selbstständig in brasilien?

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

selbstständig in brasilien?

Beitragvon michimaus » Sa 13. Okt 2007, 20:44

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Hallo!
Mein Freund und ich überlegen, ob es irgendwie zu bewerkstelligen ist, nach brasilien einzuwandern und dort dann etwas aufziehen und davon zu leben?
Wir dachten daran, ein Grundstück mit Haus und gästehaus zu kaufen. Würden gerne für den Eigenbedarf Obst und Gemüse anpflanzen und eventuell auch ein paar Tiere halten. Kann man den dort Tiere zum schlachter bringen und schlachten lassen, so wie in D, oder muss man so etwas dann selber machen?
Die Frage die sich uns stellt ist, ob das mit dem vermieten so einfach ist, und mit welchen Kosten wir für Lebensunterhalt rechnen müssen, wenn wir ein Haus haben und eben auch obst und gemüse zum gröstenteil selbst anpflanzen?
Wir haben außerdem noch zwei kleine Kinder. Wie sieht es mit Schulen aus?
Was kostet eine gute Schule, eventuell deutschsprachig?
Was mus man für Hausangestellte an Kosten berechnen und ist die Kriminalität wirklich so drastisch hoch??
Außerdem würde ich gerne wissen, wieviel Zinsen man auf der Bank für angelegtes Geld bekommt.
Ich habe in einer immobilienanzeige etwas von 5% im Monat gelesen und das scheint mir doch sehr übertrieben.

Ich weiß, das sind viele Fragen, aber ich hoffe, Ihr könnt sie mir beantworten.
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Re: selbstständig in brasilien?

Beitragvon gws » So 14. Okt 2007, 00:36

in welche gegend wollt ihr denn?
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Re: selbstständig in brasilien?

Beitragvon bruzundanga » So 14. Okt 2007, 02:03

Schlachter bekommst Du an jeder Ecke, natürlich selbsternannte.
Bleibt Dir überlassen zu beurteilen wer.............
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Re: selbstständig in brasilien?

Beitragvon michimaus » Mo 15. Okt 2007, 08:18

wir dachten so an die Gegend um Salvador herum...
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Re: selbstständig in brasilien?

Beitragvon Severino » Mo 15. Okt 2007, 08:42

Als erstes stellt sich doch Mal die Frage nach dem Visum. Man kann nicht einfach so nach Brasilien gehen. Falls ihr beide Deutsche seid, müsst ihr wohl ein Investorenvisum beantragen.

Problematisch sehe ich die Sache mit der Schule. Gute private Schulen sind in Brasilien sehr teuer. Da wird das Geld, dass ihr mit Tierzucht oder ein bisschen Gemüse aus dem Hinterhof wohl kaum genügen. Eine Kuh kostet bei uns in Goiás etwa 350 R$. Mit viel Glück kriegt man beim Schlachter später 500 R$ dafür. Und später ist dann so etwa 1 bis zwei Jahre.....

Da sind Banken schon besser. 5% pro Monat ist dort schon machbar.....

Gästehaus, naja, was soll man da sagen? Am richtigen Ort mit den richtigen Beziehungen in die Tourismusbranche eine Goldgrube. Ohne das ein finanzielles Desaster.....

Kriminalität ist für mich persönlich nicht das Hauptthema. Erstens sind wir auf dem flachen Land und zweitens können sie mir auch nur tijolos klauen und keine Reais....
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Re: selbstständig in brasilien?

Beitragvon michimaus » Mo 15. Okt 2007, 09:48

Naja, das mit dem Visum sehe ich nicht so wild.

Ich denke, erst mal auf ein Investorenvisum. Das lässt sich ja mit einem Gästehaus sicher machen. Und da ja erst nach 5 Jahren geprüft wird, haben wir ja etwas Zeit.
Außerdem denken wir noch über ein drittes Kind nach, was ja, wenn es dann in Brasilien zur Welt kommt, wieder das mit der Aufenthaltserlaubnis erleichtert, oder?
Ich habe gehört, dass die Eltern dann ohne weiteres eine Daueraufenthaltsgenehmigung bekommen.

Zu den Schulen: Wieviel kostet denn so eine Schule so im Durchschnitt???

Und zu den Zinsen:
Das bedeutet ja, dass wenn ich 50.000 Euro anlege ich jeden Monat mit 2500 Euro rechnen könnte. Das würde ja zum Leben reichen, oder?
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Re: selbstständig in brasilien?

Beitragvon tapirus » Mo 15. Okt 2007, 10:03

Nix Euro!
Real legst Du bei den Banken an und bekommst auch Real als Zinsen.
Wie sich die Wechselkurse entwickeln werden, kann ich nicht abschätzen.
Wie sieht es mit Steuern auf Zinserträge aus.
Wie sicher ist das Geld bei den Banken angelegt.
Wie bekommt man das Geld transferiert und was kostet das.
Wie hoch ist ungefähr die Teuerungsrate Eures persönlichen Warenkorbs? 2%, 6% oder schon 12% p.a.?

