Rios Memorial für Judenhasser Vargas

Aktuelle Tendenzen und Prognosen der brasilianischen Regierungspolitik und Wirtschaftsentwicklung / Daten und Fakten aus der mehr als 500-jährigen Geschichte Brasiliens

Rios Memorial für Judenhasser Vargas

Beitragvon khart » Mo 29. Aug 2005, 20:56

Rios Memorial für Judenhasser Vargas

Wer von Rios Zentrum in Richtung Copacabana fährt, entdeckt kurz vorm famosen Hotel Gloria ein neues, großzügig gestaltetes Memorial, mit dem die Nation das Andenken von Getulio Vargas würdigt. Vargas – war das nicht der Hitlerverehrer und notorische Judenhasser, der die deutsche Jüdin und linksgerichtete Diktaturgegnerin Olga Benario an Hitlerdeutschland auslieferte, wo man sie 1942 in der Gaskammer des KZs Bernburg umbrachte? Ja – genau dieser Präsident Getulio Vargas – Mann des Volkes, Vater der Armen, der Arbeiter, größter Staatsmann in der brasilianischen Geschichte, Förderer der Industrialisierung, Patriot – so wird der Diktator glorifiziert. Beinahe wie zu Lebzeiten, zelebriert von seinem Propagandaministerium. Landesweit tragen längst ungezählte Straßen und Avenidas, und auch das wichtigste Wirtschaftsforschungsinstitut, seinen Namen. Und man spielt wieder die vielen, Getulio Vargas gewidmeten Sambas – alles Lob und Hudel. Denn jenes bis heute auch in Deutschland gängige Klischeebild von Brasilien als Land von Samba, Karneval und Fußball, Rassendemokratie und moderner Architektur wurde interessanterweise unter Diktator Vargas produziert, zahlreiche Politiker nennen sich seine Erben. Aber ist denn Vargas, seine Regierung, nicht gleichzeitig mitschuldig an der Judenvernichtung, hat der Diktator, Repräsentant der Eliten und Oligarchien, denn nicht Adolf Hitler selbst im Auftreten, im Führungsstil regelrecht kopiert, trägt denn nicht Brasilien bis heute schwer am faschistischen Vargas-Erbe?
“Dieser Teil der Geschichte wird vergessen, unterdrückt, zensiert – da türmen sich Barrieren auf“, betont im Exklusivinterview die angesehene Historikerin Maria Luiza Tucci Carneiro von Brasiliens größter Bundesuniversität in Sao Paulo, Vargas – und Antisemitismus-Expertin, mit zahlreichen Buchveröffentlichungen. „Vargas hielt engste Beziehungen zu Nazideutschland, kooperierte mit der Gestapo, die seine politische Polizei ausbildete, trainierte. Man redet heute nicht über jene Geheimdekrete, mit denen Vargas Einreisevisa für bedrohte, verfolgte Juden verbot – der sichere Tod für viele von ihnen in den Konzentrationslagern. Allein für Deutschland habe ich bisher über fünftausend abgelehnte Visaanträge dokumentiert – und es sind noch viel mehr! Auch polnischen, österreichischen Juden wurde die Einreise verweigert. Man redet heute nicht über die Mitverantwortung Brasiliens an der Judenvernichtung. Die Vargas-Regierung ist mitschuldig an nazistischer Ausrottung, was sich jeder Brasilianer endlich einmal bewußt machen sollte. Und nicht nur Olga Benario wurde ja deportiert, viele andere Jüdinnen ebenfalls.Vargas förderte die Ausbreitung der NSDAP in Brasilien, ließ Nazi-Instrukteure ins Land, die auch an den deutschen Schulen indoktrinierten.“
Typisch für damaligen, auch heutigen Politikstil: Ausnahmen bei der Visaerteilung sind möglich, um den schönen Schein einer vorurteilsfreien, antirassistischen Nation zu wahren. Deutsche, österreichische Juden, die eine hohe Summe bei der Banco do Brasil deponieren, erkaufen sich damit das sogenannte Visto Capitalista.
Und nicht zufällig, so Tucci Carneiro, werde es unter Vargas Mode, Söhnen den amtlichen Vornamen Hitler zu geben. „Die Bewunderung für Hitler, den Nazismus, das Dritte Reich war groß. Es gibt anonyme Briefe nicht deutschstämmiger Brasilianer, welche nach Brasilien geflohene Juden denunzierten. Während des gesamten Zweiten Weltkriegs war die Aversion gegen Juden in Brasilien groß.“
Grausamste Folter, politische Gefangene, Schüsse auf protestierende Studenten, Gleichschaltung der Medien durch Vargas, ein „Tag der Rasse“ - selbst der Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich wird von ihm als Anbruch einer neuen Ära groß gefeiert.

