Scheidung in Deutschland in Brasilien noch Verheiratet?

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Scheidung in Deutschland in Brasilien noch Verheiratet?

Beitragvon wupper26 » Mi 3. Jun 2009, 23:46

Ich habe eine Frage.
Ich war in Deutschland mit einer Brasilianerin verheiratet und bin jetzt in Deutschland geschieden.
Die Heirat wurde damals in Brasilien eingetragen als in Deutschland verheiratet.
Den Antrag beim Gericht in Brasilien auf anerkennung des Deutschen Scheidungsurteil wurde noch nicht
gestellt.
Frage
Bin ich in Brasilien noch richtig Verheiratet solange das Scheidungsurteil aus Deutschland noch nicht in Brasilien
anerkannt wurde.
Was pasiert wenn die EX Frau sich weigert bei der Annerkennung mitzuwirken?
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Re: Scheidung in Deutschland in Brasilien noch Verheiratet?

Beitragvon BRASILIANT » Do 4. Jun 2009, 22:17

wupper26 hat geschrieben:Bin ich in Brasilien noch richtig Verheiratet solange das Scheidungsurteil aus Deutschland noch nicht in Brasilien anerkannt wurde.


JA!

Für Dich als dt. Staatsbürger aber eigentlich weniger kritisch, es sei denn Du willst ein zweites Mal heiraten und dann ebenfalls eine Brasilianerin, dann brauchst Du die bras. Anerkennung des Scheidungsurteil (HOMOLOGAÇÃO).
Solltest Du aber eine dt. (oder sonstigem Drittland) Frau heiraten wollen wird niemand nach der Anerkennung aus BRA fragen.

wupper26 hat geschrieben:Was pasiert wenn die EX Frau sich weigert bei der Annerkennung mitzuwirken?


Keine Ahnung ob die überhaupt erforderlich ist, denn Ihr seid ja schon geschieden. Es geht nur noch um das Anerkennungsverfahren in Brasilien.
Wie aber oben schon gesagt, für Dich ist das ohnehin eher zweitrangig. Für Deine Ex. nicht, denn die braucht auf jeden Fall die s.g. HOMOLOGAÇÃO aus Brasilien wenn Sie wieder heiraten will, egal wo ob in BRA oder D oder sonstwo auf der Welt.
Jeder Standesbeamter wird von Ihr 100%-ig die Anerkennungsurkunde aus BRA verlangen. Somit ist Deine Ex eher auf die Anerkennung in BRA angewiesen als Du.

:wink:
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Re: Scheidung in Deutschland in Brasilien noch Verheiratet?

Beitragvon bruzundanga » Do 4. Jun 2009, 22:39

Keine Ahnung ob die überhaupt erforderlich ist, denn Ihr seid ja schon geschieden. Es geht nur noch um das Anerkennungsverfahren in Brasilien.


Würde sogar noch weiter gehen und sagen: die kann sich quer vors Gerichtsgebäude legen ohne dass es was hilft. Sie wird nicht gebraucht.

Rest: 100% wie Brasiliant
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Re: Scheidung in Deutschland in Brasilien noch Verheiratet?

Beitragvon dimaew » Do 4. Jun 2009, 22:45

Nur zur Klarstellung (und hoffentlich nicht zur Verwirrung, sonst schon mal im Voraus Sorry):

Ganz theoretisch hat die Frau die Möglichkeit, sich im Rahmen des Anerkennungsverfahrens vor dem Superior Tribunal de Justiça in Brasília gegen die Anerkennung zu stellen. Es gibt verschiedene Einwendungen, die in einem solchen Verfahren gebrahct werden können. Rein praktisch aber hätte dieses "Wehren" in diesem Fall keine Auswirkungen, weil es nicht "rechtmäßig" wäre, sich gegen das Scheidungsurteil zu wehren.

Etwas anderes ist es beim sogenannten Scheidungsfolgenurteil, in dem z.B. Unterhalt, Sorge für die Kinder, Teilung von Rentenansprüchen und all solcher Kram geregelt werden. Wenn dieses Urteil für die Frau nachteilhaft ist oder sein könnte, könnte sie durchaus versuchen, im Rahmen der Anerkennung dieses Urteils in Brasilien noch "Verbesserungen" herauszuschlagen.

Manchmal werden die Scheidung und die Folgen vom Richter in einem einzigen Urteil zusammengefasst. Das solltest Du Dir noch mal kurz anschauen, um ganz sicher zu gehen.
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Re: Scheidung in Deutschland in Brasilien noch Verheiratet?

