Rollstuhlfahrer in Rio

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Rollstuhlfahrer in Rio

Beitragvon Brazil53 » Mi 13. Nov 2013, 19:17

Nicht nur, dass Medikamente bei chronisch Kranken und den üblichen Alterskrankheiten wie Demenz oder Parkinson ein großes Loch in die Haushaltskasse reißen, sind auch Haushaltshilfen welche auch bei der Pflege mithelfen soll, nicht mehr für 2 Mindestgehälter zu bekommen. So ein Pflegefall schlägt im günstigsten Fall mit 2.000 bis 3.000 Reais zu Buche.
Nicht jeder vom neuen Mittelstand, kann sich das leisten...aber welche Möglichkeiten außer jammern gibt es?

Die NZ schreibt zum Beispiel:
678 Reais (rund 280 Franken) beträgt der Mindestlohn. Der Lohn für Hausangestellte beträgt je nach Region rund das Doppelte. ....


Die Gesetze haben auch die Kosten für Angestellte in die Höhe getrieben. Wer nicht schwarz für sich arbeiten lassen und damit eine Anklage riskieren will, muss immer tiefer in die Tasche greifen...


Immer mehr brasilianische Haushalte müssen es sich deswegen zweimal überlegen, ob sie sich den Luxus einer eigenen Angestellten leisten können und wollen.


http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/immobilien/ein-omnipraesentes-relikt-1.18184663
Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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Re: Rollstuhlfahrer in Rio

Beitragvon frankieb66 » Mi 13. Nov 2013, 20:27

Brazil53 hat geschrieben:
Immer mehr brasilianische Haushalte müssen es sich deswegen zweimal überlegen, ob sie sich den Luxus einer eigenen Angestellten leisten können und wollen.

Naja, so schlecht scheints ja nicht um die armen Brasis bestellt zu sein ... hier in D (ich komme aus der sogenannten Mittelschicht) kenne ich keinen der sich Hausangestellte leistet ... allenfalls eine Raumpflegerin für wenige Stunden (hier in BY für 10 EUR oder mehr die Stunde) pro Monat ... aber in Brasiland kenne ich viele die rumjammern wegen der hohen Lebenshaltungskosten, aber (mindestens) 1 Empragada beschäftigen (mind. = 1 fürs Haus, dann noch Gärtner und so) ... und was meine persönliche Lebenssituation in Brasilien angeht: Wir könnten uns durchaus eine Empregada leisten, aber wir putzen, waschen, bügeln und kochen halt selbst ... nicht immer "lustig", aber dafür haben wir z.B. keine Schulden und könn(t)en uns den ein oder anderen Luxus leisten ...

Fazit: ich habe überhaupt kein Mitleid mit den Brasis die jetzt "... zweimal überlegen, ob sie sich den Luxus einer eigenen Angestellten leisten können und wollen ..."

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Re: Rollstuhlfahrer in Rio

Beitragvon cabof » Mi 13. Nov 2013, 20:57

Triffst den Nagel auf den Kopf Frankie, das haben die Neureichen BR von den Deutschen gelernt, jammern auf hohem Niveau... die Sache
mit den Domesticas hat 2 Seiten, wer Glück hat verdient einigermaßen und die anderen liegen jetzt auf der Straße, inwiefern jetzt noch
Schwarzarbeit geleistet wird, weiß ich nicht. Soll "Madame" sich weniger im Salao rumtreiben und mal zum Putzlappen greifen, der Macho-Männe kann auch mal zulangen... und schwupps hat man Ende des Monats viele Reais mehr in der Tasche... und ein paar Schwielen mehr an den Händen.... :lol:
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Re: Rollstuhlfahrer in Rio

Beitragvon BrasilJaneiro » Mi 13. Nov 2013, 22:18

frankieb66 hat geschrieben:
Brazil53 hat geschrieben:
Immer mehr brasilianische Haushalte müssen es sich deswegen zweimal überlegen, ob sie sich den Luxus einer eigenen Angestellten leisten können und wollen.

Naja, so schlecht scheints ja nicht um die armen Brasis bestellt zu sein ... hier in D (ich komme aus der sogenannten Mittelschicht) kenne ich keinen der sich Hausangestellte leistet ... allenfalls eine Raumpflegerin für wenige Stunden (hier in BY für 10 EUR oder mehr die Stunde) pro Monat ... aber in Brasiland kenne ich viele die rumjammern wegen der hohen Lebenshaltungskosten, aber (mindestens) 1 Empragada beschäftigen (mind. = 1 fürs Haus, dann noch Gärtner und so) ... und was meine persönliche Lebenssituation in Brasilien angeht: Wir könnten uns durchaus eine Empregada leisten, aber wir putzen, waschen, bügeln und kochen halt selbst ... nicht immer "lustig", aber dafür haben wir z.B. keine Schulden und könn(t)en uns den ein oder anderen Luxus leisten ...