--Juden – „gefährliche Subjekte“—

1930 kommt Vargas durch einen Putsch an die Macht – doch wie die Historikerin belegte, gab es bereits ab 1922 antisemitische Regierungsdokumente gegen eine jüdische Einwanderung. Juden werden als „gefährliche Subjekte“ definiert, brasilianische Diplomaten in Europa argumentieren stets radikal antisemitistisch, empfehlen der Regierung, die Pforten für Juden zu schließen. Ab 1933 betreibt Vargas bereits eine starke Annäherung an Hitlerdeutschland, gleichzeitig nimmt die Repression gegen linksgerichtete Juden zu, werden die jüdischen Gemeinden immer stärker überwacht. Zwischen 1935 und 1938 kann die Vargas-Expertin Carneiro allein für den Teilstaat Sao Paulo zweiunddreißig Fälle von Juden nachweisen, die als „unerwünschte Elemente“ aus dem Land mußten, nach Deutschland, Litauen, Rußland, Rumänien zurückkehrten – wo sich ihre Spur verliert. „Oft geschah die Ausweisung unter Vorwänden, lag gar kein politisches Delikt vor, nannte man sie gefährliche Agitatoren gegen den Staat. Die von Vargas gesteuerte Presse, die politische Polizei beschrieb die Frauen stets als `gefährliche jüdische Terroristen aus Moskau, oder Moskauer Emissäre`.“
1936 das erste Geheimdekret gegen jüdische Einwanderung. Viele brasilianische Juden versuchten ihre Verwandten aus Deutschland nachzuholen, doch Visa wurden stets abgelehnt. „Man weiß, daß solche Antragsteller in Deutschland daraufhin verhaftet wurden, im KZ endeten. Brasilianische Diplomaten wie Jorge Latour beschrieben in ihren Berichten an die Vargas-Regierung die Juden in dem von der Wehrmacht besetzten Polen als abstoßende Figuren.“
Erst 1942 bricht Diktator Vargas mit Nazideutschland, um nicht auf der Verliererseite zu stehen – auch unter dem Druck der USA. Brasilien schickt noch ein Expeditionskorps auf den Kriegsschauplatz nach Italien. 1945 wird Vargas durch einen seiner wichtigsten Köpfe, den germanophilen Marschall Eurico Dutra ersetzt - Kriegsverbrecher, hohe Funktionäre Hitlers finden nun auch in Brasilien geradezu massenhaft Unterschlupf. Historikerin Carneiro stöbert ein Geheimdekret auf, durch das Präsident Dutra immerhin noch 1949, vier Jahre nach Kriegsende, ebenfalls Einreisevisa für Juden verbieten läßt. Das offizielle Argument: Es handele sich um Überlebende der KZs, also psychisch gestörte Leute, an denen Brasilien kein Interesse haben könne. In einer offiziellen Zeitschrift „begründen“ unter anderem Mediziner, welche Gefahren Brasilien durch solche Einwanderer entstünden. Zum Chef der Einwanderungsbehörde macht die Dutra-Regierung bezeichnenderweise jenen Diplomaten Jorge Latour, der polnische, italienische Juden stets am übelsten verunglimpft hatte. Ein weiteres interessantes Detail: Während des Zweiten Weltkriegs gingen zahlreiche Deutsch-Brasilianer ins Reich zurück, um in der Wehrmacht, SS mitzukämpfen. Ihre brasilianische Staatsbürgerschaft gaben sie auf. Nach dem Krieg wollten sie gerne nach Brasilien zurückkehren, baten die brasilianische Regierung untertänigst wieder um die Staatsbürgerschaft. „Die ließ man bevorzugt rein, erleichterte die Rückkehr – doch die Juden, Opfer der Nazis, die wollte man nicht!“ 1950 kommt
Vargas durch bürgerliche Wahlen erneut an die Macht, regiert mit demokratischer Maske, begeht 1954 Selbstmord. Über fünfzig Jahre später wird er immer noch glorifiziert. „Das stellt die demokratischen Prinzipien der brasilianischen Nation in Zweifel. Wir haben heute eine Krise der Werte und politischen Grundsätze in Brasilien, eine Stärkung autoritärer Prinzipien – was sich an diesen Vargas-Feiern deutlich zeigt.“ Nach Filinto Müller, dem berüchtigten Chef und Oberfolterer der politischen Polizei von Vargas, sind in Brasilien Schulen, Plätze, Straßen und sogar ein Plenarsaal im Nationalkongreß benannt.

