rollstuhl in brasilien, funktioniert das?

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Beitragvon belinda » Mi 16. Nov 2005, 17:52

Hi saqw,

bitte PN abrufen!!!
belinda.
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Beitragvon Felipe » Mi 16. Nov 2005, 19:20

Oi saqw.

In Recife kenne ich einen Rollstuhlfahrer, der dort bestens zurechtkommt.

Selten zuvor habe ich jemanden mit einer solchen Willenskraft kennengelernt. Man mag es kaum glauben, er macht die Bauleitung von Luxushäusern. Er plant, zeichnet, verpflichtet Bautrupps und leitet die Baustellen von A-Z. Die Ergebnisse sind angesichts des Brasilianischen Baustandards wirklich atemberaubend.

Er lebt mit seiner Brasilianischen Frau zusammen und die beiden sind glücklich.

Er fährt mit einem alten umbebauten Parati, klappt auch bestens.

Er sagte mal zu mir, dass er mit seiner Behinderung in Deutschland längst versauert wäre. Auch wenn kaputte Strassen und Fusswege ihm einiges abringen - zurück will er nie mehr.

Hab Mut und probier es. Wenn Deine Frau zu Dir steht, Du stark bist, dann kannst Du es gar nicht besser machen.

Gruss
Felipe
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Wagen für behinderte sind billiger

Beitragvon Barriga verde » Mi 16. Nov 2005, 20:39

Nur so nebenbei zur Info: beim Neukauf eines Wagens für behinderte braucht man kein IPI und ICMS zahlen. Das sind dann rund 30% weniger als der Normalpreis. Vorraussetzung ist dass der Wagen irgendwelche Einrichtung für behinderte hat, z.B. Automatic.

Der Schwager von meinem Bruder hat einen Renault Scenic Automatic gekauft, der normalerweise 50.000 reais kostet, für 32.000 reais gekauft.

Wen's interessiert, kann bei der Receita Federal (für IPI) und bei der Receita Estadual (für ICMS) nachfragen.

Viele Grüße
Barriga verde
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Beitragvon saqw » Mi 16. Nov 2005, 23:02

@ lemi
man kann jedes auto umbauen! von der rennsemmel mit schaltung bis zum lkw, das ist alles nur eine frage des aufwands. mir reicht ein kleiner pkw, braucht nichts mehr ausgefallenes sein. anrufen brauchst du nicht, ich habe ja keine ahnung welche autos man in brasilien üblicherweise nimmt.


@ viva
da es keine staatliche rente ist, eine jährliche steigerung beinhaltet diese auch, bleibt steuerfrei, ... also brauche ich keinen steuerberater.

ein haus und ein pkw würde ich nicht finanzieren, das geld dafür würde ich mitbringen.

wenn ich mal so alt bin, dass ich anfällig werde, dann mach mich eine krankenversicherung auch nicht wieder gesund. notfalls könnte man wieder zurück nach deutschland und im pflegeheim auf sein ende warten oder sich zu tode behandeln lassen. da ich beides nicht will, ist das doch nicht so wichtig. das einzige sind doch meine teuren rollstühle, aber die halten ein paar jahre.


@ filipe
das hört sich ja gut an, also klappt das ja!


@barriga verde
danke für diesen tip, da werde ich mal nachschauen.
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Beitragvon Bagi » Mi 16. Nov 2005, 23:06

Hallo saqw,

mein Cousin in Deutschland ist ebenfalls Rolli- Fahrer und es gibt (fast) nichts was er nicht macht!
Unter anderem geht er mit seiner Familie einmal im Jahr mit dem Wohnwagen nach Italien an den Strand. Und ich bin mir sicher, dass er selbst in Brasilien sich "durchschlagen" würde.

Deshalb sollte es auch für Dich ein Versuch wert sein.


Anbei noch ein Bild vom Gehsteig vor dem Krankenhaus Sírio-Libanês in São Paulo (das wahrscheinlich eines der teuersten Krankenhäuser ist in Brasilien). :shock: :cry:
Das ist selbst für mich als ehemaliger "free climber" fast noch eine Herausforderung :lol:
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Bis dann
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Beitragvon saqw » Do 17. Nov 2005, 00:10

brutal! :shock: die enduro ist wohl für die fußgänger! zum glück gibt es daneben eine strasse für alles mit 4 rädern oder menschen mit höhenangst. :lol: :lol:
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Beitragvon Trem Mineiro » Do 17. Nov 2005, 02:58

Oi Saqw
Meine Frau war ihre letzten Monate hier an den Rollstuhl gebunden, dadurch bin ich für die Bedürfnisse eines Rollstuhlfahrers ein wenig sensibler geworden und habe auf deren (und unsere) Probleme geachtet. Das geschriebene gilt allerdings nur für Belo Horizonte.
In BH schein die Rücksicht auf Behinderte wohl Gesetz zu sein. Anders ist nicht zu erklären, dass die meisten Straßenkreuzungen des Innenstadtbereiches abgesenkt sind, die Ampeln behindertengerechte Druckknöpfe, die meisten Gebäude Rampen oder z.B. die Kinos Spezialfahrstühle und reservierte Stellplätze haben. Behinderte und ältere Leute haben vorrechte in Banken und Warteschlangen allgemein. Kaufhäuser und Shoppings etc. haben reservierte Parkplätze etc. und sind behindertengerecht gebaut

Von der Seite her ist es nicht so schlecht. Schwieriger wird es mit Straßenbelägen und Bürgersteigen, Die Bürgersteige sind uneben, Kopfsteinpflaster mit Löchern und von Haus zu Haus verschieden. Da ist ein „geländegängiger“ sicher angebracht. Unserer war zu leicht und meine Frau auch nicht an die Benutzung gewöhnt.

