Reisebericht Brasilien im Herbst 2013 – Teil 3 von 3

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Reisebericht Brasilien im Herbst 2013 – Teil 3 von 3

Beitragvon Der Schreier » Mo 17. Mär 2014, 20:04

Teil 1 siehe HIER

Teil 2 siehe HIER

05.11.13 bis 07.11.13 Foz do Iguaçu
Nach der Ankunft wurden wir vom Hotelshuttle zum Hotel San Martin chauffiert. In der Lobby des Hotels befindet sich ein Tourveranstalter, den wir unmittelbar nach dem Einchecken (ca. 13:30 Uhr) aufgesucht haben. Unsere grobe Planung sah vor, am aktuellen Tag den brasilianischen Teil des Parks zu besuchen, um am nächsten Tag (06.11.) sich ganztägig der argentinischen Seite zu widmen. Da das Hotel nur ein paar Meter vom Eingang des Nationalparks entfernt liegt, hatte ich für den aktuellen Tag komplette Eigenregie vorgesehen. Für den 06.11. sollte der ansässige Veranstalter herhalten. Dieser fand die Idee ebenfalls gut und spendierte für 400 Reais Auto, Fahrer, Führer und ein paar Eintritts-Pesos. Nachdem für den Folgetag alles gebucht war, machten wir uns Richtung (brasilianische) Fälle auf. Den Bus verließen wir an der Haltestelle Parada Trilha das Cateratas und liefen von dort den Rundweg bergab bis zu den Fällen. Auf dem Steg unterhalb der Fälle wird man völlig durchnäßt, aber bei 30° C ist das kein Problem. Unterwegs gab es ein paar Affen und Nasenbären zu sehen.

Bilder 23 und 24: Die Fälle auf der brasilianischen Seite
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Zurück ging es mittels Aufzug zur Endhaltestelle der Busse, um von dort wieder zum Parkeingang und Hotel zu gelangen. Den Rest auf der brasilianischen Seite (Vogelpark, Macuro Safari...) haben wir uns, auch nach der vorab Lektüre in diesem Forum, geschenkt. Um die Fälle als solche streßfrei zu sehen, reichte der Nachmittag völlig aus. Abends haben wir im Hotel diniert. Das Hotel San Martin ist durchaus empfehlenswert, das Zimmer war oberer Durchschnitt, die Außenanlagen mit Pool und Bar am Dschungelrand waren Spitze und lediglich die Qualität des Essens fiel etwas ab.

Bild 25: Poolbereich Hotel San Martin
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Am nächsten Tag erwartete uns unsere Führerin, die englischsprachige Nilsa, mit Auto und Fahrer vor dem Hotel und wir gelangten ohne Probleme in den argentinischen Teil des Parks.

Bild 26: auf nach Argentinien
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Mit dem Zug fuhren wir bis zur Endhaltestelle, um von dort möglichst schnell und ohne Fotos bis zur Garganta del Diablo zu laufen. Schließlich waren wir recht früh dort und es war noch relativ leer, was sich aber mit der fortschreitenden Zeit änderte. Das Panorama ist ebenfalls sehr beeindruckend, allerdings nicht ganz so spektakulär wie auf der gegenüberliegenden Seite. Auf dem Rückweg zum Bahnhof blieb dann genügend Zeit für Fotos. In Summe haben wir, von/bis Endbahnhof aus gerechnet, für die Garganta del Diablo ca. anderthalb streßfreie Stunden benötigt. Im Anschluß haben wir vom Upper Trail aus verschiedene, sehenswerte Blicke auf die Fälle werfen können. Fazit: beide Seiten sind, da die Aussichten unterschiedlich sind, besuchenswert. Bei extrem knapper Zeit würde ich nur die brasilianische Seite besuchen, aber bei einem verfügbaren Rahmen von anderthalb Tagen und mehr, sollte man sich den Besuch im Land des WM-Siegers von 1978 nicht entgehen lassen.

