Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Beitragvon Timao » Sa 24. Jul 2010, 02:13

Takeo hat geschrieben:ja ja, die Expats, wieder so 'ne kostenintensive Kategorie, die extra für die verwöhnten Europäer eingerichtet worden ist... egal, Deine Ferien gehen ja "bald" zu ende... viel Spass bei der Einarbeitung! Ich habe übrigens keine Lust auf eine Auszeit, denn so einen Job wie ich habe, finde ich nicht so schnell und auch nicht so leicht wieder, und ich arbeite auch nicht um zu leben und lebe auch nicht um zu arbeiten, bei mir ist alles integriert, und das ist gut so... zumindest muss ich nicht vom Büchsensammeln unter der brasilianischen Sonne träumen, oder dem graune Langeweileralltag Deutschland vor mir herschieben und mich an den diversen Auswanderungssendungen aufgeilen!

Leute, macht Eure sog "Sabbatjahre" soviel und sooft Ihr wollt... für mich, meine Mitarbeiter und meine (beiden) Assistenten wäre so' ne ruhige Kugel nix, und einstellen würde ich solche Leute niemals, aber anscheined gibt es ja genügend Unternhemen, die solchen Firlefanz mitmachen (obwohl mit keine bekannt sind, aber ich lebe ja auch nur im rückständigen Brasilien)!!!!


kenne viele Brasilianer und andere Latinos die sind auch expat im Oil biz (also nicht immer verwoehne Europaener) und in irgendwelche abgelegenen Krisengebieten zu arbeiten ist bestimmt kein Zuckerschlecken, zum Ausgleich gibts dafuer mal sowas (einfach machen woraus man Bock hat) Auf der anderen Seite zahlt man dafuer einen hohen Preis (kaum privat Leben, nur Geschaeft)dann aber wieder zum Ausgleich die andere Extreme. Eine Lebensentscheidung und man muss halt mit den Konsequenzen leben (gute und schlechte). Warum weisst du denn das deine Assistenten keine ruhige Kugel wollen, wahrscheinlich koennen die sich das nicht erlauben....
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Re: Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Beitragvon Takeo » Sa 24. Jul 2010, 05:41

... einmal können sie es sich nicht erlauben, und zum zweiten denke mal an Stichwörter wie: "criação de paixão", "empowerment" und "liderança"... unsere Arbeitstage sind aufgabenorientiert und nicht zeitorientiert, meine Assistenten und die Assitenten meiner Kollegen sind studierte Leute, die nicht studiert haben um einen 'nine-to-five' job durchzuziehen (ja, sowas gibt's auch in Brasilien!)... ausserdem zeigt sich das Mitarbeiterprofil ja von selbst nach einiger Zeit... Leute, die auf die Uhr kucken und an ihren Freizeitausgleich denken, können wir in unserem Job echt nicht gebrauchen. Egal, und was Du beschreibst ist ja kein "Sabbatjahr" in dem Sinne, sondern ein gebührender Freizeitausgleich für besondere Härtebedingungen, sei lá, ich kann da schon unterscheiden, und es gibt auch Tage da tun uns allen die Knochen so weh, dass wir auch einfach zu Hause bleiben oder etwas später anfangen... cada caso é um caso... dafür habe ich Verständniss, aber ein herkömmlicher Angestelter in Deutschland der ein "Sabbatjahr" braucht... ehrlich, lassen wir doch die Kirche im Dorf!!!
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Re: Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Beitragvon Brazil53 » Sa 24. Jul 2010, 11:07

Gott war ein guter Manager: "Sechs Jahre sollst du dein Feld besäen", ließ er seinem Volk über Moses ausrichten, "aber im siebenten Jahr soll das Land dem Herrn einen feierlichen Sabbat halten" (3. Mose, 25).