--„Schwäche der Demokratie als Vargas-Erbe“—

Mit Hilfe des Propagandaministeriums und seines brasilianischen Goebbels hatte man seinerzeit, wie im Falle Hitlers, ein offizielles, manipuliertes Vargas – Image konstruiert. „Daß man heute neue Denkmäler, ein Memorial in Rio einweiht, zeigt, wie lebendig die offizielle Geschichtsschreibung, das manipulierte Vargas-Bild noch ist. Als Vargas-Erbe haben wir bis heute eine Schwäche der Demokratie, eine verzögerte Demokratisierung. Konservatives Denken in den politischen Eliten. Ich sehe heute noch Reste dieses Autoritarismus in der brasilianischen Politik. Wenn beispielsweise die Lula-Regierung einen Rat zur Medienregulierung schaffen will.“
Autoritarismus nur in der Politik? Joao Ricardo Dornelles, Soziologe an der Katholischen Universität Rio de Janeiro, bezeichnet den in den menschlichen Beziehungen der brasilianischen Gesellschaft tiefverwurzelten Autoritarismus als wichtige Ursache, gar den Hauptgrund für die hohe Gewaltrate in dem Macholand. Autoritär-rücksichtsloses Alltagsverhalten ist Regel, nicht Ausnahme.
Aber Getulio Vargas wird doch immer wieder wegen des von ihm eingeführten Arbeitsrechts, wegen sozialer Verbesserungen gerühmt? Historikerin Carneiro widerspricht. „Die Arbeitsgesetzgebung war weitgehend wirkungslos, wir haben keine bessere Einkommensverteilung, die sozialen Kontraste blieben scharf.“

--Lula über Hitler—

1979, während der Militärdiktatur, sagte ein großer Gewerkschaftsführer Brasiliens:“Hitler irrte zwar, hatte aber etwas, das ich an einem Manne bewundere – dieses Feuer, sich einzubringen, um etwas zu erreichen...Was ich bewundere, ist die Veranlagung, Bereitschaft, die Kraft, die Hingabe.“ Historikern Carneiro nennt diese Äußerung schockierend. Der Gewerkschaftsführer war Luis Inacio Lula da Silva – heute ist er Staatschef.
Waldemar Rossi, einer der bekanntesten Führer der brasilianischen Sozialbewegungen, organisierte früher mit Lula Streiks, kennt ihn wie kaum ein anderer:“Lula ist in Wahrheit nicht einmal sozialdemokratisch, ist ideologisch fragil, wuchs in der Gewerkschaftsbewegung faschistischen Ursprungs auf, in einer von multinationalen Konzernen geprägten Industriestruktur. Seine Weltsicht, seine Sicht von Entwicklung ist just jenes derzeit auf der ganzen Erde dominierende Modell. Lula fehlt eine klare Vision der Differenziertheit in der heutigen Welt – Lula war nie ein Linker. All dies erklärt seine teilweise Bewunderung für Adolf Hitler.“ Kurioserweise wird er bis heute auch in manchen deutschsprachigen Medien als Linker, gar Sozialist bezeichnet.

