Rio - Sprachreisebericht

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Rio - Sprachreisebericht

Beitragvon Rio_de_Janeiro » Sa 20. Mär 2010, 20:28

So, nun habe ich meine 16tägige Sprachreise hinter mir und bin heil aus Rio de Janeiro zurückgekommen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Mir ist nichts passiert und ich bin auch nicht in bedrohliche Situationen geraten, obwohl ich mich -wie die Male zuvor, als ich in Rio residierte- frei bewegt habe. War auch nachts an der Copa unterwegs ohne dass ich eine besondere Bedrohung wahrgenommen hätte.

Ich möchte keineswegs etwas verharmlosen. Auch ich habe die Nachrichten verfolgt und mitbekommen, was in der Zeit, in der ich in Brasilien war in RJ passiert ist. Ich mir war nachts in Tijuca ein wenig mulmig zumute als ich mich an einem Sonntag (alle Läden zu) nach 23 Uhr dort (in Begleitung) durch die Straßen bewegte.

Dennoch: Es wird ein falsches Bild über Rio in den Medien geschildert. Ich kenne Deutsche (die noch in die Rio oder Brasil waren), die ernsthaft meinen, man wird nachts an der Copa mit hoher Wahrscheinlichkeit erschossen. Sie haben City of God gesehen und kennen die Berichte über brennende Busse und erschossene Menschen im Drogenkrieg.

Aber: Rio de Janeiro steht nicht für Wild West. Ich möchte jetzt nicht im Nachhinein alles gut reden, weil ich sicher auch Glück hatte, dass ich eben nicht überfallen wurde. Aber vieles, was in den Medien gezeigt wird, ist eben doch ein wenig arg einseitig dargestellt.

Allen, die jetzt meinen, dass ich noch nicht mitsprechen kann, da ich ja insgesamt erst 3 Male in Rio war, sei gesagt, dass ich Rio intensiv erlebt habe. D.h. ich habe mich nie ins Hotel verkrümelt, sondern mich unter das Volk gemischt, bin mit Bus, Metro und Taxi gefahren und auch nachts herumgezogen. Während meines Sprachkurses (der total genial war!!!) habe ich bei einer lieben Brasilianerin gewohnt. Ich habe direkt am Leben der Cariocas partizipiert.

Ich bin keineswegs wahnsinnig oder möchte mich in Gefahr begeben. Das Geld war zum Großteil im Schuh verstaut, Kamera war in der Hosentasche, Kreditkarte blieb daheim. Ich habe auch in Bezug auf den Dresscode alles befolgt und mich nicht wie ein Luxus-Kasper gekleidet.

Ich denke, dass viele Touris einfach leichtsinnig unterwegs sind. Erstaunlicherweise sogar Brasilianer-Touris. Habe Brasilianer an der Copa gesehen, die mit fetter Spiegelreflex unterwegs waren und sich auch wie Touris verhielten. Irgendwie hat mich das doch ein wenig in Verwunderung versetzt. Eigentlich müssten die es ja am besten wissen, wie man sich zu verhalten hat.

Nochmal: Rio ist gefährlich. Keine Frage. Als krassen Kontrast möchte ich die Nordseeinsel Langeoog aufführen, die ich gern besuche. Hier kann man sogar einen Rucksack stehen lassen und das Risiko, dass er geklaut wird tendiert fast gegen Null. Nachts kann man alkoholisiert herumtorteln ohne überfallen zu werden. All dies gilt für Rio natürlich NICHT.

Aber: Wer denkt, dass Frankfurt und Berlin ja sooooo sicher sind, weil man mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Knarre an den Kopf gesetzt bekommt, dem sei gesagt, dass ich dort schon in verdammt brenzlige Situationen gekommen bin. Bspw. im eigentlich harmlosen Berlin-Charlottenburg: Dort wollte ich abends das Hotel verlassen, um noch einen trinken zu gehen. Doch ich kam kaum 400 Meter und wurde schon angepöbelt. Mir wurde der Weg versperrt "Ey, hasdu Kibbe oder was?". Die 2 bäumten sich auf und leiteten eine längere Diskussion ein, bis ich endlich vorbei kam. Dann ging es mit einem Pufftürsteher gerade so weiter, der mich einfach in den Laden ziehen wollte und aggressiv wurde, als ich mich losriss. Dann gab es auf der anderen Straßenseite eine Schlägerei, bei der Flaschen flogen und Mädels schrien. Es reichte mir! Ich ging zurück ins Hotel - denn ich hatte genug.

Noch überaus brenzliger war es in Frankfurt, wo ich und eine Freundin beinahe überfallen wurden und nur mit Glück entkamen. Solche Dinger habe ich in Rio (zum Glück!!!) noch nicht erlebt.

Übrigens: Wenn man die Gesamtzeit (zur Ermittlung der Wahrscheinlichkeit einer "Unannehmlichkeit") vergleichen möchte: In Rio war ich in Bezug auf die dort verbrachten Tage weitaus länger als in Frankfurt oder Berlin.