Wie die Leser schon bemerkt haben, verharrt Takeo völlig im kleinem Kosmos seiner Arbeitswelt. Ich streite nicht ab, dass solche Arbeitsbedingungen, wie von ihm beschrieben auch in Brasilien vorkommen. Es gibt auch immer wieder Projekte, wo die Arbeit Spaß macht. Aber dauerhaft 60 Stunden in der Woche zu arbeiten, verkürzt die Lebenserwartung.
Aber Takeo ist nicht Brasilien und nicht alle Arbeitgeber sind Sklaventreiber und verstoßen gegen die Gesetze.

Auch Brasilien hat arbeitsrechtliche Grundprinzipien, die wesentlichen Rechtsgrundlagen findet man in der brasilianischen Bundesverfassung (CF - Constituição Federal) von 1988 und die Konsolidierung der Arbeitsgesetze (CLT - Consolidação das Leis do Trabalho) aus dem Jahre 1943.

Auch in Brasilien wird ist der Arbeitnehmer als besonders schutzwürdig durch diese Gesetze geschützt. Dadurch versucht man zu verhindern, dass sie wie die Mitarbeiter von Takeo, der auf Grund seiner überlegenen Position als Arbeitgeber, seine Mitarbeiter ungerecht behandelt und ausbeutet. :mrgreen:

Im Gegensatz zum deutschen Arbeitsrecht, kennt man in Brasilien die besondere Schutzwürdigkeit des Arbeitnehmers. Im Zweifel wird immer für den Arbeitnehmer entschieden, dieses hat zur Folge, das es eine arbeitnehmerfreundliche Gesetzesanwendung und - auslegung gibt.

Bei der Gestaltung von Arbeitsverträgen sind die Rechtsgrundlagen ebenso wie in Deutschland. Es darf nicht zu ungunsten des Arbeitnehmers von den gesetzlichen Regelungen abgewichen werden. Solche Abweichungen im Arbeitsvertrag sind nichtig.

In Brasilien ist man wiederum sehr flexibel, wenn es darum geht das Arbeitsrecht und den Arbeitsvertrag in der betrieblichen Praxis umzusetzen. Das nennt man in Brasilien: „primazia da realidade“.
Es ist also möglich, wie im Fall von Takeo, die besonderen Umstände der Arbeitsaufgabe umzusetzen ohne sich an die Arbeitsverträge zu halten.

Dieses ist im deutschen Arbeitsrecht nicht möglich, bei uns muss der betriebliche Alltag an die Gesetzgebung angepasst werden. Jegliche Abweichung muss rechtlich geprüft und in besonderen Verträgen vereinbart werden. Im Betriebsverfassungsgesetz ist die Mitbestimmung der Arbeitnehmer verankert. Viele Dinge sind Mitbestimmungspflichtig und können nicht einseitig vom Arbeitgeber durchgesetzt werden.

Dafür sind in Brasilien die Arbeitsverträge in der Regel unbefristet. In Deutschland gibt es eine Vielzahl von vertraglichen Beschäftigungsmöglichkeiten. (Befristungen, Leiharbeit, Werksverträge...)

In Brasilien gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn, welcher jährlich durch den Gesetzgeber angepasst wird.
In Deutschland gibt es Flächen- und Branchentarifverträge. Diese Verträge werden überall unterlaufen. So arbeiten Leiharbeiter bereits ab 600 Euro bei einer 40 Stunden Woche.

Ich kenne die statistischen Lebenshaltungskosten in Brasilen nicht, also kann ich hier nicht vergleichen, ob der brasilianische Mindestlohn weniger Wert hat als der Lohn eines Leiharbeiters in Ostdeutschland.


In Brasilien verfügt jeder über ein Arbeitsbuch das sogenannte CTPS - Carteira de Trabalho e Previdência Social, oder auch kurz „Carteira“ genannt.
Darin werden chronologisch für jedes Arbeitsverhältnis die genaue Bezeichnung der Funktion des Arbeitnehmers, der vereinbarte Lohn, spätere Lohnerhöhungen, Urlaubszeiten und sonstige vorgeschriebene Informationen eingetragen.