--„linke“ Vargas-Glorifizierer—

Und noch heute bleibt ein Teil der Polizeiarchive über die Vargas-Ära geheim, beispielsweise in Rio de Janeiro „Weil Personen verwickelt sind, die noch leben – also Folterer, Amtsträger des Vargas-Regimes. Man will die historische Verantwortung dieser Leute gering halten. Auch das erklärt die derzeitige Vargas-Glorifizierung.“
Leonel Brizola, populistischer Führer der Demokratischen Arbeitspartei (PDT), war einer dieser Vargas-Glorifizierer, nannte den Diktator stets seinen politischen Mentor. Bis zu seinem Tode 2004 war Brizola Vizepräsident der Sozialistischen Internationale, bezeichnete Willy Brandt stets als seinen persönlichen Freund. Die PDT beruft sich weiter auf Vargas.
Zu allem paßt ein umstrittener neuer Spielfilm über Olga Benario. “Ein entpolitisierter Film“, so Historikern Carneiro, „der Erinnerung, Geschichte auslöschen soll. Der autoritäre Kontext, die engen Beziehungen von Vargas zu Nazideutschland werden nicht gezeigt. Man lenkt den Blick der Brasilianer ab auf die Liebesbeziehung zwischen Olga Benario und Luis Carlos Prestes. Der Film unterwirft sich der offiziellen Geschichtsschreibung, stärkt just in diesem Moment das gängige Vargas-Bild, das durch den Film nicht angekratzt wird.“
Aber hätte man deshalb nicht eine Reaktion der Lula-Regierung, ihr nahestehender Intellektueller erwarten können? „Es gibt kein politisches Interesse, diese Seite der Geschichte aufzuarbeiten, der Vergessenheit zu entreißen, man sieht dafür keine Notwendigkeit. Politische Schritte zugunsten von Bewußtseinsbildung bleiben aus. Doch ein Land ohne historisches Erinnerungsvermögen hat keine Identität! Da Geschichtsbewußtsein fehlt, haben die Historiker jetzt eine noch größere Verantwortung, über die Vargas-Diktatur aufzuklären.“
Historikerin Carneiro tut an der Bundesuniversität von Sao Paulo, was sie kann, forscht teils auf eigene Kosten, gründete mit Gleichgesinnten ein Studienzentrum über Intoleranz. „Wir wollen die jungen Studenten über den Holocaust informieren, der Bevölkerung mit Ausstellungen, Büchern zeigen, wie es unter Vargas wirklich war. In ganz Brasilien müssen endlich die Archive der Diktatur, der Repression geöffnet werden. Nur in Sao Paulo besteht freier Zugang.“
Da Brasiliens führender Medienkonzern Globo an Produktion und Vertrieb des Olga-Benario-Films beteiligt ist, wurde dieser in den Medien entsprechend gepuscht.. Nur hier und da in wenig gelesenen Qualitätszeitungen ein paar Kritiken gegen den Trend: Globo-Regisseur Jaime Monjardim wird vorgeworfen, lediglich eine Seifenoper, nach Art seiner TV-Serien, verbrochen zu haben, die erzählerische Armseligkeit sei direkt skandalös, der Stoff, selbst die erbitterte Vargas-Gegnerin Olga Benario, entpolitisiert. Eine brutale Simplifizierung der Personen, der Geschichte. Der Streifen könne als Musterbeispiel für manipulierendes Kino dienen, das dem Zuschauer weder die Freiheit des Sehens noch des Denkens lasse.
Olga Benarios Tochter Anita Prestes, in einem Berliner Gefängnis geboren, ist Geschichtsprofessorin an der Bundesuniversität von Rio de Janeiro, lehnt jede Meinungsäußerung, jedes Interview zu dem Film ab. Er machte sie sprachlos, ließ sie entsetzt, wird von ihr abgelehnt, wie aus ihrem Freundeskreis verlautete.
Für Anita Prestes ist bitter, was mit dem Andenken ihrer Mutter nach dem Machtwechsel in Ostdeutschland am Ort der Ermordung geschah. Der im Osten nach dem Anschluß geförderte Neonazismus ist ihr ebenfalls nicht entgangen. „Sogar in Bernburg haben sie den Namen Olgas von einer Schule entfernt, ein Mahnmal ebenfalls.“
Wer sich unter geschichtsbewußten, progressiv eingestellten Brasilianern umhört, bekommt zum Film stets sehr ähnliche Antworten: Eine Seifenoper, die suggeriere, daß Olga Benario besser die Finger von der Politik hätte lassen sollen, denn die typische Frauenrolle, als Liebhaberin, Weibchen, Mutter stehe ihr doch viel besser zu Gesicht. Olga Benarios politisches Engagement als Antifaschistin erscheine sinnlos, dilletantisch wie das von Prestes - eine Spinnerei, der völlig falsche Weg, zum Scheitern verurteilt. „Lider“ Vargas dagegen ein großer, vernünftiger Präsident, der dem Land den inneren Frieden erhalten wollte.
„Nur zu oft in der Geschichte feiert man die falschen Helden – nicht nur in Brasilien“, kommentiert Maria Luiza Tucci Carneiro.
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Beitragvon winni » So 20. Nov 2005, 18:18

