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Condor




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BeitragVerfasst: 12 Jun 2007 15:29 
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Registriert: 07 Feb 2006 15:02
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Brummelbärchen hat geschrieben:
Hinter all diesen Symptomen steckt die gleiche Geisteshaltung, und solange eine Mehrheit das nicht realisiert und bereit ist daran etwas zu ändern, ist auch 'Tolerância Zero' reine Symptombekämpfung.

Das wird sich aber nicht ändern. Militärdiktatur, Unterdrückung, Geldwentwertung, usw. haben eben aus "dem Brasilianer" einen Einzelkämpfer gemacht. Jeder gegen jeden.
Zum Glück gibt es aber auch viele Brasilianer, die trotz dieser Grundeinstellung nicht in Mord und Totschlag verfallen. Vielen hilft dabei die Religion, die Hoffnung gibt und die Erfahrung, dass es bis jetzt ja immer irgendwie ging.
Als grösstes Problem sehe ich die (absichtlich) verfehlte Bildungspolitik und die daraus resultierende soziale Ungerechtigkeit. O povo brasileiro wird dumm gehalten und täglich über die Medien neu geeicht. Wer sich keine gute Schule leisten kann, der muss halt zusehen, wie er später mit Gelegenheitsjobs von 20 R$ durchkommt. Da ist doch eine Touristin mit 50 R$ schnell und einfach verdientes Geld. Sobald dann noch Drogen im Spiel sind, werden die kids direkt aus der Favela gesteuert.
Was Brasilien braucht ist eine Revolution. Gegen Favela-Banden, gegen korrupte Politiker und gegen die oberen 10.000
Vielleicht gelingt es ja danach Mal eine echte Mittelschicht zu installieren, zu der dann mindestens die Hälfte der Bevölkerung gehören und nicht so wie heute 90% zur Unterschicht. Leider wird es in Brasilien aber nicht zu einer Revolution kommen. Man ist ja Einzelkämpfer und gar irgendeinem politischen Führer vertrauen - da hatte man schon zu viele schlechte Erfahrungen. Bleibt einmal mehr wieder nur das Militär.
Die entwaffnen dann das Land und dann, ja dann ist Brasilien für Touristen wieder sicher.....



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 12 Jun 2007 15:55 
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Ich lebe und arbeite seit 3 Monaten in Sao Paulo und hatte anfangs auch etwas Bedenken, gerade als Frau allein hier zu leben. Ich hätte aber niemals meine Pläne hier her zu kommen aufgegeben, nur wegen den Sicherheitsbedenken. Und bereuen tue ich es bis heute nicht.

Klar, man weiss nie ob und wann es einen trifft, aber ich habe aufgehört mir darüber Gedanken zu machen und versuche einfach ein normales Leben hier zu führen und muss sagen, dass ich mich damit sehr wohl fühle.

Die einzigen Sachen, die ich hier beachte, sind, dass ich vermeide nachts ab 21/22 Uhr allein unterwegs zu sein und dass ich nie all zu viel Bargeld mit mir herumtrage, ansonsten denke ich, verhalte ich mich nicht anders als in deutschland auch ...


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BeitragVerfasst: 12 Jun 2007 16:19 
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......und bei einer Volksabstimmung würden sicherlich die Militärs gewählt.
Allen voran von den Lula-wählern.


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BeitragVerfasst: 12 Jun 2007 17:54 
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was ich z.b. hier in blumenau nicht verstehe, wie banditen am hellerlichten tage häuser komplett leerräumen können ohne das ein nachbar es bemerkt, oder sich kümmert und vielleicht einmal die polizei ruft.

meine schneiderin ist weggezogen in einen anderen beiro. dort sind fast alles nur neugebaute häuser, alle keine reichen leute, aber haben ihr gutes auskommen.

nur 2 häuser weiter wo meine schneiderin wohnt wurde das haus ihrer nachbarin am hellerlichten tag komplett leergeräumt, wie ein umzug, es war nichts mehr da.
als die besitzer abends nach hause kamen war das haus leer und das entsetzen gross.
sicher war erst mal wichtig, das keiner zu hause war als die banditen kamen, aber die familie steht quasi vor dem nichts.

diese form von kriminalität, wie oben beschrieben, ist in blumenau übrigens keine seltenheit.

keiner rundherum hat "etwas bemerkt oder gesehen". :shock:

vor ein paar jahren dachte ich immer das die menschen hier in brasilien noch dichter beisammen sind und einer sich noch um den anderen gedanken macht, auch wenn es NUR der nachbar ist. aber ich denke in brasilien ist es schon ähnlich wie in deutschland.

in der strasse wo wir früher gewohnt haben hatten wir immer den schlüssel von unseren nachbarn und umgekehrt. wenn er zum strand gefahren ist, haben wir abends immer noch mal einen kontrollgang in seinen haus gemacht ob alles in ordnung ist. er hat es sehr bedauert als wir weggezogen sind und ihm den schlüssel wiedergegeben haben.
heute hat er keinen mehr der auf sein haus aufpasst wenn er nicht da ist.

manchmal nur etwas nachbaraschaftshilfe würde vielen banditen das leben schwerer machen.
wobei man sollte auch nie versuchen den held zu spielen, das kann man auch mit dem leben bezahlen.
gruss periquita



We are here to make friends :-)


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BeitragVerfasst: 12 Jun 2007 18:23 
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O_Periquito hat geschrieben:
manchmal nur etwas nachbaraschaftshilfe würde vielen banditen das leben schwerer machen.
gruss periquita


Aber genau da liegt das Problem, hier in Brasilien ist jeder "froh" wenn es den Nachbarn trifft und nicht einen selbst. Auch wenn der noch so hilfsbereite Nachbar die Polizei ruft hat er Angst vor dem was im Anschluss passieren koennte.


