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Condor




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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 09:34 
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Takeo hat geschrieben:
... ich warte übrigens immer noch auf Supergringos Vorschläge, wie ich endlich mal meine infinite Ignoranz reduzieren könnte, ...
Sorry, habe gestern Überstunden abgebaut. Muss ich dem ignoranten Pseudo-Brasilianer erklären, was das für ein Phänomen in der "Bundesrepublik" ist oder kann er sich erinnern? Apropos: Früher haben nur die Sozis "Bundesrepublik" gesagt (um der Ostzone einen offiziellen Status zu verleihen), heute müssten das eigentlich nur noch diejenigen verwenden, die von Großdeutschland (inkl. Ostmark) träumen, oder?

Mein Vorschlag: Schmeiß die abgesägte Schrotflinte unter dem Fahrersitz Deines Panzerwagens auf den Müll, dann sehen wir, wie "normal" Dein Lebensalltag ist!


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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 13:04 
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Registriert: 07 Feb 2006 15:02
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Takeo hat geschrieben:
vielleicht gibt's die ja eben doch nur auf den üblichen Touristentrampelpfaden...
Um es endlich auch Mal ganz klar zu sagen. "Mein" Brasilien, also hier vor der Haustür ist nicht gefährlicher als "mein" Zürich. Das liegt aber einerseits daran, dass ich in Zürich "mitten im Puff" wohne (wobei Puff hier als die Schweizer-Variante zu verstehen ist - könnte man vielleicht mit "Getümmel" übersetzen). Andererseits wohne ich in Brasilien an einem Ort, wo noch jeder jeden kennt. Und so kennen sie mich natürlich auch.
Wenn ich nun nachts an der Copa oder wegen mir auch Boa Viagem rumlaufe, dann sieht man mir den Gringo natürlich an. Ärgerlich werde ich aber nur, wenn mich jemand americano nennt....
Ansonsten geht es mir wie Takeo. Jede Nacht setze ich mich auf den Bordstein vor meinem Haus und beobachte gespannt, wie die Nonnen die Indianer missionieren, dann die Polizisten die Favela stürmen und zähle dabei die balas perdidas. Dabei halte ich meine Angel in die Fluten des Amazonas, während mir ein Äffchen auf der Schulter sitzt. Dummerweise sehe ich aber diese Szenen erst ab der dritten Flasche Cachaca.... und dank derer hab ich dann am nächsten Tag wieder alles vergessen....
Die gefährlichen Ecken in Brasilien sind eindeutig die Touristentrampelpfade neben den Bürgerkriegsorten wie "compexo alemao". Und genau deshalb bin ich froh, dass es hier keine Touris gibt. Es gibt hier sogar weniger Kriminelle, wie in Zürich. Und die Erklärung ist ganz einfach: Die gehen alle nach Rio, Recife usw. Bleiben also nur noch die Kleinkriminellen die halt Mal ein Fahrrad klauen. Deswegen haben wir eine Mauer. Damit ich nicht immer und überall alles wegschliessen und anketten muss. Denn ein echter Schutz ist das nicht. Da kommt jeder drüber, der will. Aber muss ich deswegen Angst haben? Wohl kaum.



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 14:19 
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Severino hat geschrieben:
Es gibt hier sogar weniger Kriminelle, wie in Zürich. Und die Erklärung ist ganz einfach: Die gehen alle nach Rio, Recife usw.


Nein Severino ... Kriminelle gehen nicht nach Rio oder Recife, sondern werden erst dort zu solchen, weil der Traum und Hoffnung auf ein besseres Leben, Arbeit, Lohn und Brot beizeiten von der Favelarealität zerstört wird.

Das Hauptproblem brasilianischer Grossstädte ist die unkontrollierte Urbanisierung (Favelabildung), die daraus resultierenden sozialen Widersprüche, Beschaffungskriminalität und Ausweglosigkeit mit Bereitschaft zum Töten (No-Future-Generation).



Man sieht sich,
Lemi

http://www.brasilien-forum.net


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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 14:53 
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Registriert: 07 Feb 2006 15:02
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Lemi hat geschrieben:
Das Hauptproblem brasilianischer Grossstädte ist die unkontrollierte Urbanisierung (Favelabildung), die daraus resultierenden sozialen Widersprüche, Beschaffungskriminalität und Ausweglosigkeit mit Bereitschaft zum Töten (No-Future-Generation).
Da hast Du recht. Ich versuche ja auch nur gleiches mit gleichem zu vergleichen. Zürich und Anápolis haben jeweils etwa 320.000 Einwohner. Natürlich hinkt auch hier der Vergleich, den Zürich ist die grösste Stadt der Schweiz. Mit der Agglo kommt sie dann auf gut 1 Mio. Müsste man daher mit SP vergleichen. Passt aber auch wieder nicht, weil natürlich komplett andere Gesellschaft, Kultur und Politik.
Jedenfalls ist es bei mir vor der Haustür definitiv nicht gefährlich für mich. Ebenso ist das Zürcher Rotlicht-Milieu nicht gefährlich für mich (bin ja da Hausmeister...). Trotzdem würde ich keinem Fremden empfehlen sich an dem einen noch an dem anderen Ort so zu bewegen, wie ich das kann.
Die Ursache von Kriminalität ist aber auch nicht die unkontrollierte Urbanisierung, sondern die extreme soziale Ungerechtigkeit und die komplett (oder absichtlich) verfehlte Bildungspolitik in Brasilien. Deshalb gehen nämlich die meisten Brasilianer in die grossen Städte. Und da sie nichts besitzen hausen sie zunächst in Favelas, die dann schnell von kriminellen Banden organisiert und geführt sind. Und das ist dann eben das was in Rio, SaoPaulo, Recife, usw. abgeht. - und an einigen diesen Orten kreuzem sich dann die Pfade. Die der Traficantes mit denen der Touris. Und dann gelten die Regeln der Wildnis. Fressen und gefressen werden. Das ist bei uns in GO eben nöch ganz anders. Und GO ist genauso Brasilien, wie die Copa....



