Problem Kulturschock

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon O_Periquito » Mi 18. Apr 2007, 00:08

oi gente
das thema kulturschock erregt immert wieder die gemüter der ausgewanderten auf die unterschiedlichste art und weise, was ja auch selbstverständlich ist.

nimm tausend menschen und alle denken und fühlen unterschiedlich zu ein und demselben problem oder thema.

was ich von mir sagen kann:
ich liebe nicht brasilien und ich hasse auch nicht brasilien, es ist einfach das land wo wir uns eine neue existenz aufgebaut haben. wir haben uns hier im wirklich harten kampf eine gesicherte existenz aufgebaut, und um das zu schaffen sind wir durch tiefe täler oder über hohe berge gegangen.

wenn wir, als wir in das flugzeug gestiegen sind vor 10 jahren unser gesamtes wisssen und das was uns ausmacht als persönlichkeit ( ich weiss nicht ob ich von den brasilianern als arrogant eingeschätzt werde) in deutschland gelassen hätten wären wir hier unwiederruflich gescheitert.

ein angeblicher bras. freund, welcher sich später als halunke entpuppte, hatte sich mit uns verrechnet was seine vorstellungen betraf über unsere zusammenarbeit hier mit ihm. diese FREUNDSCHAFT wurde unserer seits abrupt beendet.
unsere brasil partnerin, wir haben ihr viel zu verdanken, aber sie hat uns auch viel zu verdanken.
sie gibt ganz ehrlich zu, sie hat bei uns und mit uns arbeiten gelernt, was aber vor 10 jahren nur mit viel diskussionen ( und die waren nicht immer angenehm) zu realisieren war. und selbst heute noch hat sie oft eine andere arbeitsmoral als wir.
was unsere firma betrifft gibt es keine brasilianischen jeitinhos zum leidwesen unserer mitarbeiter und unserer zulieferer. aber unsere arbeiter wissen auch zu schätzen was deutsche pünktlichkeit bei der lohnzahlung ist und bei der exakten zahlung von fundo de garantia.
die brasilieaner wissen auch gewisse eigenschaften an uns zu schätzen, welche bei ihren landsleuten sehr oft nur mangelnd ausgeprägt sind.

es gibt hier viele dinge die nerven: die permanente unpünktlichkeit, das ständige lügen, die ewige unzuverlässigkeit, das nicht eingestehen wenn man einen fehler gemacht hat.
SICH PERMANENT FÜR SCHLAUER HALTEN ALS DER REST DER WELT.

ein sehr guter freund von uns hat uns doch glattweg gesagt das die strassen hier so schlecht sind, daran sind nur die ausländer schuld. :?

aber es gibt hier auch viele schöne dinge.
man lebt hier freier als in deutschland. du kannst hier bauen wie du möchtest, klar innerhalb der gesetze. hier sind noch so manche dinge möglich, die in deutschland nicht möglich sind.
und im grossen und ganzen können wir uns hier über die behörden nicht beklagen. alle sind hilfsbereit und zuvorkommend was man ja in deutschland nicht immer von den behörden sagen kann.
die menschen hier sind im allgemeinen höflicher miteinander.

was mir aber hier sehr auffällt, das die donos von vielen firmen angst haben sich die hände schmutzig zu machen, oder sie haben angst das sie mit ihren arbeitern auf eine stufe gestellt werden.

ein gutern freund von uns, man muss sagen er ist ein sehr wohlhabender mann, bestellt sonntags seinen gärtner ins haus um die blumen giessen zu lassen und die hundekötteln aufzufegen. es sind 3 kinder im haus und er mit frau, da klappte mir doch der unterkiefer runter.
und er konnte nicht verstehen das wir sonntags gartenarbeit gemacht haben und die hundeschitte selbst aufgefegt haben.

@anna 82
ich weiss nicht ob dir meine zeilen etwas geholfen haben, aber du bist sicher nicht die einzige die das durchmacht. vor dir gab es schon viele und nach dir wird es noch viele mit solchen problemen geben.

@dein problem mit dem geld:
lege dir doch mal ein haushaltsbuch an. (einnahmen - ausgaben)

lass dich nicht so schnell aus der ruhe bringen, auch wenn es schwer fällt.
und ich denke auch das so ein forum da ist um sich mal etwas auszuheulen.

das mit deiner fahrerlaubnis verstehe ich nicht. wir haben unsere dt. fahrerlaubnis von einer vereidigten übersetzerin übersetzen und beglaubigen lassen und danach alles bei detran abgegeben, eine kurze untersuchung noch vom arzt, und dann war nach einigen wochen unsere brasil. fahrerlaubnis fertig. ging alles ganz reibungslos über die bühne.

