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 Betreff des Beitrags: Re: Projekt Brasilien
BeitragVerfasst: 21 Mär 2007 02:12 
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seitenwandkletterer hat geschrieben:
Und das, was mir aufstösst, ist, dass vielleicht einige der Beteiligten das ganze als Abenteuerferien verstehen...

...SWK!


Genau! So ähnliche Gedanken drängen sich mir nämlich auch auf... Es gibt auch Asylantenheime, Obdachlosenheime, Platte und 'stinknormale" Sozialarbeit in der Bundesrepublik direkt vor der Haustüre... bloss, das zieht natürlich bei weitem nicht so wie ein "echtes Slum in Brasilien" ... aber wenn man's genau betrachtet, würden sich auch ein paar "illegal eingewanderte Neger" in der Bundesrepublik über ehrlich gemeinten Besuch von deutschen Schülern freuen... so in die Richtung gehen meine Bedenken...


Zuletzt geändert von Takeo am 21 Mär 2007 02:20, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21 Mär 2007 02:19 
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Beiträge: 1840
Und ausserdem... überhaupt, die ganze Favelaproblematik... das ist sowieso ein ziemlich kompliziertes Thema für sich (... ich versuch es Euch seit Jahren (!!!) darzustellen, das Brasilien nicht mal eben so zu erklären ist mit unseren europäischen Masstäben...) ob dass dann noch ausgerechnet Schüler, deren Alter (Pubertät...), jetzt nicht vordergründlich mit Brasilien 'verwickelt' etc... überhaupt alles so überreissen können... ... wenn sie sich mit Armenproblematik in der Welt ausseinadersetzten wollten, ob dann nicht eine paartägige Exkursion (sowas sitzt ja heutzutage im bundesdeutschen Budget durchaus drin...) ... bestimmte Fallbeispiele... was weiss ich, bin ja kein Pedagoge oder so... reichen würden... ich bleibe da äusserst skeptisch!


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 Betreff des Beitrags: Re: Projekt Brasilien
BeitragVerfasst: 21 Mär 2007 08:43 
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Wohnort: Rheinland/Münsterland
Takeo hat geschrieben:
...

Genau! So ähnliche Gedanken drängen sich mir nämlich auch auf... Es gibt auch Asylantenheime, Obdachlosenheime, Platte und 'stinknormale" Sozialarbeit in der Bundesrepublik direkt vor der Haustüre... bloss, das zieht natürlich bei weitem nicht so wie ein "echtes Slum in Brasilien" ... aber wenn man's genau betrachtet, würden sich auch ein paar "illegal eingewanderte Neger" in der Bundesrepublik über ehrlich gemeinten Besuch von deutschen Schülern freuen... so in die Richtung gehen meine Bedenken...


Aber Takeo, das gibt es natürlich seit Jahren schon. Da brauchst Du gar keine Bedenken zu haben.

Zitat:
Die Situation

In Zirndorf haben wir das "Ausländerlager", das heißt das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge. Wir Zirndorfer sehen die Asylbewerber fast jeden Tag. Sie laufen an unserer Schule vorbei in die Innenstadt. Viele von ihnen haben eine dunkle Hautfarbe. Da sie fast immer in größeren Gruppen auftreten, wirken sie auf unsere Schüler oft bedrohlich. Mit den Flüchtlingskindern, die sich im "Lager" aufhalten, haben wir keinerlei Kontakt während ihres kurzen Aufenthalts in Zirndorf, der nur bis drei Monaten dauert. Sie besuchen die Schule im Bundesamt.

Die Idee - Kinder helfen Kindern

Herrn Spies, dem Klassenlehrer der 8b, kam der Gedanke, dass wir viele Vorurteile abbauen könnten, wenn unsere Schüler die Kindern der Asylbewerber kennen lernen würden. Er schlug das Thema "Kinder helfen Kindern" vor und plante vor Weihnachten eine große Spendenaktion von Spielzeug und Kleidung. Die zweite 8. Klasse von Frau Hubmann war sofort bereit, aktiv in dieses Projekt einzusteigen.
Nach den ersten Kontakten mit Frau Wanko, der Leiterin der Schule für die Kinder im Bundesamt, stellte sich heraus, dass nicht Materielles für diese Kinder von Bedeutung ist, sondern ein erster Kontakt mit deutschen Kindern. "Ein Foto mit einem deutschen Kind" , so meinte Frau Wanko, "und der Besuch der deutschen Schule am Ort" wären viel wichtiger als irgendwelche Spenden.

Kontakt ist wichtiger als Materielles

Daraufhin konzentrierten wir uns auf das Kennen lernen und beschränkten unsere Spendenaktion auf ein kleines einheitliches Geschenkchen. Die Klasse 8a bastelte im Klassenbetrieb in "Fließbandfertigung" 30 Geschenktüten, die anschließend mit einem Schokoweihnachtsmann, einem Apfel, einer Mandarine und einem Federmäppchen gefüllt wurden.

Das Treffen mit den Kindern der Flüchtlinge

Am Montag, den 18.12.2000, startete unsere Aktion.
Um 9 Uhr holt eine Gruppe von Schülern die 14 Kinder mit ihrer Betreuerin Frau Wanko zu Fuß vom Bundesamt ab.
In der Zwischenzeit dekorieren die anderen mit ihren Hauswirtschaftslehrerinnen Frau Roth und Frau Kiesel die Tische in E 11 mit Tannengrün, stellen Tee und Fruchtsaftgetränke bereit und richten in HsB Selbstgebackenes liebevoll an. Landkarten von Europa und den Herkunftsländern der Kinder schmücken die Bühne.
Als die Kinder eintreffen, werden sie von ihren deutschen Betreuern, je zwei Schülern, einzeln empfangen und zu ihrem Platz geführt.
Mit dem internationalen Jingle Bells auf Deutsch und Englisch begrüßen wir die Kinder. Zwei Schüler zeigen an den Landkarten die Herkunftsländer der Flüchtlinge und berichten kurz über die politische Situation dort.

Die erste deutsche Schule, die sie sehen!

Nachdem gemütlichen Teil mit Essen und Unterhalten besichtigen die Kinder in Gruppen das ganze Schulhaus. In einigen Klassen dürfen sie 10 Minuten am Unterricht teilnehmen. Auch die Fachräume sind für sie interessant. Begeistert zeigen sie sich von unseren Computerräumen, in denen sie mit unseren Schülern zusammen surfen dürfen. Was steht über den Iran im Internet? Und wie sieht die homepage von unserem Zirndorf aus?

Bescherung und Abschied

Nach ca. einer Sunde treffen wir uns wieder in der Aula. Jetzt ist Fototermin. Mit einer Polaroid wird jeder mit seinen deutschen Betreuern abgelichtet. Ein Andenken oder ein Gruß an die fernen Verwandten, dass es in Deutschland auch freundliche Jugendliche gibt? Fotos, siehe Seitenspalte! Anschließend überreichen unsere Schüler den kleinen Gästen die Geschenkchen und begleiten sie zurück zum Bundesamt. "Können wir die Kinder wieder treffen?"fragen einige.
http://www.hauptschule.zirndorf.de/asyl.htm



_________________________________
Schöne Grüße,
tinto


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