Ola
passend zum thema:
http://www.albertogoldman.com.br/artigo ... minimo.htm

Es ist wie immer ganz nett zu beobachten, wie wie jedes Jahr gewisse (früher so arm und verfolgt) in Brasilien darüber diskutieren, wie die Armen wohl besser abkratzen: mit 85 dollar im Monat, oder vielleicht doch mit 95 U$ im Monat!
Wie eigenartig, seit 15 Jahren die selbe Diskussion und jedesmal mit demselben Ergebnis !
PS: wußtet Ihr, daß die heile TORA das heilige Buch, die Original-Tora in Sao Paolo aufbewahrt wird! Denn für Juden ist Sao paolo der sicherste Ort der Welt! Fragt sich nur warum!?
alle 30 sekunden ein Verbrechen - .....


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Re: Rios Memorial für Judenhasser Vargas

Beitragvon Takeo » So 20. Nov 2005, 22:49

khart hat geschrieben:--Lula über Hitler—

1979, während der Militärdiktatur, sagte ein großer Gewerkschaftsführer Brasiliens:“Hitler irrte zwar, hatte aber etwas, das ich an einem Manne bewundere – dieses Feuer, sich einzubringen, um etwas zu erreichen...Was ich bewundere, ist die Veranlagung, Bereitschaft, die Kraft, die Hingabe.“ Historikern Carneiro nennt diese Äußerung schockierend. Der Gewerkschaftsführer war Luis Inacio Lula da Silva – heute ist er Staatschef.
Waldemar Rossi, einer der bekanntesten Führer der brasilianischen Sozialbewegungen, organisierte früher mit Lula Streiks, kennt ihn wie kaum ein anderer:“Lula ist in Wahrheit nicht einmal sozialdemokratisch, ist ideologisch fragil, wuchs in der Gewerkschaftsbewegung faschistischen Ursprungs auf, in einer von multinationalen Konzernen geprägten Industriestruktur. Seine Weltsicht, seine Sicht von Entwicklung ist just jenes derzeit auf der ganzen Erde dominierende Modell. Lula fehlt eine klare Vision der Differenziertheit in der heutigen Welt – Lula war nie ein Linker. All dies erklärt seine teilweise Bewunderung für Adolf Hitler.“ Kurioserweise wird er bis heute auch in manchen deutschsprachigen Medien als Linker, gar Sozialist bezeichnet.


