Orientierung nach Brasilien

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Orientierung nach Brasilien

Beitragvon adagio » Fr 7. Jan 2005, 00:06

hi allseits :)

ich bin gerade an so einem Punkt in meinem Leben wo ich denke entweder jetzt mal
ein- zwei Jahre Ausland oder es wird nix.
D.h. bin 39 Jahre alt und "betriebsbedingt" gerade nicht an eine Arbeitsstelle gebunden...
Brasilien kommt dafür in Frage, allerdings kenne ich das Land gar nicht.
Bisher denke ich die Herangehensweise ist:

- erstmal die Sprache lernen, allein schon weil über die Hälfte der Informationen so
schrecklich portugiesisch ist :)
(danke nochmal an thomas für den Tip mit http://www.icbra-berlin.de/ dieser Hinsicht)

- Ende des Jahres mal hinfahren und mir live angucken, wie es denn da so ist und ob ich mit
den Menschen dort tatsächlich klarkomme.

- nach einem Job für eine in brasilien engagierte deutsche Firma suchen. Erstens sollte man
davon leben können, zweitens können die einem einigen Stress mit Arbeitsgenehmigung,
Konto und dergleichen abnehmen.

Da ich gern segle will ich natürlich am liebsten irgendwohin wo ernstzunehmendes Wasser in
der Nähe ist. Als Zeitpunkt für den Orientierungs-Urlaub hatte ich an November 2005
gedacht. Damit habe ich ein knappes Jahr an Vorlauf um die Sprache
ohne Stress zu erlernen.
Würde mich interessieren, ob das für Leute, die das Land kennen vernünftig klingt - oder
isses zu deutsch und strukturiert gedacht ? Anmerkungen, Anregungen willkommen
(z.B. wo sucht man nach IT-Jobs in Brasilien....)
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Re: Orientierung nach Brasilien

Beitragvon yens » Fr 7. Jan 2005, 04:06

* Du solltest eine MidLife Crisis, Arbeitslosigkeit und Auswandern nicht bunt zusammenwuerfeln. Ich lese da groessere Probleme raus. Du scheinst auch ungebunden zu sein, bist Du einsam?

* Brasilien ist sicher ein Land welches fast jeden aus eine Depression (Vermutung) reisst, auch das Single Problem laesst sich dort in zwei Tagen loesen. Danach fragt man sich, warum man sich die "teuschen Walkueren" ueberhaupt jemals angetan hat.

* Du sprichts nicht portugiesisch, bist fast 40, hast in der IT gerbeitet. Ich sehe da kaum Moeglichkeiten fuer Dich. Wieviel willst Du verdienen? Du haettest es viel leichter in Australien, England oder anderen Industrielaendern. Das Problem mit der Arbeitserlaubnis ist uebrigens ueberall das gleiche.

* Ich rate Dir, mache drei Monate in dem Land Urlaub (mit einem Sprachkurs als Vorbereitung), verliebe Dich in das Land, verliebe Dich in seine Einwohner (und vor allem in seine Einwohnerinnen
:lol: ) und lerne, wie schwer es ist dort ein anstaendiges EInkommen zu verdienen. Von diesem Ausgangspunkt kannst Du dann immer noch weiter sehen.
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Beitragvon vasco » Fr 7. Jan 2005, 09:55

Hallo Adagio,

was für Qualifikationen hast du denn, in welchem Bereich warst du tätig ? IT-Branche ist ein weitreichender Begriff.

Ich kenne einige Leute, die in der IT-Branche in Brasilien arbeiten (hauptsächlich Software-Entwickler). Die Gehälter sind nicht schlecht, Leute mit aktuellen Qualifikationen (z.B. J2EE, .NET oder sehr gute Netzwerkkentnisse) werden gesucht. Allerdings wird dich niemand ohne portugiesisch-Kenntnisse einstellen, da selbst in IT-Firmen viele Leute nur gebrochen englisch sprechen und eine Kommunikation mit Kollegen und Vorgesetzten somit sehr schwierig wäre.
Wenn Du es auf eigene Faust probieren würdest hättest du natürlich noch Probleme mit Aufenthaltserlaubnis, Arbeitsgenehmigung und der Mentalität, mündliche Zusagen bedeuten z.B. nichts. Das muß man erst mal lernen.

Über deutsche Firmen nach BR zu kommen kannst du vergessen. Im Bereich Maschinenbau oder BWL ist das möglich - wenn du Erfahrung in führenden Positionen hast und dazu Land und Sprache sehr gut kennst. Deutsche Firmen suchen normalerweise keine Techniker sondern leitende Mitarbeiter für Ihre Niederlassungen in Brasilien.

