Sao Paulo unter Wasser?

Alles über Brasilien aus der internationalen Presse (Beiträge bitte max. anreissen, unbedingt die Quelle verlinken sowie ein eigenes kurzes Statement abgeben).

Re: Sao Paulo unter Wasser?

Beitragvon Takeo » So 17. Jan 2010, 21:13

Männlein hat geschrieben:Es ist lachhaft was da in der Capital Paulista mit immer wiederkehrender Häufigkeit geschieht . Es regnet und der Siff läüft zu . Das es eine Stadtverwaltung nicht schafft auch nur annähernd Abhilfe zu schaffen .


Ich finde es lachhaft, dass Du es lachhaft findest, dass die Stadtverwaltung von São Paulo es nicht so leicht hat, mal eben eine 24 Millionen Metropole, die teilweise durch wilden Wucher entstanden ist, mal so eben zu regeln... Du schaffts es ja noch nicht mal Deine poolbomba anständig zu reparieren... falar é fácil... warst Du überhaupt schonmal in São Paulo???
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Re: Sao Paulo unter Wasser?

Beitragvon stanley » Mo 18. Jan 2010, 02:26

Takeo hat geschrieben:...doch genau DIE mein' ich... Du siehst vielleicht: es ist nicht alles so einfach wie man sich das aus seinem Strandhäuschen unter der Sonne Bahias erträumt...


Hier in Bahia (April-Juni 2009 z.B.) gibt es auch Zeiten, wo es ständig und kräftig pissed.
Die Strassenschluchten dürfen nicht "Rua usw." sondern "Canal...." heissen. Kanalisation Fehlanzeige. Jeder hat hier sein Grundstück zubetoniert und die Abflussrohre sowie Drainagen durch oder über die 3m hohe Grundstückgrenze nach draussen gelegt (frei hängend genagelt, gehangen oder sonst wie). Vorteil: Der Müll, die Hundepisse uä. auf den Strassen wird somit gleich weggespült. Theoretisch müsste dieser Dreck bei Männleins Strandhäuschen landen. Oder wird es auf die umliegenden niedrigeren Felder gespült, wo auch die ganze Schei/ß/e versickert?
Kläranlage? :pissing: :shit:
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Re: Sao Paulo unter Wasser?

Beitragvon dimaew » Mo 18. Jan 2010, 13:56

Schlagzeilen in den beiden Sonntagsblättchen im Dorf (eins pro, eins contra prefeito)

"Preifeito assina convênio para obras de afastamento de esgoto para despoluir os córregos"

"Abandono de Bairro de Cidade deixa moradores irritados"

Zur Erklärung für die zweite Schlagzeile: Die prefeitura holt sich bereits seit einigen Monaten in dem Viertel Erde von einem Privatgrundstück, natürlich ohne dafür zu sorgen, dass bei Regen nicht der ganze Schlamm die Straße runterläuft.
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Re: Sao Paulo unter Wasser?

Beitragvon mikelo » Mo 18. Jan 2010, 20:56

Männlein hat geschrieben:Soviel zum Strandhäuschen


koennte auch in der schweiz stehen. schoenes haus--aber waere nichts fuer mich hier in brasilien.
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Re: Sao Paulo unter Wasser?

Beitragvon Takeo » Mo 18. Jan 2010, 22:19

dimaev, dann hättest Du mal den Rio Pinheiros und den Rio Tietê in den 80iger Jahren sehen sollen... heute zumindest werden diese Flüsse ausgebaggert und deren Ufer begrünt... vieles hat sich geändert, das Umweltbewusstsein ist viel stärker ausgeprägt, der Rodoanel ist gebaut worden, Rodizio für Nummernschilder sind hinzugekommen, viele sehr viele Brücken sind hinzugekommen, Tunnel sind gebaut worden (Av. Rebouças Unterfrührung Faria Lima), das U-Bahnnetz ist seitdem gebaut und ausgebaut worden, Exclusivspuren für das öffentliche Verkehrsnetz, viele Grünflächen etc... gleichzeitig ist die Stadt aber weiter gewachsen und explodiert, weitere Nordestinos - ohne viel Bildung oder Umweltbewusstsein - sind zugezogen, der Verkehr hat weiter stark zugenommen, und das Wetter (Cidade da Garoa - das hat was mit São Paulos Lage auf 800 m bei 60 km Luftlinie zum Südatlantik und an der Mata Atlantica zu tun), hat sich auch geändert: es regnet mehr und stärker... ... es mir geht mir einfach darum, dass manche in ihrem schönen Häusschen Marke Eigenbau irgendwo im Nordosten, mit Motorsägen, Schäferhunden, Poolbombas und Weidenbullen einfach nicht beurteilen können, oder sollen, was in einer Megametropole wie São Paulo alles abgeht oder nicht!!!
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Re: Sao Paulo unter Wasser?