Beitragvon wupper26 » Fr 5. Jun 2009, 01:20

dimaew hat geschrieben:Nur zur Klarstellung (und hoffentlich nicht zur Verwirrung, sonst schon mal im Voraus Sorry):

Ganz theoretisch hat die Frau die Möglichkeit, sich im Rahmen des Anerkennungsverfahrens vor dem Superior Tribunal de Justiça in Brasília gegen die Anerkennung zu stellen. Es gibt verschiedene Einwendungen, die in einem solchen Verfahren gebrahct werden können. Rein praktisch aber hätte dieses "Wehren" in diesem Fall keine Auswirkungen, weil es nicht "rechtmäßig" wäre, sich gegen das Scheidungsurteil zu wehren.

Etwas anderes ist es beim sogenannten Scheidungsfolgenurteil, in dem z.B. Unterhalt, Sorge für die Kinder, Teilung von Rentenansprüchen und all solcher Kram geregelt werden. Wenn dieses Urteil für die Frau nachteilhaft ist oder sein könnte, könnte sie durchaus versuchen, im Rahmen der Anerkennung dieses Urteils in Brasilien noch "Verbesserungen" herauszuschlagen.

Manchmal werden die Scheidung und die Folgen vom Richter in einem einzigen Urteil zusammengefasst. Das solltest Du Dir noch mal kurz anschauen, um ganz sicher zu gehen.

Es geht um eine Wohnung in Brasilien wo ich nach der Scheidung ein Wohnrecht habe deshalb möchte Sie die Scheidung in Brasilien nicht .
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Re: Scheidung in Deutschland in Brasilien noch Verheiratet?

Beitragvon dimaew » Fr 5. Jun 2009, 13:50

Siehste, und schon wird aus einem einfachen Fall ein komplizierter Rechtsstreit (unter Umständen)

Die Anerkennung eines deutschen Urteils erfolgt in Brasilien durch das oberste Gericht in Brasília. Dort wird das Urteil eingereicht und der zuständige Richter (heißen hier Minister :wink: ) macht zunächst eine "Basisprüfung" zu machen: widerspricht das Urteil brasilianischen Regeln, verstößt es gegen international geltendes Recht, wurde der/die Beklagte an dem Verfahren ordnungsgemäß beteiligt usw.
Danach wird der/die "Beklagte", im Fall des Anerkennungsprozesses eben die andere Seite angeschrieben und hat 15 Tage Zeit, zu widersprechen. Es gibt aber nur drei Gründe zu widersprechen:
1. Die eingereichten Dokumente sind unvollständig oder unwahr.
2. Das ausländische Urteil ist in Brasilien nicht umsetzbar.
3. Die Regeln des Anerkennungsverfahrens wurden nicht eingehalten.
Wenn die andere Seite widerspricht, kann der Antragsteller innerhalb von fünf Tagen antworten. Egal, ob der Antragsteller sich nochmal äußert oder nicht, wird der Fall an den Generalanwalt abgegeben, der sich innerhalb 10 Tagen äußern muss. Äußert der generalanwalt keine Bedenken, entscheidet der Richter, im anderen Fall wird das Verfahren im "Plenum", das heißt von allen Richtern am obersten Gerichtshof, besprochen. Entscheidet der Einzelrichter, kann die andere Seite dagegen innerhalb fünf Tagen Widerspruch einlegen und das Verfahren so ins Plenum bringen.
Wird das ausländische Urteil schließlich naerkannt, wird es zur "Ausführung" an das für den Wohnsitz des/der Beklagten zuständigen Gerichts geschickt.

Die Beschreibung habe ich einer brasilianischen "Diplomarbeit" entnommen. Quelle:
http://agata.ucg.br/formularios/ucg/institutos/nepjur/pdf/ahomologacaodasentencaestrangeira.pdf

Einen "Standardantrag" auf Anerkennung eines Scheidungsurteils findest Du hier
http://www.boletimjuridico.com.br/peticao/modelo.asp?id=107.

Im Fall Deines deutschen Scheidungsurteils kannst Du aus der kurzen Beschreibung oben erkennen (steht alles im brasilianischen Prozessrecht), dass es letztlich nur eine Frage der Zeit ist, denn wirkliche Gründe ein solches Urteil nicht anzuerkennen gibt es nicht.

Die andere Frage ist dann, wie Du Dein Wohnrecht umsetzt. Ist das in einem brasilianischen vertrag festgehalten oder in dem Scheidungsurteil mit drin? Davon hängt einiges ab.