@oi boli
es kann schon stimmen das wir weltweit nicht wegen unserer deutschen bescheidenheit beliebt sind, aber sicher über all gern gesehen wegen unserer arbeitsmoral.
und wie sagt man immer so schön: OHNE FLEISS KEIN PREIS.
und da musst du zugeben da unterscheiden sich die deutschen und viele brasilianer (nicht alle) ganz gewaltig voneinader.

wir haben einen arbeiter der kam aus einer favela. er kannte weder disziplin noch ein ordentliches dach über dem kopf, geschweige denn jeden tag eine warme mahlzeit.
er hat bei uns arbeiten und sich unter - und einorden gelernt, und hat auch seinen entsprechenden preis erhalten. er hat mit seiner freundin jetzt ein kleines häuschen mit einem ordentlichen dach über dem kopf, sein traum ein motorrad, den hat er sich erfüllt, ein auto in der garage und jeden tag seine warme mahlzeit und auch noch geld für zwei mahlzeiten mehr am tag.

hätten wir vor 10 jahren unsere ganzen lebenserfahrungen über bord geschmissen wie du sgast, und hätten den brasilianern vertraut mit ihren klugen reden, wären wir in einer favela gelandet und wären vielleicht nachbarn von dem jungen geworden. aber so hat er den sprung geschafft in ein besseres leben, weil wir uns vertaut haben, und seine kinder werden hoffentlich nicht kennenlernen was hunger ist.

noch etwas zu der empregada: ICH tolleriere es wenn sie ihre arbeit mangelhaft ca. 3monate macht. nach den 3 monaten muss sie gelernt haben wie ein haus sauber zu halten ist und die wäsche richtig zusammengelegt wird.

was du sicher dabei vergessen hast, ende des monats möchte sie auch ihren vollen lohn und nicht nur die hälfte obwohl sie ihre arbeit nur mangelhaft gemacht hat und ICH am wochenende ihre restliche arbeit erledigen muss obwohl sie ihren vollen lohn bekommen hat.

ich denke über solche sachen kann man hier noch stundenlang debattieren, aber für heute ist erst mal schluss.
wünsche allen noch einen schönen abend.
lg periquito
Zuletzt geändert von O_Periquito am Mi 18. Apr 2007, 02:52, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Anna82 » Mi 18. Apr 2007, 00:52

Na, da finden wir uns ja doch noch alle zusammen :)

Die Beiträge jetzt fand ich sehr gut gesagt.

Man schreibt halt manchmal was, wenn man grad ein wenig aufgeregt oder wütend ist und denkt nicht so genau dran, wie andere das verstehen könnten.

Im Augenblick bin ich aber grad entspannt und so kann ich boli zustimmen: Ja, ich lerne noch und jeden Tag was neues hier und selbst wenns mal schlechte Erfahrungen sind, sind es ja immernoch Lebeserfahrungen - wer weiß, ob mir das alles eines Tages nicht auch noch irgendwie nützlich ist.


@ O_Periquito: Danke, deine Zeilen haben schon geholfen. Deine Beispiele fand ich in sofern gut, als daß man sehen kann, daß doch beide Seiten einerseits etwas gewohntes aufgeben und andererseits etwas neues lernen und annehmen sollten, damit was produktives entsteht.

Ich habe auch großen Respekt vor allen, die es tatsächlich in einem neuen Land schaffen, sich eine Existenz aufzubauen, sich wohlfühlen und trotz der alltäglichen Unannehmlichkeiten nicht an die Rückkehr denken.

Man fühlt sich ja auch leicht als eine Art Verlierer, wenn man wirlich unbedingt wieder heimkehren will, aus welchen Grünen auch immer. Ich möchte aber schon in 2, 3 Jahren es mit meinem Mann in Deutschland versuchen, allerdings ohne das Gefühl, daß ich hier gescheitert wäre...

