Prozess um Nonnen-Mord in Brasilien begonnen

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Prozess um Nonnen-Mord in Brasilien begonnen

Beitragvon mikelo » Mo 14. Mai 2007, 19:14

Belem - Gut zwei Jahre nach der Ermordung einer US-amerikanischen Nonne in Brasilien hat der mutmaßliche Drahtzieher vor Gericht alle Vorwürfe zurückgewiesen. Er sei an der Tat vom Februar 2005 nicht beteiligt gewesen, erklärte der Rancher Vitalmiro Bastos de Moura am Montag zum Auftakt des Prozesses.

Die Staatsanwaltschaft wirft Moura vor, wegen eines Streits um Land mit einem weiteren Mann die Ermordung der 73 Jahre alten Dominikanernonne angeordnet und den Tätern 50.000 Real (18.400 Euro) geboten zu haben.

Die Täter seien nach dem Mord auf seine Ranch geflüchtet, sagte Moura weiter. Er sei daraufhin geflohen, weil ihm die Polizei keine Gelegenheit gegeben habe, die Situation zu erklären. Im Zusammenhang mit der Bluttat wurden bereits drei Männer verurteilt. Die Nonne hatte 30 Jahre mit armen Siedlern im Amazonas-Regenwald im Staat Acre gelebt.

In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden bei Streitereien um Land in Brasilien 1.237 Arbeiter, Gewerkschafter und Aktivisten getötet. Nur vier mutmaßliche Hintermänner kamen vor Gericht.
http://www.net-tribune.de/article/140507-296.php
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Re: Prozess um Nonnen-Mord in Brasilien begonnen

Beitragvon mikelo » Mi 16. Mai 2007, 00:22

mikelo hat geschrieben:Belem - Gut zwei Jahre nach der Ermordung einer US-amerikanischen Nonne in Brasilien hat der mutmaßliche Drahtzieher vor Gericht alle Vorwürfe zurückgewiesen. Er sei an der Tat vom Februar 2005 nicht beteiligt gewesen, erklärte der Rancher Vitalmiro Bastos de Moura am Montag zum Auftakt des Prozesses.

Die Staatsanwaltschaft wirft Moura vor, wegen eines Streits um Land mit einem weiteren Mann die Ermordung der 73 Jahre alten Dominikanernonne angeordnet und den Tätern 50.000 Real (18.400 Euro) geboten zu haben.

Die Täter seien nach dem Mord auf seine Ranch geflüchtet, sagte Moura weiter. Er sei daraufhin geflohen, weil ihm die Polizei keine Gelegenheit gegeben habe, die Situation zu erklären. Im Zusammenhang mit der Bluttat wurden bereits drei Männer verurteilt. Die Nonne hatte 30 Jahre mit armen Siedlern im Amazonas-Regenwald im Staat Acre gelebt.

In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden bei Streitereien um Land in Brasilien 1.237 Arbeiter, Gewerkschafter und Aktivisten getötet. Nur vier mutmaßliche Hintermänner kamen vor Gericht.
http://www.net-tribune.de/article/140507-296.php



30 Jahre Haft wegen Ermordung von Nonne in Brasilien

Belem. AP/baz. Gut zwei Jahre nach dem Mord an einer US-amerikanischen Nonne in Brasilien ist ein Landbesitzer als Drahtzieher des Verbrechens schuldig gesprochen und zur Höchststrafe von 30 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht in Belem sah es am Dienstag als erwiesen an, dass Vitalmiro Bastos de Moura wegen eines Streits um Land die Ermordung der 73 Jahre alten Dominikanernonne angeordnet hatte.

Nach Überzeugung des Richters hatte Moura die Tat im Februar 2005 mit einem Komplizen geplant und den Tätern 50.000 Real (18.400 Euro) geboten. Er wies die Vorwürfe zu Beginn des Prozesses am Montag zurück. Im Zusammenhang mit der Bluttat wurden bereits drei Männer verurteilt. Die Nonne hatte 30 Jahre mit armen Siedlern im Amazonas-Regenwald im Staat Acre gelebt.

