Sind die bescheuert in Brasilien?

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Re: Sind die bescheuert in Brasilien?

Beitragvon piterpea » Fr 3. Feb 2012, 00:38

@Laura:

damit deine Illusion noch etwas länger erhalten bleibt, möchte ich dir zeigen, wie die meisten brasilianischen Städte aussehen:

Bild

so sieht die Mehrheit der Städte aus, zu ca. 80%

=D> =D>

ich wünsche trotzdem einen tollen Urlaub!
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Re: Sind die bescheuert in Brasilien?

Beitragvon Takeo » Fr 3. Feb 2012, 03:53

... im Nordosten vielleicht, aber nicht im Süden. Egal, Ich musste gerade per Auto von SP an die Uruguayische Grenze, hin BR 116, zurück BR 101... wusste garnicht wie schön es im Süden ist, viel schöner und auch viel wärmer als ich dachte (im Sommer zumindest genauso warm wie im Nordosten), ja und Favelas gibts da so wie auf dem Bild da oben auch nicht... also, von wegen die 'meisten brasilianischen Städte': ich erinnere: Brasilien ist gross!!!
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Re: Sind die bescheuert in Brasilien?

Beitragvon frankieb66 » Fr 3. Feb 2012, 09:29

Takeo hat geschrieben:... also, von wegen die 'meisten brasilianischen Städte': ich erinnere: Brasilien ist gross!!!

Aufgrund des Brasilienbilds vieler hier im Forum komme ich immer mehr zur Überzeugung, dass "mein" Brasilien geografisch gesehen (in südlicher Richtung) erst dort beginnt, wo der Erfahrunghorizont der meisten endet ... anders kann ich mir die oft kruden Meinungen nicht erklären.
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Re: Sind die bescheuert in Brasilien?

Beitragvon Itacare » Fr 3. Feb 2012, 09:34

Wenn man so ein Bild einstellt, sollte man wenigstens wissen, wieso die meisten Häuser nicht verputzt sind.
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Re: Sind die bescheuert in Brasilien?

Beitragvon karlnapp » Fr 3. Feb 2012, 12:45

frankieb66 hat geschrieben:wo der Erfahrungshorizont der meisten endet ...
Es ist ja schon durchaus etwas erreicht, wenn mein bester Freund Frankie die Existenz solcher Wildwuchs-Bauten in Brasilien überhaupt anerkennt.

Eine dreiste Verallgemeinerung stellt jedoch der Versuch dar, Brasiliens Städte überwiegend als Favelas oder Favela-ähnlich zu beschreiben. Selbst in den oftmals recht ungeordneten Ballungszentren gibt sich die Mehrheit der Brasilianer sehr viel Mühe in möglichst ordentlichen Gebäuden zu leben, soweit dies deren Einkommen zulässt.

Die bloße Existenz von Favelas zerstört im Normalfall nicht das umfassende Erscheinungsbild einer bras. Stadt. Sehr wohl aber hat der soziale Sprengstoff, der von diesen Siedlungen ausgeht, einen negativen Einfluss auf die gesamte bras. Gesellschaft. Selbst wenn eine rechtschaffene bras. Familie unter den allerunglücklichsten Lebensumständen in eine Favela geraten sein sollte, wird es ihr nicht möglich sein, sich dem dortigen vorherrschenden Ehrenkodex zu entziehen. Niemals könnte sie wagen, die von dort ausgehenden kriminellen Aktivitäten zu denunzieren.
Sehr viele Favelistas gehen einer regelmäßigen Beschäftigung nach, was sie jedoch nicht davon abhält, auf Kommissionsbasis Tipps abzugeben, die mitunter in weiten Radien ihre Wirkung zeigen. Nur so lässt sich das zielgerechte Zuschlagen von Dialektfremden in sonst ruhigen Städten Brasiliens erklären.

„Niemand ist sicher, noch nicht mal der Präsident“, stand neulich auf der Titelseite des bras. revista (Illustrierten) „isto é“ geschrieben. Vermutlich auch ich nicht und sogar noch nicht mal der Frankie oder der zagaRoma. Ganz pragmatisch wäge ich aber die vielen Vorteile, die mir dieses Land bietet, ab und bleibe trotzdem hier und allen Ausländern bleibt ein langer oder kurzer Aufenthalt, aus ähnlichen Motiven wie den meinen, auch unbenommen. Für krankhaft verherrlichend halte ich, Neu-Ankömmlingen oder Touristen die hässliche Seite Brasiliens vorzuenthalten oder diese gar abzustreiten. Damit ist absolut nichts gewonnen und je mehr sich derartige Verharmloser hier zu Wort melden, umso mehr werde ich dagegenhalten.
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Re: Sind die bescheuert in Brasilien?

Beitragvon Itacare » Fr 3. Feb 2012, 14:49

karlnapp hat geschrieben:..Selbst wenn eine rechtschaffene bras. Familie unter den allerunglücklichsten Lebensumständen in eine Favela geraten sein sollte, wird es ihr nicht möglich sein, sich dem dortigen vorherrschenden Ehrenkodex zu entziehen. Niemals könnte sie wagen, die von dort ausgehenden kriminellen Aktivitäten zu denunzieren....


Da mag es am extremsten sein, trifft aber keinesfalls nur auf Favelas und keinesfalls nur auf Brasilien zu.
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Re: Sind die bescheuert in Brasilien?

Beitragvon MIK » Fr 3. Feb 2012, 19:16

Bin Neu Hier und werde gleich geschockt!
Solch einen Mist brauche ich nicht zu sehen. Verrückte gibt es leider auf der ganzen Welt. Das muß nicht auch noch hier sein.
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Re: Sind die bescheuert in Brasilien?