Spilet es heute überhaupt ein Rolle ob Getulio Vargas Judenhasser war oder nicht??? Es weiss doch wirklich fast jeder in Brasilien, dass Getulio Vargas mit Berlin, Rom und Tokyo geliebäugelt hat, bloss haben die amerikaner glücklicherweise einen Strich durch getulios Naziträume gemacht.... Und ob Lionell Brizola jetzt Getulio Glorifizierer war oder nicht... er wäre eindeutig ein besser sozialdemokratischer President als Lula...

...viel viel schlimmer sind nämlich Lulas Ansichten über Hitler!!! und dass bei den derzeitigen Zeichen der Zeit:

1.) Lulas Background und politischer Werdegang hat viele Paralelen zu Josip Stalin.
2.) Venezuela, Brasilien, Uruguay, Argentinien haben sozialistische (keine Sozialdemokratischen!) Regierungen.
3.) Venezuaela und Brasilien haben seit neuestem immer mehr Petrodollar. Petrobras ist staatlich!
4.) Lula ist kein linker Visionär sondern ein... Diktator?
5.) Lula hat die Gehälter des Militärs um 23% erhöht!

Frage: WAS geht WIRKLICH vor in Brasilien???
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Beitragvon winni » Mo 21. Nov 2005, 00:13

Ola
Vargas war nicht unbedingt ein Judenhasser, aber auf alle Fälle einer der Brasilien liebte!
Früher, bis kurz nach dem 2. Weltkrieg waren Argentinien und Brasilien die reichsten Länder der Welt, viel reicher und mächtiger als USA es heute ist! - und Vargas hatte nur die bösen Vorahnungen, daß irgendwann mal im 21. Jahrhundert es vielleicht durch gewisse Kräfte und Sitten aus Kleinasien sich Brasilien zum arämsten der Armen entwickeln könnte!
Ob er damit wohl recht hatte - sind seine Ahnungen und Befürchtungen wahr geworden??

In allen Städten Brasiliens gibt es heutzutage zwischen 300 und 3000 Favelas (slums/Elendsviertel) Jedes davon schaut schlechter aus als ein Konzentrationslager!
Die Strassen sind in schlechterem Zustand als manche römische Strassen vor 2000 Jahren, in Touristenvierteln kann man keine 10 Meter gehen ohne über einen halbverhungernden Bettler zu fallen, Krankenhäuser und Apotheken müssen sich mit bewaffndenen Sicherheitsleuten das überleben und den Geschäftsgang sichern usw..!
Ja ja, der Vargas war sicherlich nicht blöd, seine Ahnungen sind war geworden!
Und Goldköpfchen und Goldbäumchen machen sich sorgen , wie man ca. 100 millionen Arme noch mehr schröpfen könnte indem man die schon lang fälliggewordene Erhöhung des Mindestgehalts stoppen kann! Diese Leute gehen dann heim, stopfen sich den Bauch voll und freuen sich über den neuerworbenen Pickup um 30.000 dollar für die Tochter oder sonstige Verwandte!! Selbst fährt man ja Merzedes, fliegt Cesna und hat das Geld im Ausland! Bestraft wird man ja nicht , in Amerika, das Land der....... !!

in diesem sinne

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Beitragvon Takeo » Mo 21. Nov 2005, 00:49

Ja, Ja... lieber winni, Lula brüstet sich seit neuestem damit, den Mindestlohn auf über 100,-US$ erhöht zu haben... was der kleine Mann natürlich nicht weiss ist, dass es hauptsächlich daran liegt, dass der Dollarkurs gegenüber dem Real niedrig ist, und dass deshalb rein rechnerisch der Mindestlohn auf über 100,- US$ gestiegen ist. Übrigens: die Juden die ich in Brasilien kenne, sind alles rechtschaffende Leute, die sich ihr Geld verdient haben so wie es jeder kann, das Gleiche kann ich weder von Lula und Konsorten, noch von einigen Neureichen behaupten, die ihren Luuxs (vorhanden oder Nicht) zeigen wo es nur geht... und auch nicht von den Armen!