In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden bei Streitereien um Land in Brasilien 1.237 Arbeiter, Gewerkschafter und Aktivisten getötet. Nur vier mutmassliche Hintermänner kamen bislang vor Gericht.
http://www.baz.ch/news/index.cfm?Ob...0702C13EB828016
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Re: Prozess um Nonnen-Mord in Brasilien begonnen

Beitragvon Takeo » Mi 16. Mai 2007, 02:01

mikelo hat geschrieben:Streitereien um Land in Brasilien 1.237 Arbeiter, Gewerkschafter und Aktivisten getötet.


Da Brasilien das einzigste Land auf der Erde ist, in dem trotz durch geltendes Recht gesicherte Grundstückspapiere wie ein rechtsgültiger Kaufvertrag und Escritura hinterher trotzdem von irgendwelchen "Interessenverbänden" wie "Arbeiter", "Gewerkschafter" und "Aktivisten" erfolgreich eingeklagt (oder besser 'erpresst') werden kann, kommt es immer wieder zu solchen dubiosen Streitereien. Da bleibt einem "Rancher" - wie es hier so schön heisst - oftmals nicht viel übrig als Selbstjustiz auszuüben. Wenn dabei aber zufällig irgendein Mitglied dieser "Interessensverbände" aus den Vereinigten Staaten kommt, also Staatsbürger der USA ist, und dabei auch noch mit drauf geht, bleibt dem Staat Brasilien oft nicht viel übrig als ein Vorzeigefall zu schaffen.

Ich hab' das Gefühl das hier gewaltig was stinkt - und ich weiss ehrlich nicht wer der Schuldige ist! Wir sind bestimmt die Letzten, die die wahre Geschichte erfahren werden!
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Re: Prozess um Nonnen-Mord in Brasilien begonnen

Beitragvon mikelo » Mi 16. Mai 2007, 02:18

Takeo hat geschrieben:
mikelo hat geschrieben:Streitereien um Land in Brasilien 1.237 Arbeiter, Gewerkschafter und Aktivisten getötet.


Da Brasilien das einzigste Land auf der Erde ist, in dem trotz durch geltendes Recht gesicherte Grundstückspapiere wie ein rechtsgültiger Kaufvertrag und Escritura hinterher trotzdem von irgendwelchen "Interessenverbänden" wie "Arbeiter", "Gewerkschafter" und "Aktivisten" erfolgreich eingeklagt (oder besser 'erpresst') werden kann, kommt es immer wieder zu solchen dubiosen Streitereien. Da bleibt einem "Rancher" - wie es hier so schön heisst - oftmals nicht viel übrig als Selbstjustiz auszuüben. Wenn dabei aber zufällig irgendein Mitglied dieser "Interessensverbände" aus den Vereinigten Staaten kommt, also Staatsbürger der USA ist, und dabei auch noch mit drauf geht, bleibt dem Staat Brasilien oft nicht viel übrig als ein Vorzeigefall zu schaffen.

Ich hab' das Gefühl das hier gewaltig was stinkt - und ich weiss ehrlich nicht wer der Schuldige ist! Wir sind bestimmt die Letzten, die die wahre Geschichte erfahren werden!


takeo, dieses gefuehl habe ich schon lange. besonders wenn irgendjemand---der auch nur im entferntesten irgendwas mit amerika zu tun hat---darin irgendwie verstrickt ist.
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Beitragvon Brummelbärchen » Mi 16. Mai 2007, 11:35

:shock:
Ich hör wohl nicht richtig...
Da wird eine 73 Nonnen umgebracht und Ihr...

Ja ja, was Brasilien dringend braucht ist noch mehr Selbstjustiz. Mir wird gleich schlecht.
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Beitragvon seitenwandkletterer » Mi 16. Mai 2007, 12:35

Es wird nicht in Frage gestellt, dass der Tod der Nonne verabscheuenswuerdig ist.
Was in diesem Fall stinkt ist die unglaubliche Geschwindigkeit des Gerichtes. Diese ergab sich um dem internationalen Druck nachzugeben. Wahrscheinlich gibt es wie ueblich eine ganz andere Wahrheit, die wir aber jetzt vorerst nicht erfahren, denn die Schuldfrage ist ja geklaert und der grosse Bruder (=USA) ist gluecklich und froh darueber.

