Schwanger in Brasilien- Fragen über Fragen

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Re: Schwanger in Brasilien- Fragen über Fragen

Beitragvon BrasilJaneiro » Mo 15. Dez 2014, 17:59

pedrinho2405 hat geschrieben: Was macht eine Hebamme, wenn sich z.B, die Nabelschnur um den Hals legt ?


Was macht ein Arzt? Ich kenne eine Handvoll Menschen, die seit Geburt behindert sind, teils wegen falscher Zangengeburt.

pedrinho2405 hat geschrieben:Oder das Kind aus welchem Grund auch immer schnell per OP geholt werden muß ? macht die Hebamme das dann mal kurz Daheim ? [-X [-X Sorry aber es gibt durchaus Situationen in denen ich wirklich gerne Sicherheit habe.


Einfach der Hebamme mal vertrauen. Die Geburten gehen zu 99,99% gut aus. Im Krankenhaus, besonders nach einem Kaiserschnitt weniger.

pedrinho2405 hat geschrieben:Meine Frau hat mir am Tel. erzählt, dass das Baby ihrer Nachbarin bei der Geburt im Hospital verstorben ist, weil die Ärzte zu lange mit einem Kaiserschnitt gewartet haben.


Haben die auf die Hebamme gewartet?
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Re: Schwanger in Brasilien- Fragen über Fragen

Beitragvon BrasilJaneiro » Mo 15. Dez 2014, 18:05

nataba hat geschrieben:
Hebamme ist ein interessantes Stichwort. Ich weiß aus Deutschland, das es üblich ist das eine Hebamme die Schwangerschaft und die ersten Monate, die das Baby auf der Welt ist, begleitet. Gibt es hier sowas überhaupt? Oder sowas wie einen Geburstvorbereitungskurs?
Ich denke bei meinem ersten Kind werde ich auf einer Hausgeburt verzichten ;)

LG
Natascha


Natürlich gibt es sowas in Brasilien. Du glaubst es vielleicht nicht. Aber in gewissen Dingen ist Brasilien fortschrittlicher als Deutschland. Es heißt nicht umsonst "ordem e progresso". Einen Frauenarzt fragen. Oder eine Hebamme wird dies auch wissen. Lass dich mal wegen einer Hausgeburt beraten. Ein Fehler ist das nicht.
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Re: Schwanger in Brasilien- Fragen über Fragen

Beitragvon pedrinho2405 » Mo 15. Dez 2014, 18:22

moni2510 hat geschrieben:
Solange alles gut läuft, kann das mit der SUS schon gutgehen, aber wehe, es treten irgendwelche Komplikationen auf... keine Babyintesivstation, keine Fachärzte, manchmal nicht das einfachste Material. Das ist zumindest das Interior von Rio, wo ich zuletzt gelebt habe.

Ich wünsch dir alles Gute! Fang schon mal an zu sparen für den Plano für das Kind, Kindergarten, Schule und was sonst noch so kommt.



Hallo moni,

ich gebe Dir da vollkommen Recht, so lange alles gut läuft null Problemo, aber wehe wenn. Deshalb halte ich auch die von BrasilJaneiro angesprochene Hausgeburt mit Hebamme für sehr bedenklich, denn was ist, wenn wirklich ein Notfall auftritt, mit dem man ja leider rechnen muß. ich persönlich würde mir das nie verzeihen, wenn meinem Kind bei der Geburt was passieren würde, nur weil ich unbedingt in Brasilien leben muß, obwohl das Gesundheits- und Bildungssystem, das Letzte ist. Ich hatte vor der Geburt meines Sohnes keine Ahnung, was es heißt, sein eigenes Kind zu haben und was für eine Liebe man für sein Kind beim ersten im Arm halten spürt. Heute kenne ich diese Liebe und würde niemals nie nochmal ein Kind in Brasilien auf die Welt kmommen lassen. Nur hier in Deutschland, alles sauber, man kann mit der Frau zusammen sein und im Notfall ist alles erdenkliche sofort zur Stelle.


Liebe Grüße
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Re: Schwanger in Brasilien- Fragen über Fragen

Beitragvon cabof » Mo 15. Dez 2014, 22:10

Residents in Germany, ihr kennt doch die Polemik bei uns - siehe zB hier

http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/nachrichten/einigung-mit-krankenkassen-ueber-berufshaftplicht-hebammen-koennen-wieder-beherzt-zupacken/10294358.html

möchte nicht wissen, ob es annährend bei der brasil. Parteira sich so eine Frage stellt.

