Psychologin in Rio

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Psychologin in Rio

Beitragvon natalia » Mo 7. Aug 2006, 21:48

Hallo Ihr Lieben !

ich bin sehr froh dieses Forum gefunden zu haben und hoffe Ihr könnt mich noch etwas schlauer machen: :D

Ich habe vor 12 Jahren, als ich für meine interkulturelle Diplomarbeit in Psychologie in Br. Daten gesammelt habe meinen Freund kennen- und lieben gelernt. Dieser lebt in Rio und wir haben uns in all den Jahren (trotz Beziehungen mit Partnern aus dem jeweiligen Lebensumfeld) nicht vergessen können...ich war 2001 noch einmal bei ihm und unsere Gefühle waren unverändert und sind es auch jetzt noch - sodaß wir uns nun endlich entschlossen haben diese Liebe auch zu leben - d.h. ich werde im Dezember wieder für einen Monat nach Rio reisen, um es zu konkretisieren !

Ich habe damals bereits ein bisschen zur Situation der Psychologen in Br. recherchiert, bin also nicht ganz unwissend.

Nun bin ich fertige Psychologin (Arbeitspsychologin), ausgebildete Trainerin und Coach - werde noch eine Ausbildung in systemischer Strukturaufstellung abschließen und habe einige Erfahrung als Trainerin und Coach mit Arbeitssuchenden, als selbständige Trainerin und Coach und auch als Personalentwicklerin (Recruiting, Führungskräftetrainings, Mitarbeiteraus- und Weiterbildung...) in einer großen Sozialversicherung...

ich spreche ein bißchen Portugiesisch - daß ich natürlich perfektionieren muß und fließend Englisch und hätte folgende Ideen mich beruflich zu verwirklichen:

1) als selbständige Therapeutin in einer Praxis einmieten und Einzel-und Gruppentherapie (ev. auch in Deutsch) anbieten

2) auf einer Uni als Lektorin unterrichten

3) in einem größeren Unternehmen als Personalentwicklerin arbeiten

4) ehrenamtlich in einem Sozialprojekt mitzuhelfen...

Was meint bzw. denkt ihr darüber ? bin ich zu optimistisch ? Wißt Ihr irgendetwas dazu ? Habt ihr Tipps, Ansprechpersonen, Kontakte ???

Ich freue mich sehr auf eure Rückmeldungen !!!

Liebe Grüße

Natalia :lol:
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Fudêncio » Di 8. Aug 2006, 14:39

Hallo,

wie Du schon richtig schreibst, muss Dein Portugiesisch extrem verbessert werden, denn ohne wird´s nichts in Brasilien.

Ausserdem musst Du Dich auf viel Papierkram einstellen um überhaupt Deine Diplome und Ausbildung als Psychologin anerkannt zu bekommen. Kannst ja mal Deinen Freund bitten sich beim CONSELHO REGIONAL DE MEDICINA (http://www.cremerj.org.br/) zu erkundign. Dann wirst Du feststellen ob sich der ganze Aufwand lohnt. Für Ärzte wird meines Wiussens nach auch ein CELPE-Bras Zertifikat (Nachweis der Sprachkenntnisse) verlangt neben eine Reihe von praktischen und theoretischen Tests.

Ausserdem bleibt noch die Frage, des Visums, spricht Aufenthaltserlaubnis :!: Solange Du Deinen Freund nicht heiratets oder zumindest ein Kind mit ihm hast. Wird es nichts mit einer Aufenthaltserlaubnis. Es sei denn DU willst/kannst mal eben US$ 50.000,- in BRA investieren.
Ein Arbeitsvisum kannst Du garantiert vergessen, gibt genug arbeitslose Psychologen in Brasilien. :cry:

Wenn Du es beruflich/finanziell machen kannst komm erstmal als Tourist nach BRA und schau Dir das ganze mal vor Ort an. Kannst ja max. 180 Tage bleiben um Dir einen Eindruck vom richtigen Leben zu verschaffen.