In der IT-Branche sieht es da besonders schlecht aus, da es in Brasilien eigentlich genügend gut qualifizierte Informatiker gibt. Außerdem haben deutsche IT-Firmen kaum Niederlassungen in Brasilien. Der ehemalige Ostblock ist näher, die Leute sind dort hervorragend qualifiziert und die Gehälter teilweise noch niedriger als in Brasilien.

Wenn es in den letzten 5 Jahren eine gute Möglichkeit gegeben hätte als Informatiker über eine deutsche Firma langfristig nach Brasilien zu gehen, wäre ich nicht mehr in Deutschland, das kannst du mir glauben ;-)

Die dritte Möglichkeit ist sich selbständig durchzuschlagen, das geht noch am ehesten. Eine Bekannte Familie von mir ließ sich ihren Comnputer immer von einem Schweizer warten (also Software installieren, neue Hardware einbauen, Probleme beheben), der illegal in Brasilien war und sich damit durchgeschlagen hat. Für solche eigentlich relativ einfache Sachen verdient man (wenn man seine Kunden unter den wohlhabenderen Brasilianern hat) erstaunlich gut. Allerdings geht auch hier ohne portugiesisch nicht viel, denn englisch werden deine potentiellen Kunden normalerweise auch nicht ausreichend sprechen.
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Beitragvon patecuco » Fr 7. Jan 2005, 13:40

@Adagio

Deine Erzaehlung klingt mir auch etwas traeumerisch, will aber nicht heissen, dass man diesen Traum deshalb nicht verwirklichen kann.

Ich habe mich aus aehnlichem Anlass fuer Brasilien interessiert.

1. hatte ich irgendwann die Schnauze voll in einem Irrenhaus zu arbeiten und habe gekuendigt, also auch " betriebsbedingt an keine Arbeitstelle gebunden".

2. nach 8 Jahren in der gleichen Firma fand ich einfach, dass ich mich fuer soviel Rackerei jetzt mit einem 6monatigen Urlaub belohnen muesste.

3. hatte ich gerade eine (harmlose) Scheidung hinter mir und wollte mal meine neugewonnene Freiheit geniessen.

4. die Entscheidung zwischen Indien oder Brasilien, fiel dann zugunsten BR aus.

Meine Vorgehensweise:
1. portugiesisch gelernt (konnte schon spanisch, fiel mir also leicht)
2. Finanzplan erstellt, wie lange ich ohne job leben kann, mit normalen Ausgaben in D und in BR
3. Kontakt zu Brasilianern in D gesucht, bei denen ich am Anfang in BR wohnen konnte, da mir die Traveller Absteigen nicht zusagen.
4. Da ich per Mopped reisen wollte, notwendige Ausruestung zusammengestellt.

Ich wollte gar nicht auswandern, sondern nur ne schoene Zeit haben, doch dann kam alles knall auf fall

a) 2 Wochen nach dem letzten Arbeitstag in D war ich in Rio
b) In Salvador eine huebsche Morena kennengelernt,
c) einen Monat bei ihr gelebt (in AJU)
d) sie kuendigt den Job und zieht zu mir nach Rio.
e) Irgendwann war mein Rueckflugtermin da, also fuer sie ein Ticket nach D gekauft.
f) in Daenemark geheiratet
g) unsere Tochter kam zur Welt (in D)

zwischen a) und g) vergingen exakt 12 Monate + 1 Tag.

Da ich frueher schon viel im Ausland gelebt hatte, bin ich nicht so blauaeugig und versuche einfach irgenwie einen job in BR zu finden, sondern mache wie frueher meine Projekte im Ausland (z.Z. in Cabo Verde) und lebe zwischen den Jobs in D oder BR. Finanziell ist mir das lieber und auch die Abwechslung ist angenehm. BR ist so billig, dass man dort super leben kann, wenn man Euro verdient. Umgekehrt ist das leider nicht der Fall, d.h. mit R$-Einkommen wirst du nicht jedes Jahr einen Europaurlaub machen koennen.

Mein Traumland war auch mal Australien, als ich 1986 fuer 6 Monate dort war. Fuer europaeische Ansprueche sicher einfacher um dort zu leben und zu arbeiten. Vielleicht wuerde ich heute dort leben, wenn ich meine Urlaubsplaene anders gestaltet haette.