Ach, nochwas: Hier in einer "Großstadt" in der Pfalz ist es in "Mode" gekommen, nachts Leute in der Fußgängerzone zu überfallen und auszurauben. Nicht selten sind es Leute mit osteurop. Akzent. Der Sohn eines Bekannten von uns ist nach einem solchen Überfall fast verstorben (Schädelbasisbruch). Ein Freund von mir wurde vor seiner Haustür heimtückisch von hinten niedergeschlagen und ausgeraubt. In einer Not-OP musste sein Auge gerettet werden, da der Bogen (Knochen der Augenhöhle) aufgrund der brutalen Schläge zersplittert war. Der Arzt meinte, dass er um ein Haar erblindet wäre. Ein anderer Freund von mir ist mit seiner besseren Hälfte aus einem Café in der Fußgängerzone gegangen und hatte gleich 3 freundliche Herren mit osteurop. Akzent vor sich, die seine Kohle wollten. Als er sie nicht rausrückte, gesellten sich weitere 2 dazu und ein Messerchen kam ins Spiel. Da damit herumgefuchtelt wurde, wurde mein Freund an der Hand verletzt und musste später im Krankenhaus genäht werden.

Ich könnte noch zig weitere Fälle aufführen, aber beschränkte mich mal auf die, die sich direkt in meinem näheren Bekanntenkreis zugetragen haben. Bitte erzähl mal einer den Leuten, dass Deutschland total sicher ist....

Nicht falsch verstehen: Ich verharmlose Rio de Janeiro nicht. Aber mir soll niemand damit kommen, dass Deutschland ja total ungefährlich ist, weil es keine Favela oder nur wenig Knarren in Privatbesitz gibt. Die Leute, die überfallen wurden und verletzt, interessiert das nur wenig. Sie wurden mit Tritten, Schlägen oder Messern verletzt - und zwar schwer.

Ich liebe Rio de Janeiro. Das lässt sich unschwer erkennen. Ich werde auch noch einen Reisebericht nachreichen, denn ich habe sehr viel Positives in Rio erlebt und bin noch immer gefesselt von meiner Lieblingsstadt. So intensiv habe ich Rio noch nie erlebt. Im Nachhinein hat sich der Sprachkurs als absoluter Glücksgriff erwiesen. Nicht nur, dass mir die Sprache in aller Tiefe vermittelt wurde. Nein, ich bekam die Chance, viele nette Menschen kennenzulernen. Das Familienleben, die Gewohnheiten und das tägliche Leben der Cariocas haben mich zutiefst beeindruckt und teilweise auch gerührt.

Ich habe viele positive, wie auch negative Seiten kennengelernt und mir ein umfassendes Bild verschafft. Rio, ich komme wieder! :D
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Re: Frau in Brasilien überfallen und erschossen worden

Beitragvon Frarry » Sa 20. Mär 2010, 20:43

Zum zweiten mal diese absolut gleiche fiktive Geschichte !
Sie haben das Recht zu Schweigen denn alles was
Sie zitieren, kann gegen Sie verwandt werden .
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Re: Frau in Brasilien überfallen und erschossen worden

Beitragvon dimaew » Sa 20. Mär 2010, 21:11

Frarry hat geschrieben:Zum zweiten mal diese absolut gleiche fiktive Geschichte !


Es ist schon ärgerlich, wenn die Erlebnisse anderer absolut nicht in das so schön zurecht gebastelte Weltbild passen wollen, nicht? :mrgreen:
Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt (chin. Sprichwort)
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Re: Frau in Brasilien überfallen und erschossen worden

Beitragvon Rio_de_Janeiro » So 21. Mär 2010, 00:54

Frarry hat geschrieben:Zum zweiten mal diese absolut gleiche fiktive Geschichte !


Sorry, aber es ist eine glatte Unverschämtheit, dass Du sowas von Dir gibst. Du unterstellst mir also eine Lüge und solltest lieber in Deckung gehen. Denn alles ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Wenn das nicht in Dein Weltbild passen sollte, dann unterlasse bitte solche Kommentare und schluck es runter.

Ich habe mir viel Mühe gegeben mit dem Bericht und habe viele Details aufgeführt. Was sollte ich denn bitte schön für einen persönlichen Nutzen davon haben, wenn ich erfundende Stories in die Welt setze? Wenn Du unbedingt so scharf darauf bist, dann sende mir eine PM mit Deiner E-Mail-Adresse und ich leite sie an die Personen weiter, die geschädigt wurden, so dass sie es Dir bestätigen können.

Irgendwie habe ich manchmal den Eindruck, dass es Leute gibt, die nur auf dem BÖSEN, BÖSEN Brasilien und dem ach so sicheren, guten Deutschland herumreiten wollen und dabei die Realitäten komplett ausblenden.

Sorry, aber eben bin ich echt ziemlich böse geworden, nachdem ich sowas lesen musste.
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Re: Frau in Brasilien überfallen und erschossen worden

Beitragvon ptrludwig » So 21. Mär 2010, 12:51

Rio_de_Janeiro hat geschrieben:
Frarry hat geschrieben:Zum zweiten mal diese absolut gleiche fiktive Geschichte !


