Rio de Janeiro. Si/baz. Bewohner eines Armenviertels von Rio de Janeiro haben der Polizei am Donnerstag ein Massaker an Unschuldigen vorgeworfen.
Die Sicherheitskräfte hätten am Vortag bei der grössten Razzia gegen Drogenhändler in der brasilianischen Metropole in diesem Jahr wahllos Zivilisten getötet, sagte der Rechtsanwalt João Tancredo. Insgesamt tötete die Polizei 13 Menschen. "Höchstens acht waren am Drogenhandel beteiligt. Die anderen waren unschuldig", sagte Tancredo, der die Menschenrechtsabteilung der Anwaltskammer von Rio leitet.
Bewohner der Favela sagten, unter den Toten seien drei Jugendliche unter 16 Jahren. Dazu gehöre auch ein behindertes Kind. Tancredo kündigte juristische Schritte gegen die Polizei an.
Etwa 1350 Sicherheitskräfte hatten am Mittwoch die Favela "Alemão" gestürmt. Sie lieferten sich einen fünfstündigen Kampf mit Drogenhändlern. Die Polizei tötete dabei nach eigenen Angaben nur Verbrecher.
Viele Favelas werden von Drogenhändlern kontrolliert. In der Vergangenheit waren auch Polizisten in die Geschäfte verwickelt. Sicherheitskräfte nahmen an den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Banden teil.
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