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Popstars entdecken Brasilien
Erstarkte Währung macht Konzert-Tickets für viele Fans erstmals erschwinglich
Rio de Janeiro - Dieses Jahr werden internationale Popstars wie Pearl Jam und Tony Bennet erstmals live in Brasilien zu sehen sein. Auch Iggy Pop, Donna Summer, Carlos Santana, Chick Corea und Bob Dylan wollen kommen. Das große Star-Aufgebot, das in den nächsten Monaten in Brasilien auftreten wird, ist ein sichtbares Zeichen für die bessere Verfassung von Wirtschaft und Währung in Brasilien. Die Landeswährung, der Real, hat in den letzten zwölf Monaten 26 Prozent gegenüber dem US-Dollar gewonnen.
Damit werden auch die Tickets für die Pop-Konzerte erschwinglich. Erstmals werden brasilianische Pearl Jam-Fans die Band aus Seattle im November live sehen können. Für ein Ticket zahlen sie zwischen 60 Real (26,28 Dollar oder 21,94 Euro) in Rio de Janeiro und 160 Real (70 Dollar oder 58,51 Euro) in Sao Paolo. Vor sieben Jahren dankte U2-Sänger Bono bei einem Konzert in Sao Paulo den Fans dafür, "so viel Geld für ihre Tickets bezahlt" zu haben - damals entsprachen die 200 Real für ein Ticket 180 US-Dollar (150 Euro).
"Zweifellos ist der Kurs in diesem Jahr sehr vorteilhaft und trägt dazu bei, große Namen anzuziehen", sagt William Crunfli, Direktor bei Mondo Entretenimento, der 2005 George Benson und The White Stripes nach Brasilien brachte. Durch den starken Real gibt es in diesem Jahr so viele Konzerte mit Topstars wie seit fast zehn Jahren nicht mehr, sagt Bazinho Ferraz von der Konzertagentur B\Ferraz Full Promotion in Sao Paulo. Die Gagen für die Künstler, die den Hauptteil der Kosten ausmachen, fallen in diesem Jahr in lokaler Währung um fast 20 Prozent geringer aus, dadurch sei es leichter, Konzerthallen zu füllen.
Nachdem am 26. Oktober der Vorverkauf für Pearl Jam begonnen hatte, wurden in den ersten vier Stunden bereits 10 000 Tickets verkauft, berichtet der Tourveranstalter CIE Brasil. Für die fünf Konzerte von Pearl Jam hat der Veranstalter CIE Brasil 160 000 Tickets in den Verkauf gegeben.
Für Brasilien endet damit eine jahrelange Durststrecke. In den letzten Jahren waren immer weniger internationale Künstler zu Gast. Auch das legendäre Festival "Rock in Rio", das erstmals 1985 stattfand, wurde 2001 nach Lissabon verlagert.
Seit Jahresbeginn hat der Real 17 Prozent zugelegt, damit entwickelte er sich unter den 60 führenden Währungen gegenüber dem US-Dollar am besten. Die brasilianische Volkswirtschaft ist 2005 auf 683,5 Mrd. Dollar gewachsen. Damit hat Brasilien zum ersten Mal seit 2001 Mexiko als größte Volkswirtschaft in Lateinamerika abgehängt.
Der starke Real ist auf die hohen Preise zurückzuführen, die Brasilien mit den Rohstoffexporten erzielt, vor allem bei Eisenerz und Sojabohnen. Außerdem lockten höhere Anleiherenditen im Vergleich zu den Vereinigten Staaten ausländische Investments ins Land. Bloomberg
Artikel erschienen am Di, 1. November 2005
Die Welt
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tinto
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