rollstuhl in brasilien, funktioniert das?

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

rollstuhl in brasilien, funktioniert das?

Beitragvon saqw » Mi 16. Nov 2005, 13:59

ich überlege nach brasilien auszuwandern, mit rolli, brasilianischer freundin, ... ich will mein gesamtes vermögen vorher meiner mutter überschreiben und nur noch von einer rente leben. hier heisst es sonst nur sie würde mich nur wegen meines geldes lieben. in br möchte ich uns das auch ersparen.

kommt man dort mit einem rolli zurecht? hat man es als gringo mit rolli besonders schwer? wie sieht es mit autos (automatik, umbau, ...) aus. den import meiner autos und oldtimer kann ja aus kostengründen, den dortigen sicherheits und "verkehrsverhältnissen" vergessen.
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Beitragvon Viva Floripa » Mi 16. Nov 2005, 15:28

Hallo Saqw,

ich kann mich nicht erinnern, Rollstuhlfahrer in Brasilien gesehen zu haben. Mit elektrischem Rollstuhl kommst du nicht zurecht, überall sind recht hohe Bordsteinkanten und unbefestigte Wege und Straßen. Am Strand, im Sand einen Rollstuhl zu bewegen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Öffentliche Einrichtungen sind nicht behindertengerecht eingerichtet, da ist Muskelkraft gefragt, um ans Ziel zu kommen.
Zu Autos können andere in diesem Forum mehr sagen, garantiert gibt es die, aber dazu reicht die „Nur noch-Rente“ nicht. Behindert sein mit entsprechenden Hilfsmitteln kostet Geld, angefangen von der Wegbefestigung vor deinem Haus.
Generell solltest Du die ganze Sache ausprobieren, bevor du die Zelte abbrichst. Eigentlich sollte es piepegal sein, was andere dazu meinen, weshalb dich Deine Freundin liebt. Die Meinung anderer ist kein Grund, Dein Vermögen zu überschreiben. Da gibt es auch andere Möglichkeiten, das was du hast, vor Zugriffen zu schützen. Gib Deine Sicherheiten nur aus den Händen, wenn du sicher bist, dass Du hinterher keinen Kniefall machen brauchst wegen Dingen, die Du dir leisten willst. Behinderung mit finanzieller Unabhängigkeit ist wesentlich angenehmer als behindert zu sein und arm.
In einer Testphase mit Nur-noch-Rente wirst Du recht bald merken, ob die Liebe Deiner Freundin Dir gilt. Ich wünsch Dir viel Glück, möglich ist alles.
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Beitragvon tinto » Mi 16. Nov 2005, 15:55

Natürlich gibt es in Brasilien Rollstuhlfahrer.

Und ich kenne auch einen Deutschen, der als Rollstuhlfahrer schon mehrmals in Brasilien Urlaub machte.

Es ist halt alles umständlicher als in Deutschland, aber nicht unmöglich, denke ich. Es kommt auch darauf an, wo Du wohnst. Gerade in den Großstädten, wie Rio und SP gibt es Firmen, die sich auf den Autoumbau spezialisiert haben. Auch der Autoimport ist möglich. Einfach mal Angebote einholen und bei der Botschaft nachfragen, welche Dokumente man braucht.

Du solltest Dich nach dem Krankenversicherungsschutz erkundigen, was da weiterhin abgedeckt ist usw.
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Schöne Grüße,
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Beitragvon Ursinho » Mi 16. Nov 2005, 16:01

Also in Rio findest Du schon Rolli-fahrer. Ich frage mich dann immer, wie sie zurechtkommen. Hm, wenn ich genau nachdenke, habe ich noch keinen (bewusst) gesehen, der alleine unterwegs war.
Oft wenn ich spazierengehe, mir so die Wege und Strassen anschaue, denke ich: das ist aber überhaupt nicht behindertengerecht. Allerdings sehe ich auch viele Einrichtungen die über Rampen verfügen. Fahrstühle sind auch verbreitet. Aber gaaaanz alleine durch Rio mit Rollstuhl? Knifflig.
Ach so, Autos importieren, meine ich gelesen zu haben, kannst vergessen. Schade um die Oldtimer...