Wenn sich die werdende Mutter in DE während der Schwangerschaft ärztlich begleiten lässt (Eintragungen im Mutterpass zB) dann kann
man schon absehen ob es eine komplikationslose Hausgeburt zulässt oder nicht. Restrisiko bleibt, auch im KH - wie so eine Schwangerschaft in BR bei der SUS begleitet wird, null Ahnung, auch keine Infos ob es eine Abtreibung geben darf, wenn abzusehen ist, daß das Kind behindert sein wird.
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Re: Schwanger in Brasilien- Fragen über Fragen

Beitragvon brasilharry » Di 16. Dez 2014, 00:22

Leute,

das Gesundheitssystem in Brasilien ist schlecht und nicht vergleichbar mit dem in Deutschland. Dies trifft sicherlich auch auf den (baulichen und hygienischen) Zustand der Krankenhäuser in der Provinz zu. Dennoch solltet ihr die Sache nicht schlechter machen als sie ist. Ich habe 2 Jahre im Interior von Bahia in einer kleinen Stadt gelebt und muss sagen, dass wir nicht wenige Male Kontakt mit der dortigen Klinik und auch der SUS hatten. Nicht zuletzt deshalb weil wir mit einem Kind dort waren, dass immer wieder Asthma-Anfälle hatte. Und ich muss sagen, dass wir dort, den Möglichkeiten entsprechend, immer korrekt und engagiert behandelt worden sind. Es ist aber auch einmal vorgekommen, dass unser Sohn mitten in der Nacht nach SSA transportiert wurde, weil man dort keine Möglichkeiten der Weiterbehandlung mehr hatte. Vielleicht haben wir Glück gehabt, dass wir nicht solche negativen Erfahrungen gemacht haben, wie manche andere, aber auf jeden Fall haben sich alle Beteiligten des Krankenhauspersonals immer die höchstmögliche Mühe gegeben.

Um zurück auf das Thema der Geburt zu kommen: ob eine Geburt im interior ein grösseres Risiko darstellt als in Deutschland? Ich würde auf jeden Fall ja sagen. Ob eine Geburt in einer brasilianischen Grossstadt ein grösseres Risiko darstellt? Das würde ich nicht unbedingt bejahen. Aber ja, es gibt wohl eher die Tendenz zum Kaiserschnitt, so wie man im allgemeinen auch unempfindlicher mit dem Einsatz von Medikamenten in Brasilien ist.
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Re: Schwanger in Brasilien- Fragen über Fragen

Beitragvon sefant » Di 16. Dez 2014, 03:03

nataba hat geschrieben:Mein Mann arbeitet für eine portugiesische Firma, weswegen wir kein Plano de Saúde haben und nun erwarten wir unser erstes Baby.


Und was hat euch davon abgehalten eine Privat bei Unimed und Konsorten abzuschließen? Junges Paar, das wären vielleicht 200R$ im Monat gewesen. Ich meine Kabelfernsehen und Internet könnt ihr euch ja anscheinend auch leisten.

SUS ist Gesundheitslotto, das sag ich immer. Man kann Glück haben, man kann (der weitaus häufigere Teil) Pech haben. Bei auftretenden Komplikationen ist das meist automatisch Pech.

SUS im Interior ein Mix aus Gesundheitslotto und russischen Roulette. Klar gibt es gute Standorte, du kannst aber auch locker einen der unendlich vielen Standorte haben wo nichts läuft weil die ganze Kohle vorher in irgendwelchen Taschen versackt und eine chronische Überlastung mit Patienten hat. Gerade auch im Interior.

Arschbacken zusammenkneifen und prinzipiell eine private Versicherung abschließen und die Extrakosten für eine vernünftige private Entbindung löhnen, soviel sollte dir dein Kind schon wert sein. Notfalls die Eltern anpumpen und eure dumme Entscheidung keine private Versicherung zu haben UND schwanger zu werden offen gestehen. Und wenn es irgendwie geht in D in eine Versicherung wieder reinzurutschen: ab nach Deutschland temporär und so fix wie möglich.

Sorry für die evt harschen Worte. Ich fass mir hier immer an den Kopf wenn Leute keine Krankenversicherung haben, aber wenn man sieht für welchen !&@*$#! dann sonst die 100-200 im Monat für durchgehen...

