Südamerikatour mit sozialem Schwerpunkt
Bundespräsident Köhler im ärmsten Teil Brasiliens / Besuch in Kinderheim und bei deutscher Firma
Lachend tanzt Bundespräsident Köhler im Sozial- und Jugendzentrum Nascedouro in Recife und spielt mit Kindern Fußball.
Fotos: dpa
Vom 12.03.2007
RECIFE (dpa) Mit einem Besuch im armen Nordosten des Landes hat Bundespräsident Horst Köhler seinen fünftägigen Staatsbesuch in Brasilien fortgesetzt. Die Region verdiene mehr Aufmerksamkeit, sagte Köhler gegenüber Vertretern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Recife. Die Oberschicht Brasiliens gehe nach seinem Eindruck nachlässig mit der Armut um. Staatspräsident Lula da Silva verfolge aber positive Ansätze.
Recife ist die Hauptstadt des Bundesstaates Pernambuco, einem Schwerpunkt deutscher Entwicklungsarbeit. Bei seiner Südamerikareise, die in Paraguay begann, sprach Köhler immer wieder die enormen Einkommensunterschiede und die Gefahr für die politische Stabilität an. Die extrem ungleich verteilten Einkommen und die Bekämpfung der Armut sind ein Thema der Reise. In Recife besuchte Köhler ein im Armenviertel gelegenes Kultur- und Sportzentrum. Dort soll den Jugendlichen eine Perspektive gegebenen werden.
Beim vorausgegangenen Aufenthalt in der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo hatte Köhler mit dem Besuch eines Kinderheims ebenfalls die soziale Seite der Visite betont. Das Heim Lar Social Girassol nimmt Waisen und misshandelte Kinder auf. Derzeit leben dort über 50 Kinder im Alter von wenigen Wochen bis zu 18 Jahren. Dem Heim, das sich überwiegend durch deutsche Spenden finanziert, ist eine Berufsschule angeschlossen. So soll vor allem Kindern der Armenviertel eine Ausbildung geboten werden. Zuvor hatte Köhler die Firma Prensas Schuler besucht, Tochter der baden-württembergischen Schuler AG. Das Werk fertigt in Sao Paulo Pressen für die Automobilindustrie und zeichnet sich durch soziales Engagement aus.
Heute fliegen Köhler und seine Frau Eva nach Kolumbien.
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