Orientierung nach Brasilien

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon vasco » Fr 7. Jan 2005, 18:47

> Alle Länder, in denen die Gleichung
> schwul = böse gilt fallen aus wegen issnich.

ich kenne in BR mehr Schwule und Lesben als in D.
Trotzdem ist schwul sein sehr böse in Brasilien. Die Bevölkerung hat da doch starke Vorbehalte (wohl auch aus religiösen Gründen, die christlichen Kirchen sind dort viel konservativer als hier).
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon adagio » Fr 7. Jan 2005, 19:06

oh-oh, das wird ja immer schlimmer, wenn es noch lange so weiter geht
wandere ich nach Schweden aus.... (grins)
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Beitragvon yens » Fr 7. Jan 2005, 20:16

adagio hat geschrieben:Auswahlkriterium für das Ziel-Land: Alle Länder, in denen die Gleichung
schwul = böse gilt fallen aus wegen issnich.


Solange man nicht die "Tunte" raushaengen laesst ist das in Brasilien kein Probelm. Die Maenner sehen ja auch gut aus in Brasilien.

adagio hat geschrieben:mal yens, wie schaffst du das eigentlich in zwei Zeilen sieben Fragen zu stellen ? (grins) *


adagio hat geschrieben:Ganz einfacht, weil ich Deine Fragen unmoeglich beantworten kann, sondern Dir nur helfen kann sie Dir selbst zu beantworten. Ansonsten waere es etwa so als wenn Du mich hier Fragen wuerdest ob Basketball oder Boxen fuer Dich der richtige Sport ist...

adagio hat geschrieben:"Qualifikation": Ich habe 20 Jahre Erfahrung als unix-Administrator.
mein grosser Vorteil ist, daß ich es gewohnt bin Produktionsbetrieb
einzurichten


Glaube ich Dir, dass Du top bist. Aber es gibt auch Brasilinaner die Top sind und das fuer wenige Reais im Monat machen. Da haettest Du fast bessere Verdienstmoeglichkeiten als Shipper (Du bist doch Segler?).


Gruss Yens
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Beitragvon Trem Mineiro » Fr 7. Jan 2005, 20:26

Oi Gente

Ich habe nicht lange gebraucht, da hatte ich es begriffen:

In Brasilien ist der Kunde erst mal ein potenzieller Betrüger. Das hat nichts mit Ausländer Diskriminierung zu tun, das gilt in erster Linie für Einheimische, Ausländer fallen ehr zufällig darunter.

Will man ein Auto kaufen, verhandelt der Verkäufer erst dann ernsthaft über den Endpreis, wenn man beweist, dass man auch das Geld für den Kauf hat.
Zahlt man mit Check, werden selbst bei geringen Beträgen Bonitätsprüfungen durchgeführt.
Mein Firma musste eine Versicherung abschließen, die dafür grade steht, dass die Firma auch die Miete zahlt.
Beim Eintritt in den Minas-Tennis-Cub hat die halbe Stadt für mich bürgen müssen.
Ich habe bis heute bei meiner Bank einen Überziehungskredit von nur R$ 600 und ein Visa Limit in vergleichbarer Höhe. Parallel könnte ich mit meiner deutschen Visa-Karte einen Mittelklassewagen kaufen.
Wenn mein Konto nicht mehr gedeckt ist, gehen Abbuchungen über 50 R zurück und ich muss sie Aufwendig mit Strafen und Zinsen bezahlen,
Und so geht es an jeder Ecke weiter.
Irgendwie haben sich die Brasilianer ihre Kreditwürdigkeit verschissen.

Aber man muss halt die guten Seiten dagegen halten. Die freundlichen Menschen, das schöne Wetter, die grandiosen Landschaften und anderes mehr. Und solange das Positive überwiegt ist Brasilien ein Traumland.

Schönes Wochenende

Manfred
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Fr 7. Jan 2005, 20:44

ja, so sehe ich es auch.
Natürlich gibt es Dinge, die einem erstmal fürchterlich auf den Nerv gehen, aber irgendwann hat man sich daran gewöhnt und es tut immer weniger weh, oder man hat einen jeitinho gefunden, diese Probleme weitgehend zu umgehen.
Genau aus den Gründen, die Manfred genannt hat, habe ich z.B. keine brasil. Kreditkarte. Die Konditionen sind einfach lächerlich. Cheque especial habe ich auch nicht. Normalerweise zahle ich bar oder mit VISA Electron. Sollte ich mal mit Scheck zahlen und jemand will den nicht, hat er Pech gehabt, dann verkauft er eben nichts. Ich leb' nicht vom Verkauf, mir kann's egal sein. Und wenn das Restaurant meinen Scheck nicht will, gehe ich eben ohne zu zahlen. Die haben - leider - meine Schecks dann doch immer akzeptiert.

H-J
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Beitragvon adagio » Fr 7. Jan 2005, 20:47

ist eine nette Vorstellung, aber als Skip ist das Einkommen arg unregelmässig
und im Bereich Hochsee/Yachten/Personenbeförderung ist mein Erfahrungsschatz
eher begrenzt.
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Beitragvon Trem Mineiro » Fr 7. Jan 2005, 21:17