Bzgl. Fahrerlaubnis: Ich weiß nicht, wie es bei euch war, aber da bei mir der Antrag auf Perma noch läuft, hab ich nur ne temporäre gekriegt, die eben jetzt wieder für 6 Monate verlängert werden muß. Und heute hat mir meine "Freundin" nach zig Anrufen genau die Liste mit Dokumenten gegeben, die man beim ersten Mal vorlegen muß - und ich hatte wieder Probleme, ihr zu erklären, daß ich doch nur den Schein VERLÄNGERN will und leider überhaupt nicht bereit bin, schon wieder beglaubigte Übersetzungen und so´n Zeug einzureichen. [b]Und dann wollte ich den Chef sprechen, boli!!![/b] :lol:
Der ist aber erst am Freitag wieder anwesend und kann auch nur persönlich angesprochen werden, auf keinen Fall am Telefon.... Also wißt ihr, wohin ich Freitag unterwegs sein werde.... mal sehen, was das wieder wird.

Aber ich bin ja jetzt e n t s p a n n t und versuchs mal mit Honig um den Mund schmieren :) Soll mir ja keiner nachsagen, ich wäre arrogant ;)

Boa noite pra todos!

Anna
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Beitragvon Hartl » Mi 18. Apr 2007, 03:49

@ boli

Wenn du mit Rechtsanwälte mich gemeint hast muss ich dich entteuschen. :lol:
Finde es nur schade wenn man den nächste hier vertrieben hätte,da ich hier sehr gerne lese.

Über "deutsche Besserwisserheit" fällt mir nur "deutsche Unwissenheit" ein.

Es gibt drei Deutsche-Typen in Brasilien:
1. Der Urlauber- Will sich nicht anpassen und nur seinen Spass weil er das ganze Jahr hart gearbeitet hat.
2. Der entsante einer Deutschen Firma- Wird null auf dieses Land vorbereitet und mit grossem Druck auf erfolg losgeschickt.(Ist zum scheitern verurteilt)
3. Wo auf eigenem Wunsch hier herkommen- Wird sich dem Land anpassen aber seine erkunft nicht verleugnen können . Darum wird er auch immer im inneren ein Deutscher bleiben.

Das sind ca.90% Deutsche in Brasilien.Von den ersten 2 macht sich der Brasilianer sein Bild was aber mehr mit Unwissenheit von den Deutschen ausgeht und nicht besserwisserrei.

Wenn ich falsch liege hoffe ich auf eine schöne Kritik. :lol:

@ anna82

Du musst immer daran denken das du in Deutschland 18 Jahre gebraucht hast um alle Papiere zu bekommen. In Brasilien willst du das in 1 Jahr schaffen und hast noch probleme da du Ausländerin bist wo ganz andere Behörden zuständig sind.

Kopf hoch ein lächeln auf die Lippe und sitze es aus.Je ruhiger und sachlicher du es denen erklärst desto schneller wird es was.

Hartl
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Beitragvon Tudacudaduda » Mi 18. Apr 2007, 05:33

Boli hat geschrieben:Den Satz "Brasil, ame-o ou deixe-o" Du hast nicht alles gelesen, es geht noch weiter: "o último que sair, desliga as luzes do aeroporto".

Unqualifiziert Kritik akzeptiere ich nicht!


Unqualifiziert ist diese Bemerkung, weil der Slogan "Brasil, ame-o ou deixe-o" von der Propagandamaschine Emílio Garrastazu Médicis stammte und der Zusatz "o último que sair, desliga as luzes do aeroporto" nur von der linken Opposition angehängt wurde. :wink:

http://pt.wikipedia.org/wiki/Emílio_Garrastazu_Médici
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Beitragvon Boli » Mi 18. Apr 2007, 08:48

Tudacudaduda hat geschrieben:... und der Zusatz "o último que sair, desliga as luzes do aeroporto" nur von der linken Opposition angehängt wurde...



Jetzt weißt Du auf welcher Seite des Lebens ich stehe :lol: Trotzdem, ich bin damals nicht weg gegangen, ich musste aufpassen, dass das Licht am Flughafen noch brennen wenn die Diktatur vorbei wäre, damit Leute wie Prof. Darcy Ribeiro in Sicherheit landen könnte. Und das haben wir geschaft!
Die Uni musste ich leider verlassen, die Option KNAST hat zur meine Vogel-Seele nicht gepaßt :wink:
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Beitragvon Boli » Mi 18. Apr 2007, 09:22

Hartl hat geschrieben:"... Über "deutsche Besserwisserheit" fällt mir nur "deutsche Unwissenheit" ein....


