Totinho hat geschrieben:
So isses und nicht anders.
Die Mittelschicht kauft Immobilien über die Caixa, zahlt nach ein paar Raten nicht mehr und der Kühlschrank ist leer. Das ist leider Realität.
Soweit ich Brasilien kenne, gibt es doch keine Mittelschicht. Schon garnicht die klassische westliche Einteilung in Ober-, Mittel- und Unterschicht.
Es gibt in Brasilien nur:
1. Die Superreichen (die kennt kein Normalbrasilianer) Die leben in einer anderen Welt und trotzdem auf brasilianischen Territorium. Manchmal auch in Sankt Moritz, Monaco etc.
2. Die Reichen. Vermögen bis 50 Millionen US-Dollar. Wenn man sie kennt, dann nur aus den Illustrierten.
3. Die Neureichen. Vermögen ab 1 Millionen US-Dollar. Hier tummeln sich Politiker, Schmuggler, Gauner und Betrüger.
4. Die Möchtegern-Millionäre. Gedachtes Vermögen 1 Millionen US-Dollar, tatsächliches Vermögen: fast pleite bis geht noch für die Show.
Alle die gut verdienen bzw. gut betrügen können, Erben und Lottogewinner.
5. Dann kommt ein tiefes Loch.
6. Dann kommen Auswanderer (meistens für 6 Monate), Arbeiter und Angestellte.
7. Schon wieder einriesiges Loch.
8. Dann kommen die Favelados (aber die, die eine Villa aus Holz, Blech und Eternit mieten können oder besitzen)
9. Noch ein Loch
10. Dann kommen die, die nichts haben. Keine Schuhe, eine abgetragene Bermuda und ein zerlumptes T-Shirt. Sonst nichts. Essen gibt es aus der Mülltonne an der Rodoviaria, gemeinsames schlafen mit Ratten irgendwo und irgendwann erschossen werden, weil man zu nichts taugt.
Aber irgendwie gut. Keine Rassentrennung! Jeder könnte ganz oben oder ganz unten stehen. Egal wie er aussieht oder woher er stammt. Das ist Brasilien.