Viel Glück!
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Beitragvon seitenwandkletterer » Di 8. Aug 2006, 15:44

Etwas was Du schon jetzt angehen solltest, ist Deine Zeugnisse aus dem Studium legalisieren zu lassen. Das heisst, Du solltest Dich mit dem brasilianiscchen Konsulat, das für Deinen Wohnort zuständig ist, in Verbindung setzen und nachfragen, welche Schritte genau dafür notwendig sind.

Bei mir (Chemiestudium TU Darmstadt) mussten auf den Zeugnissen
1. vom Regierungspräsidium die Unterschriften (Präsident der Diplomprüfungskomission, Präsident der TU) beglaubigt werden
2. vom Konsulat in Frankfurt die Unterschriften des RP beglaubigt werden

Diesen Vorgang solltest Du mit allen Zeugnissen (Vordiplom, Diplom, evtl. ein Curriculum mit allen belegten Fächern) machen.

In Brasilien musst Du Dir dann eine Hochschule suchen, an der es ein Psychologiestudium gibt, damit Dein Abschluss anerkannt wird. Die werden Dich dann informieren, welche Unterlagen zur Anerkennung Deines Hochschulabschlusses notwendig sind. Normalerweise ist dafür die Pro-reitoria da Pós-graduação zuständig (an der Universidade Federal do Rio de Janeiro: ttp://www.sr2.ufrj.br/default.asp?ID_Meio=2&ID_Sub=16) Dort gibt es auch ein Psychologiestudium: http://www.pr1.ufrj.br/cursos/oscursos/psicologia.php. Dazu muss der ganze Papierkram aber natürlich auf Portgugiesisch vorliegen und zwar von einem vereidigten Übersetzer ausgeführt (tradutor juramentado, eine Liste gibt es unter: http://www.rio-de-janeiro.diplo.de/Vertretung/rio/de/01/down___C3_BCbersetzer,property=Daten.pdf ). Meine Diplomarbeit musste zum Glück nicht übersetzt werden, da in der Chemie normalerweise alle Ergebnisse in Tabellenform bzw. in Schemata abgelegt sind.
Nützlich ist es, wenn Du in der Fakultät, in der letztendlich Deine Arbeit begutachtet wird, schon bekannt bist. In meinem Fall war das so, wegen eines Austauschaufenthaltes während des Studiums. Deswegen war der Vorgang dort extrem Beschleunigt, d.h. zwischen Eingang und Rücklauf mit positivem Gutachten vergingen nur etwas mehr als 24 Stunden.

Wenn Dein Hochschulabschluss anerkannt ist, kannst Du Dich beim Conselho Regional de "nao sei o que" registrieren lassen. Ich bin jetzt zur Zeit bim Conselho Regional de Química mit einem "registro provisório" angemeldet, das auf sechs Monate begrenzt ist. Danach bekomme ich mein "registro definitivo".

Ein relativ wichtiges Dokument ist der Studienverlauf "curriculo escolar", denn daraus geht hervor, welche Fächer Du während Deines Studium belegt hast. Dadurch wird Deine Anmeldung beim Conselho Regional de "nao sei o que" vereinfacht. In meinem Fall gab es einen solchen Studienverlauf von der TU Darmstadt nicht und ich musste daher ein Schreiben des Fachbereichs (natürlich vom Konsulat beglaubigt und übersetzt) miteinreichen,in dem steht, dass es für Herrn ... .... der von dann bis dann an der TU D studiert hat keinen Studienverlauf gibt.

So, jetzt ist die Verwirrung sicher nur größer geworden, oder?

Bei Fragen kannst Du auch eine PN schreiben.

