Brasilien bestürzt über Entscheidung zu Todesschüssen
Keine Anklage gegen Londoner Polizisten
Brasilien hat mit Bestürzung auf die Entscheidung der britischen Justiz reagiert, im Fall der tödlichen Schüsse auf einen unschuldigen Brasilianer nach den Terroranschlägen in London 2005 keine Anklage gegen die beiden Polizisten zu erheben. Eine Bestrafung sei damit unmöglich, erklärte das brasilianische Außenministerium und kündigte an, das Urteil genau zu prüfen.
18.07.2006
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Auch ein Cousin des von den Polizisten erschossenen Jean Charles De Menezes reagierte entsetzt. "Das ist völlig unglaublich. Es wird jemand erschossen und sie sagen, es war ein Fehler", erklärte Alex Pereira. Auch er kündigte weitere rechtliche Schritte an.
Zitat
Das ist völlig unglaublich. Es wird jemand erschossen und sie sagen, es war ein Fehler
Alex Pereira, Cousin des Opfers"Tragischer Irrtum"
De Menezes war im Juli 2005 zwei Wochen nach den Londoner Terroranschlägen von Polizisten erschossen worden, die ihn für einen Attentäter hielten. Die beiden Beamten schossen ihm dabei sieben Mal in den Kopf. Die Polizeiführung hat den Einsatz als tragischen Irrtum bezeichnet und sich dafür entschuldigt.
Die Abteilung der Londoner Polizei, in der die beiden tätig sind, soll wegen Verletzung der Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen belangt werden, wie Kronanwalt Stephen O'Doherty am Montag in London erklärte. O'Doherty räumte ein, dass einer Reihe von Personen bei dem Einsatz Planungs- und Kommunikationsfehler unterlaufen seien. Und diese Fehlerhäufung habe zu dem tragischen Tod des Brasilianers geführt. Es sei aber nicht realistisch, irgend eine einzelne Person dafür zu verurteilen.
Mit Material von AP,
http://www.zdf.de