Du solltest dir also schon einmal ueberlegen was Du in BR ueberhaupt willst. Urlaub machen? Ne Frau kennenlernen (kann man ueberall auf der Welt, natuerlich auch in BR) ? Arbeit suchen ? Auswandern ?


Du solltest eine Antwort auf solche Fragen haben, bevor Du weitere Schritte unternimmst. Natuerlich kann man sich das alles in einem Urlaub in BR gruendlich ueberlegen und erst mal abwarten. Ich habe schon viele gestrandete Deutsche,Franzosen,Italiener im Ausland getroffen. Die hatten vielleicht auch einen Traum, doch konnten sie ihn nicht verwirklichen. Gruende gibts sicher viele, Rezepte noch mehr. Realistisch bleiben verhindert evtl. Schaden.

So einfach nen Job in BR finden wirst Du nicht. Ein Freund von mir arbeitet in D in der EDV und wird manchmal nach São Paolo geschickt, meistens aber nach USA. Er ist schon 10 Jahre in dieser Firma. Die Neulinge dort wuerden da auch gerne mal hin, doch schickt die Firma lieber einen den sie schon kennen. Das zum Thema schnell nen Job in BR finden.
So einfach nen Job in BR finden wirst Du nicht. Ein Freund von mir arbeitet in D in der EDV und wird manchmal nach São Paolo geschickt, meistens aber nach USA. Er ist aber schon 10 Jahre in dieser Firma. Die Neulinge dort wuerden da auch gerne mal hin, doch schickt die Firma lieber einen den sie schon kennen. Das zum Thema schnell nen Job in BR finden.


@ Yens

kennst Du http://www.fredoneverything.net ? Find ich interessant, wie ein in Mexico lebender Ami die USA sieht.
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Beitragvon Careca » Fr 7. Jan 2005, 14:02

Ich lernte mal vor viert Jahren nen Deutsche-Bank-Banker ("Was? Sie kennen Brasilien? So eine Fachkraft bräuchten wir jetzt." :( ) auf einer Messe kennen.
Er hatte mir erklärt, dass zwar deutsche Firmen immer wieder gerne eigene Leute für ein Projekt auf Zeit (für zwei, drei Jahre) nach Brasilien schicken, dass dies aber intern mit einer Abschreibung der Person passiert.
Die Erfahrungen - so der Banker - sind meistzeit so, dass die Emittierten nach den zwei, drei Jahren einfach nicht mehr zurückkommen (wollen) und dann dort bleiben :lol:. Die meisten haben dort geheiratet und/oder die Firma gewechselt (nicht selten durch Abwerbung).
Längere Zeiträume als jene zwei, drei Jahre würden von Firmen selten angeboten, da dann die Firmen auch für die Re-sozialisierung in Deutschland zuständig sein müssten und das wäre in den meisten Fällen nicht gerade unkompliziert (auch in Hinblick auf Mitarbeiterzufriedenheit und den Mentalitätsunterschieden zwischen Deutschland und Brasilien).

In einer Firma anzufangen, die Niederlassungen in Brasilien hat, ist immer ein guter Anfang. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass man dadurch erheblich bessere Chancen hätte, nach Brasilien zu gelangen. Denn erstmal muss sich das Personalbüro überhaupt erinnern, dass du "Brasilienspezialist" bist und zweitens wollen dann mindestens immer ein paar andere ebenfalls den Job haben. Nicht weil die Brasilien besser kennen würden, nein, sondern weil diese schön länger in der Firma sind und somit eine Art Anrecht auf solche Jobs gelten machen und entsprechende Strippen ziehen.
"Vitamin B" ist auch in solchen Lagen genauso wichtig wie "Tue gutes und rede darüber" auch gegenüber zentralen Personen einer Firma.
Abraços
Careca

"No risc, no fun!
MfG Microsoft"
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Auswandern oder Umziehen...

