New York, 01. Mai 2007 Russland, Venezuela, Argentinien und Brasilien erscheinen auf der "schwarzen Liste": In diesen Länder werden Grundrechte verletzt.
Die Pressefreiheit hat sich einem Bericht zufolge im vergangenen Jahr in vielen Ländern verschlechtert. Alarmierend sei der Umgang mit den Medien besonders in einigen Ländern Asiens und Südamerikas sowie in Russland, hieß es am Dienstag in einem Bericht der in Washington ansässigen Organisation Freedom House.
Moskau schränkt Freiheit ein
Die russische Regierung versuche verstärkt, unabhängige Medien an den Rand zu drängen. Zudem wolle Russland die Nutzung des Internets einschränken. "Angriffen auf die Medien folgen unvermeidlich Angriffe auf weitere demokratische Einrichtungen", warnte die Leiterin von Freedom House, Jennifer Windsor, zwei Tage vor dem weltweiten Tag der Pressefreiheit.
Auch in den südamerikanischen Ländern Venezuela, Argentinien und Brasilien sei die Pressefreiheit im vergangenen Jahr durch staatliche Eingriffe oder eine schlechtere Sicherheitslage eingeschränkt worden, hieß es in dem Bericht. In Venezuela sei diese Entwicklung genau wie in Russland umso Besorgnis erregender, als sie sich auf die umgebenden Regionen auswirke, warnte Freedom House.
Journalisten inhaftiert
In den asiatischen Ländern China, Vietnam und Iran seien 2006 erneut zahlreiche Journalisten und Internet-Nutzer inhaftiert worden, bemängelte Freedom House. In Thailand, Sri Lanka und auf den Philippinen litt die Pressefreiheit demnach unter politischen Umwälzungen, in Malaysia und Pakistan unter verstärkten Kontrollen der Medien. In Nepal, Kambodscha und Indonesien habe sich die Lage der Medien hingegen verbessert, hieß es. Nordkorea schnitt bei der Achtung der Pressefreiheit am schlechtesten ab. Mit Burma und Turkmenistan waren zwei weitere asiatische Länder unter den fünf Staaten mit der geringsten Pressefreiheit. Außerdem zählten Kuba und Libyen dazu.
Dagegen habe sich unter anderem in Italien die Lage gebessert, stellte Freedom House fest. Das Land könne nach der Ablösung von Silvio Berlusconi als Regierungschef in Hinblick auf die Pressefreiheit wieder als frei gelten. Von den 195 beurteilten Ländern wurden insgesamt 74 als frei eingeschätzt, 58 als teilweise frei und 63 als nicht frei. Damit konnten nur 18 Prozent der Weltbevölkerung auf freie Berichterstattung zurückgreifen. Am stärksten wird die Pressefreiheit dem Bericht zufolge in Finnland und Island beachtet.
http://www.oe24.at/zeitung/welt/wel...ticle129346.ece