Besuch doch mal Brasilien. Es wäre nen Versuch wert

Até logo
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Beitragvon saqw » Mi 16. Nov 2005, 16:01

@ viva,

ich habe keinen e-rolli, nur muskelkraft... für den strand gibt es seit jahren lösungen, aber ich stehe sowieso mehr auf pools. das es schlecht aussieht dachte ich mir schon, aber es gibt meistens zwei möglichkeiten wo sich behinderte eines landes befinden: 1. immer zu hause oder 2. oftmals leben behinderte konzentriert an wenigen orten.
dazu mal eine kleine geschichte: vor 1 jahr hatte ich mich mal mit einer russin unterhalten. sie kam aus einer russischen provinzhauptstadt mit va. 500000 einwohnern. ich war der 1 behinderte, den sie in ihrem leben gesehen hatte, sie wusste nicht wo die behinderten in ihrer stadt lebten oder ob es überhaupt welche gibt.du kannst dich auch nicht erinnern ... :D
meine "nur noch-rente" beträgt ca. 4500 euro monatlich und meine ansprüche sind gering!
der neid und die gedanken anderer können für eine beziehung belastend und verantwortlich für ein scheitern sein. leider hatte ich diese erfahrungen schon machen müssen und jetzt möchte ich dies vermeiden. geld ist mir nicht mehr wichtig und von meiner rente könnte ich auch ohne kniefall leben.
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Beitragvon Ursinho » Mi 16. Nov 2005, 16:04

Oi Tinto,
hab erst jetzt Dein Posting gelesen. Stimmt, mit dem Autoimport müsste man sich erkundigen. Ist ja kein "Standardauto" und sicher gibt es Ausnahmeregelungen. Wäre interessant zu erfahren ob es geht.
Nichts ist unmöglich...
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Beitragvon saqw » Mi 16. Nov 2005, 16:17

danke für die info aber rio und sp entspricht nicht meinen vorstellung, zu gross, zu laut, ... war es eine begleitung zur sicherheit oder zur hilfe???

zum thema autos bleibt mir wohl nur den umbau selbst mit hilfe eines mechanikers vorzunehmen und nur die mechanischen komponenten zu importieren. passen in ein koffer.

versicherungsschutz, ..., ich gehe nie zum arzt, bin fast nie krank, habe eine alte zusatzkrankenversicherung die auslanskosten übernimmt und bei bedarf rufe ich immer erst meine schwester an. die ist ärztin und wenn sie sagt ich solle besser zum arzt gehe, gehe ich doch nicht.
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Beitragvon saqw » Mi 16. Nov 2005, 16:22

wo könnte man etwas zum import von nicht "standartautos" erfahren? wie sähe dann mit dem import von ersatzteilen und der wartung von exoten aus?
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Beitragvon Lemi » Mi 16. Nov 2005, 16:48

Hi SAQW,

an was für ein Auto denkst du denn ?

Ich könnte mal auf ner Concessionária anrufen .......... aber die wollen sicherlich zuerst wissen, welches Auto umgebaut werden soll.
Man sieht sich,
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Beitragvon Viva Floripa » Mi 16. Nov 2005, 17:22

Hallo Saqw, du sprachst von „nur noch Rente“, ich bin deshalb von einer durchschnittlichen Rente ausgegangen die einer Altersrente entspricht, zusätzliche BU-Renten haben in der Regel ja nur begrenzte Laufzeiten.
Sprich in diesem Zusammenhang auch mal mit Deinem Steuerberater, wie weit dich das Alterseinkünftegesetz trifft, mit 4.500,- ledig solltest Du Dir eine Beratung zur Pflicht machen.

Wenn Du jedoch Dein Fahrzeug finanzieren willst – in Brasilien ein Darlehen zu bekomme ist erstens schwierig und zweitens teuer, auch wenn die Rente etwas über dem Durchschnitt liegt. Für eine Barzahlung des Autos reicht das Geld ja nicht und in Deutschland kriegst Du Darlehen nur noch, wenn Du Sicherheiten oder Bürgen hast.

Die dritte Möglichkeit für Behinderte ist, gemeinsam mit Nichtbehinderten den Globus unsicher zu machen und sich nicht zu isolieren – das funktioniert im Rollstuhl optimal, vor allem, wenn Deine Freundin flexibel ist und einen guten Bekanntenkreis hat (du wärst ja neu in Brasil..). In diesem Zusammenhang dachte ich da eher an Muskelkraft von anderen bei Hürden die Du nicht alleine überwinden kannst, egal wie fit Du bist. Z.B. eine schmale Treppe über zwei Stockwerke.

Trotzdem hat Tinto recht mit der Krankenversicherung, eine passende KV für weltweites Ausland macht der Gesunde in der Hoffnung, dass er sie nicht braucht. Irgendwann wird man älter und ist möglicherweise nicht mehr ganz so robust.

Das sind alles dinge, die nichts mit geringem Anspruch zu tun haben, wenn es nur um Essen und Trinken geht, kannst Du 2/3 der Rente an Lemi schicken für sein GAC-Projekt, und Du lebst immer noch recht gut.

Mit einer gesunden Portion Optimismus kannst Du Dein Vorhaben bestens verwirklichen.
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