Bild 27: in Argentinien
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Jetzt war es Mittag und der halbe Tag stand noch zur Verfügung. Ich hatte vorher schon bei Nilsa vorgefühlt, was sie denn, entsprechende Zeit vorausgesetzt, von einem Ausflug nach Paraguay halten würde. Sie war begeistert, Paraguay, ein Shopping-Paradies, ein Traum für alle Frauen. Anders der Fahrer, der hatte keine rechte Lust, er meinte, daß Fahren dort wäre völlig chaotisch und man hätte ständig Sorge, ausgeraubt zu werden. Nun denn, wir hatten bezahlt, der Trip nach Paraguay kostete noch einmal extra und nach dem Lunch in einem Per-Kilo-Restaurant in Foz fuhren wir über die Brücke gen Westen. Natürlich wollten wir einen Stempel im Paß haben, was aber nicht einfach war, da dieser für Tagestouristen nicht vorgesehen war. Im dritten oder vierten Büro der Grenzer hatte ich Erfolg und erhielt einen offiziellen Stempel aus Paraguay (Kommentar des Grenzers: „it´s a souvenir“). Wir sind in Ciudad del Este erst mit dem Auto etwas herum gefahren und ich habe ein paar Bilder von den unzähligen Ständen und Bruchbuden mit Ramschware (Polenmarkt hoch zwei) an der Hauptstraße gemacht. Meine Idee auszusteigen und dort etwas lang zu schlendern fanden die beiden Guides nicht gut. Sie meinten, das würde mindestens meine Kamera, wenn es ganz schlecht läuft auch ich persönlich nicht, überleben. Wir haben uns dann darauf geeinigt, daß der Wagen zwischendurch kurz anhält, ich für 10 Sekunden rausspringe, Bilder mache und dann der Fahrer wieder Gas gibt. Das sah zwar etwas dämlich aus, aber immerhin haben meine Kamera und ich überlebt. Danach haben wir ein schwer bewachtes, hochmodernes Shoppingcenter besucht. Im Inneren des Centers war kein Unterschied zu ähnlichen Anlagen in Amerika oder Europa erkennbar und besonders günstig war es auch nicht.

Bild 28: Straßenszene in Ciudad del Este
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Die Rückfahrt verlief ohne Probleme, allerdings war der Verkehr auf der Grenzbrücke grenzwertig. Mopeds von allen Seiten, in alle Richtungen, mindestens so schlimm wie bei Schulschluß in einer süditalienischen Kleinstadt. Abends haben wir die Churrascaria Bufalo Branco in Foz besucht, die von uns die Note „befriedigend“ erhielt. Der Taxifahrer hat, ohne irgendeinen Aufpreis zu verlangen, während des Essens vor dem Restaurant auf uns gewartet, um uns wieder zurück zum Hotel zu fahren – seltsame Sitten. Gegen kurz nach vier Uhr am nächsten Morgen haben wir das Hotel und wenig später Foz und Parana Richtung Bahia verlassen.

Noch ein paar Worte zu den Grillrestaurants: In Fulda kannten wir bereits eine Churrascaria, die von zwei Brüdern aus Santa Catarina geführt wird und Fleisch vom Feinsten bietet. Folglich waren wir mit einer gewissen Erwartungshaltung in Rio und in Foz in die heimischen Grillrestaurants. Organisatorisch waren die Originale auch genauso wie die Kopie, die Auswahl in Brasilien war sogar wesentlich größer. Leider fiel die Qualität der Originale gegenüber der Kopie zum Teil erheblich ab. Während in Fulda das Fleisch sehr zart und ohne zähe, durchwachsene Stücke vom Spieß kommt, war das in Brasilien leider öfter der Fall. Wir waren etwas enttäuscht, aber vielleicht haben wir ja auch nur die falschen Lokale besucht und diese waren nicht repräsentativ.


07.11.13 bis 14.11.13 Trancoso, Bahia
Der Flug mit TAM von Foz über Sao Paulo nach Porto Seguro verlief komplikationslos. In Porto Seguro gab es eines der seltenen Kommunikationsprobleme, da die beiden Mädels des Vermieters Hertz der englischen Sprache nicht mächtig waren. Aber irgendwie sind wir uns dann doch einig geworden, nicht zuletzt weil wir mittels PC und Google-Translator kommunizierten. Sie tippten den Satz in portugiesisch ein, das Programm übersetzte ihn und ich wußte, was sie wollten. Eine etwas komplizierte, aber durchaus erfolgreiche Vorgehensweise.

