"Rio" gibt es genauso wenig wie "Korea"

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"Rio" gibt es genauso wenig wie "Korea"

Beitragvon Diter_Rio » Fr 21. Sep 2007, 13:38

Und wieder mal hat jemand, diesmal takeo im thread "Sicherheit - wirklich riskant?" pauschal geschrieben:

Takeo hat geschrieben:... und bis heute wird Rio de Janeiro noch von Bandenkriegen beherrscht...


ich glaube, es ist an der zeit, mal grundsaetzlich klarzustellen, dass rio de janeiro ein bundesstaat ist - der ist in diesem zusammenhang meistens nicht gemeint - mit einer hauptstadt gleichen namens - die ist in diesem zusammenhang immer gemeint -, die, je nach zaehlweise zwischen 6 und 11 mio einwohner hat.

so, und klarzustellen ist nun, dass die gringos sich im allergroessten teil des stadtgebiets, da, wo also geballert wird und takeos bandenkriege herrschen, ueberhaupt nicht aufenhalten. (gut ein paar spezialisten, auch hier im forum vertretene, schon, die meisten aber halt nicht).

vielmehr bewegen sich die gringos praktisch nur bis hin zum centro und dann suedlich davon, naemlich hauptsaechlich in gloria, catete, flamengo, botafogo und eben in copacabana (mit leme) sowie in ipanema.

schon im noch ruhigen penha, das ja noch ganz in der naehe liegt, ist weit und breit kein gringo oder tourist mehr zu sehen.

und wenn man nun mal die zeitungen nach takeos bandenkriegen in rio durchforstet, dann findet man die, sicher auch taeglich - aber dann finden die nicht in den stadtteilen statt, die ich namentlich aufgefuehrt habe.

man sollte sich wirklich kuenftig mal die muehe machen, wenn es "bandenkrieg" und "rio" heisst, mal nachzuforschen, ob hier der norden oder der von mir bezeichnete (aeusserste) sueden gemeint ist.

denn "rio" als solches gibt es genauso wenig wie korea. vielmehr gibt es kaum gegensaetzlichere laender auf der welt als nordkorea einerseits und suedkorea andererseits.

und ein bisschen aehnlich ist es halt auch mit "rio", da gibt es auch eine "grenze" zwischen nord und sued, nur sieht man die halt nicht so wie in "korea" und vergisst deshalb nur allzu gern, dass sie vorhanden ist.
gruesse, diter

Certo dia, o índio pegou a canoa e remou, remou, remou até encontrar a bela Iara, que o levou para o fundo das águas.
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Re: "Rio" gibt es genauso wenig wie "Korea&qu

Beitragvon Takeo » Fr 21. Sep 2007, 14:01

Diter_Rio hat geschrieben:...vielmehr bewegen sich die gringos praktisch nur bis hin zum centro und dann suedlich davon, naemlich hauptsaechlich in gloria, catete, flamengo, botafogo und eben in copacabana (mit leme) sowie in ipanema...


Aber hier besonders an der "Copacabana", dem unumstrittenen "schönsten Strand der ganzen Welt"... und am Zuckerhut und am Christo Redentor natürlich...

Aber jetzt bin ich beruhigt, ich lerne also, dass es in "Rio de Janeiro - Cidade" also gar keine Kriminalität gibt... na dann' pass ich bei den nächsten Nachrichten halt etwas besser auf, WO jetzt GENAU die Balas perdidas 'rumfliegen und WO GENAU toque de recolher herrscht, und WELCHE linhas um WELCHE Zeit und an WELCHEN Stellen jetzt genau gemieden werden sollen!

Verzeiht mir meine infinite Ignoranz, die ich diesbezüglich mit sovielen brasilianischen Nicht - Cariocas (180.000.000 - 7.000.000 = 173.000.000) teile... wo ist meine Kamera? Ich mach' jetzt AUCH Urlaub an der Coapacabana!
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Re: "Rio" gibt es genauso wenig wie "Korea&am

Beitragvon supergringo » Fr 21. Sep 2007, 14:26

Diter_Rio hat geschrieben:Und wieder mal hat jemand, diesmal takeo im thread "Sicherheit - wirklich riskant?" pauschal geschrieben: ...
1. Die Cariocas sagen „Rio“, wenn sie ihre STADT meinen, ich habe das Gefühl, auch alle anderen Brasilianer sagen das ...

2. Die Bandenkriege finden schon lange auch in der Zona Sul statt, also in den von Dir beschriebenen Stadtteilen. Die Favelas zwängen sich ja, anders, als in den meisten Städten Brasiliens, zwischen die „guten“ Wohngebiete. Klar, im Norden geht es mehr ab, doch oft genug sind dort (als Beispiel) Straßen oder Tunnel wegen Gefechten zwischen Banden untereinander oder mit der Polizei gesperrt.

