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BeitragVerfasst: 03 Jan 2007 13:58 
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Hi CC,

frag mal deine Frau, was Brasilianerinnen so mit ihrem Körper anstellen, wenn sie eine Schwangerschaft abbrechen wollen. Die "Hausrezepte" sind hier aufgrund der katholisch-orientierten Gesetzeslage in Allermunde. Ich wundere mich deswegen auch, weshalb ausgerechnet ein Mann sich hier im Namen seiner brasilianischen Frau nach sowas erkundigt.

Höchst eichelartig. Fast schon eines schweizerischen Verhaltensforschers verdächtig!!! :wink:



Man sieht sich,
Lemi

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 Betreff des Beitrags: Re: ...
BeitragVerfasst: 03 Jan 2007 14:49 
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CC hat geschrieben:
Jedoch muss es in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch ONGS etc geben, die sich mit dem Thema politisch beschäftigen.


Ja sicher gibt es sie. Die Frage ist nur, ob sie irgendwas bewirken können!?

CC hat geschrieben:
Das Mittelalter wird auch an Brasilien mal vorbeiziehen. Es sei denn Lula kommt auf den Trichter , das noch früher alles noch schöner war.


Wenn man Lula einredet, dass durch die Abschaffung des Abtreibungsverbots die Steuereinnahmen erhöht werden können, macht er bestimmt mit.

Das grundsätzliche Problem des Abtreibungsverbots dürfte in Brasilien wohl religiös bedingt sein. Brasilien ist immer noch das katholischste Land der Erde. Obwohl der Papa ein Bayer ist, folgt man seinen Anweisungen, es sei denn persönliche Interessen sind stärker .... deswegen auch die Verwendung von Kräuter-Cocktails und Medikamentenmix (ich verharmlose das bewusst!), um eine "natürliche" Abtreibung zu erzwingen. Der Weg zum Hinterhof-Doc ist eher die letzte Option, da Preisniveau für eine Schwarzabtreibung und soziale Herkunft der abtreibungswilligen Damen meist nicht harmonieren, es sei denn die Dame kommt aus dem Gewerbe und hat für diesen Fall finanziell vorgesorgt. Ist aber bei der brasilianischen Voraussichts-Mentalität eher eine Seltenheit ... stelle ich mir gerade so vor.



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Lemi

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BeitragVerfasst: 03 Jan 2007 14:58 
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Zitat:
Das grundsätzliche Problem des Abtreibungsverbots dürfte in Brasilien wohl religiös bedingt sein. Brasilien ist immer noch das katholischste Land der Erde. Obwohl der Papa ein Bayer ist, folgt man seinen Anweisungen, es sei denn persönliche Interessen sind stärker .... deswegen auch die Verwendung von Kräuter-Cocktails und Medikamentenmix (ich verharmlose das bewusst!), um eine "natürliche" Abtreibung zu erzwingen. Der Weg zum Hinterhof-Doc ist eher die letzte Option, da Preisniveau für eine Schwarzabtreibung und soziale Herkunft der abtreibungswilligen Damen meist nicht harmonieren, es sei denn die Dame kommt aus dem Gewerbe und hat für diesen Fall finanziell vorgesorgt. Ist aber bei der brasilianischen Voraussichts-Mentalität eher eine Seltenheit ... stelle ich mir gerade so vor.
Das wissen die 15-jährigen Mädels, mit welchen Medikamenten das zu "behandeln" ist. Maximal drei Tage lang zwei unten und zwei oben rein und die Fehlgeburt ist passiert. Das Medikament gibt es in Europa nur auf Rezept, aber in Brasilien gibt es das für genügend Reais auch unter dem Ladentisch. Deswegen verstehe ich die Frage nach Schwangerschaftsabbruch in Brasilien nicht. Das weiss dort jede....
Auch vom katholischen Konflikt ist heute nur noch wenig bemerkbar.... Eher der Papa, bei dem man ja noch wohnt und der Lover, der ja eh nix taugt - sind hier ein Grund dafür....



paz e amor
Severino


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 Betreff des Beitrags: Re: ....
BeitragVerfasst: 03 Jan 2007 15:57 
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CC hat geschrieben:
Hi Ituaner,

gut das du kommst, vielleicht kannst Du uns mal über das Thema
"Schwangerschaftsabbruch in Brasilien" aufklären.

Wie ist die Rechtslage ?
Wie ist die Praxis ?
Wie ist es um die politische Fragestellung bestellt ?

Hast Du vielleicht eine Liste parat, mit Organisationen und ÄrztInnen , die sich um schwangere Frauen in Notlagen kümmern ?

Gruss

CC


Du bist ja ein Witzbold :!: :twisted:

Glaubst doch nicht im Ernst, das der Typ hier im Forum, kostenlose Rechtsberatung macht :!: :!: :!: :lol:

Der will Geld verdienen, deshalb das Posting im Board "Komerzielle Kontakte" :!:

:twisted:


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 Betreff des Beitrags: Re: ....
BeitragVerfasst: 03 Jan 2007 17:32 
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und zwar von mir selbst.
Bequimão


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BeitragVerfasst: 03 Jan 2007 18:57 
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Hi CC,

hier hast du gleich den Paragrafen aus dem Strafgesetzbuch und die bestehenden Ausnahmen:

"O aborto é tipificado como crime contra a vida pelo Código Penal brasileiro. O artigo 128 do Código Penal dispõe que o crime de aborto é impunível nas seguintes hipóteses:

- quando não há outro meio para salvar a vida da mãe;
- quando a gravidez resulta de estupro."


