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Fussball-WM 2006 Meldung vom 29.05.2006, 12:29 Uhr
Parreira besorgt: «Kein Titel mit 4-2-4-Taktik»
Weggis (dpa) - Brasiliens Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira befürchtet, dass seine Offensivkünstler bei der Fußball- Weltmeisterschaft ins offene Messer laufen und hat seine Mannschaft zu Abwehraufgaben verdonnert.
«Keine Mannschaft kann den Titel mit einer 4-2-4-Taktik gewinnen», warnte der 63-Jährige im Trainingslager der «Seleção» in Weggis/Schweiz in Anspielung auf das «magische Quartett» mit Ronaldinho, Ronaldo, Kaká und Adriano.
In einem Trainingsspiel in Weggis gegen die Jugend von Fluminense wirbelten die Brasilianer und gewannen 13:1, Robinho glänzte als erfolgreichster Torschütze (4). Doch vor dem ersten ernsthaften Test am 30. Mai in Basel gegen eine Auswahl des FC Luzern pfiff Parreira seine angriffslustigen Spieler zurück. Damit der Offensivstil bei der WM erfolgreich sei, dürfe die Defensive nicht vernachlässigt werden. «Die Schwierigkeit ist, ihnen das Spiel ohne Ball beizubringen. Wenn sie den Ball am Fuß haben, muss man ihnen nichts mehr erklären» sagte Parreira über seine Spieler und forderte noch deutlich mehr Deckungsarbeit.
Dies gelte auch für die Offensivabteilung um Ronaldinho: «Wir können uns nicht erlauben, dass die vier bei Ballverlust vorne bleiben.» Die Routiniers Roberto Carlos und Cafú auf den Außenbahnen erhielten ebenfalls klare Anweisungen, «keine Verrücktheiten» zu riskieren und nicht auf einmal nach vorne zu rennen.
Nachdem die Mannschaft seit sieben Monaten nicht mehr zusammen war, sieht Parreira auch noch taktischen Nachholbedarf. «Der große Unterschied ist, dass diese WM in Europa stattfindet und die Europäer hier zu Hause sind», warnte der Weltmeister-Coach von 1994. «Das wird eine WM mit einem intensiven Rhythmus, mit viel Geschwindigkeit. Zudem sind alle gegen Brasilien, darauf müssen wir vorbereitet sein.»
Dass die Vorbereitung des fünfmaligen Weltmeisters am Vierwaldstättersee bisher reibungslos läuft und es keine Verletzten zu beklagen gibt, macht inzwischen einigen sogar Sorgen. «Alles läuft außergewöhnlich gut. Jedes Mal, wenn wir den WM-Titel gewonnen haben, gab es Probleme zu überwinden, aber heute gibt es kein einziges», sagte Tostão, der Weltmeister von 1970, der dpa: «Alles ist perfekt. Zu perfekt.»
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Gruss brasilmen Thomas
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