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Beschäftigte stimmen Kompromiss zum Jobabbau zu
VW do Brasil: Abfindung statt Arbeitskampf
Der Streit um die Stellenstreichungen bei VW in Brasilien ist endgültig beigelegt. Mit knapper Mehrheit stimmten die Beschäftigten des Werks bei Sao Paulo für einen Kompromiss, den VW-Führung und Gewerkschaft am Dienstag ausgehandelt haben. Bei den Mitarbeitern überwiegt dennoch die Skepsis.
Von Gottfried Stein, ARD-Hörfunkstudio Südamerika
"Die Kameradinnen und Kameraden, die für die Annahme des Vorschlages sind, erheben bitte beide Hände: Der Vorschlag ist durch Mehrheit angenommen." Mit diesen Worten beendete Gewerkschaftsführer José Lopez Feijóo die provisorische Betriebsversammlung auf dem Busparkplatz des VW-Werkes in Sao Bernardo.
[Bildunterschrift: Abstimmung per Handzeichen: Hier ein Blick auf die Befürworter des Kompromisses, die sich letztlich knapp durchsetzen konnten.]
Auf dem Parkplatz hatten sich tausende Arbeiter versammelt, um über die Enigung abzustimmen, die VW-Führung und Gewerkschaft am Dienstag getrofen hatte. VW wollte in seinem größten Werk in der Nähe von Sao Paulo 3600 Mitarbeitern kündigen. Die Belegschaft war daraufhin vor zwei Wochen in Streik getreten, hatte ihn aber für neue Verhandlungen ausgesetzt. Die Einigung sieht vor, dass die 3600 Arbeiter und Angestellten in mehreren Etappen bis zum Jahr 2008 ausscheiden. VW zahlt ihnen dafür eine Abfindung, und zwar je nach Beschäftigungsdauer 1,4 Monatsgehälter für jedes geleistete Jahr. Allerdings sinkt die Abfindungshöhe, je später die Betroffenen das Angebot annehmen - den vollen Satz gibt es nur bis zum November.
Die Skepsis bleibtDie Meinung der Belegschaft über den Kompromiss ist gespalten, die Zustimmung fiel knapp aus: Viele Angestellte befürchten, dass die Firmenleitung unredlich handelt: "Das gefällt mir überhaupt nicht, denn die Entlassungen werden von der Firma diktiert, das ist überhaupt kein Vorschlag".Auch die Befürworter sind skeptisch: "Ich bin dafür, weil der Vorschlag an sich nicht zwar nicht gut ist, aber in Anbetracht dessen, was sich weltweit in der Branche abspielt, ist es ein für beide Seiten hinnehmbarer Vorschlag", sagt ein von ihnen.
Mit der Einigung ist die Gefahr des möglicherweise größten Arbeitskampfes in der Geschichte von VW do Brasil abgewandt. Im Gegenzug verspricht VW Investitionen in Millionenhöhe und ab 2008 und 2009 den Bau zweier neuer Modelle - vermutlich Pickup-Versionen des Golfs. Ursprünglich hatte die Firmenleitung gedroht, bei einer Weigerung der Belegschaft das Werk ganz zu schließen. Vermutlich wird die Einigung auch auf kleinere Werke in Brasilien übertragen.
Insgesamt will VW seinen Personalbestand von derzeit 25.000 Mitarbeitern um rund 6000 reduzieren. Die VW-Führung begründet die Maßnahme vor allem mit dem hohen Wechselkurs der Landeswährung, gestiegenen Rohstoffkosten und gesunkenen Exportaussichten.
VW do Brasil: Einigung erzielt (12.09.06)
.Stand: 15.09.2006 03:22 Uhr
Gruss brasilmen Thomas
http://www.brasilmen.de
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