Beitragvon seitenwandkletterer » Fr 7. Jan 2005, 16:03

Da man heute nichts mehr geschenkt bekommt, muss man sich relativ sicher über die Schritte sein, die man wegen seiner persönlichen und beruflichen Zukunft unternimmt. Meistens gehört auch noch immer eine Frau dazu und die muss(!!) vollkommen mit Deinen Plänen einverstanden sein.
Mich würde zuerst interessieren, warum Du Dich ausgerechnet für Brasilien entschieden hast?
Da ich mit einer Brasilianerin verheiratet bin, habe ich zwangsläufig eine andere Sicht auf die Dinge.
Bevor ich vor Jahren das erste Mal dorthin gefahren bin, war Brasilien für mich ein tropisches Land, dessen Fussbalspieler zu den besten der Welt gehören. Ausserdem hat Sting dort mal ´ne Pressekonferenz mit Indios gemacht und ein Lied seiner "Nada como el sol"-CD in portugiesisch aufgenommen. Weiterhin kannte ich den Karneval in Rio und ich wusste dass es den Amazonas gibt. Dann war mir bewusst, dass Portugiesisch die Landessprache ist. Also alles in allem habe ich nicht viel über Brasilien gewusst.
Ich war jetzt mehr als 10mal dort und kenne immernoch nicht einmal 10% des Landes, eher sogar weniger.
Also nochmal: Warum gerade Brasilien?

Meine Motivation: Dort findet meine Frau auch eine Stelle, die sie hier aus regulatorischen(Stichwort Approbation) Gründen nicht bekommt. Dort drüben habe ich gute Kontakte in meiner Branche (Chemie-Pharma-Biotech). Dort drüben habe ich schon eine Zusage an einer Uni. Und dann noch ein Grund: In Sao Paulo wohnen wir rein zeitlich gesehen ungefähr auf der Hälfte des Weges zwischen unseren beiden Familien.... :-)

...SWK!

...to be continued....
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Fr 7. Jan 2005, 16:31

Hallo,

also ich sehe das ähnlich wie swk. Einfach mal so aus einer Laune heraus nach Brasilien oder sonst wohin zu gehen, um dort zu leben, hat meiner Meinung nach wenig Aussichten auf Erfolg.
Ich war 1988 das erste Mal in Brasilien und dies jedes Jahr bis 1992 als Kurzzeitdozent des DAAD jeweil 1 -3 Monate. Dann hatte ich eine Langzeitdozentur von 1993-1996 und habe mich dann 1997 um eine Stelle an einer Uni beworben. Ich hatte also etwa 10 Jahre Kontakte zu Brasilien, mittlerweile war ich mit einer Brasilianerin verheiratet und hatte schon einmal 3 Jahre in Brasilien gelebt, damals allerdings noch nicht mit der Idee nach Brasilien auszuwandern. Die Verdienstmöglichkeiten sind an einer Uni so schlecht nicht (sagt das bitte dem Lula nicht weiter, sonst dauerts wieder ewig bis zur nächsten Gehaltserhöhung und es muß wieder gestreikt werde. Das hasse ich!) Ob man mit entsprechender Ausbildung in der freien Wirtschaft oder als Selbständiger gleich Dasselbe verdient, bezweifle ich.
Wenn man Brasilien nicht kennt, was ja im Fall von adagio so zu sein scheint, sind gewisse Dinge aller Erfahrung nach doch zumindest gewöhnungsbedürftig. Ich nenne mal folgende Beispiele: Bankgeschäfte, Straßenverkehr, Mieten einer Wohnung, Fragen der Sicherheit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Sauberkeit, ... Wie sehr einen diese Dinge ggf. stören oder wie problemlos man sich mit den Unterschieden arrangieren kann, hängt wohl von jedem Einzelnen und den spezifischen Umständen ab. Deshalb ist mein Tipp zunächst einmal ausgiebig Brasilien zu bereisen und sich während einer Urlaubsreise ggf. auch um eine mögliche zukünftige Arbeitsstelle zu bemühen. Möglicherweise tritt dann recht schnell eine gewisse Ernüchterung und realistischere Einschätzung der Möglichkeiten ein.
Zur Wahl Brasiliens hätte ich dann noch eine Frage, die sich adagio ggf. stellen könnte: Warum gerade Lateinamerika und dort gerade Brasilien? Warum nicht z.B. Chile, Uruguay, Venezuela?

Gruß

H-J
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Beitragvon Bagi » Fr 7. Jan 2005, 16:55

Meine Erfahrung zum Thema Arbeitsgenehmigung:

Eine Arbeitsgenehmigung in Brasilien zu bekommen tendiert für einen Ausländer gegen Null.

Wie die meisten schon wissen, muss der Arbeitgeber begründen weshalb die Position nicht von einem Brasilianer besetzt werden kann. Erklärungen wie z.B. er spricht sehr gut deutsch und englisch, er kennt sich gut aus in bla bla bla, usw. sind sinnlos.

