Preisvergleich Deutschland/Brasilien

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Preisvergleich Deutschland/Brasilien

Beitragvon BrasilJaneiro » Di 7. Apr 2009, 16:28

Habe mir mal die Muehe gemacht, nachdem ich im Shopping 25 de março eine Casio 8.1 Digitalcamera gekauft habe einen Preisvergleich zu starten.
Die Strasse 25 de março gilt als allgemein sehr guenstig wegen den vielen Faelschungen aber auch wegen der vielen Schmuggelware.
Die Digitalcamera wird fuer 340 R$ angeboten. Nach zaehen Verhandlungen habe ich sie fuer 250 R$ gekauft.
Eine Digitalcamera bei Kodak oder sonstigen Elektrogeschaeften ist fuer unter 500 R$ kaum zu bekommen und mit weniger Pixel und Leistung.
In Deutschland wird die gleich Kamera bei billiger.de fuer ca. 89 bis 110 Euro angeboten. Gehe ich vom deutschen Preis aus, dann habe ich eigentlich die Kamera zu einem normalen wohl weltweiten Preis erworben. Also sind brasilianische Elektrogeschaefte, Hypermercados etc. die groessten Halsabschneider in Brasilien.
Aber auch die H-Milch kostet mich hier 1,75 R$. Teurer als bei Aldi und Co.!
Vielleicht koennen wir diesen Thread dafuer nutzen, allgemeine Preisvergleiche mitzuteilen, um Neulinge in Brasilien oder unerfahrene Urlauber/Auswanderer/Arbeitstaetige Deutsche in Brasilien ein wenig ueber die Preisunterschiede zu informieren.
Immer schoen mit konkreten Beispielen. Danke.
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Re: Preisvergleich Deutschland/Brasilien

Beitragvon Hebinho » Di 7. Apr 2009, 16:54

Das liegt ganz einfach an dem unwahrscheinlich komplexen Besteuerungsverfahren in Brasilien!
Bei der ofiziell imporierten Kamera kommen dann auch noch die Einfuhrzoelle dazu.
Erst vor ein paar Wochen war in den Nachrichten das Beispiel mit der Milch, und da ist ueber 30% des Verkaufspreises nur Steueranteil.
Brasilien ist ja auch eines der wenigen Laender, die Steuern auf Steuern erheben, die wiederum auf Steuern erhoben werden usw.

Ergaenzung:
Beispiele: "...As bebidas carregam pesada carga de impostos, que representam 47% do preço de uma lata de refrigerante; 37,8% do suco; 56% da cerveja; e 83% da cachaça. ..."

aus http://mundialnet.org/impostos_abusivos.php
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Re: Preisvergleich Deutschland/Brasilien

Beitragvon cabof » Mi 8. Apr 2009, 07:05

weiß jemand ob die Steuer gleich ab Fabrik/Hersteller erhoben wird? Könnte mir vorstellen, daß der Fiskus
das so einrichtet, denn wenn die Waren auf dem Markt sind ist wohl nichts mehr zu versteuern, ich denke
da an die kleinen Quitandas, Camelos, Strandverkäufer....

Ich habe in den letzten Jahren nur den Elektronic-Markt, Computer, beobachtet. M.E. ist der Markt ziemlich
hinterherhinkend, schwache, alte Componenten zu einem teuren Preis, man sah noch 15" Monitore, da
waren die in DE schon verschwunden. Günstig empfand ich allerdings die DVD Player, in etwa so wie hier.

Anmerkung: bei den absurden Steuersätzen muß die Kasse ja überlaufen... und wieviel fließt zurück? Ich
wundere mich nur immer wieder über die Kreditzinsen.... Brasilien = Bankenparadies.
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Re: Preisvergleich Deutschland/Brasilien

Beitragvon Jacare » Mi 8. Apr 2009, 10:28

1,75 Real für 1 Liter Milch ? Wahnsinn ! Kenne einen brasilianischen Immo-Makler, der seinen Angestellten auf der Chacara eines Auslandskunden mit dem Milchverdienst nur einer Kuh bezahlt. Sind im Monat so 300 Real an Milch die die Kuh für ihn abwirft. Hehe, das Gras wächst schön von alleine. :mrgreen:

Gruss
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Re: Preisvergleich Deutschland/Brasilien

Beitragvon Hebinho » Mi 8. Apr 2009, 12:04

@cabof:
Keine Angst, was die camelôs "auf den Markt bringen", ist in den seltesten Faellen aus brasilianischer Produktion. Das meiste davon wird ueber die gruene Grenze aus Paraguay "importiert" oder - bei CDs, DVDs - stammt aus dunklen inlaendischen Quellen.
Selbst in der beruehmten "25 de março" in São Paulo wird bei Razzien immer wieder massenweise Schwarzimport beschlagnahmt. Einiges davon kommt ab und zu "legal" nach Brasilien, allerdings ueber solche Firmen, wie die des Chinesen, der dieses Jahr wieder einsitzen durfte, weil er containerweise Billigwaren am Fiskus vorbei "importierte".

Dass das System komplex und fuer den normalen Brasilianer unverstaendlich ist, liegt auf der Hand. Andererseits versucht ja beispielsweise sogar das Finanzministerium schon in den Schulen verstaendlich zu machen, wie es funktioniert:
http://leaozinho.receita.fazenda.gov.br/biblioteca/estudantes/Textos/CalcTribCadeiaProd.htm
Witzig hier ja auch, dass der "Fiskus" im Volksmund "Leão" heisst und die Website "leaozinho" genannt wird.