Auf gut deutsch darf nur abgetrieben werden, wenn die werdende Mutter in Lebensgefahr ist (d.h. wenn sie z.B. einen Stadtbus in Rio benutzt) oder wenn sie vergewaltigt wurde. Die pure Behauptung wird da wahrscheinlich nicht reichen. Sicher muss eine Anzeige ihrerseits vorliegen. Sie kann natürlich "gegen unbekannt" anzeigen, da sie den Täter im Dunkeln nicht identifizieren konnte, als sie völlig normal gekleidet nachts durch den Stadtpark lief.

In einer Studie habe ich übrigens gerade gelesen, dass 85% aller Abtreibungen in Brasilien illegal stattfinden und nur 15% aufgrund der o.g. erlaubten Mittel.

Angeblich beschäftigt sich der Oberste Gerichtshof Brasiliens gerade mit der Hypothese einen Schwangerschaftsabbruch bei Missbildungen bzw. 100% sicheren Missgeburten zuzulassen. Der Artikel war allerdings von 2004. Wahrscheinlich beschäftigt sich das STF schon seit der Jahrhundertwende damit (ich meine die von 18.. zu 19..). Es wurde auch Hoffnung in Lula gesetzt, wahrscheinlich weil er selber aus einer kinderreichen Familie kommt und sich sicher darüber freut, dass er momentan all seine Geschwister mit durchfüttern muss, es sei denn er hat ihnen passable Posten in irgendeiner Prefeitura in einem Vorort von Brasilia versorgt. #-o



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Lemi

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Zuletzt geändert von Lemi am 03 Jan 2007 19:27, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 03 Jan 2007 19:17 
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Hi CC,

bei den "Amigas do Parto" (Freundinnen der Geburt) wird dir bzw. deinen weiblichen Begleiterinnen sicherlich weiter geholfen. Infos unter:

http://www.amigasdoparto.org.br/inst_links.asp


P.S.: Im Internet findet man übrigens so ziemlich alles zum Thema, dank Google.



Man sieht sich,
Lemi

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BeitragVerfasst: 04 Jan 2007 14:06 
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Severino hat geschrieben:
welchen Medikamenten das zu "behandeln" ist. Maximal drei Tage lang zwei unten und zwei oben rein und die Fehlgeburt ist passiert. Das Medikament gibt es in Europa nur auf Rezept, aber in Brasilien gibt es das für genügend Reais auch unter dem Ladentisch. Deswegen verstehe ich die Frage nach Schwangerschaftsabbruch in Brasilien nicht. Das weiss dort jede....
Auch vom katholischen Konflikt ist heute nur noch wenig bemerkbar.... Eher der Papa, bei dem man ja noch wohnt und der Lover, der ja eh nix taugt - sind hier ein Grund dafür....


Das Medicament (Pille danach) gibt es in Deutschland nach langem Ringen gerade mal auf Rezept - ist aber z.B. in Frankreich frei überall erhältlich. Daher fahren Interessierte gerne in dieses schöne Nachbarland zum Einkaufen. Sowas wird dann überall vertickt und schwups ist die Fehlgeburt provoziert ......
Irgendwie kommt's wohl auch nach Brasilien und zu den Katholiken O:)

amicus


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BeitragVerfasst: 04 Jan 2007 14:13 
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Die Pille danach gibts in D zwar nur auf Rezept, aber ich habe noch keinen Arzt gesehen, der sie nicht verschreibt. Das Problem ist nur, dass sie meines Wissens nur bis max 48 Stunden oder noch kürzer nach dem GV wirksam eingenommen werden kann.

Gruss
Falax


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BeitragVerfasst: 04 Jan 2007 14:32 
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Deswegen gibt es ja die anderen "Pillen danach". Eben die, die jedes brasilianische Mädchen kennt. Sind zwar gut bei Magengeschwüren, aber haben bei der "richtigen" Dosierung eben die Nebenwirkung dass eine Fehlgeburt ausgelöst wird.
Falls das nach drei Tagen nicht klappt, geht man halt notgedrungen zum "Auskratzen" zu einem Dorfdoktor mit Hinterhof-Klinik.
Das Ganze hat mit der Pille danach - wie man sie hier in Europa kennt - gar nix zu tun. Es ist Medikamentenmissbrauch um eine illegale Abtreibung zu machen.
Zum Glück bringen jedoch viele brasilianische Frauen auch die "Unfälle" zur Welt. Bei irgendeiner Tante/Mutter/Schwester kann man die ja dann abgeben. Kenne auch Fälle, wo sie dem Ehemann untergeschoben wurden. Der merkt doch meist eh nicht, ob sie jetzt 9 oder 12 Monate schwanger ist....
P.S.: Auch in der wohlbehüteten Schweiz ist es im Übrigen überhaupt kein Problem rezeptpflichtige Medikamente zu bekommen.



paz e amor
Severino


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