Sorry, aber es ist eine glatte Unverschämtheit, dass Du sowas von Dir gibst. Du unterstellst mir also eine Lüge und solltest lieber in Deckung gehen. Denn alles ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Wenn das nicht in Dein Weltbild passen sollte, dann unterlasse bitte solche Kommentare und schluck es runter.

Ich habe mir viel Mühe gegeben mit dem Bericht und habe viele Details aufgeführt. Was sollte ich denn bitte schön für einen persönlichen Nutzen davon haben, wenn ich erfundende Stories in die Welt setze? Wenn Du unbedingt so scharf darauf bist, dann sende mir eine PM mit Deiner E-Mail-Adresse und ich leite sie an die Personen weiter, die geschädigt wurden, so dass sie es Dir bestätigen können.

Irgendwie habe ich manchmal den Eindruck, dass es Leute gibt, die nur auf dem BÖSEN, BÖSEN Brasilien und dem ach so sicheren, guten Deutschland herumreiten wollen und dabei die Realitäten komplett ausblenden.

Sorry, aber eben bin ich echt ziemlich böse geworden, nachdem ich sowas lesen musste.

Ja genau deshalb habe ich mir auch meinen ständigen Wohnsitz in Brasilien, mir wurde Deutschland einfach zu gefährlich. Mir ist zwar in den 54 Jahren die ich dort gelebt habe nichts passiert, aber was man immer so hört und liest, da kann einem schon Angst werden.
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Re: Rio - Sprachreisebericht

Beitragvon Takeo » So 21. Mär 2010, 14:11

Rio_de_Janeiro hat geschrieben:Ich denke, dass viele Touris einfach leichtsinnig unterwegs sind. Erstaunlicherweise sogar Brasilianer-Touris. Habe Brasilianer an der Copa gesehen, die mit fetter Spiegelreflex unterwegs waren und sich auch wie Touris verhielten.


Ohh Gott... wie kann man auch so doof sein und sich wie ein Touri zu verhalten (obwohl man ja einer ist)... und wie kann man auch noch soo doof sein und seine Kameraausrüstung mit in den Urlaub nehmen!!! Rio, man soll sich bitteschön wie ein Insider "benehmen", wer Fotos machen will, bitte nur mit Detektivkamera... ...das Blöde ist nur, dass je mehr der Besucher sich wie ein Insider zu benehmen versucht, desto mehr fällt er als Touri auf... egal, diese ganze Hype ist Blödsinn, mal geht's gut, mal nicht... man kann auch sein Havaiihemd anziehen und seine Fotoausrüstung vor die Brust hängen - man kann auch im Bus zur Arbeit überfallen werden... wenn man sich an der Copacabana nicht mehr anziehen will wie man will oder seine Kamera nicht mitnehemen kann, dann hat Rio ein Problem, nicht die Urlauber!!!
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Re: Rio - Sprachreisebericht

Beitragvon Rio_de_Janeiro » So 21. Mär 2010, 22:11

Takeo hat geschrieben:
Ohh Gott... wie kann man auch so doof sein und sich wie ein Touri zu verhalten (obwohl man ja einer ist)... und wie kann man auch noch soo doof sein und seine Kameraausrüstung mit in den Urlaub nehmen!!! Rio, man soll sich bitteschön wie ein Insider "benehmen", wer Fotos machen will, bitte nur mit Detektivkamera... ...das Blöde ist nur, dass je mehr der Besucher sich wie ein Insider zu benehmen versucht, desto mehr fällt er als Touri auf... egal, diese ganze Hype ist Blödsinn, mal geht's gut, mal nicht... man kann auch sein Havaiihemd anziehen und seine Fotoausrüstung vor die Brust hängen - man kann auch im Bus zur Arbeit überfallen werden... wenn man sich an der Copacabana nicht mehr anziehen will wie man will oder seine Kamera nicht mitnehemen kann, dann hat Rio ein Problem, nicht die Urlauber!!!


Hmm, naja, vielleicht habe ich es nicht detailliert genug ausgedrückt. Also, diese Gruppe war total lachhaft und brasilienuntypisch gekleidet. Der Kamera-Mann hatte sein Schmuckstück auf der Brust. Die Gruppe fiel durch ihre Lautstärke enorm auf. Schon klar, dass ein Tourist eigentlich immer als solches zu erkennen ist. Aber man muss eben nicht noch unnötig für Aufsehen sorgen. Das wollte ich damit sagen :wink:

Insgesamt ist es ja richtig: Es kann einen theoretisch überall erwischen. Man sollte es auch nicht übertreiben mit Schleichen, Plastiktütenverstecken und Geld in den Schuh und aus dem Schuh holen, sonst erreicht man damit den gegenteiligen Effekt von dem, was man eigentlich erzielen wollte. Einfach vorsichtig sein und sich weitestgehend normal verhalten und die Augen ein bißchen offen halten.
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