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Beitragvon Brummelbärchen » Mi 16. Mai 2007, 12:42

Ohne das internationale Aufsehen wären die Täter und Hintermänner überhaupt nie verurteilt worden, man sollte also den USA dankbar dafür sein.

Wobei ich bezweifle dass sich irgendeine Stelle in Washington für das Schicksal einer alten, politisch wahrscheinlich eher links eingestellten Frau interessiert, die seit 30 Jahren in der brasilianischen Pampa lebt.

Ohne das Schaufenster der internationalen Medien würden diese Verbrecher noch Heute frei herumlaufen.

BB
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Beitragvon Takeo » Mi 16. Mai 2007, 19:07

Genau das meine ich ja:

die bösen Rancher, die bösen Hintermänner...

die guten Nonnen, die guten Arbeiter, Aktivisten und Gewerkschaftler...

Was ich Euch sagen möchte ist, dass ich einer Nonne zwar nicht unrechtmässiges Handeln, aber durchaus Handeln in falscher Sache unterstellen würde. Dass man mal mehr über die Hintergründe nachdenken sollte und warum überhaupt ein Rancher einen Mord an einer Nonne planen und ausführen würde - glaubt Ihr im Ernst, dass hier die Leute noch so doof sind und sagen: oh, heute sammle ich mal wieder meine Pistoleros und gehe ausländische Ordensleute abknallen??? Ihr Müsst endlich mal Eure Gut-Böse, Richtig-Falsch Paradigmen einreissen: es gibt in Brasilien sehr viele 'stinknormale' Unternehmer, die GRUNDSÄTZLICH an einer relativ normal rechtschaffender Unternehmertätigkeit gehindert werden, wie sie anderswo reibungslos möglich wäre, weil nämlich nur in Brasilien ständig irgendwelche Aktivisten, Gewerkschaftler und eine Gefolgschaft mitteloser Arbeiter aus heiterem Himmel aufblünen und natürlich auch was vom Kuchen abhaben wollen, und plötzlich mit den fadenscheinigsten Argumenten und allerhand Pressmethoden sich mit Gewalt Besitz und Eigentum Anderer einzuverleiben versuchen. Und dann kommt ausländische Presse und gräbt genau die Fakten aus, die Medientauglich sind, gräbt genau die Fakten aus, die man anderswo über Brasilen hören wollte: Urwald, Rancher, Nonnen, mittelose Arbeiter, Landstreiterein... und verrührt es zu einem medientauglichen Lateinamerika Klischeebrei... Diese Presse will dann naturlich grundsätzlich nichts von vorhergenden Krediten, Kaufverträgen, laufenden Zahlungen, Finanzplänen, Buchhaltungen, Unternehmensgrundlagen, Unternehmnesplanungen wissen... viel mehr, das irgendein Don Juan daher geritten gekommen ist, und sich gewaltsam Land von Mittellosen Arbeitern "genommen" hat, die dieses wiederum einfordern... Ne Ne Leute, so einfach ist das alles nicht, und ich habe trotzdem das Gefühl, dass hier etntweder gewaltig was stinkt, undzwar in der anderen Richtung, oder aber, wenn wir die ganze Geschichte wüssten, sie uns gewaltig langweilen würde, weil sie ewig lang wäre und sehr sehr schwer zu beurteilen wäre, wer jetzt letzlich im Recht wäre, aber ein Grossteil Derjenigen, die sich jetzt so über den Rancher (allein schon dieser Ausdruck) empören, sich wegen einer gewissen Wut im Bauch gut in seine Lage versetzen könnten.
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Re: Prozess um Nonnen-Mord in Brasilien begonnen

Beitragvon Brummelbärchen » Mi 16. Mai 2007, 20:55

Ich denke nicht dass mein Besitz mehr Wert ist als das Leben eines anderen Menschen, auch wenn es noch so ein Ar******* ist.

Auf diese Grundsatzfrage läuft es schlussendlich hinaus, und es ist Dein Recht anderer Meinung zu sein.

BB
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Beitragvon Takeo » Mi 16. Mai 2007, 23:57

Je absurder sich eine Geschichte darstellt, desto weniger weiss man in der Regel von der Version der Gegenseite!
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