Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Sabbatjahr und andere Arbeitsbedingungen in BR

Beitragvon Takeo » Mo 19. Jul 2010, 18:50

Darf ich mal vorsichtig anfragen was das jetzt wieder ist: ein Sabbatjahr???

Anstatt sich mit der Visafrage auseinanderzusetzen, wäre es nicht eventuell viel wichtiger zu prüfen, ob Du nach Deinem "Sabbatjahr" überhaupt noch (D)einen Job hast???
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Re: Sabbatjahr in Brasilien - Visumfrage

Beitragvon MESSENGER08 » Mo 19. Jul 2010, 19:13

Takeo hat geschrieben:Darf ich mal vorsichtig anfragen was das jetzt wieder ist: ein Sabbatjahr???


Das Sabbatical ist ein Arbeitszeitmodell.

Im neuzeitlichen, übertragenen Sinn des aus den USA stammenden Begriffs sabbatical, auch Sabbatjahr, bezeichnet es entweder

* ein Jahr der Teilzeitarbeit
* oder ein Jahr der Auszeit (das wäre dann das eigentliche Sabbatjahr)


In Deutschland besteht für Beamte die Möglichkeit, für die Dauer von zwei bis sechs Jahren für zwei Drittel bis sechs Siebtel des normalen Gehaltes zu arbeiten. Dafür kann man sich anschließend für ein Jahr völlig freistellen lassen und bekommt in diesem Jahr ebenfalls zwei Drittel bis sechs Siebtel der Dienstbezüge.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sabbatical
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Re: Sabbatjahr in Brasilien - Visumfrage

Beitragvon Christian B. » Mo 19. Jul 2010, 19:43

MESSENGER08 hat geschrieben:
In Deutschland besteht für Beamte die Möglichkeit,...

Eigentlich unglaublich. Wieder ein Beispiel, dass der Beamtenstatus abgeschaft gehört. Auf welchen Arbeitnehmer kann heute noch ein Jahr verzichtet werden? Das geht doch nur da wo es kein Leistungsprinzip gibt.
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Re: Sabbatjahr in Brasilien - Visumfrage

Beitragvon amazonasklaus » Mo 19. Jul 2010, 19:50

Christian B. hat geschrieben:Eigentlich unglaublich. Wieder ein Beispiel, dass der Beamtenstatus abgeschaft gehört. Auf welchen Arbeitnehmer kann heute noch ein Jahr verzichtet werden? Das geht doch nur da wo es kein Leistungsprinzip gibt.

Viele moderne Unternehmen, vor allem auch große Firmen, bieten mittlerweile Sabbaticalmodelle an. Vielleicht gehört es zum Repertoire, um für die besten Nachwuchskräfte ein interessanter Arbeitgeber zu sein, vielleicht möchte man seinen Mitarbeitern die Möglichkeit einräumen, die persönliche Work-Life-Balance zu finden. In Wirklichkeit ist jeder abkömmlich, vor allem wenn man ein bis zwei Jahre vorher mit der Planung beginnt.
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Re: Sabbatjahr in Brasilien - Visumfrage

Beitragvon Christian B. » Mo 19. Jul 2010, 21:24

amazonasklaus hat geschrieben:Viele moderne Unternehmen, vor allem auch große Firmen, bieten mittlerweile Sabbaticalmodelle an. Vielleicht gehört es zum Repertoire, um für die besten Nachwuchskräfte ein interessanter Arbeitgeber zu sein, vielleicht möchte man seinen Mitarbeitern die Möglichkeit einräumen, die persönliche Work-Life-Balance zu finden. In Wirklichkeit ist jeder abkömmlich, vor allem wenn man ein bis zwei Jahre vorher mit der Planung beginnt.