Ich sehe für mein Alter ein Problem mit der ärztlichen Betreuung (2-3 Welt) und bei den brasilianischen Krankenversicherungen, die längst nicht alles übernehmen. Hierzu gibt es einen Haufen Beiträge, auf einige von mir, die du unbedingt lesen solltest.

Ein Vorteil sehe ich in Brasilien, dass man sich für relativ wenig Geld eine Betreuung leisten kann, das kann im Alter eine sehr große Hilfe sein. Ich hätte nicht gewusst, wie ich z.B. in Deutschland meine Frau rund um die Uhr hätte pflegen können. Allerdings hat das die mangelnde ärztliche Betreuung nicht aufwiegen können.

Ich würde auch sagen, erst mal 3 Monate Urlaub in verschiedenen Regionen machen und dann weitersehen.

Viel Glück

Manfred
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Beitragvon Viva Floripa » Do 17. Nov 2005, 14:38

Die Beiträge von Manfred zu Krankenversicherungen sind lesenswert. Mein Mann wurde krank als ich 24 war, ausschlaggebend für den Rollstuhl war ursprünglich ein Autounfall.
Die entsprechenden Versicherungen haben uns einige Male aus der Klemme geholfen, angefangen mit Kostenübernahmen bei Notfällen im Ausland bis hin zu Sonderflügen für Heimtransporte. Unseren Krankenversicherungen haben wir zu verdanken, dass das Leben trotz schwerster Krankheit viel Spaß gemacht hat und der Gedanke an ein Pflegeheim nicht einmal aufkam. Eine funktionierende KV und ein starker Freundeskreis ist eine TOP-Kombination, wenn es kritisch wird. Dann fallen auch hohe Bordsteine in die Rubrik: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Wir haben irgendwann einen Mercedesbus zum Wohnmobil ausgebaut, das war für unsere Zwecke gut geeignet (Liegendtransport, Pflege usw.) und finanziell vertretbar. Ein Fahrzeug ist das allerkleinste Problem, das im Behindertenfall auftritt. Es muss den Zweck erfüllen und ins Budget passen.

Deine Meinung zu Alter und Anfälligkeit teile ich nicht. Alter gehört nun mal zum Leben und die medizinische Versorgung für die Alterswehwehchen ebenfalls. Du hast mit Deinem guten Grundeinkommen die beste Voraussetzung, den Pflegeheimgedanken entgegenzusteuern.

Gut finde ich schon mal, dass Du Geld für Haus und Auto mitnehmen willst – also nicht das gesamte Vermögen an die Mutter überschreiben willst. Dann kommst du mit geringen Ansprüchen und einer dynamischen Unfallrente in Brasilien wirklich gut klar.
Und auch die Rollstühle sind nicht allzu teuer, wir kamen mit dem Sopur Easy recht gut zurecht.

Hast Du bei aller Anspruchslosigkeit daran gedacht, dass Deine Freundin deine Frau werden und mit dir zusammen alt werden könnte? Daß sie für dich da sein wird, damit rechnest Du ja. Unfallrenten haben keine Hinterbliebenenabsicherung. Sicher betrachtest Du Deine Freundin nicht nur als Mittel zum Zweck, wenn das so wäre, täte sie mir leid. Was gibt es dafür Lösungen im Notfall? Könnte ja sein, sie wird eine ältere Witwe ohne Möglichkeit auf Job und ohne Ansprüche auf Pflegeheim. Ist Dir bewusst, dass du mit einer Partnerschaft auch eine gewisse Verantwortung übernimmst?

Hat nichts mit Brasilien zu tun, hier ein Freund, der trotz Schwerstbehinderung die Gabe hat, gesunde Leute durch seine fröhliche Art und Zufriedenheit aufzubauen:
http://www.nik-the-greek.com/
http://www.wiesbadener-tagblatt.de/regi ... id=1469923

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär – IST-Situationen sind veränderbar. Wer gut plant hat halb gewonnen.
Viva Floripa
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Beitragvon saqw » Fr 18. Nov 2005, 00:33

