Pros & Cons für Abmeldung in D

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Pros & Cons für Abmeldung in D

Beitragvon mullerbel » Do 22. Jun 2006, 13:48

Hallo an die Experten!

Ich lebe seit über 1.5 Jahre in Brasilien und bin mit einer Brasilianerin verheiratet und bekomme dadurch/demächst auch meine Permanencia.

Im Moment bin ich in D noch polizeilich und steuerlich gemeldet. Ich arbeite in einer amerikanischen Firma an Projekten weltweit für ca. 3-4 Monate im Jahr. Mein Gehalt wird nach Brasilien überwiesen und versteuert.

Jetzt frage ich mich, ob ich mich nicht ganz abmelden sollte in D.

Sieht jemand ein Problem darin bzw. hat jemand einen anderen Vorschlag.

Danke Mario
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Re: Pros & Cons für Abmeldung in D

Beitragvon Mazzaropi » Do 22. Jun 2006, 15:24

mullerbel hat geschrieben:
Jetzt frage ich mich, ob ich mich nicht ganz abmelden sollte in D.

Sieht jemand ein Problem darin bzw. hat jemand einen anderen Vorschlag.


Sehe da eigentlich weder Vor- noch Nachteile weiterhin in Deutschland gemeldet zu bleiben. Bin auch schon über 5 Jahre in Brasilien und habe mich noch nicht in Deutschland abgemeldet.
Mir wurde damals vor Abreise beim Einwohnermeldeamt sogar gesagt, das ich das nicht bräuchte. Naja, war wohl eher eine Falschinformation, da ja jede Stadt pro gemeldetem Einwohner öffentliche Gelder vom Bund und Land bekommt. Deshalb sind die natürlich an möglichst vielen gemeldeten Bürgern interessiert. :twisted:

Das einzigste was früher oder später auf Dich zukommt, falls Du länger in Brasilien, bzw. ausserhalb Deutschlands lebst, ist das Du bei der Beantragung eines neuen Reisepasses vom dt. Konsulat automatisch in Deutschland abgemeldet wirst, wenn Du keine Abmeldebescheinigung vorlegen kannst, falls Du bis dahin immernoch in Deutschland gemeldet bist. Dies wurde mir auch schon vom dt. Konsulat in Brasilien bestätigt.

8)
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Beitragvon thomas » Do 22. Jun 2006, 18:03

[Offtopic]

Musste grad lachen, als ich die Frage gelesen habe.. kenne so ein zwei Leute, die darüber nicht zweimal nachgedacht haben ;)
aber wenn du dir die frage 1,5 jahre nach auswanderung stellst, biste ja ein guter bürger ;)

[/Offtopic]
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Beitragvon Brummelbärchen » Do 22. Jun 2006, 22:42

Hat D ein DBA (Doppelbesteuerungsabkommen) mit BR? CH hat sowas nicht, das heisst dass wir wenn wir an beiden Orten angemeldet sind ein Einkommen zweimal versteuern müss(t)en...

BB
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Beitragvon Holger3 » Do 22. Jun 2006, 23:24

Brummelbärchen hat geschrieben:Hat D ein DBA (Doppelbesteuerungsabkommen) mit BR? CH hat sowas nicht, das heisst dass wir wenn wir an beiden Orten angemeldet sind ein Einkommen zweimal versteuern müss(t)en...

BB

DE hat kein DBA mehr mit Brasilien.
Man ist aber in DE nur steuerpflichtig, wenn man den Lebensmittelpunkt (Erstwohnsitz) dort hat.
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Beitragvon seitenwandkletterer » Fr 23. Jun 2006, 04:06

Ich habe mich damals abgemeldet, weil ich mit der Abmeldebestätigung in der Hand meine Versicherungen (Haftpflicht, Unfall, BU), die sowieso beim Schadensfall in Brasilien nicht einspringen, fristlos kündigen konnte. Wenn ich mich recht erinnere, war das der einzige Grund....

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Beitragvon Jeitinho » Fr 23. Jun 2006, 08:08

Holger3 hat geschrieben:
Brummelbärchen hat geschrieben:Hat D ein DBA (Doppelbesteuerungsabkommen) mit BR? CH hat sowas nicht, das heisst dass wir wenn wir an beiden Orten angemeldet sind ein Einkommen zweimal versteuern müss(t)en...

BB

DE hat kein DBA mehr mit Brasilien.
Man ist aber in DE nur steuerpflichtig, wenn man den Lebensmittelpunkt (Erstwohnsitz) dort hat.


Und was ist, wenn man seinen offiziellen Erstwohnsitz in Deutschland hat? Kann es dann nicht sein, dass sie dann darauf bestehen, dass du dort auch versteuerst?

Aber warum meldet ihr euch nicht ab?

