…ist die Band in Salvador und weit darüber hinaus bekannt. Auch hier in Deutschland tourten sie schon und mit Michael Jackson haben sie auch schon ein Video aufgenommen… aber das ist Geschichte.
Manchmal gibt es tolle Zufälle, die einem immer in Erinnerung bleiben sollen. So auch dieser, dass wir in der Nacht von Montag auf Dienstag in Lauro de Freitas ankamen und wir darüber informiert wurden, dass am Dienstag Abend Olodum mal nicht im eigenen Hinterhof, sondern auf dem „Praça da Sé Terreiro de Jesus“ spielen sollte. Super! Und auch noch gratis. Bei strömendem Regen sind wir schon nachmittags nach Salvador gefahren, um ein paar touristische Attraktionen mitzunehmen. Mit unseren Ganzkörperkondomen konnte uns auch nichts passieren und wir waren auch nach Stunden noch trocken.
Erst machten wir einige Runden durch den Mercado Modelo und ließen die bunten Stände auf uns wirken. Den Fahrstuhl misshandelten wir mehrfach, was für 5 Centavos auch nicht schlimm war. Es hat einfach Spaß gemacht… Oben angekommen fielen die verkaufenden Bettler immer wieder über uns her! Schmückten erst unser Handgelenkt mit einem Fitinha „Lembranca do Senhor do Bonfim da Bahia“ und sagten uns immer wieder, dass das nur ein Geschenk sei. Allerdings hängten sie uns dazu auch noch einige Ketten um, auch wenn man das nicht wollte. Ich weiß bis heute noch nicht, wie sie es so schnell schafften, einem gleich drei bis vier Ketten umzuhängen.

: Die sollte/musste man dann käuflich erwerben. 5 Ketten für 10 Reais! Oder so manchmal auch 6 oder nur eine. Alle sahen gleich aus… und das bei jedem Verkäufer!!! Mit zweien kamen wir wirklich nett ins Gespräch und tauschten Informationen aus. Wir kauften nichts und sie nahmen auch das gelassen hin. Allerdings stand plötzlich eine Schwangere neben mir, riss meinen Arm auf ihren Bauch und sagte, dass ich doch für ihr Baby Geld geben sollte. Das hat bei mir kein Mitleid geweckt, weil sie sehr penetrant war und furchtbar dreist. Ich habe mich angeekelt von ihr weggedreht! Hätte sie etwas verkauft, dann ja, aber mit dieser dreisten Art zu betteln kam ich nicht zurecht. Ebenso eine junge Bettlerin, die nur auf ihre offenen Beine zeigte… da schob ein anderer Gringo sein Hosenbein hoch, zeigte auf seine offenen Beine und hielt auch die Hand auf. Das war schon fast witzig!!! Wenn doch nicht im Allgemeinen diese Armut herrschen würde.
Abends gingen wir Richtung Pelorinho, dem bekannten Touristen-Abzocke-Viertel, haben in einer kleinen Kneipe etwas gegessen und wollten nun Olodum sehen. Es regnete immer noch wie aus Eimern… da nützen irgendwann die besten Ganzkörperkondome nichts mehr, denn wir waren mittlerweile nass bis auf die Haut!!! Um 21 Uhr sollte Olodum spielen und wir stellten uns in die Schlange für die Tickets. Dann waren wir dran… bekamen aber nur zwei Tickets, weil unsere Tochter nicht mit rein durfte!!! 88| Wir sollten sie allein draußen lassen? Nach einigem Hin und Her wurde uns dann mitgeteilt, dass Kinder erst ab 16 Jahren rein dürften. (allerdings hätten sie auf der Plaza in jedem Alter gucken können) Ein Sicherheitsmann, dem wir wohl sehr sympathisch waren, ist für uns extra zur Polizeistation um die Ecke gerannt, um eine Sondergenehmigung zu erwirken… hat auch nichts gebracht!!! So hatten wir uns nett bei ihm bedankt und ihm gesagt, er solle Olodum ausrichten, dass das nicht gerade die beste Werbung für die Gruppe sein, da wir ja extra aus Deutschland (für dieses Konzert) angereist waren…

Wir waren nicht nur sauer, sondern wütend!!! Unsere Schweizer Urlaubsbekannten hatten dann auch keine Lust mehr und sind solidarisch mit uns von Dannen gezogen. Pitschnass sind wir von unserem bestellten Taxista dann abgeholt wurden und haben unseren Frust mit einigen „Nova Chin“ ( = schreckliches Bier) in der Pension runtergespült!!!
Es war trotzdem ein lustiger Tag, denn wer hat schon Salvador im Dauerregen...?
