hat mich halt 2 Stunden Wartezeit gekostet, da habe ich in der Notfallambulanz in D gelegentlich schon wesentlich laenger warten muessen ...

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Re: ohne Krankenversicherung und der Ernstfall

Beitragvon Trem Mineiro » Do 8. Okt 2015, 16:04

sefant hat geschrieben:Interessanterweise sind die SUS-krankenhäuser in Sachen Notfallversorgung schon eine "Referenz", aufgrund des täglichen Trainings des Zusammenflickens von Verkehrs-/oder Gewaltopfern.


Wobei es das "SUS-Krankenhaus" nicht gibt. Die SUS (1990 gegründet) ist ein staatliches Krankenversorgungssystem, das nötige medizinische Versorgung ersetzt und vom Steuerzahler finanziert wird. SUS beteiligt sich auch an Gesundheitspolitischen Maßnahmen.

Die SUS ist also nicht Krankenhaus-Träger, das ist wie z.B. beim großen Unfallkrankenhaus in Belo Horizonte "Joao XXIII", die Stadt Belo Horizonte, sondern übernimmt nur die Bezahlung der dort anfallenden Behandlungskosten.
Es kann aber durchaus sein, das privat getragene Krankenhäuser auch die Kostenerstattung durch SUS akzeptieren. So kann es wie geschrieben, durchaus sein, dass die SUS eine Therapie übernimmt, die ein Plano Saude nicht bezahlt und diese auch in einer privaten Spezialklinik durchgeführt wird. Vorausgesetzt man überlebt den langen Weg durch die SUS-Bürokratie.
Das zentrale Unfallkrankenhaus "Joao XXII" ist Anlaufstelle für alle Un- und Notfälle und hat einen sehr guten Ruf. Je nach Vermögen oder Plano Saude wechselt man dann in ein anderes Krankenhaus.

Wenn man also vor einem sogenannten "SUS-Krankenhaus" steht wird man selbstverständlich, wenn man mit einem Bündel Geld winkt, an der Warte-Schlange vorbei geschleust.
Ca. 80 % der Brasilianer haben nur Anspruch auf Leistungen, die die SUS finanziert. Und wie alle öffentlichen und staatlichen Einrichtungen leidet das System unter Korruption und Verschwendung. Es ist nicht so, dass zu wenig Geld in das Gesundheitssystem hineingesteckt wird, es kommt nur zu wenig beim Patienten an.

https://en.wikipedia.org/wiki/Sistema_%C3%9Anico_de_Sa%C3%BAde

Oberlehrer-Modus aus.

Gruß
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Re: ohne Krankenversicherung und der Ernstfall

Beitragvon Elsass » Fr 9. Okt 2015, 00:51

Ich behaupte mal frech, die SUS wurde nur eingeführt, um Staatsknete abzuziehen. Die Fälle, die ich aus dem interior de Bahia kenne, haben fast keine andere Funktion.
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Re: ohne Krankenversicherung und der Ernstfall

Beitragvon Cheesytom » Fr 9. Okt 2015, 03:01

Die SUS wurde eingeführt, weil sich über 90% (nach Lula und Dilma vielleicht 80%) der Bevölkerung keine PKV leisten kann,

aber ja, leider ist seit Anbeginn Korruption mit im Spiel mit den Ärmsten.
Gruss aus Maceió, Alagoas
Thomas
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Re: ohne Krankenversicherung und der Ernstfall

Beitragvon sefant » Fr 9. Okt 2015, 19:39

Naja, ich geh mal davon aus daß mindestens 25% sich auch keine leisten will, sondern das Geld lieber für anderes nicht notwendiges Zeug ausgibt und ansonsten halt auf Deus und so hofft
Beleeeza
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