Wir haben ein paar Expats hier in unserer Niederlassung. Alle hatten aber schon vorher langjährige Erfahrung in der Firma in Deutschland. Sie haben also wirklich das Insider-Wissen, welches ein Brasilianer nicht nachweisen könnte. Gleichzeit müssen wir für jeden Expat den wir haben noch einen Brasilianer einstellen, der sich die Kenntnisse unserer Experten aneignen sollte. Dieses ist natürlich reine Theorie und funktioniert nicht. Aber so wird es gefordert.

Eine Arbeitsgenehmigung bekommt man:
- wenn man mit einer Brasilianer/in verheiratet ist
- wenn man in Brasilien investiert
- von der deutschen Firma als Spezialist nach Brasilien entsandt wird
- man hat tatsächlich eine Qualifikation, welche der bras. Abreitmarkt nicht abdecken. kann (da fällt mir momentan aber nichts ein. Auch nicht die IT- Branche)
- wer in der Forschung/Wissenschaft arbeitet
- wer über einen Austauschdienst (z.B. DAAD) vermittelt wird.

Habe ich etwas vergessen??


Wäre ich an Adagios Stelle, würde ich trotzdem einfach mal nach Brasilien kommen. Nur um sich selbst mal einen Überblick zu schaffen. Wer sagt denn, dass sich doch nicht irgendwo ein Türchen öffnet. Meistens kommt es nämlich doch anders als man sich denkt …
Bis dann
Bagi
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Beitragvon adagio » Fr 7. Jan 2005, 18:18

hiho,
zuerstmal dankeschön für die rege Beteiligung an alle :)
Viele Beiträge enthalten Vorschläge in der Form "frag dich doch mal ob ..."
Na das mach ich doch jetzt mal in ungefährer Reihenfolge der Beiträge.

Von meinem Empfinden her: Midlife ja, Crisis nö :)
Arbeitslosigkeit ja, wäre aber auch kein echtes Problem, zügig einen neuen Job in D
an Land zu ziehen, allerdings müsste ich dazu vermutlich Richtung München umziehen.
In sofern isses eher die gute Gelegenheit, Nägel mit Köpfen zu machen - Wenn ich
schon meine Zelte abbreche, warum dann nicht mal ein- zwei Jahre Ausland - allerdings
nur in einer Form in der ich auch eine Perspektive sehe, deswegen stelle ich ja all die
naiven Fragen hier im Forum ;) Auswandern ist in dem Zusammenhang auch nur
eine Option, die voraussetzt daß ich mich in dem Land auch wohlfühle.
Vielleicht hatte ich es im ersten Beitrag nicht deutlich genug geschrieben, ich denke
an die Abfolge
Sprache lernen - Orientierungs-Urlaub - vielleicht ein Jahr dableiben und arbeiten - über Auswanderung entscheiden.

Ja, ich bin solo, allerdings suche ich keine Frau. Damit kommen wir direkt zu einem
Auswahlkriterium für das Ziel-Land: Alle Länder, in denen die Gleichung
schwul = böse gilt fallen aus wegen issnich.
Meiner Erfahrung nach haben Partnerschaften nur dann eine Chance, wenn beide
Partner in etwa auf gleicher Augenhöhe agieren können - nichts schlimmer als
Verstickungen in wechselseitige Abhängigkeiten. Insofern hätte ich schwere Bedenken
hinsichtlich einer Zwei-Tage-Single-"Problemlösung". Zumal ich mir auch mit knapp 40
nicht sicher bin, ob nun Single oder Beziehung das grössere Problem ist (leises Lächeln)

* sag mal yens, wie schaffst du das eigentlich in zwei Zeilen sieben Fragen zu stellen ? (grins) *

"Qualifikation": Ich habe 20 Jahre Erfahrung als unix-Administrator.
mein grosser Vorteil ist, daß ich es gewohnt bin Produktionsbetrieb einzurichten
und zu führen. Im Rahmen dieser Zeit bekommt man zwangsläufig ein ziemlich
breitbandiges Wissen - ob es nun Datenbanken, Dokumentenmanagement, WEB-Server oder
Rufnummern-Portierungssysteme sind, ich bin es gewohnt sie einzurichten und
die notwendigen Support-Programme dazu zu schreiben.
In Kurzform: gib mir einen unix-Server und in drei Tagen sind wir Freunde.