Hallo Adagio

Meine beiden letzten Postings passten irgendwie nicht ganz zu deinem Thema.
Ich sehe in Brasilien in den Kreisen wo ich mich bewege, kein Schulenproblem. Ich habe einige Bekannte, die schwul sind, ohne dass ich jemals das Gefühl hatte da wird diskriminiert. Und wer provoziert wird immer anecken.
Ich sehe ehr ein Problem bei der Arbeitssuche. Um vernünftig zu Verdienen sollte man bei einer deutschen Firma beschäftigt sein, die zahlen ein wenig besser, erwarten aber, dass man zusätzlich zu seiner Qualifikation zumindest portugiesisch spricht.
Brasilianische Arbeitgeber zahlen schlecht, auch für qualifiziertes Personal. Gutes Personal gibt es wie Sand am Meer, den fehlen nur die Jobs und die Erfahrung. Dazu haben brasilianischer Arbeitgeber einen seltsamen Führungsstil, da werden selbst Unternehmen mit dreistelligem Millionenumsatz vom Eigentümer oder dem Repräsentanten der Besitzerfamilie geführt. Dort kannst du nur was werden wenn du dessen Tochter oder Enkelin heiratest, vorher zählst du da nichts. Wenn sie aber noch nicht verheiratet ist, frage dich warum.
Selbstständigkeit ist immer eine Chance, aber man kann selber nur 24 Stunden am Tag arbeiten, will man expandieren und die Arbeit auf brasilianische Mitarbeiter verteilen, erlebt man sein blaues Wunder, ist mal wirklich einer gut, kreativ und traut sich was zu, macht der dir in 6 Monaten zum halben Preis Konkurrenz. Und von brasilianischen Preisen kannst du auf die Dauer nicht leben. Du musst ja auch an Zukunft und Alter denken.
Dazu ist es schwer eine Daueraufenthaltserlaubnis zu bekommen. Wenn da nicht das Interesse einer große Firma oder sonstige gute Beziehung dahinter steckt, geht es nur über Heirat, Kinder oder so oder man landet irgendwann in der Illegalität

Aber trotz aller Vorbehalte kann man das durchziehen, einige schaffen es immer, nur hätten die es auch in Deutschland oder in der Antarktis geschafft. In Brasilien ist nichts leichter, außer man bekommt leichter Sonnenbrand.

Viele Grüsse

Manfred
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Beitragvon adagio » Fr 7. Jan 2005, 22:05

hmmm... Antarktis - da braucht man keine Arbeitserlaubnis, oder ? ...
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Beitragvon Floriano » Fr 7. Jan 2005, 22:07

Hallo adagio,

nur ein paar Punkte:

1. Schwule/Lesben: wir haben unser Café mit nächtlichem Barbetrieb verkauft bzw. die Bar geschlossen, da die Verwaltung der Galerie (an der Av. Paulista) unseren Laden aufgrund von Kerzenlicht, Büchern, Sofa(s) und Cocktails zu "schwul" fand. Wir hatten ein Publikum, das zu vielleicht 30% tatsächlich aus Homosexuellen bestand, diese Aussage brachte die Verwaltung dann dazu, dass sie uns mitteilte, dass wenn wir nicht innerhalb von 24 Stunden(!) den Barbetrieb einstellen, sie einen Weg finden würden uns zu kündigen.
Dieses spricht nicht für die Allgemeinheit, aber zeigt doch einige Vorurteile auf, die in einigen Gesellschaftsschichten noch immer vorhanden sind (wie aber auch in D, CH, ....).

2. Mieten: wir mussten beibringen: Kopien unserer Ausweise, CPF, Hochzeitsdukumente, bei mir zusätzlich die Aufenthaltsgenehmigung, 2 Bürgen mit (zwingend) Eigentum, deren Kopien von RG, CPF, Hochzeitsdokumenten(!), zusätzlich natürlich die obligatorischen Kopien von aktuellen Rechnungen zur Adressvalidierung, und noch ein paar Sachen. Natürlich alles beglaubigte Kopien. Unsere Unterschriften im Vertrag mussten dann anschliessend natürlich auch wieder beglaubigt werden.


3. Geduld: drei Wochen warteten wir auf den Handwerker, der die Arbeiten bei uns angefangen hat (tägliche Anrufe, ...) - heute haben wir uns einen neuen Handwerker genommen und es dem "alten HW" mitgeteilt. Innerhalb von 20 Minuten war er bei uns, um zu sagen, dass das nicht geht, er würde mit dem Geld rechnen. Ich habe ihn dann hochkant rausgeschmissen (ohne einen Centavo zu bezahlen).

4. Arbeitskräfte: der Vorteil, den Du vielleicht hast, ist Zuverlässigkeit. Die Wartung der Maschinen in den Photoläden meines Schwiegervaters nimmt ein Schweizer vor, der für seinen Job kreuz und quer durch Brasilien fährt und gutes Geld damit verdient - aber er ist auch besser und vor allen Dingen zuverlässiger als andere Personen.

Ich denke, dass es aber wirklich nicht schaden kann, wenn Du (mit ein paar Sprachkenntnissen) hier Urlaub machst, die Mentalität schnupperst und anschliessend entscheidest, ob Du Dir einen längeren Aufenthalt vorstellen kannst. Auswandern hört sich toll und gar nicht so schwer an, ich gehe nach knapp vier Monaten aber teilweise auf dem Zahnfleisch. Bereut habe ich es dennoch bisher noch nicht länger als ein paar Minuten. Du wirst Geduld brauchen - ohne bist Du schnell mit den Nerven am Ende...
Solltest Du "irgendwie" einen Partner hier finden, dann ist übrigens die Aufenthaltsgenehmigung auch darüber möglich, Brasilien hat die Gesetze insoweit für homosexuelle Partnerschaften liberalisiert (ich weiss da nix weiter drüber, aber bei Kippenhan haben mal ein paar Leute was gepostet).

So, ich lasse jetzt meinen neuen Sonnenbrand eincremen ~ö~

Florian
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Beitragvon Trem Mineiro » Fr 7. Jan 2005, 22:35

Oi
Profi-Pinguine nicht, der Rest doch, wie überall auf der Welt

Gruß
Manfred
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