PS: Von der Zeit kann es ja gut sein daß du in den Winterferien entbindest...könnte gut sein daß da wieder einige Ärzte mit ihren Familien im Strandurlaub verweilen.
Beleeeza
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Re: Schwanger in Brasilien- Fragen über Fragen

Beitragvon BrasilJaneiro » Di 16. Dez 2014, 10:47

sefant hat geschrieben:
Sorry für die evt harschen Worte. Ich fass mir hier immer an den Kopf wenn Leute keine Krankenversicherung haben, aber wenn man sieht für welchen !&@*$#! dann sonst die 100-200 im Monat für durchgehen...


Nicht nur du und nicht nur in Brasilien. In Alemanha braucht man als Hartz IV-ler auch einen Flachbildschirm, neben den PC noch einen Laptop und alle haben natürlich einen Vertragshandy -smartphone versteht sich natürlich. Selbstverständlich kann die übergewichtige Mutter weder kochen noch putzen, kauft teuer die TK-Pizza und ernährt mit Leckerlis den Kampfhund, während die Kinder auf gute Erziehung, ordentliche und saubere Kleidung und notwendige Lernmittel verzichten müssen.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Schwanger in Brasilien- Fragen über Fragen

Beitragvon nataba » Di 16. Dez 2014, 11:36

sefant hat geschrieben: Notfalls die Eltern anpumpen und eure dumme Entscheidung keine private Versicherung zu haben UND schwanger zu werden offen gestehen. Und wenn es irgendwie geht in D in eine Versicherung wieder reinzurutschen: ab nach Deutschland temporär und so fix wie möglich.

Sorry für die evt harschen Worte. Ich fass mir hier immer an den Kopf wenn Leute keine Krankenversicherung haben, aber wenn man sieht für welchen !&@*$#! dann sonst die 100-200 im Monat für durchgehen...


Bom dia Sefant,
Ich weiß nicht ob du von anfangan meinen Beitrag verfolgt hast. Ich habe lediglich um Ratschläge und um keine Stellungsnahme zu meiner Lebenssituation gebeten.
Gruß
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Re: Schwanger in Brasilien- Fragen über Fragen

Beitragvon nataba » Di 16. Dez 2014, 11:50

Guten Morgen,

Ganz herzlichen Dank an euch, die sich Zeit genommen haben von ihren Erfahrungen zu berichten und uns wertvolle Ratschläge gegeben haben. Danke, danke.

Die letzten Tage habe ich mich sehr intensiv mit dem Gesundheitssystem in Brasilien auseinander gesetzt. Nach vielen Telefonaten habe ich eine interessante private Krankenversicherung (UNIMED) gefunden. Ich werde für mich pro Monat R$140 zahlen. Ich denke der Preis ist ok. Als Studentin in Deutschland musste ich ca. 70€ für die Krankenversicherung zahlen....
An den Untersuchungen muss ich mich zwar anteilig beteiligen (20%) und leider gibt es keine einsehbare Liste mit den Preisen der Untersuchungen, an die Informationen kommt man nur, wenn der Arzt eine Untersuchung verordnet. Man kann sich dann bei der Hotline über die Höhe der Kosten informieren, aber scheinbar nur, wenn der Arzt die Untersuchung im System vermerkt hat.
Eine Entbindung ist nicht mit inbegriffen. Keiner wollte sich dazu offiziell äußern, aber scheinbar werden Kosten für eine Geburt in einem privaten Krankenhaus bei R$ 5.000 beginnen.
Heute werde ich den Plano de Saúde abschließen.

Hoffen wir auf eine unkomplizierte Schwangerschaft und Entbindung.
LG
Natascha
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Re: Schwanger in Brasilien- Fragen über Fragen

Beitragvon Cheesytom » Di 16. Dez 2014, 12:44

sefant hat geschrieben:Arschbacken zusammenkneifen und prinzipiell eine private Versicherung abschließen und die Extrakosten für eine vernünftige private Entbindung löhnen, soviel sollte dir dein Kind schon wert sein.


Das kann nicht jeder eben mal so stemmen.

"São Paulo – Os planos de saúde têm um período de carência de 300 dias para cobertura de gastos relacionados ao parto. Isso significa que, depois de engravidar, não adianta contratar um plano para não gastar com o parto - a paciente terá que arcar com os custos por conta própria. Em levantamento realizado por telefone com alguns hospitais de referência do país, EXAME.com constatou que os gastos particulares com a maternidade podem ser salgados e equivaler ao preço de um carro popular, ou até de um carro de luxo se forem incluídos os gastos com UTI."

http://exame.abril.com.br/seu-dinheiro/noticias/parto-em-hospital-particular-pode-custar-o-valor-de-um-carro
Gruss aus Maceió, Alagoas
Thomas
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