Sicherheit für "Estrangeiros"

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Sicherheit für "Estrangeiros"

Beitragvon ana_klaus » Mi 28. Mai 2008, 15:51

differenziert doch mal ein wenig,

die Frage ist Sicherheit für Ausländer. Sind es nun Touristen, oder Ausländer die in Br. wohnen und in einem intakten
Umfeld leben gemeint, mit einheimischen Freunden und sozialer Kompetenz.

Leute die Boa Viagem ,in Recife, als das Grösste empfinden, gehen ein Risiko ein. Wer macht schon Urlaub auf der Reeperbahn.

Bitte überlegt, die grösste Sicherheit überhaupt, ergibt sich aus der Akzeptanz.

Ich gebe zu, in einer Grossstadt schwer zu erreichen, aber darum liebe ich die Provinz, sowohl in D, als auch in Br.

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Re: Sicherheit für "Estrangeiros"

Beitragvon donesteban » Mi 28. Mai 2008, 16:50

ana_klaus hat geschrieben:... Leute die Boa Viagem ,in Recife, als das Grösste empfinden, gehen ein Risiko ein. Wer macht schon Urlaub auf der Reeperbahn. ...
Nanana, wäre ja schön, wenn die Boa Viagem eine Reperbahn hätte. Außer zwei zweitklassigen Absteigen für Kegelbrüder und Kanevalvereine und dem allgegenwärtigen Strassenstrich gibt es dort (zum Glück) nichts "rotlichtverdächtiges" mehr :-)

Aber mal konkret aus meiner Beobachtung. Ich verbringe dort einige Monate im Jahr, wegen der Strandnähe und der "Infrastruktur" (muss ich ja jetzt sagen, ist aber wirklich so ;-). Also, nun alles nur auf diesen Stadtteil bezogen.

Bis 22:00/23:00 Uhr ist es kein Problem, auf der Strandpromenade spazieren zu gehen und an den noch offen Kiosken ein agua de coco zu trinken. Man sollte jedoch immer umsichtig sein. Im März hörte ich ein Geballer und habe dann wie alle neugieren "Sensationsreporter" den Tumult am Eck beobachtet. Ging dann auch ein Geschrei los und noch mal Schüsse. Alle dachten, der Imbiss wäre überfallen worden. War so gegen 18:00 Uhr das Ganze. Tatsächlich wurde ein Ehepaar auf der Promenade (Höhe Jangadeiro für "Locals") von drei Strassengangstern in die Zange genommen. Der Mann war jedoch von der PM und hat seine Pistole gezogen. Zwei sind abgehauen, obwohl er in die Luft geballert hat. Den Dritten haben sie dann erwischt und gleich mal verprügelt. Dabei wurde wohl nochmals geschossen. Keine Ahnung, jedenfalls habe ich so etwas in 10 Jahren Berlin Kreuzberg nicht erlebt.

Sicherlich auch wieder ein Einzelerlebnis, aber es passiert halt schon manchmal was. Die Boa Viagem ist generell relativ sicher, weil Polizeipräsenz und viele Nachtwächter die Condominios bewachen. Innenstadt oder Ibura, Prazeres etc. sind Bairros, wo es wesentlich gefährlicher ist, nachts spazieren zu gehen.

So ist es halt in Recife. Man muss schon aufpassen. Ich mag es dennoch, fühle mich sauwohl und will die Gefahr auch nicht überbewerten. Mir ist in 3 Jahren reine Aufenthaltszeit noch nie etwas passiert. Ja, auch wieder ein Einzelfall, aber vielleicht hilft es bei der realen Einschätzung der Gefahren...und Recife gehört zu den gefährlicheren Ecken in Brasilien.
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Re: Sicherheit für "Estrangeiros"

Beitragvon Tuxaua » Mi 28. Mai 2008, 17:15

ana_klaus hat geschrieben:die Frage ist Sicherheit für Ausländer. Sind es nun Touristen, oder Ausländer die in Br. wohnen und in einem intakten
Umfeld leben gemeint, mit einheimischen Freunden und sozialer Kompetenz.
Die Frage des TE (wo isser überhaupt?) war in dieser Hinsicht ja eindeutig auf das Leben als nicht-Tourist in Belém gerichtet.
Pará (zweitgrößter Flächestaat mit 1,25 Millionen km²) mit hat rund 7 Millionen Einwohner, davon 1,4 Millionen in Belém (~1000 km²), also auch kein sehr günstiges Verhältnis.
Aus reinen Sicherheitsüberlegungen heraus würde ich nicht in Manaus wohnen :? (und auch nicht nach Belém umziehen).