Ja ja, so steht es im Internet geschrieben.
Aber um Gotteswillen, Firmen sind doch für Nachwuchskräfte nicht wegen diesem Sabbatical interessant! Höchstenfalls wenn sie in dieser Zeit z.B. in die Forschung gehen können. Und klar, die Beamten sind natürlich die richtige Zielgruppe um die Work-Life-Balance zu finden. Und wenn sei nicht gefunden wird hängen sie dann ihren Beamtenjob an den Nagel?
Natürlich ist jeder irgendwie abkömmlich. Aber wer mit beiden Beinen erfolgreich im Berufsleben steht wird dieses von seinem Chef nie und nimmer genehmigt bekommen. Und wenn, dann ist seine Stelle nach einem Jahr vergeben.
Überigens spricht der Frederöffner selbst von einer "Freizeitphase". :lol:
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Re: Sabbatjahr in Brasilien - Visumfrage

Beitragvon amazonasklaus » Mo 19. Jul 2010, 21:42

Christian B. hat geschrieben:Natürlich ist jeder irgendwie abkömmlich. Aber wer mit beiden Beinen erfolgreich im Berufsleben steht wird dieses von seinem Chef nie und nimmer genehmigt bekommen. Und wenn, dann ist seine Stelle nach einem Jahr vergeben.
Überigens spricht der Frederöffner selbst von einer "Freizeitphase".

Das ist ja der Witz beim Sabbatical, dass man in der arbeitsfreien Phase machen kann, was man will. Natürlich hängt es von der Unternehmenskultur ab, ob ein Sabbatical angeboten wird und in der Praxis auch genommen werden kann. Anscheinend ist es in Deinem Umfeld nicht gewünscht. Ist ja okay, aber in anderen, möglicherweise fortschrittlicheren Organisationen, mag es eben anders sein. Ich kenne Beispiele aus großen Konzernen, in denen sogar Mitarbeiter aus dem oberen Führungskreis ein Sabbatical genommen haben - wenn auch deren Auszeit nur drei Monate betragen hat.
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Re: Sabbatjahr in Brasilien - Visumfrage

Beitragvon Takeo » Di 20. Jul 2010, 05:28

amazonasklaus hat geschrieben:Ist ja okay, aber in anderen, möglicherweise fortschrittlicheren Organisationen, mag es eben anders sein. Ich kenne Beispiele aus großen Konzernen, in denen sogar Mitarbeiter aus dem oberen Führungskreis ein Sabbatical genommen haben - wenn auch deren Auszeit nur drei Monate betragen hat.


Ja ja, die kenn' ich auch, das sind solche Topmanager von denen man i. d. Regel in den Bordzeitungen irgendwelcher Airliner liest: solche gestressten Workaholics die dann für ein paar Monate in ein Zenkloster gehen um ihrem Management hinterher einen neuen spirituellen Input zu geben... bei Otto-Normal-Arbeitnehmer habe ich von solchen Auszeiten noch nie gehört... ich wundere mich bis jetzt, wie es sowas überhaupt geben kann, wie 'mutig' man sein muss um sowas tatsächlich wahrzunehmen, oder wie die Aufgaben einer Arbeitnehmers oder Arbeitgebers strukturiert sind um überhaupt eine Auszeit in Erwägung ziehen zu können... echt, Sachen gibt's!!!
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Re: Sabbatjahr in Brasilien - Visumfrage

Beitragvon dimaew » Di 20. Jul 2010, 10:27

Takeo hat geschrieben:
amazonasklaus hat geschrieben:Ist ja okay, aber in anderen, möglicherweise fortschrittlicheren Organisationen, mag es eben anders sein. Ich kenne Beispiele aus großen Konzernen, in denen sogar Mitarbeiter aus dem oberen Führungskreis ein Sabbatical genommen haben - wenn auch deren Auszeit nur drei Monate betragen hat.


Ja ja, die kenn' ich auch, das sind solche Topmanager von denen man i. d. Regel in den Bordzeitungen irgendwelcher Airliner liest: solche gestressten Workaholics die dann für ein paar Monate in ein Zenkloster gehen um ihrem Management hinterher einen neuen spirituellen Input zu geben... bei Otto-Normal-Arbeitnehmer habe ich von solchen Auszeiten noch nie gehört... ich wundere mich bis jetzt, wie es sowas überhaupt geben kann, wie 'mutig' man sein muss um sowas tatsächlich wahrzunehmen, oder wie die Aufgaben einer Arbeitnehmers oder Arbeitgebers strukturiert sind um überhaupt eine Auszeit in Erwägung ziehen zu können... echt, Sachen gibt's!!!