In Deutschland kennen wir nur den individuellen Arbeitsvertrag und im Arbeitsalltag das Kollektivrecht. Das heißt für die besonderen betriebliche Belange werden Betriebsvereinbarungen geschlossen. Diese sind dann für alle Arbeitnehmer verbindlich.
In einer solchen Betriebsvereinbarung würden der Arbeitgeber und die Arbeitnehmer vereinbaren, ob man zum Beispiel, Überstunden über einen längeren Zeitraum ansparen kann um diese anschließend in einem größeren Block zu nehmen. Diese Vereinbarung gilt dann für alle Mitarbeiter.

In Brasilien und Deutschland sind bei Neueinstellungen Probezeiten des Arbeitsverhältnisses vorgesehen. In Brasilien gelten maximal 90 Tage in Deutschland sind es maximal 6 Monate.

In Brasilien sind befristete Arbeitsverträge auch möglich aber nur maximal für einen Zeitraum von zwei Jahren. In dem Arbeitsvertrag muss die Klausel vorhanden sein, wo die Erforderlichkeit der Befristung begründet wird. Wird nach den zwei Jahren der Vertrag verlängert, dann wandelt er sich automatisch in einen unbefristeten um.

In Deutschland ist eine sachgrundlose Befristung von maximal 2 Jahren möglich. Innerhalb des Zweijahreszeitraumes ist ein dreimalige Verlängerung erlaubt. Wird danach das Arbeitsverhältnis fortgesetzt ist der Arbeitnehmer auch unbefristet eingestellt. Er muss allerdings beim Arbeitsgericht eine Klage zur Entfristung seines Arbeitsvertrages einreichen.
Darüber hinaus gibt es die Befristung mit Sachgrund, wie in Brasilien, diese ist allerdings an keine besondere Frist gebunden. Die Befristung kann bei Projekten über Jahre gehen.

Kommen wir zur gesetzlichen Arbeitszeit. Ich fasse nur grob zusammen ohne die Feinheiten der tariflichen Arbeitszeiten im Einzelnen zu berücksichtigen.
In Brasilien und in Deutschland gilt der 8 Stunden Tag, sowie die 6 Tage Woche. Die Wochenarbeitszeit liegt in Brasilien bei maximal 44 Stunden in Deutschland bei 48 Stunden. In Deutschland wissen viele Arbeitnehmer nicht, dass sie nur auf Grund von Tarifverträgen eine 35, 37 oder 38 Stunden Woche haben.
Es ist in Deutschland durchaus mir dem Gesetz konform, dass man bis zu 60 Wochenstunden arbeiten darf.
(Ironie—in Brasilien ist das nur unter Takeo möglich) :mrgreen:

Die Überstundenzuschläge und Zulagen sind in beiden Ländern ähnlich zu zahlen. Auch hier sind die brasilianischen Arbeitnehmer besser durch Gesetze abgesichert. Gesetzlich gibt es in Deutschland keine Überstundenzuschläge.

In Brasilien hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf ein 13. Monatsgehalt. Diesen Anspruch oder den Anspruch auf Weihnachtsgeld gibt es in Deutschland nicht. Das sind bei uns alles tarifvertragliche Sonderreglungen. Und viele Arbeitnehmer in Deutschland unterliegen keinem Tarifvertrag.
Der gesetzliche Urlaub beträgt in Brasilien 30 Kalendertage, in Deutschland sind es 20 Arbeitstage.
In Brasilien beträgt das Urlaubsgeld 1/3 des Monatsgehaltes. In Deutschland gibt es keinen gesetzlichen Anspruch.

Den Garantiefont FGTS (Fundo de Garantia do Tempo de Serviço), in Brasilien klammere ich hier einmal aus, weil ich mich da erst einlesen müsste. Und ob man das ganze mit der betrieblichen Alterversorgung oder Abfindungen oder Arbeitslosengeld vergleichen kann weiß ich nicht.