Ich wiederhole mich:
Die Zeichen der Zeit sind folgende:
1.) Lula kann nur noch auf sehr wenige Wählerstimmen zurückgreifen.
2.) Lula kann auf Hugo Chaves vertrauen!
3.) Lula hat einen Background wie Stalin und bewundert Hitler.
4.) Lula hat ähnlich wie Hugo Chaves Petrodollar von der staatlichen Petrobras.
5.) Lula erhöht die Gehälter der Militärs.

Was will er wirklich???? George Bush hat dieser Tage bei seinem Besuch in Brasilien Lula's "Demokratie" gelobt - was hat er damit WIRKLICH sagen wollen???
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Beitragvon neginho » Mo 21. Nov 2005, 05:37

Übrigens: die Juden die ich in Brasilien kenne, sind alles rechtschaffende Leute, die sich ihr Geld verdient haben so wie es jeder kann,


@takeo: du hast das richtig schön geschrieben, die die du kennst. was ist mit denen die du nicht kennst?
Ohne das ich etwas gegen Juden hätte, muss ich leider sagen das ich mit diesen Leuten eher negative erfahrungen gemacht habe. Die meisten waren leider sehr überheblich und eingebildet.


neginho
schreibfehler im nick sind bewusst und beabsichtigt.
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Beitragvon Viva Floripa » Mo 21. Nov 2005, 08:12

Winni:
In allen Städten Brasiliens gibt es heutzutage zwischen 300 und 3000 Favelas (slums/Elendsviertel) Jedes davon schaut schlechter aus als ein Konzentrationslager!
---------------------------

Hallo Winni, das ist ein sonderbarer Vergleich. Die vielen Toten der Konzentrationslager hätten garantiert bevorzugt, in einem schmutzigen Elendsviertel um ihr Überleben zu kämpfen. Zumindest die „Politischen“ der sauberen Lager hätten sogar die geistige Freiheit in einem Slum geschätzt. Diese Weisheit hab ich von meinem Vater, der im Widerstand war und den Schutz des Dritten Reiches bei freier Kost und Logis, mit 40 kg bei 190 Gösse ab 1933 genossen hat. Sein Bruder ist übrigens dabei drauf gegangen. :cry: :cry: :cry:
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Beitragvon Birgit » Mo 21. Nov 2005, 11:57

[...] von mir selber gelöscht! Birgit
Zuletzt geändert von Birgit am Do 29. Nov 2007, 20:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Takeo » Di 22. Nov 2005, 00:38

Ich habe einige Juden kennengelernt - sowohl in Brasilien als auch in Argentinien: Es war fast immer das selbe, die Eltern sehr rechtschaffende arbeitssame, sparsame und fleissige Leute - die Kinder kulturell gebildet und fast immer sehr gebildete und unterhaltsame Gesprächspartner! Nie habe ich bei Juden gesehen, dass sie in saus und braus lebten und den Luxus herausgekehrt haben wo sie nur können - aber oft habe ich mich über imensen Reichtum bei gleichzeitiger Bescheidenheit gewundert! Dies übrigens nicht nur bei Juden, sondern auch bei vielen europäischen und Deutschen Einwanderern, sogar bei Amerikanern!

Leider ist das bei den vielen vielen Brasilianischen Armen die ich kenne - gut kenne, weniger gut, oberflächlich... es kommt da einiges zusammen in langer Zeit in Brasilien, genau nicht der Fall. Hier mal so ein Ranking, dass sich komischerweise immer und immer und immer wiederhohlt, egal wie oft man versucht auf ein Neues irgendwie eine Chance zu geben:

1.) Eine imense Fähigkeit, sich in die !&@*$#! zu reiten, bei Unfähigkeit, auch nur geringste Probleme zu lösen. (unheimlich Viele)!
2.) Totale Unzuverlässigkeit (fast Alle!)
3.) Dummheit, Ignoranz, fehlende Solidarität (sehr, sehr viele!)
4.) Faulheit (sehr Viele!)
5.) Dreistigkeit und Arroganz (Viele)

über Punkt 1.) wundere ich mich oft - denke dann dass es einfach an Punkt 3.) und fehlender Kultur und Erziehung liegt.