Weil ihr euch immer eine Sicherheit der Rückkehr halten wollt?

Komisch, kenne auch einen, der immer über Deutschland schimpft hat und sagt, Brasilien ist das Land seiner Träume und dort will er bleiben, aber die Sicherheit von Deutschland will er trotzdem nicht aufgeben; er ist weiterhin in Frankfurt gemeldet.

Kenne einen anderen, der lebte in Fortaleza (jetzt wieder in Deutschland), der hatte sich nicht abgemeldet, weil er sein Arbeitslosengeld weiter gezahlt bekommen wollte.
Das flog auf, aber erst nach 8 Monaten und plötzlich, war ihm Deutschland wieder gut genug, weil er in Brasilien kein Geld bzw. nicht genügend Geld verdienen konnte.
Zwar verheiratet mit einer Brasilianerin hatte er nach 9 Monaten keine Permanencia und somit auch keine offizielle Arbeitserlaubnis......aber meiner Meinung nach, hätter er trotzdem keine Arbeit gefunden, wenn er diese gehabt hätte. Also er ging genau nach 1 Monat nachdem das Arbeitsamt die Zahlungen eingestellt hat, wieder zurück nach Deutschland.

Gibt es andere Gründe, wie Familie...etc...weshalb man angemeldet bleiben möchte?
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Beitragvon Holger3 » Fr 23. Jun 2006, 09:22

>Und was ist, wenn man seinen offiziellen Erstwohnsitz in Deutschland hat? Kann es dann nicht sein, dass sie dann darauf bestehen, dass du dort auch versteuerst?

Natürlich musst Du in Deutschland Steuern zahlen, wenn Du deinen Erstwohnsitz dort hast, von DBAs abgesehen.

>Aber warum meldet ihr euch nicht ab?
Ich werde mich abmelden...
Aber da gibt es einige Pros und Cons und das muss jeder selber abwägen.

>Weil ihr euch immer eine Sicherheit der Rückkehr halten wollt?
Das hat mit der Abmeldung nichts zu tun. Deutscher Pass gibt das Recht, jederzeit in die BRD einzureisen.

>Kenne einen anderen, der lebte in Fortaleza (jetzt wieder in Deutschland), der hatte sich nicht abgemeldet, weil er sein Arbeitslosengeld weiter gezahlt bekommen wollte.

Das ist ein typisches "Pro" für eine Nicht-Abmeldung, wenngleich nichts für mich da rechtswidrig.

Was mich an dem ganzen Thread disorientiert, ist mein (Halb-)wissen, dass man in Deutschland nur dann einen Zweitwohnsitz haben kann, wenn der Erstwohnsitz ebenfalls in Deutschland ist.

Zitat aus
http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de ... licht.html

Wer in Deutschland aus einer Wohnung auszieht, muss sich nach den melderechtlichen Bestimmungen abmelden. Ein melderechtlicher Zweitwohnsitz in Deutschland ist nur möglich, wenn sich auch der Erstwohnsitz in Deutschland befindet.
Welche Auswirkungen ein deutscher Wohnsitz in steuerrechtlicher oder sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht hat, müssten Sie mit Ihrem Arbeitgeber, dem zuständigen Finanzamt bzw. dem Sozialversicherungsträger besprechen.
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Beitragvon Ursinho » Fr 23. Jun 2006, 10:18

Jeitinho hat geschrieben:Zwar verheiratet mit einer Brasilianerin hatte er nach 9 Monaten keine Permanencia und somit auch keine offizielle Arbeitserlaubnis......

Unsinn und nur eine Ausrede von denen, die nicht arbeiten wollen ;-)
Ich jedenfalls, hatte meine Arbeitserlaubnis 15 Tage nach... und jetzt kommt es... Beantragung(!) der Permanencia. Die Perma selbst liess noch 1 Jahr auf sich warten und CIE habe ich immer noch nicht. Aber Arbeit.

MB
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Beitragvon Jeitinho » Fr 23. Jun 2006, 11:34

@Holger3
Wenn ich mich nicht abmelde, dann ist die Rückkehr einfacher, weil behördlich NIE weg.....auch pychologisch für die "Auswanderer" ein entscheidener Faktor.

@Usinho
Das war aber im seinem Fall so! Ist es in Fortaleza anders als sonstwo in Brasilien? Aber ich habe von vielen anderen, auch hier im Forum, gelesen, dass es sehr lange dauert, bis man die offizielle Arbeitserlaubnis hat.
Vielleicht hattest du Glück oder es ist in Rio oder RJ Grajaú
anders (was ich nicht glaube) oder du hattest ein Jeito ;-) gefunden, weil du den zuständigen Beamten kennst....oder..entscheidene Argumente in Scheinen.....oder...etc.
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