Beitragvon stanley » Mo 18. Jan 2010, 22:39

Takeo hat geschrieben:dimaev, dann hättest Du mal den Rio Pinheiros und den Rio Tietê in den 80iger Jahren sehen sollen... heute zumindest werden diese Flüsse ausgebaggert und deren Ufer begrünt... vieles hat sich geändert, das Umweltbewusstsein ist viel stärker ausgeprägt, der Rodoanel ist gebaut worden, Rodizio für Nummernschilder sind hinzugekommen, viele sehr viele Brücken sind hinzugekommen, Tunnel sind gebaut worden (Av. Rebouças Unterfrührung Faria Lima), das U-Bahnnetz ist seitdem gebaut und ausgebaut worden, Exclusivspuren für das öffentliche Verkehrsnetz, viele Grünflächen etc... gleichzeitig ist die Stadt aber weiter gewachsen und explodiert, weitere Nordestinos - ohne viel Bildung oder Umweltbewusstsein - sind zugezogen, der Verkehr hat weiter stark zugenommen, und das Wetter (Cidade da Garoa - das hat was mit São Paulos Lage auf 800 m bei 60 km Luftlinie zum Südatlantik und an der Mata Atlantica zu tun), hat sich auch geändert: es regnet mehr und stärker... ... es mir geht mir einfach darum, dass manche in ihrem schönen Häusschen Marke Eigenbau irgendwo im Nordosten, mit Motorsägen, Schäferhunden, Poolbombas und Weidenbullen einfach nicht beurteilen können, oder sollen, was in einer Megametropole wie São Paulo alles abgeht oder nicht!!!


Es ist sicherlich schwierig im gleichen Tempo der Neubevölkerung Sao Paulos, die Infrastruktur zu erneuern bzw. zu verbessern. Es werden ständig Versorgungsingenieure gesucht aufgrund der ständig wachsenden Anforderungen. Mit Bahia wirklich nicht zu vergleichen!
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Re: Sao Paulo unter Wasser?

Beitragvon dimaew » Mo 18. Jan 2010, 22:50

Takeo hat geschrieben:dimaev, dann hättest Du mal den Rio Pinheiros und den Rio Tietê in den 80iger Jahren sehen sollen... heute zumindest werden diese Flüsse ausgebaggert und deren Ufer begrünt... vieles hat sich geändert, das Umweltbewusstsein ist viel stärker ausgeprägt, der Rodoanel ist gebaut worden, Rodizio für Nummernschilder sind hinzugekommen, viele sehr viele Brücken sind hinzugekommen, Tunnel sind gebaut worden (Av. Rebouças Unterfrührung Faria Lima), das U-Bahnnetz ist seitdem gebaut und ausgebaut worden, Exclusivspuren für das öffentliche Verkehrsnetz, viele Grünflächen etc... gleichzeitig ist die Stadt aber weiter gewachsen und explodiert, weitere Nordestinos - ohne viel Bildung oder Umweltbewusstsein - sind zugezogen, der Verkehr hat weiter stark zugenommen, und das Wetter (Cidade da Garoa - das hat was mit São Paulos Lage auf 800 m bei 60 km Luftlinie zum Südatlantik und an der Mata Atlantica zu tun), hat sich auch geändert: es regnet mehr und stärker... ... es mir geht mir einfach darum, dass manche in ihrem schönen Häusschen Marke Eigenbau irgendwo im Nordosten, mit Motorsägen, Schäferhunden, Poolbombas und Weidenbullen einfach nicht beurteilen können, oder sollen, was in einer Megametropole wie São Paulo alles abgeht oder nicht!!!