3. Takeo, komm doch endlich mal nach Rio (Copacabana), damit Du Deine furchtbar kleinkarierten THEORETISCHEN Vorbehalte endlich PRAKTISCH unterlegen kannst ...
Zuletzt geändert von supergringo am Fr 21. Sep 2007, 14:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Diter_Rio » Fr 21. Sep 2007, 14:26

Takeo hat geschrieben:
ich lerne also, dass es in "Rio de Janeiro - Cidade" also gar keine Kriminalität gibt...



naja, takeo,

eigentlich hattest du und dann ich, hatten wir beide ja nur "bandenkriege" zum thema, aber wenn du meinst, rio sued oder "cidade", wie du es nennst, also der bereich centro und suedlich davon, sei auch frei von taschendieben und so weiter, dann muss ich natuerlich, schon aus verantwortung :lol: gegenueber den touristen :shock: , die mitlesen, klarstellen:

an der copa cabana gibt es taschendiebe - und zwar in rauen mengen, vielleicht sogar soviel oder mehr als in anderen metropolen auf dieser welt...(neulich hat mir einer sogar auf der avenida nossa senhora de copacabana mein handy klauen wollen, man stelle sich das vor)

und in rio centro und suedlich davon gibt es auch alle anderen formen der kriminalitaet, ist halt ne grossstadt..

wer aber bandenkriege sucht, der sollte halt schon ein bisschen hoeher in den norden, so ab Ilha do Governador duerfte es losgehn, kenne mich selbst da nicht so aus, ist halt nicht mehr die gegend, wo sich die gringos so rumtreiben.. :oops:
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Re: "Rio" gibt es genauso wenig wie "Korea&qu

Beitragvon supergringo » Fr 21. Sep 2007, 14:31

Diter_Rio hat geschrieben:denn "rio" als solches gibt es genauso wenig wie korea. vielmehr gibt es kaum gegensaetzlichere laender auf der welt als nordkorea einerseits und suedkorea andererseits.
Unsinn! Unterschiedliche politische Schablonen können durchaus geographisch, historisch oder ethnisch zusammenhängende bzw. zusammengehörende Gebiete durchschneiden. Siehe Kurden, Basken oder (ursprünglich historische) Pfalz.
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Beitragvon Diter_Rio » Fr 21. Sep 2007, 14:38

supergringo hat geschrieben:
Diter_Rio hat geschrieben:denn "rio" als solches gibt es genauso wenig wie korea. vielmehr gibt es kaum gegensaetzlichere laender auf der welt als nordkorea einerseits und suedkorea andererseits.


Unsinn! Unterschiedliche politische Schablonen können durchaus geographisch, historisch oder ethnisch zusammenhängende bzw. zusammengehörende Gebiete durchschneiden.



o.k. supergringo, wenn das mit "korea" also unsinn von mir war, dann fahren wir jetzt beide nach "korea", und zwar du nach nordkorea und ich nach suedkorea.

und dann bleiben wir da mal, bis einer von uns zwei verhungert ist...

jetzt willst du sicher wissen, wer von uns das dann sein wird :P
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Beitragvon supergringo » Fr 21. Sep 2007, 15:14

Dass der Vergleich hinkt, begreifst Du nicht. Sonst würdest Du auch wissen, dass sich manche (Dir unbekannte) Ecke in der Zona Sul gar nicht mal so sehr unterscheidet von dunklen Ecken auf der Ilha Governador.
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Beitragvon MARCELO » Fr 21. Sep 2007, 17:14

Ich muss Diter hier mal meine Zustimmung erteilen. Mag ja sein, dass es auch in der Zona Sul komische Ecken gibt.

Nur ist es so, dass man ohne weiteres sogar dort leben kann, ohne auch nur das Geringste von den Bandenkriegen und dergl. mitzubekommen. Voraussetzung hierfür ist natürlich keine Zeitung aufzuschlagen und den Fernseher auszulassen.
Was ich damit sagen will, in Rio wird einiges heisser gekocht, als es gegessen wird.

Wird man als Tourist in Rio nicht überfallen, heisst es eben nicht "Glückgehabt". Das ist nämlich die Normalität, auch in Rio! Vielmehr muss es nach einem Überfall heissen:"extrem Pech gehabt".

Aber es stimmt schon. Es gibt nicht "das Rio". Jeder kann dort finden was er möchte.

Nur meine 500 Real zu dem Thema.
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Beitragvon Takeo » Fr 21. Sep 2007, 17:50

MARCELO hat geschrieben:
Aber es stimmt schon. Es gibt nicht "das Rio". Jeder kann dort finden was er möchte.



- Das obligatorische Beweisfoto am Corcovado mit Blick über Botafogo + Zuckerhut.
- Den Liegstuhl an der Copacabana.
- Die Caipirinha zum Mittagessen.
- das Help zum abendlichen Ausgehen/Anbändeln...
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Re: "Rio" gibt es genauso wenig wie "Korea&am

Beitragvon Takeo » Fr 21. Sep 2007, 17:54

supergringo hat geschrieben:
Diter_Rio hat geschrieben:denn "rio" als solches gibt es genauso wenig wie korea. vielmehr gibt es kaum gegensaetzlichere laender auf der welt als nordkorea einerseits und suedkorea andererseits.
Unsinn! Unterschiedliche politische Schablonen können durchaus geographisch, historisch oder ethnisch zusammenhängende bzw. zusammengehörende Gebiete durchschneiden. Siehe Kurden, Basken oder (ursprünglich historische) Pfalz.


Du meinst "Euskadi ta Askatsuna" in der Pfalz??? Mir waren separatistische Tendenzen in der Pfalz bisher völlig unbekannt... so nach dem Motto: Semptex in Muddästadt... Alla!!!
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