Die Diskussion über Sinn und Unsinn eines Sabbatjahres hat zwar mit den Fragen des Threaderöffners nichts zu tun, aber jetzt möchte ich doch mal darauf eingehen, da all die "Unverzichtbaren" hier ja offensichtlich der Ansicht sind, so etwas gäbe es nicht.
Ich habe in Deutschland in einer großen Bank gearbeitet und war 7 Jahre lang im Personalrat vertreten (nein ich war kein Beamter). Dort kam der Vorschlag für die Einführung des Sabbatjahres vom Personalbereich und wir haben die ganze Regelung intensiv diskutiert. Natürlich waren genau die Fragen wie: Wer besetzt den Arbeitsplatz? Gibt es "Unverzichtbare"? Wie sieht die Belastung der Kollegen, die nicht weggehen aus? usw. die Hauptdiskussionspunkte. Am Ende unterschied sich die Regelung praktisch nicht von der regelung für Frauen (oder Männer) die Erziehungsurlaub in Anspruch nahmen. Der/Die MitarbeiterIn bekam eine Arbeitsplatzgarantie aber nicht auf der Stelle, die er/sie vor dem Sabbatjahr besetzt hatte. Es konnte also sein, dass er/sie vor dem Sabbatjahr im Ort A auf der Filiale arbeitete, nach dem Sabbatjahr aber im Ort B weiter machen musste. Wie die "offene" Stelle besetzt wurde, wurde den Vorgesetzten überlassen, denn da gab es die verschiedensten Möglichkeiten: Mit Azubis/Trainees überbrücken, jemand neues fest einstellen, befristete Einstellung, "Wegfall" des ohnehin nicht mehr benötigten Platzes, in einer Bank mit mehr als 12.000 Mitarbeitern kann man sowas nicht detailliert regeln. Das Sabbatjahr wurde im Zuständigkeitsbereich "meines" Personalrates nur ein oder zweimal in Anspruch genommen. Wie es in anderen Zuständigkeitsbereichen war (es gab insgesamt vier öPRs) weiß ich nicht, die Regelung war noch zu frisch, als ich gegangen bin.
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Re: Sabbatjahr in Brasilien - Visumfrage

Beitragvon cabof » Di 20. Jul 2010, 10:54

Sabbat... ich kenne das hier bei uns als ugs. für Schluß/Ende/Aus. "Jetzt ist Sabbat mein
Freund" .......

Anfang der 90iger Jahre hat eine brasil. Bekannte die bei der staatl. Coelba gearbeitet hat
auch so ein Modell der Freistellung durchgezogen und war 1 Jahr in Deutschland, auch unter
dem Vorwand bei der Fachhochschule einen Kurs zu belegen.

Je nach Bundesland können wir auch als Nicht-Beamte mal ein bisschen ausspannen, sei
es nur unter dem Mäntelchen "Bildungsurlaub" mal 8 oder 14 Tage in der Toscana töpfern,
etc etc. - wenn man die Möglichkeit hat, durchziehen, das Arbeitsleben ist lang genug.

Viel Spaß!
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Re: Sabbatjahr in Brasilien - Visumfrage

Beitragvon Takeo » Di 20. Jul 2010, 20:59

amazonasklaus hat geschrieben:Gratuliere, da meint man schon, den Preis für den flachsten Kommentar in diesem Thread hätte Takeo sicher, aber damit bist Du locker vorbeigezogen. Schön, dass Du wieder mitspielst!


Nur weil ich Dir widersprochen habe? Jeder moderne Personalchef oder Personalchefin wird heutzutage vollstes Verständniss für ein sog. "Sabbatjahr" haben, dass garantiere ich Dir, nur wird heutzutage jeder "Sabbatjahrnehmer" auch vollstes Verständniss dafür haben müssen, wenn nach diesem sog. "Sabbatjahr" plötzlich jemand auf seinem Posten sitzt, der sich in diesem Jahr hervorragend integriert hat, intelligentere Entscheidungen getroffen hat, besser drauf war, mehr geleistet hat und auch gleichzeitig verlautbaren hat lassen, dass er kein "Sabbatjahr" zu nehmen gedenke... sowie, dass die Personalperson einem mitteilt, dass sich in der Zwischenzeit einiges "verändert" hat, sowie die herzlichsten Erfolgswünsche für die neuen Herausforderungen, die der sog. "Sabbatjahrnehmer" ausserhalb seines ehemaligen Teams anzutreten gedenke...

So, oder so ähnlich zumindest läuft's in Brasilien... in Deutschland hat man ja für jedes WehWehchen das grösste Verständnis, deshalb weiss ich nicht, ob ein "Sabbatjahr" in Deutschland eventuell normaler ist!
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