Basel. Si/baz. Die Schweiz hat ihr letztes Länderspiel des Jahres verloren. Luisao und Kaka schossen den Rekordweltmeister Brasilien im Basler St. Jakob-Park zum verdienten 2:1. Den Treffer für die Schweiz erzielte Maicon mit einem Eigentor.
In der 70. Minute verkürzte Maicon, Brasiliens Rechtsverteidiger, auf 1:2 und löste beim Schweizer Team endlich die Handbremse. Nur vier Minuten später hätte Tranquillo Barnetta aus zehn Metern den Ausgleich erzielen müssen, doch Goalie Helton parierte spektakulär. Ein Remis wäre aber auch zuviel Lohn gewesen für eine ingesamt enttäuschende Schweizer Leistung. Fast eine Stunde lang liess sich die Equipe von Köbi Kuhn vorführen. Nachdem Luisao einen Eckball mit dem Kopf zur brasilianischen Führung verwertete hatte (22.), verlor der WM-Achtelfinalist den Faden. Bestes Beispiel hierfür war das 2:0 durch Kaka. Pascal Zuberbühler schoss in der 35. Minute mit seinem Befreiungschlag Johan Djourou an, der Ball landete einschussbereits vor den Füssen des Milan-Spielmachers.
Erstmals seit der Europameisterschaft 2004 hat die Schweiz zwei Länderspiele in Folge verloren. Rasch zeigte sich beim ersten Auftritt im neu ausgebauten St. Jakob-Park vor 39 000 Zuschauern, dass die unschöne Niederlage gegen Österreich (1:2) Spuren hinterlassen hat. Der Schweizer Nationalmannschaft gelangen lange Zeit so gut wie keine nenneswerten Kombinationen. Vor allem im Spielaufbau tat sie sich schwer. Johann Vogel und Ricardo Cabanas waren im defensiven Mittelfeld zwar eifrig, doch in der Vorwärtsbewegung ohne Wirkung.
Von Johan Vonlanthen, der in der ersten Halbzeit auf der ungewohnten Position im rechten Mittelfeld spielte, kamen keine Impulse. Die gefährlichsten Aktionen erspielte sich Tranquillo Barnetta, der neben seiner vergebenen Grosschance in der Startviertelstunde zu zwei Abschlüssen kam und Ludovic Magnin. Der Linksverteidiger zwang Brasiliens Goalie Helton mit zwei Freistössen (14./57.) zu den einzigen Interventionen in der ersten Stunde der Partie.
Wie überlegen Brasilien bis zur Schweizer Schlussoffensive agierte, zeigte sich an den Reaktionen der beiden Schweizer Stürmer, Alex Frei und Marco Streller, die nach einer halben Stunde kurz nacheinander ihrem Frust freien Lauf liessen: Frei beschimpfte den Schiedsrichter-Assistenten, Streller traktierte eine Werbebande. Nach der Pause bildeten Vonlathen und Frei die Sturmspitze, Xavier Margairaz übernahm die rechte Flanke und Blerim Dzemaili ersetzte Vogel. Und die Schweizer Leistung wurde immer besser. Helton hatte in der Schlussviertelstunde deutlich mehr zu tun als Zuberbühler.
Positiv aus Schweizer Sicht war sicherlich die Reaktion nach dem 1:2. Dadurch konnte die Mannschaft, die in diesem Jahr dem Pubikum viel Freude bereitet hat, die vielen Zuschauer im St. Jakob-Park nochmals begeistern. Kuhn wird zudem mit Befriedigung festgestellt haben, dass Stephan Lichtsteiner auf der rechten Abwehrseite ein zufriedenstellendes Länderspieldebüt gab. Der Verteidiger von Lille war der 32. Neuling unter Köbi Kuhn.
http://www.baz.ch/newsticker/index.cfm