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BeitragVerfasst: 12 Jun 2007 19:21 
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mikelo hat geschrieben:
genau das habe ich ja geschrieben---weiss nicht was du sagen willst mit deinem post.
Dass es einfach Scheisse ist, in einem Land dauerhaft leben zu muessen, an dem man auf die Uhr schauen muss, ob man nach draussen darf! Ich wette, Deine Kinder spielen nur innerhalb Eures Casas. Oder in der Schule/Creche. Von wegen kinderunfreundliches Deutschland (Austria und Schweiz) ...

Ich hatte Dich so verstanden: Sicherheit, alles kein Problem, sofern man (z.B.) nicht nach Dunkelheit auf die Strasse geht ...

PS: Zwei "meiner" drei von Menschenhand vom Lebenden gewandelt zum Toten habe ich am hellichten Tage sterben sehen.


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BeitragVerfasst: 12 Jun 2007 19:48 
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supergringo hat geschrieben:
Dass es einfach Scheisse ist, in einem Land dauerhaft leben zu muessen, an dem man auf die Uhr schauen muss, ob man nach draussen darf!


Du solltest besser schreiben:

Dass es einfach Scheisse ist, in einer Stadt/Region dauerhaft leben zu muessen, in der man auf die Uhr schauen muss, ob man nach draussen darf!

Ist nämlich mal wieder Verallgemeinerung pur ... es gibt nämlich noch Ecken in diesem riesigen Land, wo man eben darauf nicht sonderlich darauf achten muss. Und Ecken, wo man nachts nicht unbedingt aufkreuzen sollte, gibts in Deutschland auch.



Kontakt/Support ausschliesslich via >> SupportTicketSystem (STS) <<


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BeitragVerfasst: 12 Jun 2007 21:16 
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supergringo hat geschrieben:
mikelo hat geschrieben:
genau das habe ich ja geschrieben---weiss nicht was du sagen willst mit deinem post.
Dass es einfach Scheisse ist, in einem Land dauerhaft leben zu muessen, an dem man auf die Uhr schauen muss, ob man nach draussen darf! Ich wette, Deine Kinder spielen nur innerhalb Eures Casas. Oder in der Schule/Creche. Von wegen kinderunfreundliches Deutschland (Austria und Schweiz) ...

Ich hatte Dich so verstanden: Sicherheit, alles kein Problem, sofern man (z.B.) nicht nach Dunkelheit auf die Strasse geht ...

PS: Zwei "meiner" drei von Menschenhand vom Lebenden gewandelt zum Toten habe ich am hellichten Tage sterben sehen.


@sg---meine kids spielen auf der strasse---bis ca. 18.oouhr, dann wird es dunkel und sie kommen ins haus. war aber in der schweiz genauso. nach anbruch der dunkeheit haben sie nichts auf der strasse verloren.
mit sicherheit ist brasilien ---ich sage mal so: unsicherer----wie deutschland oder die schweiz. ich spreche aus meinen erfahrungen hier in parnaiba oder fortaleza



o sol nasce pra todos; a sombra pra quem merece.


http://latinofreunde.net/


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BeitragVerfasst: 12 Jun 2007 21:44 
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....ruhiger scheint es außerhalb der großstädte zu sein...auch nach einbruch der dunkelheit.....


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BeitragVerfasst: 13 Jun 2007 00:41 
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brasilblog hat geschrieben:
supergringo hat geschrieben:
Dass es einfach Scheisse ist, in einem Land dauerhaft leben zu muessen, an dem man auf die Uhr schauen muss, ob man nach draussen darf!


Du solltest besser schreiben:

Dass es einfach Scheisse ist, in einer Stadt/Region dauerhaft leben zu muessen, in der man auf die Uhr schauen muss, ob man nach draussen darf!

Ist nämlich mal wieder Verallgemeinerung pur ... es gibt nämlich noch Ecken in diesem riesigen Land, wo man eben darauf nicht sonderlich darauf achten muss.


Es gibt doch in diesem riesigen Land wirklich nur eine Ecke, die sich durch Gewalt auszeichnet: Rio de Janeiro und sonstige Touristentrampelpfade!

Die übrigen Grosstädte Brasiliens (São Paulo) sind genauso sicher oder 'unsicher' wie New York oder Jonhannesburg... im übrigen Brasilien lebt's sich doch relativ normal... (dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass die Bundesrepublik, Österrich und die Schweiz ja sowas wie Guantanamo Bay mit Mauern auf auf links gedreht sind... so sicher wie dort ist's doch nur noch in 'Stuttgart Stammheim' oder eben Guantanamo Bay...)

Mikelo: dass Deine Kinder um 18:00 ins Haus müssen ist relativ normal, das müssen Kinder in der Bundesrepublik in der Regel auch... hat nichts mit Gewalt, Armut, Korruption, Waffenschieberei, Drogenmissbrauch oder Militärputschen zu tun...

...also, ich denk schon manchmal daran, dass es in Brasilien gewalt gibt, aber ich laufe relativ normal und 'desencanado' durch's Leben.


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