Rio auf Arte

Aktuelle Tendenzen und Prognosen der brasilianischen Regierungspolitik und Wirtschaftsentwicklung / Daten und Fakten aus der mehr als 500-jährigen Geschichte Brasiliens

Rio auf Arte

Beitragvon cabof » Sa 30. Jul 2016, 21:24

für eingefleischte Rio Freunde, soeben auf Arte gesehen . vieles war mir unbekannt -

http://www.arte.tv/guide/de/
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Re: Rio auf Arte

Beitragvon Saelzer » Mo 1. Aug 2016, 07:25

cabof hat geschrieben:für eingefleischte Rio Freunde, soeben auf Arte gesehen . vieles war mir unbekannt -

http://www.arte.tv/guide/de/
Ja, die Zeit jetzt sollte man nutzen und alles ansehen was gezeigt wird, zur Not in den Mediatheken der Sender suchen. In vier Wochen ist dann wieder alles vorbei - vielleicht noch ein bisschen Paralympics, aber nix mehr über Brasilien. Dann wird es wieder gaaaanz ruhig um Brasilien und den Rest von Südamerika werden. ;)
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Re: Rio auf Arte

Beitragvon cabof » Mo 1. Aug 2016, 07:43

Ja Saelzer - für die "Masse" wird Rio/Brasilien jetzt dokumeniert... wir im Forum sind Brasilienfreunde und für uns hat BR vor WM/Olympia existiert und wird auch
nach den Spielen existieren. Leider befindet sich das Land auf einem absteigenden Ast und die Nachrichten (BR Presse) verheissen nichts Gutes. Ausser Reiseberichten und eben hier und da Arte etc. wird aus dem Land nur Negatives berichtet, überwiegt halt und lässt sich gut verkaufen. Nur so bemerkt... wenn man
zB die Enteignungen zu den Spielen sieht, die Volksaufmärsche im Moment, brennende Busse in Natal und und und.... wo bleiben da Bilder vom fröhlichen, sambatanzendem Volk....? Viele von uns können differenzieren, besonders die Residents im Moment. Uns in DE geht es da noch Gold -
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Re: Rio auf Arte

Beitragvon Saelzer » Mo 1. Aug 2016, 10:06

cabof hat geschrieben:... wird aus dem Land nur Negatives berichtet, überwiegt halt und lässt sich gut verkaufen.
"Bad News are Good News", das ist es was das Nachrichtengeschäft am Laufen hält.

Leider nehmen die "Bad News" immer mehr zu - und zwar weltweit! Da wundert man sich schon fast, dass heute die Zeitungen voll sind und über eine friedliche Demo in Köln berichten. Liegt aber wohl eher daran, dass alle mit anderen Nachrichten gerechnet hatten und deshalb sämtliche am Wochenende arbeitenden Presseleute nach Köln geschickt hatten! ;)

Was mich besonders beunruhigt ist die Tatsache, dass mit dem Begriff "Demokratie" heute sehr flexibel umgegangen wird. So wie das heute einige interpretieren war auch Adolf H. ein lupenreiner Demokrat - schließlich wurde er ja auch einmal gewählt.

Mir bereitet es große Sorgen, dass überall die Populisten immer stärker werden und ihre Anhänger sich auch nicht daran reiben, dass sie sich selbst immer wieder widersprechen. Ich hoffe, dass der Brexit schnell umgesetzt wird, damit die Briten davon berichten können welche der "Versprechungen" tatsächlich eingelöst werden konnten.

In Bezug auf Südamerika wird es mir ganz übel. Nach einer Periode in der die Sozialisten die einmalige Chance hatten es besser zu machen und ihre Länder zu verbessern sehe ich Venezuela, ein Land welches auf gigantischen Ölreserven sitzt, aber seinen Kindern nichts zu essen geben kann. Ich sehe Argentinien, das ebenfalls eines der reichsten Länder der Welt sein könnte, aber nicht ist und ich sehe Brasilien, dessen Reichtum an Natur und Bodenschätzen ebenfalls unermesslich scheint, aber dennoch in den freien Fall übergeht.

In der Türkei wurde ein Militärputsch abgewendet, möglicherweise weil er vom Egowahn selbst angestoßen wurde. Zumindest waren seine Pläne für einen solchen Fall bereits vollständig ausgearbeitet. Wie würde das in Südamerika aussehen? Da sehe ich keinen, der einen solchen Putsch schnell niederschlagen könnte oder wollte. Es gibt einfach zu viele, die die Zeit in der Militärdiktatur "nicht so ganz schlecht" fanden! Wie gesagt, ich habe große Sorgen und hoffe, dass die Sozialisten wenigstens ein bisschen aus der Vergangenheit gelernt hatten. Denn da waren sie es, die die Rahmenbedingungen geschaffen hatten, welche das Militär als Rechtfertigung nahm.