Und: Nimm Dir eine/n gute/n brasilianische/n Anwalt/Anwältin! Das ist es auf jeden Fall wert. Wenn Du sagst, wo die Wohnung liegt, in der Du das Wohnrecht hast, kann Dir vielleicht hier im Forum jemand einen Anwalt oder eine Anwältin nennen.
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Re: Scheidung in Deutschland in Brasilien noch Verheiratet?

Beitragvon Falax » Sa 6. Jun 2009, 07:44

dimaew hat geschrieben:Im Fall Deines deutschen Scheidungsurteils kannst Du aus der kurzen Beschreibung oben erkennen (steht alles im brasilianischen Prozessrecht), dass es letztlich nur eine Frage der Zeit ist, denn wirkliche Gründe ein solches Urteil nicht anzuerkennen gibt es nicht.


Die Anerkennung meines deutschen Scheidungsurteils vom obersten bras. Gericht hat etwa 1,5 Jahre gedauert. Da ich in Deutschland lebe, wurde das hiesige Amtsgericht im Wege der Amtshilfe vom bras. Gericht aufgefordert, mich binnen 15 Tagen vorzuladen, um etwaige Bedenken gegen die Anerkennung vorzubringen.
Vom Verfassen des bras. Amtshilfeersuchens bis zu meiner tatsächlichen Vernehmung hat es schon ca 1 Jahr gedauert.
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Re: Scheidung in Deutschland in Brasilien noch Verheiratet?

Beitragvon dimaew » Sa 6. Jun 2009, 12:47

@Falax: Dein Fall lag also umgekehrt als der von Wupper. Du warst der "Reú", Deine Ex die Antragstellerin. Bei Wupper könnte (nicht muss) es etwas schneller gehen, weil er den Antrag stellt und die Anhörung seiner EX hier in Brasilien statt findet. Aber die hiesigen "Amtsgerichte" sind auch nicht furchtbar schnell :(
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Re: Scheidung in Deutschland in Brasilien noch Verheiratet?

Beitragvon detber07 » Mo 25. Jan 2010, 16:06

Hallo!
Ich wollte gleich weiter zu dem Thema einige Fragen stellen, offensichtlich sind hier ja einige kompetente Leute unterwegs:
Auch ich war mit einer Brasilianerin in Deutschland verheiratet, mittlerweile bin ich jedoch von einem deutschen Gericht geschieden worden. Die Ehe war in Brasilien registriert. Allerdings habe ich mich bisher nicht um die Anerkennung des deutschen Scheidungsurteils in Brasilien gekümmert. Zwischenzeitlich habe ich zudem wieder eine Brasilianerin geheiratet (auf ein Neues!). Für das deutsche Standesamt war das kein Problem, mein deutsches Scheidungsurteil und ihr bras. Ledigkeitsnachweis reichten für eine Heirat in Deutschland aus. Dennoch möchte ich noch meine geschiedene Ehe in Brasilien anerkennen lassen. Zuletzt möchte ich noch erwähnen, dass ich mit meiner Ex-Frau bis heute in Brasilien ein Haus zusammen besitze, das im deutschen Scheidungsverfahren nicht behandelt wurde.
Fragen: kennt jemand den Verfahrensweg bzw. einen guten und bezahlbaren Anwalt; wieviel kostet so ein Verfahren; könnte es aufgrund des Eheschließunszeitpunkts der zweiten Ehe zu Problemen kommen (zum Zeitpunkt meiner zweiten Eheschließung war ich ja in Brasilien noch offiziell verheiratet); kann sich jemand vorstellen, wie das Haus in Brasilien vom brasilianischen Gericht behandelt werden wird?
Vielen Dank im voraus!
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Re: Scheidung in Deutschland in Brasilien noch Verheiratet?

Beitragvon Copa Brasil 2014 » Mo 25. Jan 2010, 19:01

detber07 hat geschrieben:.. kann sich jemand vorstellen, wie das Haus in Brasilien vom brasilianischen Gericht behandelt werden wird?


Das hängt davon ab welchen Güterstand Ihr während der Ehe hattet und zu welchem Zeitpunkt die Immobilie erworben wurde, während oder bereits vor der Ehe ?

Aber vermutlich wirst Du zuerst einmal in BRA die Anerkennung der Scheidung beantragen müssen. Ob und wie dann in deren Verlauf die Immobilie überhaupt behandelt wird, kann ich nicht sagen.

:cool:

Até a copa, tá tudo resolvido!
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