Punkt 2.) So verliert man schneller wider seine Arbeit als man sie erworben hat!!!

Punkt 4.) lässt sich wunderbar damit vertuschen, dass man ja nie eine Chancen hatte...

Punkt 5.) erklärt sich natürlich wieder durch Punkt 3.)!

Ach ja: hier bestätigen Ausnahmen, wie nie zuvor die Regel! (Auch ich kenne Leute, aus dem Caatinga im Nordosten oder der Favela in São Paulo, die sich durch Fleiss, Ausdauer, Solidarität, Sparsamkeit, Planung etc... einen guten Platz in der Mittelklasse verschafft haben... Leute die wissen: von Nichts kommt halt Nichts!)


P.S. Sklavenhalter und Arroganz (Punkt 5.): Ich kenne einen relativ erfolgreichen Landwirt holländischer Abstammung. Baut so ca. 2000 ha Soja unt etwas Mais an, und es stehen wegen der angeschlossenen Granja ungefähr zwölf Familien bei ihm in Lohn und Brot. Alle haben ein schönes Häusschen mit Garten und Horta, in der Einfahrt der Fazenda steht ein Schild: Langsam - Kinder (Devagar - Crianças). Wie es nun das Schicksal wollte, kam der Landwirt in einen finaziellen Engpass, und musste das 13. Monatsgehalt stunden, weil ihm wichtige Kredite (Lula: mann muss die familiäre Landwirtschaft fördern, nicht den Grossgrundbesitz!) fehlten. Erfolg: zwei Familien klagen - Arbeitsgericht schickt Fiscalização, Fiscalização stellt Bedingungen fest, die Sklavenarbeit rechtfertigen: Teile des Lohns werden als freies Wohnen, und in Naturalien (Reis, Bohnen, Sojaöl, Hühnerfleich, Eier etc...) ausbezahlt. Nun muss dieser Landwirt fürchten, dass ihm sein gesamter Besitz enteignet wird (er ist ja Sklavenhalter!) und die übrigen zehn Familien fürchten um ihre Arbeitsplätze...

Rindfleisch von Sklavenfarmen!
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Beitragvon winni » Di 22. Nov 2005, 02:15

Ola
12 familien ohne Arbeitsvertrag zu beschäftigen ist Selbstmord in Brasilien , vor allem wenn man euroäer ist!
Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, daßich Juden hasse!
Nur ein paar Saachen eben klarstellen, die aber anscheinend niemand weiß!
Sicherlich gibt es nette Juden die meistens sehr arbeitsam und ehrlich sind!
Aber es gibt auch die fanatiker wie bei den Moslems und die fanatischen Juden sind eben auch in Brasilien!
Die wirtschaftliche Basis von Brasilien ist Stahl! größter außenhandelspartner russland! Das Syndicat für Stahl wurde vor ca. 6 Jahren von einer jüdischen Familie übernommen!
War nicht groß im Fernsehen!
Der größte diamenthändler von Südamerika, herr Stern, scheut sich nicht öffentlich mit dem Hubschrauber zu Illegalen Edelsteinminen zu fliegen und sich dabei auch noch öffentlich filmen zu lassen (habe den Film - vom deutschen Fernsehen ausgestrahlt!)
Ich persönlich verkehre wöchentlich mit Freunden aus Israel in FOR, schließlich sind es gute Geldwechsler - und werden komischer weise seit 15 jahren nie verhaftet - andere Geldwechsler schon...!)
Den eindruck allerdings , daß das einfache Leute sind, hatte ich nicht!

in diesem sinne

winni
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