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Hallo Janice Nach den zustimmenden Postings meiner Kollegen ist es an der Zeit mal ein wenig über das andere Bahia zu sprechen.
Ich liebe Bahia, wir wohnen in Belo Horizonte, tolle Stadt, aber leider ohne Strand. Die Bewohner von BH fahren sehr gerne nach Bahia, weil es dolle Strände hat, schnell erreichbar (Auto und Bus) ist und nicht so teuer wie die Gegend von Buzios bis Santos. Und wie das Wetter stabil ist.
Urlaub in Bahia ist also ein typischer Standurlaub, viele kleine Orte, genaugenommen ehemalige Fischerdörfer, die sich zu Touristendörfern weiter entwickelt haben. Hunderte von hübschen preiswerten Pousadas in Standnähe, die so um die 120-160 Reaus für das Paar kosten, also um die 60 Euro, es gibt ausreichend einfache Restaurantes, wo man zu zweit für 20 Euro Abendessen kann. Mehr haben die meisten Dörfchen am Strand auch nicht zu bieten, ein paar Kneipen in denen man seine Bierchen oder Caipis trinkt, sich die Einheimischen oder auch die gar nicht so seltenen ausländischen Touristen ansieht, ein wenig anbaggert oder sich anbaggern lässt, je nach Laune. Die Masse der Touristen sind aber mehr einfache Brasilianer aus den größeren Städten Bahias. Die reisen meist als Pauschaltouristen mit dem Bus an und bevölkern die tausenden ganz einfachen Pousadas in Bahia. Sonst ist in den Örtchen nichts weiter los, höchstens am Wochenende eine Tanzveranstaltung, auf der es meist hoch her geht (Dorf-Forro). Das ganze ist interessant als reiner Erholungsurlaub, garniert mit Tagesausflügen zu den mehr touristischen Zielen wie Praia Forte, Itacare, Porto Seguro, Mangue Seco, jeh nachdem was grade in der Nähe liegt. Und natürlich ein Besuch in Salvador, der sich aber meist auf Hafen, Fahrstuhl und Altstadt(Pelurinho) beschränkt. Um das alles zu machen muss man mobil sein, am Besten mit dem Auto unterwegs oder als erfahrener Backpacker mit dem Bus, dem gebräuchlichsten Verkehrsmittel der einfacheren Brasilianer. Aber für den Bus bzw. das organisieren der Busreisen braucht man schon einige Kenntnisse wie das läuft und vor allen Dingen einen soliden portugiesisch Grundwortschatz. Und natürlich lohnt sich auch ein Ausflug in die Chapada Diamantina, aber das sind auch von Salvador noch 500 km mit dem Bus und auch nicht so einfach zu organisieren. Dort ist allerdings außer der superschönen Natur, auch Remmi-Demmi, Annimation, organisierte Touren und ein wenig Nachtleben mit starker Beteiligung der internationalen Touristen-Jugend. Da reicht auch Englisch vollkommen aus. Ist aber mehr was für den begüterten Touristen. Das alles gilt in etwas für das 2. lohnende Ziel, die Insel Morro do e Sao Paulo, ein Juwel ohne Asphalt-Straßen, nur Sandwege, nur Pousadas, Restaurants, Kneipen und Stände. Einziges Manko, das haben andere auch gemerkt und die Insel ist zur Saison Dezember bis Februar total überlaufen. Die Insel ist einfach IN, vor allen bei den Jugendlichen aus den besseren Schichten. Leider ist die Anreise kompliziert, lange Bus-Boot Anfahrt oder teure Schiffstour von Salvador aus oder ein wenig exklusive mit einem Klein-Flugzeug für 200 Reais pro Flug und Person (also 800 Reais für 2 Hin-und Rück). Man sollte für die Insel eine Hotelreservierung haben, Preise so um die 250-1000 Reais pro Nacht für das DZ, Einheimische finden sicher was Preiswerteres.
Zu Bahia selbst ist zu sagen, das da weiter im Norden der Staat nicht so weit entwickelt ist, wie die Zentren SP, Rio also der Süd-Osten. Bahia ist arm, die Bevölkerung recht dunkel und man fällt als Tourist sehr auf. Entsprechend ist man immer von Bahianern umgeben, die etwas von einem wollen, oder was verkaufen oder was zeigen wollen, natürlich mit der Idee ein paar Reais zu verdienen. Irgendwann hat man dann das Gefühl, das alle einen besch…wollen und ich habe mich die erste Zeit ein wenig unsicher gefühlt (mir wurde auch gleich am ersten Tag mein Geld aus der Hosentasche gestohlen.
Wir waren seitdem 10 Mal in Bahia, ein sehr schönes Land, tolle Strände, hübsche Dörfer, nette Menschen, wenn man sie denn zu nehmen weis. Aber wir sprechen gut portugiesisch, sind mit einem geländegängigen Fahrzeug auch sehr beweglich. Und wir reisen herum, fahren auf gut Glück und riskieren es auch mal im Hinterland nur noch eine Pousada ohne fließend warmes Wasser zu finden, mit Kakerlaken, aber meist ohne Spinnen. Das ist so das kleine Abenteuer, das uns reizt. Dazu haben wir dort Bekannte die wir besuchen und natürlich gehört eine Stippvisite in Neto’s Pousada in Itacare dazu, und sei es nur eine Übernachtung auf der Durchreise.
Aber dafür würden wir nicht von Frankfurt aus anreisen. Da würden wir Rio, Petropolis, Parati, Sao Joan del Rey, Ouro Preto (beides in Minas Gerais) oder Diamantinha besuchen und wenn wir kaputt sind zum Schluss eine Woche nach Bahia, z.B. Imbassai (Ruhe) oder Porto Seguro (Remi Demmi mit Strandleben) gehen und dann adios und nach Hause.
So, das war mal die andere Seite. Aber das muss ja nicht auf euch zutreffen. Ich habe ja keine Ahnung was ihr für Typen seid und was ihr so sucht. Bei männlichen Touristen gibt es da immer noch einen Aspekt, der sie das Land ein wenig rosiger aussehen lässt. Ich war dort immer mit meiner Frau, daher vielleicht ein wenig kritischer.
Also zieht selber eure Schlüsse und macht euere eigenen Erfahrungen. Noch der Hinweis, ab Dezember läuft die Hochsaison, nach Weihnachten wird es dann ganz schlimm, da sind alle mittleren und preiswerten Pousadas meist voll und alles wird um den Touristen- und Gringozuschlag teurer.
Aber viel Spaß für Euch.
Manfred
PS: Wenn ihr wollt, kann ich euch ein paar Internet-Adressen von Pousadas am Strand geben, sind auch sehr viele in Deutscher oder Schweizer Hand. Aber ansich reicht eine Karte von Bahia, tippt den Ort ins Google ein und ihr werdet genug finden, sofern jetzt noch was frei ist. Dazu über Google Earth mal die Strände dazu anschauen.
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