Sicherheit beim Reisen einer 18-Jährigen

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Re: Sicherheit beim Reisen einer 18-Jährigen

Beitragvon Wendo » Mi 31. Okt 2012, 18:01

frankieb66 hat geschrieben:Ohne Kontaktpersonen nachts auf ne Party in die Rocinha zu gehen grenzt schon an Wahnsinn. Aber jeder muss das für selbst entscheiden. Auch nach der teilweisen Befriedung sind die Favelas kein Hort der Sicherheit.


Dies ist sicherlich richtig und ich möchte es auch Pia bzw. anderen 18jährigen Newbies nicht empfehlen.

Bei einer Moderatorin erwarte ich jedoch eine gewisse Erfahrung, gute Sprachkenntnisse und befreundete Locals (der Stadt, nicht der Favela). Da kann man sich dann doch mal, mit entsprechender Vorsicht, in die "Höhle des Löwen" wagen. Wobei ein Mädel mich auch schon "louco alemão" genannt hat.

Pia darf mir dann beim Bikini recht geben ;)

moni2510 hat geschrieben:Wendo, wir sprechen uns in einem Jahr, wenn der erste Hauch des Neuen und Aufregenden vorbei ist... :mrgreen:


Nein :!:

Das ist eindeutig der schönste Part. Offene Missstände wie den, übertriebenen, Drogenkonsum, das immense Müllproblem oder andere "Kleinigkeiten" verdränge ich noch sehr erfolgreich und rede es mir mit dem Exotischen schön. Zudem ist die Landschaft unglaublich fesselnd.

Geht das vorbei müssen neue Reize geschaffen werden. Caracas ist da eine Option. Noch jedenfalls "liebe" ich Rio und hoffe auf eine möglichst lange Anhaltung des Zustandes.
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Re: Sicherheit beim Reisen einer 18-Jährigen

Beitragvon frankieb66 » Mi 31. Okt 2012, 18:24

Wendo hat geschrieben:Bei einer Moderatorin erwarte ich jedoch eine gewisse Erfahrung, gute Sprachkenntnisse und befreundete Locals (der Stadt, nicht der Favela). Da kann man sich dann doch mal, mit entsprechender Vorsicht, in die "Höhle des Löwen" wagen. Wobei ein Mädel mich auch schon "louco alemão" genannt hat.

Ich kenne die Moderatorin persönlich und kann dir sagen dass sie - ganz im Gegensatz zu dir - Ahnung hat.

Was dir als Brasilienunerfahrener so "super toll" und "authentisch" erscheint, und du "louco alemão" als Freischwimmerabzeichen betrachtest, zeugt davon, dass du wenig bis keine Ahnung hast von Brasilien und Rio im Speziellen. Abgesehen davon dass sich das "wahre" Brasilien keineswegs in den Favelas abspielt (Favelas sind eine bedauerliche Randerscheinung), wird dich dein Umgang und deine Neigung dich in Favelas rumzutreiben, eher früher als später als "Bumerang" einholen.
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Re: Sicherheit beim Reisen einer 18-Jährigen

Beitragvon Wendo » Mi 31. Okt 2012, 19:59

frankieb66 hat geschrieben:
Wendo hat geschrieben:Bei einer Moderatorin erwarte ich jedoch eine gewisse Erfahrung, gute Sprachkenntnisse und befreundete Locals (der Stadt, nicht der Favela). Da kann man sich dann doch mal, mit entsprechender Vorsicht, in die "Höhle des Löwen" wagen. Wobei ein Mädel mich auch schon "louco alemão" genannt hat.

Ich kenne die Moderatorin persönlich und kann dir sagen dass sie - ganz im Gegensatz zu dir - Ahnung hat.

Was dir als Brasilienunerfahrener so "super toll" und "authentisch" erscheint, und du "louco alemão" als Freischwimmerabzeichen betrachtest, zeugt davon, dass du wenig bis keine Ahnung hast von Brasilien und Rio im Speziellen. Abgesehen davon dass sich das "wahre" Brasilien keineswegs in den Favelas abspielt (Favelas sind eine bedauerliche Randerscheinung), wird dich dein Umgang und deine Neigung dich in Favelas rumzutreiben, eher früher als später als "Bumerang" einholen.


