Das Küchenmesser strahlt im Licht von Rios Straßenlaternen. Der Gauner hat es Andreas Schoyerers Bruder an den Hals gelegt und verlangt Geld. Plötzlich bricht die Wut aus Andreas heraus. In breitestem portugiesischen Gossenslang schnauzt er den Übeltäter an. Der schnappt sich den Rucksack seines deutschen Opfers und trollt sich. Manchmal ist Brasilien kein Traumland. Trotzdem liebt Andreas Schoyerer seine Wahlheimat, in die er vor acht Jahren ausgewandert ist. „Schrecklich schön ist es hier“, beschreibt der 35-Jährige sein Gefühl für die Stadt am Zuckerhut. Der Überfall ist schon ein paar Jahre her. Aber Schoyerer erzählt die Geschichte mit blitzenden Augen, als sei sie gestern geschehen. „Das hätte natürlich schief gehen können“, räumt er ein, „aber eine halbe Stunde später haben wir schon wieder fröhlich einen getrunken“.
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