Wie sehen die Rechte bei Kündigungen aus?
In Brasilien ist eine Kündigung ist auch ohne Begründung grundsätzlich jederzeit unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist von 30 Kalendertagen bzw. einer etwaig vertraglich vereinbarten längeren (nicht kürzeren) Frist möglich.
Der Arbeitnehmer kann innerhalb einer Frist von 2 Jahren ab der Beendigung des Arbeitsverhältnisses gerichtliche Ansprüche gegen seinen früheren Arbeitgeber geltend machen
Kündigt der Arbeitgeber ist eine Strafzahlung von 40% aus dem Garantiefont zu entrichten.
Eine Sozialauswahl unter den Arbeitnehmer ist in Brasilien nicht notwendig.

Die gesetzliche Kündigungsfrist in Deutschland sind 4 Wochen. Eine Kündigung bedarf immer einer Begründung. Es gibt verhaltensbedingte, krankheitsbedingte und betriebsbedingte Kündigungen.

Bei einer betriebsbedingten Kündigung ist eine Sozialauswahl vorzunehmen. Nach einem Punktesystem wird der Arbeitnehmer ermittelt, welcher gehen muss.

Einen Anspruch auf eine Abfindung hat der deutsche Arbeitnehmer nicht, es sei denn er verzichtet auf einen Widerspruch der Kündigung und es ist ausdrücklich im Kündigungsschreiben vermerkt.
Dann beträgt in der Regel die Abfindung der Hälfte des Brutto-Entgeltes pro Beschäftigungsjahr.
Gegen eine Kündigung muss innerhalb von 4 Wochen beim Arbeitsgericht widersprochen werden. (Klage auf Weiterbeschäftigung)

Bei Kündigungen ist der deutsche Arbeitnehmer besser gestellt, wenn es darum geht seinen Arbeitsplatz nicht zu verlieren.
Das ist ein kleiner Überblick.

Die obigen Ausführungen erheben trotz sorgfältiger Recherchen keinen Anspruch auf Richtig- und Vollständigkeit. Sie sind als grobe Orientierung für die erste Einarbeitung in ein sehr komplexes Rechtsthema zu verstehen und ersetzen keinesfalls eine in jedem Einzelfall unbedingt anzuratende spezialisierte Rechtsberatung.

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Re: Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Beitragvon moni2510 » Sa 24. Jul 2010, 11:52

Sabbaticals oder wie auch immer sie heißen halte ich eine gute Möglichkeit.

Und ich glaube nicht, daß die total unmotivierten, die in Deuschland ihre 35 Stunden Woche absitzen (leider habe ich davon tatsächlich schon zu viele gesehen, gerade in großen Unternehmen) überhaupt auf die Idee kommen würden, so etwas zu machen. Denn das würden ihren Scheibchenvillaalltag total durcheinander werfen. Für den überwiegenden Teil der arbeitenden Bevölkerung hier wie in Deuschland, die nicht mehr ihre Stunden zählen, sondern versuchen Meilensteine zu erreichen, Projekte erfolgreich abzuschließen etc. ist so eine Auszeit doch klasse.

Und Takeo, ich widerspreche dir massivst. Denn wenn du so gut bist, wie du glaubst, dann findest du auch wieder einen Job oder deine Firma gibt dir deinen alten zurück nach so einer Auszeit! Die Frage ist eher, ob man nach so einer Phase den alten Job überhaupt wieder haben will.

Und was das Thema expats angeht, das ist ein globales Phänomen. In meiner Firma durch lokale Verträge ersetzt wegen der Kosten. Aber auch ich habe brasilianische Kollegen, die in China, Indien oder den USA sitzen, um dort mit ihrem Fachwissen dem jeweiligen lokalen Business zur Seite zu stehen.

