RIO DE JANEIRO, 23. Mai (RIA Novosti). Probleme bei den brasilianischen Fleischexporteuren haben nach einer Mitteilung des Landwirtschaftsministeriums in Brasilien zu der vorläufigen Entscheidung Russlands geführt, die Einfuhr von Fleischprodukten aus Brasilien zeitweilig einzuschränken.
In der amtlichen Verlautbarung ist die Rede davon, dass die Sanktionen auf „Fehler bei der Ausfertigung der Begleitpapiere“ zurückzuführen seien. Die brasilianischen Fleischexporteure haben inzwischen ihre Hoffnung geäußert, dass die entstandenen Schwierigkeiten überwunden werden können und dass sich die Verhängung der Sanktionen auf das Liefervolumen nach Russland nicht wesentlich auswirken werde.
Zuvor hatte die brasilianische Regierung von Russland Aufklärung über die Gründe für die zeitweilige Einschränkung der brasilianischen Fleischlieferungen verlangt.
Die brasilianische Seite verweist darauf, dass der Viehwirtschaft des Landes durch die Sanktionen schwerwiegende Schäden erwachsen. Bei der russischen Landwirtschafts- und Nahrungsmittelaufsicht hieß es, die Brasilianer wollten eine Lockerung der Beschränkungen erreichen.
Der Sprecher der russischen Behörde Rosselchosnadsor, Alexej Alexejenko, ließ wissen, dass die Sanktionen nicht auf einen Schlag eingeführt worden seien, sondern nachdem festgestellt worden sei, dass das Fleisch mit Salmonellen verseucht ist. Außerdem sagte er, Brasilien sei auch in Bezug auf die Maul- und Klauenseuche ein Problemfall.
Das Hauptproblem ist laut dem Gesprächspartner der RIA Novosti jedoch, dass der brasilianische Veterinärdienst noch immer keine geschützten Zertifikate für Fleischprodukte eingeführt hat. In der Folge würden entweder gefälschte oder keine sortengerechten Zertifikate vorgelegt. Brasilien hat mittlerweile die Einführung der erforderlichen Zertifikate bis August zugesichert.
Bei der russischen Aufsichtsbehörde werden landesbedingte Vorbehalte kategorisch in Abrede gestellt. „Unsere Aufgabe besteht darin, die Unbedenklichkeit der eingeführten Produkte zu gewährleisten“, unterstrich Alexejenko.
Dem Sprecher zufolge bezieht Russland jährlich Fleisch in einem Gesamtwert von 1,5 Milliarden US-Dollar aus Brasilien. Dabei sei Hammelfleisch grundsätzlich vom Import ausgenommen.
http://de.rian.ru/business/20070523/65974393.html