...SWK!
Zuletzt geändert von seitenwandkletterer am Di 8. Aug 2006, 16:22, insgesamt 2-mal geändert.
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Nachtrag

Beitragvon seitenwandkletterer » Di 8. Aug 2006, 15:52

1) als selbständige Therapeutin in einer Praxis einmieten und Einzel-und Gruppentherapie (ev. auch in Deutsch) anbieten

2) auf einer Uni als Lektorin unterrichten

3) in einem größeren Unternehmen als Personalentwicklerin arbeiten


zu 2): Ich würde es zunächst an einer Privatuni probieren, und nach ein bis zwei Jahren an einem "concurso público" für eine staatliche Uni teilzunehmen. Ich selbst habe es auch so geschafft, an einer Federal als Prof unterzukommen. Dabei helfen natürlich auch die oben erwähnten Kontakte an den Universitäten.

zu 1): Dazu sind perfekte Portugiesischkenntnisse erforderlich. Probieren kannst Du es aber mal, dazu ist allerdings eine Registrierung beim Conselho Regional de "nao sei o que" zwingend erforderlich

zu 3): Probieren

In allen Fällen ist es gut (für die Anerkennung der Zeugnisse evtl. sogar vorgeschrieben), wenn Du Deinen Lebenslauf beim CNPq ablegst: http://lattes.cnpq.br/index.htm.

...SWK!
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Beitragvon Gunni » Di 8. Aug 2006, 16:39

Hallo Natalia,

ich glaube, du bist ein bischen sehr optimistisch - Rio könnte sicherlich noch einige Psychologen vertragen :D - aber ich bin da sehr pessimistisch was das betrifft.....

Leider kann ich es nur aus der Sicht "Arbeitspsychologie" beurteilen - der Fakt, daß es IN ist, in Brasilien Psychologie zu studieren, gibt dir ein großes Angebot an diplomierten Psychologen - die meisten unterbieten sich dabei, um überhaupt einen Auftrag zu bekommen (wobei "gute" Aufträge an Männer gehen, nicht an Frauen - sorry).

...das hat natürlich als Arbeitgeber den Vorteil, sehr, sehr günstig (und ich meine wirklich seeehr...) an ein 2 oder 3 tägiges In House Training zu kommen, falls es mal benötigt wird - dabei ist trotz allem die Qualität hochwertig.

Einen Arbeitspsychologen leistet sich daher kaum ein Unternehmen. Fast in jeder Stadt besteht genügend Auswahl.

Mit der Sprache muß ich den anderen Recht geben - da das Hauptbestandteil deiner Arbeit ist/sein wird, würde ich dir erst mal raten, diese zu perfektionieren. Das Dach zu dem Haus kannst du dann danach immer noch bauen.

An deiner Stelle würde ich eher versuchen, mit dem Freund etwas in Europa aufzubauen (falls er will).

Grüße
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Beitragvon natalia » Di 8. Aug 2006, 18:21

Herzlichen Dank einmal für eure ausführlichen Antworten, besonders Dir SWK...

Ich habe ja wie gesagt bei meiner Diplomarbeit auch schon etwas Einblick in das Berufsfeld der brasilianischen Psychologen gewinnen können und war damals auch schon beim "Conselho Regional da Psicologia" - werde da jetzt Mal nachfragen, was sie benötigen, um mich auf die Liste der eingetragenen Psychologen zu setzen.

Das mit der Aufenthaltsgenehmigung weiß ich auch - ich gehe jetzt ohnehin erst mal wieder für einen Monat rüber uns schaue mir alles ganz genau an...

Also das Firmen dort Psychologen in der Personalabteilung für das Recruiting u.s.w. brauchen können, denke ich eigentlich schon - aber wie ihr eben sagt, sind vor allem Sprachkenntnisse wichtig.

Die Berufssituation für Psychologen ist in Österreich auch nicht so rosig und trotz allem habe ich dieses Studium gemacht und bereue es überhaupt nicht - ich habe auch hier immer Arbeit gefunden und überleben können.

Damals in Sao Paulo wurde mir sogar in der Klinik in der ich Praktikum gemacht habe angeboten dort zu bleiben und dort zu arbeiten - es scheint halt ein großer Verwaltungstechnischer Auswand zu sein das alles beglaubigen zu lassen, aber wenn ich mich entscheide dort zu leben, würde mich das auch nicht so abschrecken...bin es ja gewöhnt (in Österreich ; ) )...

Also vielen Dank einmal für Euer aller Mühe - ich werde diesen wertvollen Spuren nachgehen !!!

Liebe Grüße

Natalia
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