Beitragvon zagaroma » Sa 4. Feb 2012, 02:37

Itacare hat geschrieben:
karlnapp hat geschrieben:..Selbst wenn eine rechtschaffene bras. Familie unter den allerunglücklichsten Lebensumständen in eine Favela geraten sein sollte, wird es ihr nicht möglich sein, sich dem dortigen vorherrschenden Ehrenkodex zu entziehen. Niemals könnte sie wagen, die von dort ausgehenden kriminellen Aktivitäten zu denunzieren....


Da mag es am extremsten sein, trifft aber keinesfalls nur auf Favelas und keinesfalls nur auf Brasilien zu.


Stimmt, In Italien ist es ganz genauso, in der Gegend zwischen Cassino und Neapel, mitten im "zivilen" Europa. Dort leben die Delinquenten zwar inzwischen in schmucken Einfamilienhàusern, aber die Bandenkriege toben, tàglich werden Leute auf der Strasse erschossen und die Bevòlkerung schweigt eisern aus Angst und Feigheit. Dort nennt man das "Omertà". Hat das hier auch einen Namen?
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Re: Sind die bescheuert in Brasilien?

Beitragvon cabof » Sa 4. Feb 2012, 11:52

Das Favela-Foto trifft wohl auf ueber 90% aller Staaten zu und es gibt noch weitaus schlimmere Behausungen
in Afrika oder Asien... selbst in Koeln gibt es so etwas wie einen Platz mit ¨Wagenburgen¨ fuer die Kiffer
Generation. Gehoert eben dazu. Bekloppt finde ich in Brasilien zB die Hilfsprogramme, man stellt den Leuten
neue Haeuser zur Verfuegung, tolle Siedlung - alles bestens und dann kommt die Horde und zersiedelt das ganze,
man baut an oder setzt einen drauf und zerstoert im allgemeinen seinen Lebensraum. Da muss erst einmal im Vor-
feld Aufklaerung betrieben werden, da steht Brasilien ganz weit hinten. Uebrigens auch in DE werden die
Wohneinheiten in sog. sozialen Brennpunkten entsprechend behandelt, Graffity, Verschmutzung etc. etc. Da
sage ich nur: JEDES Tier haelt sein Nest, Bau und Revier etc. in Ordnung...
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Re: Sind die bescheuert in Brasilien?

Beitragvon karlnapp » Sa 4. Feb 2012, 13:55

In Deutschland ist vielleicht 1 Haus unter 1000 ähnlich wie eine Slum-artige Behausung anzusehen. In Brasilien jedoch mindestens 100-150 unter 1000, nach meiner persönlichen Schätzung.
Was bringen also diese absurden, gleichmacherischen Kommentare?
Hört sich halt gut an: „Bei uns gibt es das ja auch!“

Richtig ist jedoch die Behauptung, dass Slums in anderen Metropolen der Welt noch viel größer sind und eigentlich unbewohnbar erscheinen.
Vor einigen Jahren hatte ich in dem Ausbildungszentrum einer bekannten, internationalen Hilfsorganisation in den Eastlands von Nairobi zu tun. Dass Menschen im dortigen nahen Slum überhaupt hausen können, erscheint unvorstellbar; Wellblechhütten mit einer Fläche von ca. 10m² (oder weniger), die durchschnittlich von 10 Personen bewohnt werden, ohne Fenster, der prallen Sonne ausgesetzt, keine Kanalisation, kein Strom, kein Wasser usw.. Der Schmutz, der Unrat und die Fäkalien türmen sich dort zu wahren Bergen auf. Dazu müssen die Bewohner noch Schutzgeld an irgendwelche zweifelhafte Vereinigungen abdrücken.
Da lob ich mir mein Brasilien, dessen Favelas sich vergleichsweise, wie Luxus-Behausungen ausnehmen. Möglicherweise ist mir, wg. der vorgenannten Schilderungen, auch noch nie ein Afro-Brasilianer oder –Amerikaner begegnet, der sich in den Kontinent seiner Vorfahren zurücksehnte. (Mal abgesehen von dem zeitweiligen Touristenstrom nach Afrika, den seinerzeit die „Roots“-TV-Serie hervorrief.)

Es scheint einigen Mitteleuropäern an Vorstellungskraft zu fehlen, was es überhaupt bedeutet, wenn ein junger Mensch niemals eine Schule besucht hat. Neben dem daraus resultierenden Analphabetentum und (evtl.) geringen Rechenkenntnissen, hat er auch niemals an einem Sozialkunde-Unterricht teilgenommen, was ihn oftmals auf die soziale Stufe von Steinzeitmenschen befördert, die nur in kleinen Gruppen oder Sippen zusammenhielten. Alle übrigen Bewohner der Welt fassten die Steinzeitmenschen wie Gegenstände auf, die man bedenkenlos vernichten durfte, wenn diese in deren Lebensraum eindrangen. So erklären sich vielleicht die Untaten einiger sog. „bescheuerter junger Brasilianer“! In Deutschland kommen ähnliche Straftaten, wie die vorhergehend geschilderten Steinwürfe auf Autos, nur extrem selten vor und erregen im Ereignisfall landesweites Aufsehen.

Wenn ich mich recht entsinne, so brachte ich in den 70ern Nairobi mindestens die gleiche Verehrung entgegen, wie der Rio_de_Janeiro seinem Rio, allerdings ohne dort jemals über eine „Loverin zu verfügen“! Seinerzeit konnte man sich dort, sogar in der Nacht, frei bewegen. Heutzutage spielt sich das soziale Leben der dortigen Mittel- und Oberklasse eigentlich nur noch in den zahlreichen Shopping-Centers ab, deren internationale Restaurants (indische, chinesische, türkische, sogar deutsche und italienische usw.) aber auch nicht zu verachten sind.
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