Komm mal wieder runter Takeo bzw. raus aus deinem Hamsterrad. Du bist genauso ersetzbar wie jeder von uns! Sobald man das erkannt hat, wirds leichter!
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Re: Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Beitragvon Takeo » Sa 24. Jul 2010, 23:39

wo habe ich geschrieben, dass ich nicht erstetzbar bin, im Gegenteil... egal, raucht Eueren ganzen Sabbatsermon (von wegen Sklaventreiberei und Arbeitsgesetze #-o ) doch in der Pfeife und seit glücklich, dass Ihr so "fortschrittliche" Selbstverwirklichungsideen habt... worlds apart... ich bin froh auch in Brasilien einen fordernden Job zu haben, hoffe ihn nicht zu verlieren, verwirkliche mich durch meinen (immer interessanter werdenen) Beruf und durch diverse Hobbies (dazu brauche ich keine Auszeit!), und finde, dass ein "Sabbatjahr" der letzte Luxus einer Wohlstandgesellschaft ist, die immer noch nicht begriffen hat, dass besonders in einer globalisierten Welt, nicht jeder "Karlheinz" mal so eben für ein Jahr Arbeitspause machen kann. Wenn ich mal keinen Bock mehr auf meinen Job habe, dann finde ich was anderes was mich glücklich macht und was auch meine Familie ernährt, aber Leute die ernsthaft ein "Sabbatjahr" in Betracht ziehen, gehören einfach nicht in ein dynamisches Profil derer mit denen ich zusammenarbeiten wollte. Aber das ist nur meine Meinung, wenn Ihr Anderer seit, bitteschön, ich wusste ja bis vor einer Woche noch nichtmal dass es sowas überhaupt gibt! Mehr brauche ich nicht mehr zu sagen.
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Re: Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Beitragvon Brazil53 » So 25. Jul 2010, 00:26

Takeo - ich denke alle haben dich verstanden.
Es ist dein gutes Recht eine Meinung zu haben.
Dann akzeptiere auch, dass andere die Welt anders sehen.

Du kannst doch 100 Stunden die Woche arbeiten oder dir ein zweites dynamisches Profil in den Hintern schnitzen.
Das ist dir doch alles gegönnt. Aber du bist auch nur eine Meinung von vielen.

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Re: Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Beitragvon Timao » So 25. Jul 2010, 00:37

Takeo hat geschrieben:wo habe ich geschrieben, dass ich nicht erstetzbar bin, im Gegenteil... egal, raucht Eueren ganzen Sabbatsermon (von wegen Sklaventreiberei und Arbeitsgesetze #-o ) doch in der Pfeife und seit glücklich, dass Ihr so "fortschrittliche" Selbstverwirklichungsideen habt... worlds apart... ich bin froh auch in Brasilien einen fordernden Job zu haben, hoffe ihn nicht zu verlieren, verwirkliche mich durch meinen (immer interessanter werdenen) Beruf und durch diverse Hobbies (dazu brauche ich keine Auszeit!), und finde, dass ein "Sabbatjahr" der letzte Luxus einer Wohlstandgesellschaft ist, die immer noch nicht begriffen hat, dass besonders in einer globalisierten Welt, nicht jeder "Karlheinz" mal so eben für ein Jahr Arbeitspause machen kann. Wenn ich mal keinen Bock mehr auf meinen Job habe, dann finde ich was anderes was mich glücklich macht und was auch meine Familie ernährt, aber Leute die ernsthaft ein "Sabbatjahr" in Betracht ziehen, gehören einfach nicht in ein dynamisches Profil derer mit denen ich zusammenarbeiten wollte. Aber das ist nur meine Meinung, wenn Ihr Anderer seit, bitteschön, ich wusste ja bis vor einer Woche noch nichtmal dass es sowas überhaupt gibt! Mehr brauche ich nicht mehr zu sagen.


Takeo , so wie du dich ausdrueckst hab ich das Gefuehl du brauchst mal Urlaub , oder... Du scheint ein richtiger Paulista zu sein, aber wenn so dein Brasilien ist wie es du dir gewuenscht hast, dann ist es ja ok, jeden das Seine.
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Re: Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Beitragvon Takeo » So 25. Jul 2010, 02:09

Timao hat geschrieben:Takeo , so wie du dich ausdrueckst hab ich das Gefuehl du brauchst mal Urlaub , oder... Du scheint ein richtiger Paulista zu sein, aber wenn so dein Brasilien ist wie es du dir gewuenscht hast, dann ist es ja ok, jeden das Seine.