Fazit: ich habe überhaupt kein Mitleid mit den Brasis die jetzt "... zweimal überlegen, ob sie sich den Luxus einer eigenen Angestellten leisten können und wollen ..."

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Deutsche waren und bleiben Bauern, Handwerker und Hausfrauen. Das sehen wir auch heute noch in Deutschland. Während viele von den männlichen Kopftuchgeschwader insbesondere die Jugend mit zwei linken Händen leben findet man Deutsche allen Alters im Baumarkt. Brasilianer waren immer nur Handlanger und Sklaven. Deshalb können sie nichts eigenständiges machen und sehnen sich wie ein Lottospieler in Deutschland von Wohlstand und dies bedeutet casa, empregados und fressen.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Rollstuhlfahrer in Rio

Beitragvon frankieb66 » Mi 13. Nov 2013, 23:16

BrasilJaneiro hat geschrieben:Deutsche waren und bleiben Bauern, Handwerker und Hausfrauen. Das sehen wir auch heute noch in Deutschland.

Komisch dass fast die ganze Welt die teutschen Eselskarren so toll findet ... nenene, das steckt schon mehr dahinter als nur Bauern, Handwerker und Hausfrauen ... z.B. Bildung und Ausbildung .... und Fleiß ....

BrasilJaneiro hat geschrieben:... Brasilianer waren immer nur Handlanger und Sklaven. Deshalb können sie nichts eigenständiges machen und sehnen sich wie ein Lottospieler in Deutschland von Wohlstand und dies bedeutet casa, empregados und fressen.

Wer sich eine empregada (Sklaven) halten will bzw. hält, muss dann halt auf den Mercedes et.al. verzichten. So einfach ist die Welt. Aber dann bitte nicht jammern. Brasilien ist übrigens im Vergleich zu D ein potenziell sehr reiches Land. Müsste halt nur mal was draus machen.

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Re: Rollstuhlfahrer in Rio

Beitragvon moni2510 » Do 14. Nov 2013, 13:08

Naja, also in dem Fall kann man BRasilien und DE schon gar nicht vergleichen. Denn in DE gibt es immerhin sowas wie die Pflegeversicherung etc. Ich weiss, das ist auch nicht Gold, aber zumindest in meiner Familie hat das schon Unterstützung gebracht. Das gibts hier alles nicht, geschweigedenn Pflegeeinrichtungen. Wenn du einen Pflegefall zuhause hast und ich kenne zwei Fälle (einer ist der von Brazil beschriebene), dann kommst du um Hilfe selten drumrum. Schon mal versucht, so einen schlaffen Körper allein umzudrehen, damit sich die Person nicht wundliegt?
---
Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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Re: Rollstuhlfahrer in Rio

Beitragvon Brazil53 » Do 14. Nov 2013, 17:27

Dummes Gelaber.
Hat jemand von euch schon mal einen Schwerpflegefall gehabt?
24 Stunden 7 Tage die Woche?
Ohne Schlaf, ohne Hilfe?
Schon mal jemanden in das Bett gehoben?
unter die Dusche gestellt?
auf den Topf gesetzt?
Tag und Nacht den Durst und Hunger gestillt?
Alleine auf dem Rücken, eine Person die Treppe runter zum Aufzug geschleppt?
Einen klapprigen Zimmerrollstuhl alleine durch Rio geschoben?
Tagelang in der Klinik am Krankenbett gesessen und die Nacht auf dem Stuhl geschlafen?
Jeden Tag und Nacht, die Winden wechseln.


Ja das ist jammern auf hohem Niveau!
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Re: Rollstuhlfahrer in Rio

Beitragvon Berlincopa » Fr 15. Nov 2013, 01:12

[quote="Brazil53"]Nicht nur, dass Medikamente bei chronisch Kranken und den üblichen Alterskrankheiten wie Demenz oder Parkinson ein großes Loch in die Haushaltskasse reißen, sind auch Haushaltshilfen welche auch bei der Pflege mithelfen soll, nicht mehr für 2 Mindestgehälter zu bekommen. So ein Pflegefall schlägt im günstigsten Fall mit 2.000 bis 3.000 Reais zu Buche.
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Da Du doch sonst immer gerne den Rächer der Enterbten gibst, wundert es mich doch ein wenig, daß Du jetzt larmoyant die höheren Löhne der Hausangestellten beklagst. War es nicht so, daß diese früher doch stellenweise ausgebeutet wurden, so daß sich auch der mittlere Mittelstand sie sich leisten konnte? Wenn sich dies nun langsam ändert, ist das ein Transformationsprozess, der in andern Ländern schon stattgefunden hat und den man eigentlich begrüßen kann
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