Links oben im Menue (Escola) beginnt der "hochoffizielle Kennenlernkurs fuer zukuenftige Steuerzahler"!
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Re: Preisvergleich Deutschland/Brasilien

Beitragvon cabof » Mi 8. Apr 2009, 14:19

Dieser brasil. Löwe gehört zu den wenigen Tieren auf der Welt die auch Handwerkszeug benutzen....

PENTE FINO - damit kratzt man auch den letzten Centavo aus der sonst leeren Tasche.
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Re: Preisvergleich Deutschland/Brasilien

Beitragvon dimaew » Mi 8. Apr 2009, 15:21

"Ab Werk" werden auf die Waren im GRundsatz folgende "Impostos" aufgeschlagen:

IPI, ICMS, CSLL, PIS, COFINS und natürlich die Ertragssteuer, die der Hersteller zu entrichten hat.

Nicht alle diese Steuern werden auf alle Waren aufgeschlagen. Alle Steuern werden auf verschiedene Warengruppen in unterschiedlicher Höhe aufgeschlagen. Die Bezugsgrößen für die verschiedenen Steuern sind unterschiedlich, mal Umsatz, mal Verkaufspreis, mal (Gesamt-)Einnahmen.

Alle Unklarheiten beseitigt? Ich denke, das war die Absicht des Steuergesetzgebers.
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Re: Preisvergleich Deutschland/Brasilien

Beitragvon Tuxaua » Mi 8. Apr 2009, 16:53

dimaew hat geschrieben:Alle Unklarheiten beseitigt?
Nicht ganz. Zum perfekten Abschluss gehört noch, dass einzelne Steuern in Abhängigkeit vom Bundesstaat unterschiedlich hoch sind.
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Re: Preisvergleich Deutschland/Brasilien

Beitragvon BrasilJaneiro » Mi 8. Apr 2009, 17:14

cabof hat geschrieben:weiß jemand ob die Steuer gleich ab Fabrik/Hersteller erhoben wird? Könnte mir vorstellen, daß der Fiskus
das so einrichtet, denn wenn die Waren auf dem Markt sind ist wohl nichts mehr zu versteuern, ich denke
da an die kleinen Quitandas, Camelos, Strandverkäufer....

Ich habe in den letzten Jahren nur den Elektronic-Markt, Computer, beobachtet. M.E. ist der Markt ziemlich
hinterherhinkend, schwache, alte Componenten zu einem teuren Preis, man sah noch 15" Monitore, da
waren die in DE schon verschwunden. Günstig empfand ich allerdings die DVD Player, in etwa so wie hier.

Anmerkung: bei den absurden Steuersätzen muß die Kasse ja überlaufen... und wieviel fließt zurück? Ich
wundere mich nur immer wieder über die Kreditzinsen.... Brasilien = Bankenparadies.


Auch die alten Fernseher, die eigentlich niemand mehr will, es sei denn die Brieftasche ist aus Zwiebelleder, kosten hier noch ueber 400 Euro. Hab dies letztes jahr bei Saturn mal fuer 79 Euro gesehen.
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Re: Preisvergleich Deutschland/Brasilien

Beitragvon BrasilJaneiro » Mi 8. Apr 2009, 17:23

Admin hat geschrieben:@cabof:
Keine Angst, was die camelôs "auf den Markt bringen", ist in den seltesten Faellen aus brasilianischer Produktion. Das meiste davon wird ueber die gruene Grenze aus Paraguay "importiert" oder - bei CDs, DVDs - stammt aus dunklen inlaendischen Quellen.
Selbst in der beruehmten "25 de março" in São Paulo wird bei Razzien immer wieder massenweise Schwarzimport beschlagnahmt. Einiges davon kommt ab und zu "legal" nach Brasilien, allerdings ueber solche Firmen, wie die des Chinesen, der dieses Jahr wieder einsitzen durfte, weil er containerweise Billigwaren am Fiskus vorbei "importierte".

Dass das System komplex und fuer den normalen Brasilianer unverstaendlich ist, liegt auf der Hand. Andererseits versucht ja beispielsweise sogar das Finanzministerium schon in den Schulen verstaendlich zu machen, wie es funktioniert:
http://leaozinho.receita.fazenda.gov.br/biblioteca/estudantes/Textos/CalcTribCadeiaProd.htm
Witzig hier ja auch, dass der "Fiskus" im Volksmund "Leão" heisst und die Website "leaozinho" genannt wird.

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und Manaus nicht vergessen, glaube hat Paraguay schon ueberholt.
Ja der arme Chinese. Ist ja nur fuer die Aussenwelt. In Wirklichkeit kann Brasilien dagegen nichts machen, weil sonst tausende Paulistas arbeitslos waeren. Und der Fiskus verdient ja genuegend auch noch dran. Wenn man dann etwas mehr haben will, dann macht man eine Razzia und nimmt diesen Grosshaendlern wieder etwas vom Gewinn weg. Schade nur um die vielen beschaeftigten, ob illegale Chinesen, die Tag und Nacht in ihrem Kapuff ausharren muessen und oft am schlafen sind, wenn tausende die Geschaefte passieren.
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