... die Ansicht, dass Brasilien mehr als nur ein Sonnenurlaub ist, hätte ich eigentlich schon von Dir erwartet, egal... träumt weiter Eurer brasilianischen Fun- und Freizeitgesellschaft entgegen... nur komisch, diese ganzen Leute auch aus den unteren Schichten, die im tagtäglichen Kampf ums Überleben und mit mehreren Jobs ihr Allernötigstes verdienen... die passen jetzt so garnicht in das Bild des "Brasilien wie man es sich gewünscht hat"... egal, Brasilien ist mein Alltag, nicht mein Aussteigertraum... aber ok, jeden das Seine.
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Re: Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Beitragvon Timao » So 25. Jul 2010, 02:20

Takeo hat geschrieben:
Timao hat geschrieben:Takeo , so wie du dich ausdrueckst hab ich das Gefuehl du brauchst mal Urlaub , oder... Du scheint ein richtiger Paulista zu sein, aber wenn so dein Brasilien ist wie es du dir gewuenscht hast, dann ist es ja ok, jeden das Seine.


... die Ansicht, dass Brasilien mehr als nur ein Sonnenurlaub ist, hätte ich eigentlich schon von Dir erwartet, egal... träumt weiter Eurer brasilianischen Fun- und Freizeitgesellschaft entgegen... nur komisch, diese ganzen Leute auch aus den unteren Schichten, die im tagtäglichen Kampf ums Überleben und mit mehreren Jobs ihr Allernötigstes verdienen... die passen jetzt so garnicht in das Bild des "Brasilien wie man es sich gewünscht hat"... egal, Brasilien ist mein Alltag, nicht mein Aussteigertraum... aber ok, jeden das Seine.


ich traume nicht sondern ich lebe es. Brasilien ist sicherlich mehr fuer mich mehr als o.g.sonst koennte ich ja auch in Thailand usw leben oder wo es tropische Traumstraende gibt. Ich kenne die vielen Kulturen und Realitaten sehr gut und hatte aber immer den Traum mal im Nordosten zu leben und nichts zu tun (im Sinne von arbeiten) ausserdem reise ich viel im Amazonas usw. Habe insgesammt schon 6 Jahre in Sao Paulo und anderen Staaten in BR gearbeitet das war was ganz anderes (da konnte ich nur vom Nordosten traumen - aber das ist ja auch nur mein flash).
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Re: Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Beitragvon Takeo » So 25. Jul 2010, 03:57

nein, "leben" tust Du es nicht, du "beurlaubst" und "bereist" es, hast Zeit und Musse, das ist immer noch ein anderes Lebensgefühl als "von innen" und "mit" und mit den gleichen Problemen, Nöten und Verpflichtungen wie alle Brasilianer, deshalb fühle ich mich auch als Brasilianer und nicht als Urlaubsgringo und werde auch als Brasilianer genommen und nicht als Urlaubsgringo, und kann das Land deshalb auch mit anderen Augen erfahren, als der Sabbaturlauber... egal der eine will dieses, der andere jenes... ausserdem, nach spätestens drei Tagen am Strand langweile ich mich zu Tode, und im Interior von São Paulo scheint auch die ganze Zeit die Sonne und es gibt auch schöne Landschaften, es ist ja nicht so, dass der Nordosten das absolute Non-plus-Ultra sei, wohin sich alle Sinne ständig nach sehnen... und manchmal finde ich die Abwechlung in der Megametropole São Paulo auch nicht schlecht... jedenfalls kenne ich niemanden, der schonmal ein Sabbatjahr gebraucht hat, allerdings sehr viele, hüben wie drüben, die unbedingt arbeiten wollen!!
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