Brasilianischer Arbeitsminister spricht mit VW - Estado
SAO PAULO (Dow Jones)--Der brasilianische Arbeitsminister will sich nach einem Medienbericht mit Führungskräften von Volkswagen (Nachrichten/Aktienkurs) do Brasil treffen. Dabei soll über die von Volkswagen angedrohte Schließung des Werks in der Stadt Sao Bernardo do Campo südlich von Sao Paulo gesprochen werden, berichtet die lokale Nachrichtenagentur "Estado" am Donnerstag. Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva habe den Arbeitsminister Luiz Marinho gebeten, mit dem Volkswagen-Management zu sprechen.
Sowohl Marinho als auch Lula waren einst Präsidenten der Metallgewerkschaft, die nun auch für die Volkswagen-Arbeiter in Sao Bernardo do Campo zuständig ist. "Ich hoffe es ist einfach nur ein Verhandlungstrick und die Situation kann mit einem Gespräch gelöst werden", sagte Marinho. Am Montag hatte Volkswagen eine Schließung des Werks in Aussicht gestellt, sollte keine Einigung über die angestrebte Restrukturierung erzielt werden. Zudem könnte der Stellenabbau höher ausfallen.
Im Mai hatte der Automobilhersteler die Restrukturierung in Brasilien angekündigt, in dem die Arbeitskosten gesenkt und Produktion für den Exportmarkt gedrosselt werden soll. Bis 2008 will das Unternehmen in Brasilien bis zu 6.000 Stellen abbauen. Sao Bernardo do Campo ist das größte Werk von Volkswagen in Brasilien und wird wegen der hohen Arbeitskosten als unprofitabel angesehen. Insgesamt sind hier 12.000 Mitarbeiter beschäftigt, davon 8.000 in der Produktion.
Neben den Entlassungen macht Volkswagen Einkommenskürzungen zur Voraussetzung für ein weiteres Engagement in dem Werk. Nach Unternehmensangaben sind ohne eine entsprechende Vereinbarung mit den Beschäftigten keine Investitionen in das Werk möglich. Bislang sind die Gespräche zwischen dem Unternehmen und den Arbeitern angespannt verlaufen. Zahlreiche Arbeitsverzögerungen und Streiks beeinflussten die Fertigung.
Die Gewerkschaft sagte am Dienstag, sie werde bis Freitag mit Volkswagen sprechen und im Anschluss am Samstag eine Generalversammlung einberufen. Auf dieser sollen dann jedwede Fortschritte erörtert werden. Zudem soll auf einer Versammlung der Gewerkschaftsmitglieder am Dienstag über die Vorschläge von Volkswagen abgestimmt werden.
Volkswagen betreibt in Brasilien fünf Werke und beschäftigt 22.000 Mitarbeiter. 2005 fertigte Volkswagen in Brasilien 646.812 Fahrzeuge. Volkswagen leidet unter dem hohen Wechselkurs des brasilianischen Real zum Euro und zum US-Dollar, der die Exporte aus Brasilien teuer macht.
-Von Jeff Fick und Rogerio Jelmayer, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 111,
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