Ich gebe auch gerne zu, dass jemand, dem (noch) nichts passiert ist, über Sicherheit anders denken wird als jemand, den's schon mal erwischt hat. Sicher ist die Chance dazu in einer "ländlichen Idylle" geringer, aber alleine eine Akzeptanz in der Nachbarschaft wird keinen Schutz bieten.
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Re: Sicherheit für "Estrangeiros"

Beitragvon ana_klaus » Mi 28. Mai 2008, 17:15

oi donesteban,

Strand in Boa Viagem ?

Welche Infrastruktur ?

zum Pissen muss man ins Meer, Toilletten nicht vorhanden, 80 % der weibl. Besucher sind ?????. Ich weiss, die Gringos,
die einmal etwas erleben möchten lieben dieses Ambiente, incl. Bamboo Bar, welch armselige Gestalten.Aber jeder nach
seiner facon.

Ich habe eine andere Kenntnis von Br.

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Re: Sicherheit für "Estrangeiros"

Beitragvon supergringo » Mi 28. Mai 2008, 18:49

ana_klaus hat geschrieben:80 % der weibl. Besucher sind ?????.
Und an den anderen Stränden sind wieviel % was?????

Der Strand in Boa Viagem ist übel. Kaum nachvollziehbar, dass sich dort Tourismus entwickeln konnte. Am Straßenstrich (in Wahrheit gibt es in dem Viertel mehrere) lag es bestimmt nicht, da greifen in der Regel doch nur Brasilianer zu.

Fehlende Toiletten wären nicht das Problem. Gibt es in Porto das Galinhas oder auf der Copacabana an jeder Ecke eine Möglichkeit? Aber die Sonne verschwindet schon am Nachmittag hinter den hässlichen Betonbauten und die Flut reduziert den sowieso schon engen S(tr)andabschnitt zwischen Meer und Straße enorm. Um es präziser auszudrücken: Man sollte sich schon möglichst mittags auf die künstliche Terasse an der Promenade flüchten, wenn man in diesem Viertel (und in dieser Stadt) unbedingt seine freien Stunden verbringen möchte oder aus welchem Grund auch immer keine besseren Alternativen hat.

Doch Du bist nicht auf dem Laufenden, das Viertel befindet sich im Umbruch oder besser gesagt: im Abbruch ... 80% Huren? Mag sein, das stünde dann im direktproportionalen Verhältnis zu überwiegend Deutschen (inkl. Patienten aus Österreich, Schweiz und wahrscheinlich Liechtenstein) mit graumelierten Haaren, die man dort immer trifft. Davon sind jedoch etwa 50% Residents! Nur so am Rande. Die "Kegelclubs" orientieren sich übrigens mittlerweile nach Fortaleza oder sind aufgelöst. Die Ehe mit der angelachten Brasilianerin beansprucht neben Nerven auch den Geldbeutel zu sehr.

An dieser Stelle möchte ich nicht versäumen, zu unterstreichen, dass meines Erachtens - nicht nur, aber auch als Gingo - an allen Stränden im Nordosten (und zumindest auch in Rio) tatsächlich etwa 80% der Frauen abgeschleppt werden kann. Ob gegen Taschengeld oder aus deren Lust ist dann wahrscheinlich der persönlichen Verfassung zuzuschreiben. Und das Timing muss natürlich stimmen. Schecht, wenn der Ehemann mit Waschbrettbauch und die grundsätzlich süßen Kinder (dieser 80%) gerade um Aufmerksamkeit betteln.

2004 kurz nach Neujahr hatte ich in einer Woche Recife allerdings eine ganz nette Zeit. Ich wurde mehrmals gefragt, was ich denn so von der Stadt und dem Umland gesehen und unternommen hätte. Ich antwortete mit meinem auf der Straße "erlernten" portugiesisch spontan und mehr oder weniger wahrheitsgemäß: "Fui na praia, fui numa favela e fui na cama." Ich war am Strand, in einer Favela und im Bett.
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Re: Sicherheit für "Estrangeiros"

Beitragvon supergringo » Mi 28. Mai 2008, 20:05

mikelo hat geschrieben:hat wohl auch damit zu tun, dass es hier keine europaeischen touris gibt.
Man hätte diese !&@*$#! im Krankenhaus besser aufpäppeln sollen ...

Unsinn! Gringos haben - geschweige denn absolut - selbst prozentual gesehen eine untergeordnete Opferrolle bei Verbrechen in Brasilien. Mal abgesehen von Heiratsschwindel.

Das ländlich sandige Maranhao muss ja ein Paradies für Schweizer sein, die sind dort nicht nur laaaaangsaaaaam, sondern denken auch so. Fragt sich nur, welche Gründe es für die Flucht in nördlichere Gefilde gab. Vor kurzem war ja Fortaleza angeblich schon das Paradies. Aber der Teufel würde seine Hölle wohl auch besser verkaufen.