@ Trem Mineiro
nach einiger reche im netz habe ich folgendes herausgefunden. seit 2003 engagiert man sich in 4 städten br verstärkt um behinderten gerechten ausbau der infrastruktur. es sind BH, goiania, sp und noch eine andere stadt. goiania erscheint als sinnvollsten für rollis weil alles eben ist (keine Berge oder steigungen), planung auf dem reissbrett wie brasilia, beste medizinische infrastruktur, ehemalige "fahrradhauptstadt" brasiliens, ... du und deine frau hatten also glück in bh zu wohnen. :)
ansonst gebe ich dir recht, doch wir sollten als deutsche nicht immer unser gesundheitssystem und dessen versorgungsleistungen als massstab nehmen. da es nicht mehr finanzierbar ist, wird es gerade dort noch weitere drastische einschränkungen in den versorgungsleistungen geben. ein mehrklassiges system gab es schon immer, aber es werden neue klassen bis hin zur grundversogung entstehen. Ich schätze das es in spätestens 20 Jharen so weit ist! ich zahle zur zur zeit ca. 8000 euro jährlich
für meine krankenversicherung, pflegeversicherung, medikamente die überhaupt nicht mehr kassenleistungen sind (aspirin, halsschmerztabletten, ...), brille, zahnersatz (meine zähne brauchten zum glück die letzten 25 jahre keinen bohrer und sind noch alle die ersten, ohne kronen oder ähnlichem), ... kosten verursache ich nur einen bruchteil der summe, aber zahlen darf ich bis zum alter eine summe, die unangemessen hoch ist. ich würde ein versicherungsystem begrüssen, wo ich mir die
versicherten risiken aussuchen könnte und nur diese bezahlen müsste. leider nimmt mich in deutschland keine privatversicherung mehr, also muss ich die gesetzliche zum höchstsatz nehmen und meine private zusatzversicherung aus meiner jugend behalten.

in deutschland hättest du von der krankenkasse oder pflegeversicherung oder sozialamt im bedarfsfall eine 24 stunden pflege bezahlt bekommen. ambulante krankenpflege, haushaltshilfen, ...

brasilien ist so gross wie europa, es würde für einen lebenslangen urlaub reichen. ich bin anpassungsfähig, werde mich auch anpassen, sonst werde ich immer nur ein fremder in einem fremden land bleiben. :wink:



@ viva floripa
ich stimme dir zu, unser gesundheitssystem hat viele vorteile, wenn an krank ist. leider sind es keine einzelfälle, wo ein missbrauch oder eine unnötige kostenverursachung vorkommt. beispiel: dem 70 jährigen vater eines freundes wollte man eine nierentransplantation bezahlen. leben um jeden preis und bei jedem alter, wer es will, soll dafür selbst bezahlen und dies selber mit seinem gewissen vereinbaren. eine krankenversichertenkarte kostet am bahnhof einer deutschen grossstadt ca 50 euro.
missbrauchskosten jährlich in milliardenhöhe! vielleicht denkst du Krasse beispiele, aber die transplantation wurde von der kasse angeboten, aber der vater hatte abgelehnt. bei den versorgungsvorstellungen im alter erkennt man das es in deutschland ein gesellschaftliches problem ist, aber so etwas gehört hier eigentlich nicht her. unpassendes forum, unpassende rubrik, unpassendes thema.

meine rollstühle kosten immer zwischen 2800 und 3800 Euro. bisher immer küschall, aber seit das invacare übernommen hat ist dass nur noch schrott. seit 8 wochen habe ich einen sopur, der knarrt trotz starrahmen mehr als mein 13 jahre alter küschall.


meine freundin möchte von mir finaziell unabhängig bleiben, was ihr in deutschland die nächsten jahre niemals gelänge. in brasilien wäre das kein problem. dennoch habe ich vorsorge für die zeit unseres zusammenlebens und ihrer tochter getroffen, sie wird davon aber erst im "schadensfall" erfahren. ich will verhindern nur weges meines geldes geliebt zu werden und beim bekannten meines vaters wusste es seine phillipinische frau bereits vorher. jetzt wissen es die verwanden und er kann nicht
mehr alleine dort hin fahren. die bringen ihn sonst wegen des erbes um ... kein scherz, der nimmt immer 1 bis 2 freunde zur abschreckung mit. :!:

troz meiner schwarzen haare bin auch ich zeitweise ein bisschen blond im kopf, aber blauägig und planlos bin ich noch nie durch die welt gegangen.
:lol:
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Beitragvon Claudio » Fr 18. Nov 2005, 15:04

saqw hat geschrieben:brutal! :shock: die enduro ist wohl für die fußgänger! zum glück gibt es daneben eine strasse für alles mit 4 rädern oder menschen mit höhenangst. :lol: :lol:


das ist die Richtige Einstellung fuer Brasilien.
Anders kommt man hier garnicht zurecht.

Hier muss man improvisieren, improvisieren, improvisieren.

du kannst vorher nochsoviele plaene machen, hier wird sowieso alles anders kommen.

lass dein geld auf dem konto und die ferraris ind der garage und versuche erstmal eine weile hier zurechtzukommen.
das muss ja auch niemand erfahren wie dein Konto in Deutschland gefuellt ist.

vielleicht findeste ja ne schoene insel, die du kaufen kannst.
dort machst du dir dann selber alles behindertengerecht :wink:

PS: wenn du dann hier bleibst und dein geld doch nichtmehr willst, stelle ich mich auch gerne zur verfuegung aum dir diese LAST abzunehmen :lol:
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