Kroatien: Klasnic stürmt neben Prso
Robert Kovac: "Eine Klatsche gibt es nicht"
Ein Pfiff, ein lauter Aufschrei, dann streben Dutzende jugendlicher Fans auf den Rasen der Sportanlage in Bad Brückenau. Soeben hat Trainer Zlatko Kranjcar die öffentliche Übungseinheit beendet. Jetzt steht die Mannschaft mit dem großen "deutschen" Einfluss (die Brüder Kovac, dazu die Bundesliga-Legionäre Babic, Simunic, Vranjes und Klasnic) im Mittelpunkt der jungen Autogrammjäger. Lockerer Ausklang des Trainingsprogramms vor der ersten Härteprüfung.
Dabei fällt die Einschätzung schwer, ob es von Vorteil ist, sich gleich zu Beginn mit dem hohen Titel-Favoriten messen zu müssen. "Holen wir gegen Brasilien mindestens einen Punkt, dann wird uns das für den Rest des Turniers beflügeln", weiß Robert Kovac (32). "Aber kriegen wir gleich eine Klatsche, kann sich das böse auswirken." Wobei der frühere Bayern-Profi die zweite Möglichkeit als unwahrscheinlich zurückweist. "Eine Klatsche wird es nicht geben. Dafür sind wir zu kompakt und defensiv zu stark."
Natürlich blühte bei Juve gleich der Flachs nach der Auslosung, als bekannt wurde, dass Robert Kovac in Berlin auch Emerson begegnen wird, seinem brasilianischen Vereinskollegen, mit dem beide Kovac-Brüder einst in Leverkusen zusammen spielten. "Eine Wette haben wir aber nicht laufen", erzählt Robert Kovac, der in der Hauptstadt nicht nur diesen alten Kumpel, sondern auch viele langjährige Freunde wieder treffen wird. Schließlich wuchsen die Kovac-Brüder in Berlin auf und kickten einst gemeinsam für Rapide Wedding. "In der Heimatstadt vor den alten Kumpels gegen den großen Favoriten antreten - das ist kaum zu toppen", gesteht der kantige Verteidiger, der in Kroatiens Dreierreihe zwischen Simic und Simunic den zentralen Part übernehmen soll. Auch Bruder Niko, der sich mit RB Salzburg über einen Zweijahresvertrag einig ist (siehe Seite 86), fiebert dem Auftakt entgegen: "Das Spiel verspricht Gänsehaut-Atmosphäre. Langsam kommt das Kribbeln."
Zwei Mal Kovac, dazu Hertha-Profi Jo Simunic, Leverkusens Marko Babic und Ivan Klasnic - mit großer Bundesliga-Beteiligung versucht Kroatien, den amtierenden Weltmeister zu stoppen. Denn Klasnic wird neben Dado Prso (31) die vordere Linie bilden. Einerseits wegen seiner Stärke im Konterspiel, andererseits weil Rivale Ivica Olic (26) "erst bei etwa 80 Prozent" ist, wie Kranjcar glaubt. "Er hat zwar schon wieder Schusstraining absolviert, aber sein rechtes Bein noch geschont", berichtet der Trainer.
O. Bitter / S. Rohr
12.06.2006,
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