Hier ein paar Links zur Geldanlage:
http://www.wertpapier-forum.de
http://www.hartgeld.com
http://www.goldseiten.de
http://www.finanzen.de

Viel Spaß bei Eurem Projekt
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Re: selbstständig in brasilien?

Beitragvon michimaus » Mo 15. Okt 2007, 10:28

ja, wie hoch die steuern auf Zinsen sind, das weiß ich nicht, ich dachte vielleicht Du kannst mir das sagen. Und ob es teuer ist, das Geld von D nach Br zu überweisen weiß ich auch nicht, aber deswegen hab ich ja gefragt, ob ich real von 5% augehen kann, oder ob netto ein ganz anderer Wert übrigbleibt.
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Re: selbstständig in brasilien?

Beitragvon Severino » Mo 15. Okt 2007, 10:33

Ganz so einfach ist es nicht. Es gibt das normale Sparkonto (Poupança). Da liegt der Zinssatz momentan bei etwa 0,55% (im Monat). Dieses Konto ist bis 20.000 R$ garantiert. Alles darüber könnte man Dir eigentlich wegnehmen. Die Steuer von etwa 20% auf den Gewinn zieht die Bank gleich ab und zusätzlich wird jede Geldbewegung noch mit der CPMF belastet. Rechnet man Inflation und Teuerung mit ein, sind die schönen Gewinne schnell dahin.
Natürlich gibt es andere Anlageformen mit höheren Renditen und somit auch Risiken. Bei den fundos gibt es auch solche, die halbjährlich auszahlen. Aber auch da ist es durchaus möglich, dass der Staat - wie bereits einmal geschehen - einfach alles über 20.000 R$ "beschlagnahmt".
Ein weiteres "Problemchen" dürfte die Kontoeröffnung für den Ausländer sein. Meist wird eine Verdienstbescheinigung verlangt - sonst kein Konto.
Jedenfalls werden die 50.000 Euro nicht weit reichen. Eine gute ev. sogar deutsche Schule in Brasilien kostet schnell Mal 1.000 R$ pro Monat. Die öffentliche Schule ist absolut unbrauchbar. Nach 9 Jahren lernen die Kids dort nur lesen, schreiben und Taschenrechner bedienen.
Und bei drei Kindern mit den Schul- und ev. Studiumskosten sind 2.500 Euro nix....
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Re: selbstständig in brasilien?

Beitragvon svenskahaven » Mo 15. Okt 2007, 11:21

Hi,
seit nicht so blauäugig, fliegt in das Land Eurer Wahl nach Brasilien für drei Monate und sammelt eigene Erfahrungen, das hilft ungemein.
Ich kann Euch nur raten, egal was für Ambitionen Ihr in Bezug auf eine Geschäftsidee habt, es muß perfekt ablaufen. Wie ich gelesen habe, soll das in Richtung Fleischproduktion, bzw. Gemüseanbau gehen. Ist zwar gut gedacht, aber wie schon berichtet, da tummeln sich viele. Wenn ein Brasilianer nur merkt, das er, auf welchem Gebiet auch immer, einige gute Reals rausholen kann, wird er Eure Idee kopieren, schneller als Ihr denken könnt.
Ich bin Deutscher, mit einer Brasilianerin verheiratet und wir haben Eigentum an Immobilien (nicht ganz wenig) aber es ist das leidige Thema Geld, welches immer wieder Rückschläge verursacht.
Ich selbst versuche für unsere Ländereien im Landesinneren/Maranhao Fachleute(Landwirtschaft) zu bekommen, welche dann als Partner in unserem Unternehmen tätig sein können.
Bezüglich des Geldtransfers von Europa nach Brasilien kann ich euch aus eigener Erfahrung sagen, last Euch nicht auf dubiose angebliche Transfer – Vermittler ein. Über die deutschen Banken ist es wirklich sündhaft teuer. Außerdem braucht Ihr ein Konto und das ist nicht einfach. Wenn das dann mal vorhanden ist, dann ist es aus eigener Erfahrung am einfachsten über die Postbank, aber keine Direktüberweisung, sondern über die Banco do Brasil in Frankfurt.
Wenn die Bank in Frankfurt Euer Geld hat, ist es am nächsten Tag auf einem Konto in Brasilien und zwar zu Konditionen wie es in Deutschland von Bank zu Bank üblich ist. Ich kann Euch nichts besseres empfehlen, habe dieses Thema bis zum (entschuldigt) „Erbrechen“) durch.
Meldet Euch mal bei mir, wenn ich helfen Kann mach ich`s, alles Gute Dietrich
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