Ob ich Ahnung habe? Gegebenenfalls nicht. Gewiss jedoch weniger als Leute die schon viele Jahre in der "cidade maravilhose" leben. Mein Bekanntenkreis hier setzt sich jedoch aus jungen Arbeitern und Studenten zusammen. Viele von ihnen seit zig Jahren in Rio oder gar Cariocas. Diese Menschen haben wohl deutlich mehr Ahnung als Leute die noch nie in einer Favela waren, aber anhand von Berichten Gefahren meinen einschätzen zu wollen.

Sicherlich ist eine Favela nicht das tolle Leben und ich bin auch durchaus froh nicht dort hausen zu müssen. Ebenfalls sprach ich nicht vom authentischen Rio. Trotzdem gehören diese genau so zum Stadtbild wie Ipanema. Mir ging es um die Lebensfreude der dort wohnenden Leute. Und die ist, gerade gemessen an deren Lebensqualität, um einiges höher als in anderen Stadtvierteln.
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Re: Sicherheit beim Reisen einer 18-Jährigen

Beitragvon frankieb66 » Mi 31. Okt 2012, 20:20

Oi Wendo,

schön dass du antwortest und dich auf eine konstruktive Kontroverse einlässt ;)

Wendo hat geschrieben:Ob ich Ahnung habe? Gegebenenfalls nicht. Gewiss jedoch weniger als Leute die schon viele Jahre in der "cidade maravilhose" leben. Mein Bekanntenkreis hier setzt sich jedoch aus jungen Arbeitern und Studenten zusammen. Viele von ihnen seit zig Jahren in Rio oder gar Cariocas.

ja, und genau damit beschreibst du doch schon eines der Grundprobleme. Die Mehrheit der Studenten stammt nämlich keineswegs aus den Favelas, sondern (mindestens) aus den Mittelstandsvierteln. Weltverbesserer gibt es überall, aber wenns dann irgendwann mal um Kohle geht, dann knicken die allermeisten gesinnungsmäßig ein. Es gibt wenige Ausnahmen, und auch von diesen Ausnahmen sind viele so mit Geld gesegnet, dass sie sich ihre soziale "Berufung" zum Beruf machen. Wie immer gibt es Ausnahmen.

Wendo hat geschrieben:... Trotzdem gehören diese genau so zum Stadtbild wie Ipanema. Mir ging es um die Lebensfreude der dort wohnenden Leute. Und die ist, gerade gemessen an deren Lebensqualität, um einiges höher als in anderen Stadtvierteln.

Natürlich gehören Favelas samt deren Bewohner genauso zu Rio wie die Superluxus-Apts und deren Bewohner in Barra ... aber diese vermeintliche "Lebensfreude" der Favelados ist auch das einzige was sie haben. Und die ist natürlich höher als in anderen Stadtvierteln, denn in anderen Stadtvierteln dreht sich eine mögliche Diskussion zur Lebesqualität über den Liefertermin des neuen (Import-)SUVs, und in den Favelas um den neuen Herd, Kühlschrank, was auch immer ... und: was sollen die Favelados anders machen als sich "pseudofreuen"?

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Re: Sicherheit beim Reisen einer 18-Jährigen

Beitragvon moni2510 » Do 1. Nov 2012, 01:24

wir wollen nicht uebertreiben, aber wenn man mal ne Zeitlang nicht nur in Rio gelebt, sondern auch gearbeitet hat, dann macht mal halt andere Erfahrungen... und dann ist es schnell aus mit der froehlichen Favelawelt. :roll:
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Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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Re: Sicherheit beim Reisen einer 18-Jährigen

Beitragvon alfonse » So 6. Jan 2013, 19:31

Denke ich auch. Das Positive ist jedoch, dass imemr mehr Menschen nicht mehr in diesen Zuständen leben müssen und sich für viele Menschen in den vergangenen Jahren einiges zum Positiven gewandelt hat.
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Re: Sicherheit beim Reisen einer 18-Jährigen

Beitragvon Gregor5 » Di 30. Apr 2013, 12:30

moni2510 hat geschrieben:Brasiliansische Maenner pfeifen Frauen schon mal hinterher (nervt zwar, einfach ignorieren). Wenn sie halbwegs gebildet sind, dann akzeptieren sie auch ein nein. Mach dir da keinen Kopf.

Naja das kennt man auch von manchen deutschen Männern.Ignorieren,ignorieren,ignorieren.Bloß nicht drauf reagieren.
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