Mittels Mietwagen (ein Fiat Palio der relativ neu war, aber bereits erste Auflösungserscheinungen zeigte) und Fähre gelangten wir über eine ca. 15 km lange Sandpiste nach Trancoso und zu unserem Hotel Estrela D'Agua. Dort hatten wir eine Hütte am Strand gebucht. Das Estrela D'Agua ist ein erstklassiges Hotel. Man wird umhegt und umpflegt, aber das nie aufdringlich und man hat ständig das Gefühl, von kompetenten Menschen umgeben zu sein. In der vorletzten Nacht waren wir die einzigen Gäste im gesamten Hotel. Wie fast immer dinierten wir auswärts und als wir gegen 22:00 Uhr zurück kamen, stellten wir fest, daß die Freiluftbar nur für uns noch geöffnet war. Man hatte extra gewartet, bis wir zurück waren. Da konnten wir natürlich nicht nein sagen und haben noch ein oder zwei Bier an der Bar genossen.

Bild 29: Hotel Estrela D'Agua
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Wenn man die einschlägigen Reiseführer liest, kann man zu der Annahme kommen, daß Trancoso nur ein kleines Dorf ist wo die Zeit stehengeblieben ist und das sich ausschließlich um den Quadrado gruppiert. Tatsächlich handelt es sich eher um eine Kleinstadt mit ausreichender Infrastruktur. Trotzdem war der abendliche Bummel über den spärlich beleuchteten Quadrado in Trancoso traumhaft.

Bilder 30 bis 33: am Quadrado von Trancoso
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Bestes Restaurant vor Ort war unserer Meinung nach das Cantinho Doce.

Bild 34: das Cantinho Doce bei Nacht, schwulstig schön…
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Die Woche in Trancoso war durch überwiegend durch „Abhängen“ am Strand gekennzeichnet.

Bilder 35 bis 37: das Strandleben von Trancoso
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Ein Trip führte nach Porto Seguro, was uns nicht unbedingt gefallen hat. Zum Thema Tauchen vor Porto Seguro gelten die gleichen Ausführungen wie für Buzios – das muß man nicht gesehen haben.

Bild 38: noch eines der besseren Unterwasserfotos
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Sehr schön fanden wir dagegen, sowohl tagsüber als auch abends, Arraial d’ Ajuda. Dort herrschte etwas mehr Leben als in Trancoso.

Bilder 39 bis 40: Szenen aus Arraial d’ Ajuda
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Am 14.11. stand leider der Heimflug auf dem Programm. Nach der Autorückgabe am Flughafen ging es mit GOL über Belo Horizonte nach Rio und von dort mit LH nonstop nach Frankfurt. Alles funktionierte reibungslos, die drei Stunden zum Umsteigen in Rio reichten locker aus.

Abschluß-Fazit: schöner Urlaub, tolles Land, unglaublich abwechslungsreich, viele Tiere, niemals oder kaum ein Gefühle von Unsicherheit oder Gefahr, das aber sicherlich auch dem eigenen Verhalten geschuldet ist. Was fiel sonst noch auf? Im Nachgang und vor Ort waren das die mitunter seltsamen, nicht nachvollziehbaren Rechnungen. Ab und an waren die Rechnungen von Hotels oder Veranstaltern mehr als undurchsichtig und konfus. Da die Endsumme nie höher als abgesprochen war, hat uns dieses Durcheinander aber nicht unbedingt gestört.

Somit ist Brasilien für uns auch abgehakt. Es ist allerdings ein Land das wir bestimmt noch ein zweites Mal besuchen könnten. An dieser Stelle vielen Dank an die Forengemeinde für die vorab geleistete Unterstützung.

…und Ende…
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Re: Reisebericht Brasilien im Herbst 2013 – Teil 3 von 3

Beitragvon frankieb66 » Mo 17. Mär 2014, 20:14

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Re: Reisebericht Brasilien im Herbst 2013 – Teil 3 von 3

Beitragvon Brazil53 » Mo 17. Mär 2014, 21:14

Großes Dankeschön auch von mir. Solche Reiseberichte, sind viel wertvoller als Tipps aus einem Reiseführer.
Schilderungen persönlicher Erfahrungen, besonders mit Fotos hinterlegt lese ich immer sehr gerne.
Ich möchte Brasilien ja auch noch kennen lernen. Und lesen spart Geld!!!
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Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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