Zurück zum Thema: Thread-Eröffner, ich habe Deinen Nickname vergessen, aber Du wirst Dich hier in Brasilien wohlfühlen! Auch im Norden, egal, ob in Belem oder in Manaus. Das Problem wird Deine brasilianische Freundin sein. Denn nach ein paar Wochen oder Monaten sehnt sie sich zurück nach Florida. Neben einem kleinem und etwas ärgerlichem finanziellen Aufwand macht das aber nichts. Nichts, sofern Du Deinen neuen frühreifen Freundinnen nicht Deine Privat-Adresse und sonstige persönliche Daten verraten hast.

Hättest Du dagegen Kinder, würde ich Dir vor einer Übersiedlung dringend abraten.
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Re: Sicherheit für "Estrangeiros"

Beitragvon mikelo » Mi 28. Mai 2008, 21:17

supergringo hat geschrieben:
mikelo hat geschrieben:hat wohl auch damit zu tun, dass es hier keine europaeischen touris gibt.
Man hätte diese !&@*$#! im Krankenhaus besser aufpäppeln sollen ...

Unsinn! Gringos haben - geschweige denn absolut - selbst prozentual gesehen eine untergeordnete Opferrolle bei Verbrechen in Brasilien. Mal abgesehen von Heiratsschwindel.





sg:
:fresse:

man beachte in meinem beitrag das woertchen " auch"

wie gesagt-schreibe deine geschichten uebers milieu....... da kennst du dich wenigstens aus.
und was die !&@*$#! betrifft-habe dir schon mal gesagt du sollst dein spiegelbild anschauen :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :lol: :lol: :lol:
o sol nasce pra todos; a sombra pra quem merece.

Nur für Bewohner des Kantons Zürich/auch auf dumpfe Trolle anwendbar
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Re: Sicherheit für "Estrangeiros"

Beitragvon tinto » Do 29. Mai 2008, 19:55

Nanana, man sollte aber auch vor Realitäten nicht die Augen verschließen. Nicht Touris, sondern vor allem der brasilianische Mittelstand in den Vororten der Großstädte, und da leben nun mal die meisten Menschen, sind Opfer von Straftaten. Und gerade bei den Vergewaltigungen, bei Gewalt in der Familie, bei den Tötungsdelikten und Raubüberfällen, sind Ausländer, Touris und auch Sextouristen nicht oder seltendst dabei.

Wieviel Menschen sterben eigentlich so in Brasilien durch tiros? Und wie ist die Aufklärungsrate bei den Verbrechen?

Mal nur so zur Info, in Deutschland werden zwischen 40 und 60% aller Straftaten aufgeklärt, bei den Mordfällen rund 90%. Ist zwar nur ein schwacher Trost, aber das hält die Verbrechen auch in Grenzen. Lustigerweise sind Viertel wie Reepabahn und BHV in Frankfurt mittlerweile besonders sicher und das Ziel zahlreicher Normalos. Hamburg: Touristengruppen aus aller Welt. Ganze Schulklassen sind da unterwegs. Müsst ihr euch mal angucken, wer da alles unterwegs ist. Busseweise kommen die Leute an, auch um nur mal ins Theater oder in die Kneipen zu gehen. Die Große Freiheit zieht jeden an, Remidemi bis 3 Uhr oder länger!

Frankfurt: Die Bahnbediensteten, Bänker, Börsianer und Geschäftsleute sind da im Feierabendverkehr unterwegs. Daneben jede Menge Japaner. Polizei und die vom Ordnungsamt sind allgegenwärtig an beiden Orten.
Zuletzt geändert von tinto am Do 29. Mai 2008, 20:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sicherheit für "Estrangeiros"

Beitragvon Spätzle » Do 29. Mai 2008, 20:02

hallo brasilienfreunde, habe mit Interesse die Beiträge gelesen. Mich interessiert das Thema ebenfalls und zwar besonders aus Sicht einer deutschen Frau, die sich nicht verstecken will sondern am brasilianischen alltäglichen Leben teilhaben möchte. Vielleicht schreiben hier deutsche, ausgewanderte Frauen was sie für Eindrücke, Probleme und auch possitives erlebt haben.

Grüßle
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Re: Sicherheit für "Estrangeiros"

Beitragvon dinho1199 » Fr 30. Mai 2008, 16:04

@ tinto
Die Aufklärungsrate bei Morden liegt unter 5(!!!) Prozent und dann kommt noch hinzu, dass es dann ja nicht heisst das der Täter auch verurteilt wird.

PS. Was sind tiros?
Diskutiere nie mit einem Idioten. Erst zieht er dich auf sein Niveau herab und dann schlägt er dich mit seiner Erfahrung.
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