Sorry, falsch geschrieben: deutsche Besserwisserei , sollte es heissen.

http://www.focus.de/wissen/newsletter/f ... 27425.html

Mehr davon, bitte "googeln" :wink:
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Beitragvon Bernado » Mi 18. Apr 2007, 10:15

Vielen Dank für eure ehrlichen Aussagen, das rüstet einen schon ein bisschen mehr.
Wir hoffen, wir können einen guten Start hinlegen.

Grüsse Bernd
"In Mallorca trifft man mehr Deutsche als in Berlin."
Thomas Gottschalk am 23.6.2007
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Beitragvon Brummelbärchen » Mi 18. Apr 2007, 22:55

Tja, dann lasse ich mal meinen (brasilianischen) Schwager zu Wort kommen. Er wurde vor kurzem von seinem Arbeitgeber in die Schweiz geschickt.
Es handelt sich um einen Post einer Mailliste in der eine Diskussion über das Massaker in den USA und den Vergleich mit Rio stattfindet.


--------------

Acho que existem muito brasileiros que estão no exterior, que não querem nem saber do que acontece no Brasil, aliás nem presisam estar fora do Brasil para não estarem preocupados. Muitos apenas querem saber para onde viajarão no próximo feriado, sempre reclamamando que o trabalho no Brasil não é valorizado e assim tendo que ralar muito para pagar as contas; ao final não sobra tempo nem para pensar, quanto mais fazer alguma coisa para mudar o nosso país.

Sei que tenho uma parcela de culpa também, minha juventude foi egoísta, mas estou tentando mudar isto e tentando influenciar quem está ao meu redor. Desde que terminei o curso de Engenharia procurei ajudar de alguma forma, em BH, lecionava matemática como voluntário nas Obras Pavonianas na Vila Paris em BH. Este foi o recurso que tinha para ajudar, o meu conhecimento, já que como todo recém formado de engenharia, dinheiro é a coisa rara. Inclusive quem quiser começar a ajudar pode entrar em contato com eles, pois as Obras Pavonianas possuem núcleos em várias cidades no Brasil: BH, SP , Brasília, etc.... Vocês podem contribuir com tempo ou com dinheiro, vejam o site: http://www.pavonianos.org.br/.

Eu e a XYZ fazemos questão de estar sempre informados e estamos assinado TV Globo Internacional e lendo os noticiários do Brasil via internet. Afinal de contas sou brasileiro com muito orgulho e tenho vergonha ao mesmo tempo de tudo que acontece no Brasil, pois acompanhamos tudo.

Claro que estou chocado com todas as outras coisas que acontecem no Brasil e os vários casos de: corrupção institucionalizada, desorganização da sociedade, falta de empenho das autoridades e da população, falta de ética e honestidade. Gosto de mencionar a frase do americano Martin Luther King que cai como uma luva na situação atual do Brasil:

"O que mais preocupa não é nem o grito dos violentos, dos corruptos, dos desonestos, dos sem caráter, dos sem ética. O que mais preocupa é o silêncio dos bons."


Estou contente com as ações da PF no caso “Furacão”, mas resta saber se haverá punição exemplar ou acabará em “Dança da Pizza” como inúmeros outros casos.

Por outro lado, vejo cada vez mais brasileiros sonegando impostos, fazendo “gatos” em TV’s a cabo, comprando: receita médica, carteira de motorista, CD’s piratas, produtos contrabandeados ou roubados.

Parece que o Brasil ainda não saiu do período colonialista, somos uma mistura de índio, português, negro, italiano e árabes com pequenos traços de orientais, alemães e piratas. Todas estas culturas têm pontos positivos e negativos e assim conseqüentemente contribuíram positiva- e negativamente na formação de nossa cultura. Mas temos que fazer um esforço para educarmos o brasileiro para lutar contra os males que assolam nosso país e a nossa cultura.

Pensem nisso! Fora Lei de Gerson! Brasileiro tem que ser HONESTO!

Tequila também é cultura! 

Abraço a todos,

XXYYZZ
(Fluminense de nascença, Mineiro de criação e Atleticano de coração)

PS: Pelo amor de Deus, Fluminense é quem nasce no estado do Rio de Janeiro. Carioca é quem nasce na Cidade do Rio e em Juiz de Fora! E quem torçe para o time de futebol chamado Fluminense é Pó de Arroz!


Anna: Du siehst, man kann wie Du all diese Missstände hassen. Und das Land trotzdem lieben. Und trotzdem im Ausland leben.