In Europa werden wir davon aber nicht viel mitbekommen, denn wir werden damit beschäftigt sein was uns Putin, Trump und andere Egomanen vorsetzen werden! :(

In der Zwischenzeit werde auch ich mir alles reinziehen was über Brasilien berichtet wird - man kann schließlich in einem so großen Land täglich Neues entdecken. Die World-Doping-Games interessieren mich da weniger!
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Re: Rio auf Arte

Beitragvon Saelzer » Mo 1. Aug 2016, 13:19

Nicht nur das Fernsehen entdeckt in den kommenden Tagen und Wochen Brasilien. Es wird auch so in Presse und Internet jetzt viel zu lesen geben: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/brasilien-gesellschaftliche-unterschiede-an-unis-besonders-deutlich-a-1104039.html

Also dann nutzen wir mal die seltene Gelegenheit noch mehr über das Land zu erfahren bevor es pressetechnisch wieder in der Versenkung verschwindet und dann wieder nur noch die Katastrophen in den Nachrichten erscheinen. :? :cry: :wink:
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Re: Rio auf Arte

Beitragvon Saelzer » Mi 3. Aug 2016, 16:26

Solange Rio im Fokus der Welt steht wird man gut informiert, auch über viele Hintergründe durch Menschen, die sich wirklich auskennen: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/patricia-melo-ueber-brasilien-olympische-spiele-und-rio-de-janiero-a-1105691.html

Schade, dass das in wenigen Wochen wieder vorbei sein wird. :cry:
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Re: Rio auf Arte

Beitragvon Colono » Mi 3. Aug 2016, 18:32

Saelzer hat geschrieben:Solange Rio im Fokus der Welt steht wird man gut informiert, auch über viele Hintergründe durch Menschen, die sich wirklich auskennen: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/patricia-melo-ueber-brasilien-olympische-spiele-und-rio-de-janiero-a-1105691.html

Schade, dass das in wenigen Wochen wieder vorbei sein wird. :cry:


Wie bei der deutschen Presse üblich, wurde zwar gefragt was schlecht läuft in Brasilien aber dann vergessen nachzuhaken was positiv bzw. was nachahmenswert ist. Denn da gibt es schon einiges. Man muss halt dort leben um das zu erkennen.
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Re: Rio auf Arte

Beitragvon Saelzer » Mi 3. Aug 2016, 19:06

Colono hat geschrieben:Wie bei der deutschen Presse üblich, wurde zwar gefragt was schlecht läuft in Brasilien aber dann vergessen nachzuhaken was positiv bzw. was nachahmenswert ist. Denn da gibt es schon einiges. Man muss halt dort leben um das zu erkennen.

Brasilien ist groß und eben nicht einheitlich. Dadurch ist die Sicht auf die Dinge an jedem Ort auch eine andere. Im Grunde ist Brasilien auch zweigespalten in einen Norden, der auf soziale Leistungen des Staates setzt und einen Süden, in dem die Menschen selbst etwas schaffen und so wenig Staat wie möglich wollen.

Dieses Nord-Süd-Gefälle wurde schon vor über Hundert Jahren gesetzt indem man im Norden dem Adel riesige Ländereien gab und diese von Sklaven bearbeiten lies, während im Süden das Land mehr parzelliert und an Bauern und Handwerker gegeben wurde, die selbst wirtschaften und "ihr Land" verteidigen sollten.

Asylanten? Klar, gibt es in unserem Ort auch und sie werden von Stadt, kirchlichen und anderen Organisationen versorgt. Habe ich deswegen Angst? Nee, warum denn? Wenn hier bei uns etwas passiert, dann wegen der Mafiabanden, die aus dem Osten kommen!

Terror? Hatte ich bei meinem letzten Arbeitgeber! Ansonsten frage ich mich warum die Leute Angst vor Asylanten haben, sich aber nicht aufregen über die bereits über 600 rechtsextremen Anschläge in Deutschland alleine in diesem Jahr!

Ich selbst fand es immer schön, wenn man im Ausland lebt und nicht allzu viel von der Politik und sonstigen Problemen mitbekommt. Das bewahrt einem den Blick auf das Schöne. Anders in Deutschland, da bekommt man alles mit und versaut sich den Tag durch Nachrichten, die einen überhaupt nicht betreffen, obwohl es auch hier in Deutschland viel Schönes gibt. Aber vielleicht interessieren wir uns auch nur für das "Schlechte" und haben den Blick für das "Schöne" verloren! :(
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Re: Rio auf Arte

Beitragvon cabof » Do 4. Aug 2016, 10:22

Jau Saelzer - hier und da ziehe ich mir mal einen aktuellen TV Bericht ein, als Kenner haut mich da nichts so schnell vom Hocker. Die üblichen Begebenheiten wenn man sich mit einem Land profunder befasst (bei mir und vielen von uns ist es halt Brasilien). Ich persönlich kann da schon (nach über 40 Jahren Brasilien) differenzieren, kenne etliche Leute (auch aus dem Forum) die ich persönlich getroffen habe, 1 x Brasilien-Urlaub, nie wieder - obwohl nichts passiert ist. Bin ehrlich, würde ich in der Jetzt-Zeit zum ersten Male dort aufschlagen, abhaken und tschüss. Ist leider so. Die Olympia (oder auch Fussball WM) Besucher zieht es nur wegen den Spielen dort hin... bisschen Zuckerhut und Corcovado.. das war`s. Hoffentlich verläuft alles friedlich... die "weissen Elefanten" (Arte-Bericht) bleiben.....
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