Ich kenne den Pinheiros und den Tieté aus den 80ern. Damals machte man auf der Marginal alle Autofenster zu und stellte die Klimanalage des Autos (so es denn eine hatte) auf Umluft, aber nicht aus Angst jemand greift durchs offene Fenster ins Auto, sondern weil es so erbärmlich nach Klo stank.
Natürlich ist sehr, sehr viel passiert seit dem. Man konnte und kann die Fortschritte ja auch beobachten.
Trotzdem gibt es diese Bilder und Berichte von den Menschen, die täglich das Wasser und den Schlamm und den Müll von ihren Haustüren wegkehren. Und diese Bilder gibt es nicht nur im Fernseher. Wenn ich durch unser Dorf gehe (habe ja oben die "Schlagzeile" über die geplante Kläranlage gepostet), sehe ich auch, das die Hauptstraße relativ gut und sauber aussieht. In Bauru ist die Nações Unidos (eine der Hauptstraßen) auch relativ schön mit Bäumen in der Mitte und so weiter. Aber das sind eben die "Vorzeigestraßen" und möglicherweise auch die "Vorzeigestadtviertel". Aber leider ist es häufig so, dass die Viertel und Straßen, die nicht direkt im Blickpunkt liegen, einfach vergessen werden. Potemkin lässt grüßen.
Aber um auch das ein wenig zu relativieren: Ein ausschließlich brasilianisches Problem sehe ich darin nicht. Auch in Deutschland gibt es in jeder kleineren oder größeren Stadt Ecken, in die ein Fernsehteam oder Bildreporter besser nicht hinein geht.
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Re: Sao Paulo unter Wasser?

Beitragvon Teckpac » Mi 20. Jan 2010, 11:57

Mikelo schrieb:
"sprich dich aus--aber bleib beim thema." [-X
Na wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen!! Sitze gerade hier vor'm Fernseher und betrachte mir die gelieferten Bilder aus den wiedermal (oder immer noch?) überschwemmten Stadtteilen oder Gegenden...es ist ein trauriges Bild was sich einem bietet!! Das Wasser hat garkeine Möglichkeit abzulaufen, sinkt der Spiegel ein bisschen, kommt wie gestern Abend der nächste Mega-Wolkenbruch und füllt alles wieder auf! Ich klopfe immer 3mal auf Holz, gut dass wir hier unerreichbar für's Wasser sitzen....
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Re: Sao Paulo unter Wasser?

Beitragvon mikelo » Mi 20. Jan 2010, 12:05

Teckpac hat geschrieben:Mikelo schrieb:
"sprich dich aus--aber bleib beim thema." [-X
Na wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen!!


ich antworte nur auf diesbezuegliche posts, die mich betreffen. das habe ich immer gemacht--und werde dies auch weiterhin tun.

was koennte man deiner meinung in paulo machen um das mit dem hochwasser in griff zu bekommen. sieht ja nach einer milliardeninvestition aus.
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Re: Sao Paulo unter Wasser?

Beitragvon Teckpac » Mi 20. Jan 2010, 12:26

mikelo hat geschrieben:
was koennte man deiner meinung in paulo machen um das mit dem hochwasser in griff zu bekommen. sieht ja nach einer milliardeninvestition aus.
1. Schritt: Das Bewusstsein der Bevölkerung wachrütteln, damit Sie den Müll nicht auf der Strasse im Rinnstein lagern! 2.Schritt: Häuslebauern eine kleine Prämie zusichern wenn Sie vorhandene Grünflächen nicht zu betonieren!! Auch wenn diese noch so klein sind, es hilft!! 3. Schritt: Den Querschnitt der Abwasserrohre-kanäle erhöhen! 4. Schritt: Hebeanlagen an den Problemzonen einrichten (hier bei uns an der Hügelsohle schon geschehen, seitdem ist da Ruhe mit Überschwemmungen) 5. Schritt:Katastrophenschutz ausbauen, damit bei weiteren Problemen effektiver geholfen werden kann! 6. Schritt: Bauaufsicht im Bereich Mitarbeiter aufstocken, es müssen einfach mehr wilde Bauten gestoppt oder wenigstens kontrolliert werden, die Leute bauen ohne Sachverständnis Oder Wissen über Untergrund und Statik ihre Häuschen, das muss gestoppt werden!
Wenn ich noch mehr drüber nachdenke fallen mir bestimmt noch mehr Vorschläge ein....soll aber jetzt genug sein!
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