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 15:11 
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Registriert: 27 Jun 2005 23:00
Beiträge: 1940
supergringo hat geschrieben:
Takeo hat geschrieben:
... ich warte übrigens immer noch auf Supergringos Vorschläge, wie ich endlich mal meine infinite Ignoranz reduzieren könnte, ...
Sorry, habe gestern Überstunden abgebaut. Muss ich dem ignoranten Pseudo-Brasilianer erklären, was das für ein Phänomen in der "Bundesrepublik" ist oder kann er sich erinnern? Apropos: Früher haben nur die Sozis "Bundesrepublik" gesagt (um der Ostzone einen offiziellen Status zu verleihen), heute müssten das eigentlich nur noch diejenigen verwenden, die von Großdeutschland (inkl. Ostmark) träumen, oder?

Mein Vorschlag: Schmeiß die abgesägte Schrotflinte unter dem Fahrersitz Deines Panzerwagens auf den Müll, dann sehen wir, wie "normal" Dein Lebensalltag ist!


Danke lieber Supergringo!

Bundesrepublik sagt man nicht mehr? Ich finde gerade "Deutschland" klingt irgendwie "kaisertreu doof"... träumen von Grossdeutschland und Ostmark? Ich träume von Niederrehein mein Freund... das ist im Westen von der Bundes... ähhh ... Deutschland!

Schrotflinte und Panzerwagen? Also, versuch's nochmal, diesmal aber ohne Schrotflinte und Panzerwagen... normal eben.


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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 15:14 
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Registriert: 27 Jun 2005 23:00
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Lemi hat geschrieben:
Nein Severino ... Kriminelle gehen nicht nach Rio oder Recife, sondern werden erst dort zu solchen, weil der Traum und Hoffnung auf ein besseres Leben, Arbeit, Lohn und Brot beizeiten von der Favelarealität zerstört wird.


Hast Du das aus dem Poesiealbum Deiner Tochter abgeschrieben... mir kommen nämlich schon die Tränen! :cry:


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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 15:49 
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Registriert: 26 Nov 2004 21:23
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Severino hat geschrieben:
Die Ursache von Kriminalität ist aber auch nicht die unkontrollierte Urbanisierung, sondern die extreme soziale Ungerechtigkeit und die komplett (oder absichtlich) verfehlte Bildungspolitik in Brasilien....


Soziale Ungerechtigkeit hat seine Wurzeln sicherlich in der fehlenden (nicht verfehlten!) Bildungspolitik.

Die Leute wandern aber aus den Trockenregionen in die Städte, weil sie dort ein besseres Leben erwarten (und auch öfters von ihren "erfolgreichen" Verwandten hören, dass dort manchmal sogar mehr als ein Salario Minimo gezahlt wird!). Wegen schlechter Bildungspolitik und sozialer Ungerechtigkeit gehen sie dort bestimmt nicht hin.

Takeo hat geschrieben:
Hast Du das aus dem Poesiealbum Deiner Tochter abgeschrieben... mir kommen nämlich schon die Tränen!


Dort schreibt sie nur rein, wenn meine Frau oder ich sie mal angeschissen haben. :roll:

Wie du hier SP-Stadt darstellst, lässt mich im Glauben, dass deine Autoscheiben etwas zu stark abgedunkelt sind.



Man sieht sich,
Lemi

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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 18:51 
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Lemi hat geschrieben:
Wegen schlechter Bildungspolitik und sozialer Ungerechtigkeit gehen sie dort bestimmt nicht hin.

Nee, da müssten sie ja raus aus Brasilien. Aber es wandern immer noch viele aus dem interior nach SP oder anderen grossen Städten. Trotzdem ist das Wachstum mittlerweile gerade in GO sehr interessant. Das Zentrum für Generika ist inzwischen hier und nicht in SP. Auch der Bereich Landwirtschaftsforschung, Biologie, usw. ist in GO sehr stark ausgeprägt. Das Land verändert sich. Weitere interessante Branche ist Logistik. Denn im Zentrum des Landes bieten sich hier gute Chancen. Aber das braucht noch seine Zeit. Hoffentlich zieht dann das Wirtschaftswachstum nicht die Kriminalität nach sich - so wie in den anderen grossen Wirtschaft- und Touristikzentren Brasiliens....



paz e amor
Severino


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BeitragVerfasst: 15 Jun 2007 19:53 
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Registriert: 26 Nov 2004 21:23
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Severino hat geschrieben:
Hoffentlich zieht dann das Wirtschaftswachstum nicht die Kriminalität nach sich - so wie in den anderen grossen Wirtschaft- und Touristikzentren Brasiliens....


Natürlich wird es das ... solange sich nicht die Bildungs- und Sozialpolitik ändert, wird sich Brasilien in Sachen Kriminalität nie zum Positiven wenden.



Man sieht sich,
Lemi

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BeitragVerfasst: 16 Jun 2007 00:47 
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Wohnort: Rio de Janeiro
----Natürlich wird es das ... solange sich nicht die Bildungs- und Sozialpolitik ändert, wird sich Brasilien in Sachen Kriminalität nie zum Positiven wenden.-------

.....und wer sollte das sein der interesse hat das sich das ändert?...bestimmt kein politiker...abgesehen von deren lippenbekenntnisen.......


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