ONG gründen

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

ONG gründen

Beitragvon Holger » Mi 12. Jul 2006, 18:51

Wie schon anderer Stelle berichtet, möchten wir von der Pousada Favelinha einen Kindergarten bzw. "casa da cultura" in unserer Favela errichten, und dazu eine ONG gründen. Wir haben auch schon einen Verein in Deutschland, der uns dabei untrstützen möchte und Spendengelder sammelt.

Nun müssen wir aber schnellstens die ONG in Rio de Janeiro gründen/anmelden. Da wir beide damit noch nie etwas zu tun hatten, und nun von Personen vor Ort (die aber alle auch noch keine ONG selbst gegründet haben) unterschiedliche Aussagen gehört haben, möchte ich gern nachfragen, ob es jemanden gibt, der hier aus erster Hand berichten könnte. Ist es möglich, eine ONG nur zu zweit zu gründen (ein Deutscher und eine Brasilianerin), gibt es im Internet vielleicht Vorlagen zu Statuten etc. auf portugiesisch, die man anpassen kann, was sollte man noch alles beachten?

Für jeden Tipp wäre ich furchtbar dankbar! Wir müssten bis Oktober die ONG gegründet haben, weil dann Leute von dem Spendenverein aus Deutschland kommen und mit uns einen Fördervertrag schliessen möchten...

Also vielen Dank für alle Nachrichten!

Holger
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Beitragvon MULA » Do 13. Jul 2006, 14:00

:roll:

Also über pers. Erfahrungen verfüge ich nicht.
Mein Tipp wäre sich mal bei der SEBRAE (http://www.sebrae.com.br), bzw. bei der AHK (http://www.ahk.com.br) zu erkundigen. Würde mich sehr wundern, wenn man Euch dort nicht weiterhelfen kann :!: :?: :wink:
Aber unbedingt pers. dort vorsprechen auf telefonische Auskünfte würde ich nicht allzu viel geben. :oops:
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ONG?

Beitragvon robertwolfgangschuster » Do 13. Jul 2006, 15:37

ONG ist im Moment ein langwieriger Prozess und wird von den Behörden und letztens von der Federalpolizei genauestens analysiert (Statuten, Zweck, Mitglieder usw) da unter dem Deckmantel ONG sehr viel Steuergelder veruntreut wurden und und einige Ongs nur zum Zweck der Geldwäsche gegründet wurden.
Ich beobachte im Moment die Umstrukturierung einer bereits bestehenden (!!!) Ong, die wie alle ihre Statuten an die neuesten Gesetze anpassen muss um weiterbestehen zu können. Seit 5 Monaten sind sie noch nicht so weit um wenigstens die ersten Stempel im Cartorio zu bekommen und diese Ong hat meines wissens nach keine ungesetzlichen Ziele. (Ich selbst würde mich nicht einmal mit meiner Frau in so etwas verwickeln lassen da können zu viele Personen Deinen Namen missbrauchen und du kannst dich dagegen nicht einmal schützen wenn Du am Ort lebst)
In Deinem Fall rate ich zu einer gemeinnützigen Gesellschaft ohne Gewinnabsichten, (Associação filantropica sem fins lucrativos), erkundige dich da bei den Gesellschaften die in der Sparte "Hilfsprojetkt für Brasilien werben"
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Beitragvon Holger » Do 13. Jul 2006, 15:54

Vielen lieben Dank soweit!

ich hatte ja auch schon einiges gehört, dass es recht schwierig sein soll. Von dieser anderen Form habe ich noch nie gehört, werde aber gleich mal Erkundigungen einholen. Das reicht uns ja! Wir wollen ja lediglich legal Spenden für ein soziales Projekt annehmen können, es geht uns ja ohnehin nicht um Steuern sparen oder so was!

danke!

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Beitragvon thomas » Do 13. Jul 2006, 19:24

Der Begriff ONG ist weder Rechtsform noch Status.

Hilfsorganisationen in Brasilien sind zumeist in den drei Rechtsformen der associação (Verein), fundação (Stiftung) oder der organização religiosa (Religiöse Organisation) organisiert.

Früher gab es mal die sociedade civil de natureza filantrópica, sem fins lucrativos in Brasilien. Seit dem neuen Zivilgesetzbuch 2002 gibt es nun dafür die associação sem fins econômicos, Art. 53 CC - also einen einfachen gemeinnützigen Verein.

Für euch kommt 1. diese Vereinsgründung in Frage und dann 2. das sogenannte Certificado de Entidade Beneficente de Assistência Social bei der CNAS für die steuerliche Anerkennung beantragen.

Letzteres ist nur für Brasilien relevant, der deutsche Verein kann Gelder an euch überweisen, ohne das ihr einen besonderen staatlichen Status benötigt. Die staatliche Anerkennungsurkunde ist für fremde Sponsoren aber vielleicht auch so interessant.
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