Obwohl ich erst kurz in BR bin kann ich (und darf ich wohl auch) ihm in allen Punkten recht geben.

BB

P.S. Ich konnte es mir nicht verkneifen sein P.S. stehenzulassen 8)
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Beitragvon Anna82 » Do 19. Apr 2007, 00:45

@ Brummelbärchen:

Brasilien braucht ganz klar mehr Menschen wie deinen Schwager!!!!!!!!!
Viver é a coisa mais rara do mundo,
a maioria das pessoas apenas existe.

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Beitragvon Neto » Do 19. Apr 2007, 12:49

Behörden- und Bankgänge nehmen mir die Lebensfreude,
aber manchmal komme ich nicht umher, ich muss zum Termin.

Ich zwänge ich in die langen Hosen, Hemd, stülpe gegen meinen
Willen die Socken über und zur Krönung stecke ich die Füsse
in die frischgeputzten Halbschuhe.

Nach wenigen Metern haben sich meine Füsse an die Qual gewöhnt.
Die Nachbarschaft staunt dann immer wieder, dass es 2 Neto´s gibt.

Am Zielort angekommen, die Dokumente nicht lose in der Hand
sondern zumindest in einer Plastikhülle, noch besser im Aktenkoffer
( die Griffe von meinem wurden Opfer von Maresia ).

Ich hoffe immer auf eine Ansprechpartnerin, egal welches Aussehen,
irgend ein Sprüchlein fällt mir immer ein.
Für Mädels gilt natürlich ein Ansprechpartner, glaubt mir, das hilft.

Dann ganz wichtig:

Niemals mit dem Anliegen losstürmen!
Da fühlt sich das von uns bezahlte Gegenüber bedrängt.
Wetter, Fussball, Stau, Klimaanlage, schönes Büro,
ein Gespräch, flach und u.U mit Komplimenten.

Dann zum Anliegen, möglichst lächelnd, es geht ja nur um Pipifax.
Z.B. bei mir eine Grundsteuer, die 8x so hoch war wie sie sein sollte.
Meistens wird dann ein Kollege oder Vorgesetzter geholt und die Problemlösung beginnt.

Beim Verlassen, egal mit welchem Ausgang des Gesprächs,
Daumen hoch,ein nettes tchau und
´übrigens, lassen sie sich Zeit, ich bin nicht in Eile, ich hole in 1 Stunde
die erledigten Papiere ab`.

Dieser Spruch trägt meistens keine Früchte, aber die Leute lieben
Spässchen und ich hinterlasse wenigstens einen guten Eindruck.

Im Auto reisse ich mir dann jedesmal die Schuhe und die schrecklichen
Socken von den Füssen und stecke nach einer kurzen Stripschow
in meinen gewohnten Shorts.
Jedes Körperteil hat ein Recht auf Frischluft, auch der Fuss.

Bisher habe ich alle Behördengänge überlebt,
Wartezeiten bis zu einem Jahr sind nicht ungewöhnlich.
Die letzte Gewerbeabmeldung dauerte 7 Monate,
die Kosten waren enorm ( Microempresa ).
Die Abmeldung war ohne Steuerbüro nicht möglich,
die Kosten von 600.- Reais bezahlte ich gerne.
3 Aktenordner `Gewerbeabmeldung´, rekordverdächtig,
Microempresa!

Wer fordernd wird, brüllt, schimpft, schlecht angezogen ist,
sagt ´er sei in Eile´, dem empfehle ich Herztropfen.

Telefonieren macht die Telefongesellschaft glücklich, sonst nichts.

Mein Führerscheinproblem war schnell gelöst:

Der Mann beim Detran meinte, lass das, der gilt eh nur 1 Jahr.
Ich liess es, habe jedoch zumindest eine beglaubigte Übersetzung,
luxuriös in Plastik eingeschweisst.
Schade, wurde noch nie verlangt.

Ganz klar, in SP weht der Wind anders.

Behördengänge haben wenig mit Kulturschock zu tun.
Was ich in D erlebt habe ist nicht nur herzsgefährdend,
nein, das legt das ganze Herz - und Kreislaufsystem lahm.

viel Glück bei Behördengängen
in der Ruhe liegt die Kraft
glücklich sein ist ein Geschenk, wer zufrieden ist, hat prima Karten, wer jammert, jammert.
http://www.itacare.com.br/pousada/encontrodasaguas
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