Die Vorstellung nach BR zu gehen ist sicherlich eine Idee / ein Traum / eine Laune,
aber ich bin nun mal im Moment in der glücklichen Lage, selber entscheiden zu können,
was ich denn nun als nächstes anstellen möchte. Wenn ich das nicht nach meiner
Nase entscheiden soll, wonach dann ?
Eine Überlegung, die mitspielt ist allerdings die Bevölkerungsstruktur in D und eigentlich
in ganz Europa. Mit Baujahr 66 rechne ich eigentlich damit, daß es zwischen meiner
Rente und der Sozialhilfe keinen grossen Unterschied geben wird. Da Deutschland sich
konswquent unfähig anstellt, was das Ergänzen der jüngeren Generation durch Einwanderer
angeht (wir schaffen es ja nichtmal, den eigenen Nachwuchs anständig einzubinden) könnte
es sinnvoll sein, sich eine Alternative aufzubauen bevor es hier richtig scheppert.

"bleib realistisch" - mein Sternzeichen ist Zitrone, Aszendent Erbsenzähler,
na klar, die ganze Geschichte läuft nur, wenn ich eine Möglichkeit finde, meinen
Lebensunterhalt dort zu sichern. Ansonsten wird es eben ein 3-monatiger interessanter
Urlaub der Coleur "Winter adee" :)

"Warum ausgerechnet Brasilien?" - naja, wenn schon anders dann richtig - also das
Exotik-Argument. Ausserdem muss man da seine Segel-Jolle für ein Jahr in die Garage
stellen weil der See zuzufrieren droht - nehme ich an ;)
Dann gibt es da noch "schwache Kontakte", d.h. die Schwester eines guten Freundes
ist mit einem Brasilianer verheiratet, lebt aber in D (Ferienhaus in BR).
Bedeutet für mich daß ich, wenn ich hingehe erstmal irgenwen als Ansprechpartner habe.
Der Familie kann man natürlich nicht ohne Ende auf die Ketten gehen, aber so als
Notanker und Orientierungshilfe isses schon mehr als in vielen anderen Ländern.

Hans-Joachim, was meinst du mit "MIeten einer Wohnung ist anders" ? Zu den anderen
Themen hatte ich schon Hinweise in den diversen Foren gefunden.
Ansonsten denke ich, man muss das ausprobieren, wie weit man mit den Gepflogenheiten
des Landes klarkommt - ich grusel mich nach den Artikeln schon jetzt vor dem Thema Elektrik.

Tja, nach dem was Bagi schreibt ist Brasilien eigentlich fast schonwieder aus der Auswahl
draussen. Wenn man da nicht arbeiten darf kann man da auch nicht leben und als reines
Urlaubsland sind die Flugkosten doch ein bissl teuer....

*adagio versinkt in stille Meditation'
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Beitragvon Hans-Joachim Menzel » Fr 7. Jan 2005, 18:44

hallo adagio,

das ganze drum und drann, bis du endlich die Wohnung bekommst ist einfach nur Sch...

Du gehst also, meistens jedefalls, zu einem Marklerbüro (Vorteil Brasiliens: Du zahlst keine Vermittlungsgebühr), suchst dir eine Wohnung aus und bewirbst dich. So weit, so gut.

Dann fängt der Streß an: Verdienstnachweis, Nachweis des Bankontos (dazu finden sich in diesem Forum interessante Geschichten), Beibringen von 2 Bürgen, möglichst mit Immobilienbesitz, die Bürgen müssen eigentlich auch die gleichen Dokumente beischleppen, wenn sie verheiratet sind, eine Kopie der Heiratsurkunde ... Man hat den Eindruck, die wollen alle Dokumente, die dir jemals in deinem leben in die Hände gefallen sind, auf denen dein Name steht.
Hast du dann endlich die Wohnung, müssen alle Unterschriften auf dem Mietvertrag notariell beglaubigt werden. Und eines gibt es in Brasilien nicht: Mal schnell was erledigen. Dazu benötigt man Zeit.
Grundsätzlich habe ich immer das gefühl als (potentieller) Mieter behandelt zu werden, als jemand, der erstmal nachweisen muß, daß er den Besitzer der Wohnung nicht übers Ohr hauen will.

Das war auch eher als eigene Erfahrung gemeint. Ich bin eben sehr sensibel, wenn es um Behördengänge u. Ä. geht und man das Gefühl hat, als unehrlicher Mensch angesehen zu werden.

Dennoch, ich hab's auch überlebt und bin gerne in Brasilien. jedes Land ist verschieden und was man als Vorteil oder angenehm wahrnimmt erkauft man sich meist mit einem nicht ganz so angenehmen Aspekt der Sache.

Gruß

H-J
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